Die Kirche und der Mammon, Teil 2

Wie die Klöster reich wurden

Kein anderes Unternehmen hat es so gut verstanden, Geld und Reichtum zusammenzuraffen wie die Kirche. Die ganze Kirchengeschichte ist geprägt von Erbschleicherei, Konfiskation, Ablasshandel, Raubzügen u.a.m. Die Verkündigung ihrer Lehre nimmt sich dagegen eher wie eine Nebentätigkeit aus. In der 1. Folge war von Bischöfen als Bankern und von klerikalen Geldgeschäften die Rede. Lest heute von den Privilegien der Mönche und der Klöster.

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Die eigentliche Grundlage für die heutige Stellung der Kirche als Wirtschaftskonzern legte Kaiser Konstantin. Mit dem Toleranzedikt von Mailand (313 n. Chr.) wurden die einzelnen Gemeinden zu vermögensfähigen Körperschaften, die Grundbesitz erwerben und bewirtschaften konnten. Sie durften Erbschaften machen, was heidnischen Tempeln vorher nur ausnahmsweise erlaubt war. Vor allem aber konnten sie sich heidnische Tempelgüter aneignen mitsamt deren Pfründe. Hinzu kamen großzügige Schenkungen von Seiten der ersten so genannten christlichen Kaiser, was sich in den nachfolgenden Jahrhunderten kaum änderte. Da Kirchenbesitz im Mittelalter generell unveräußerlich war, konnte dieser nur wachsen.

Die Klöster als Wirtschaftsfaktor

Eines der ersten christlichen Klöster war das Katharinenkloster auf dem Sinai, das 565 gegründet wurde.

Die Früchte dieser Privilegierung kam in besonderer Weise den Klöstern zugute. Die ursprünglich asketische Mönchsbewegung wandelte sich schon bald zu einem mächtigen Wirtschaftsfaktor. Bereits zu Beginn des 4. Jahrhunderts findet sich in den Klöstern, z. B. in denen des Pachomius, eine eher soldatisch organisierte Arbeitsplanung, bei der das Gebet gegenüber der Arbeit zurücktritt. Jedes Kloster profitierte davon, dass jeder, der eintrat, seinen gesamten Besitz abgeben musste und ihn später auch nicht an Verwandte vererben konnte. Auch Laien bereicherten die Klöster, indem sie ihnen große Spenden zukommen ließen – zum Heil ihrer Seelen.

All dieser Zugewinn hinderte die Klöster nicht daran, zusätzlich Geldgeschäfte zu tätigen und sich sogar Sklaven zu halten.

Die Klöster ließen sich – wie der Staat – von den Bauern den Zehnt bringen. Sie eigneten sich weiteres Land an, indem sie schlicht behaupteten, es sei ihnen vermacht worden. Durch solche Machenschaften trugen sie zur Ausbeutung ganzer Gegenden bei. Kein Wunder, dass ein Klostereintritt nicht selten aus blanker Existenznot geschah und weniger aus religiösen Motiven: „Kurz, nicht Sorge um die seelische, sondern um die leibliche Existenz, nackte wirtschaftliche Not zwang die Ausgebeuteten gewöhnlich ins Kloster“ (Deschner, Karlheinz: Kriminalgeschichte des Christentums, Bd. III, S. 476).

Versicherungsgesellschaft und Bank in einem

Die Geschäfte der Klöster mit Geldverleih stellt die der Juden – die durch Berufsverbote in die Rolle der Geldverleiher gedrängt worden waren – weit in den Schatten. Viele Privatpersonen übergaben ihr Geld Kirchen und Klöstern zur Aufbewahrung. Aus diesem Bestand verlieh das Kloster Geld an Einzelpersonen oder an Institutionen, die Geld brauchten. Aus dem Jahre 1070 ist belegt, dass Kirchen und Klöster Geld an benachbarte Grundherren verliehen, „gegen einen Anteil an den Einkünften aus dem Grundbesitz des Herrn“. Durch diese Hypothekdarlehen wurden die Klöster zu den ersten Bankgesellschaften des Mittelalters. Die Abtei St. André in Frankreich war in ihren Bankgeschäften so erfolgreich, dass sie jüdische Geldverleiher anstellte, um ihren Finanzoperationen vorzustehen. Die Tempelritter liehen an Könige und Fürsten, Herren und Ritter, Kirchen und Prälaten Geld gegen Zins – ihr Hypothekargeschäft war im dreizehnten Jahrhundert wahrscheinlich das ausgedehnteste der Welt.

Die Rolle der Juden als Geldverleiher wird stark übertrieben. Sie hatten in Spanien und eine Zeit lang in England „eine große Macht, waren aber in Deutschland schwach und in Italien den christlichen Finanzleuten unterlegen“ (W. Durant, Kulturgeschichte der Menschheit, Bd. 6, S. 306 f). „Im Zwölften Jahrhundert betrugen die Zinssätze in Frankreich und England 33 1/3 %; manchmal erreichten die Zinssätze die Höhe von 50 %. Friedrich II. versuchte um 1240, den Zins auf 10 % zu senken, zahlte aber bald einen höheren Zins an christliche Geldverleiher“ (W. Durant, Bd. 6, S. 313). Allein durch diese Geschäfte war die Kirche nach Aussage Durants die „größte Finanzmacht des Christentums“.

Doch damit nicht genug: Die Klöster übernahmen auch die Rolle der heutigen Versicherungen. Viele Vermögende übergaben ihnen ihren Besitz als „Precarium“, als eine Art „Versicherung gegen Erwerbsunfähigkeit“. Kloster oder Kirche „zahlte ihnen ein Jahrgeld, kümmerte sich um sie im Krankheitsfalle und im Alter und erhielt dafür das Besitztum beim Tode des Schenkers frei von jedem Zurückbehaltungsrecht“ (Durant, Bd. 6, S. 355). Auf diese Weise verdiente die Kirche sogar an den Kreuzzügen, denn: „Kreuzfahrer verkauften nicht nur Ländereien zu niedrigen Preisen an die Kirche, um Bargeld zu erhalten, sondern erhielten auch Darlehen von kirchlichen Körperschaften, wobei sie ihren Grundbesitz als Sicherheit einsetzten, welcher dann in vielen Fällen wegen Zahlungsunfähigkeit des Schuldners verfiel“ (Durant, S. 455). Und natürlich auch deshalb, weil viele von den Kreuzzügen nicht zurückkehrten.

Der Papst hatte es noch einfacher. Er erließ schlicht eine Kreuzzugssteuer. So erhob z. B. Papst Gregor VIII. im Jahre 1188 n. Chr. den „Saladinzehnten“, der von allen eingefordert wurde, die den Kreuzzug nicht mitmachten.

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Bald geht es weiter in der Kirchengeschichte…

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Siehe auch:

1. https://muskelkater.wordpress.com/2010/04/21/die-kirche-und-der-mammon-startkapitel/

2. https://muskelkater.wordpress.com/2010/08/06/die-kirche-und-der-mammon-teil-1/

3. http://de.wikipedia.org/wiki/Kloster

4. http://de.wikipedia.org/wiki/William_James_Durant

Oder auch die Kategorie:

https://muskelkater.wordpress.com/category/artikelreihe-verein-kirche/

mit weiteren spannenden Geschichten zum Abenteuer Kirche.

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Salz – Die spannende Geschichte des weißen Goldes

Eine kleine Geschichtsreise

Von Martin Schnakenberg

Menschen brauchen Salz zum Leben, täglich ein paar Gramm. Dass es jeder kaufen kann, war nicht immer selbstverständlich.

Am 12. März 1930 macht sich Mahatma Gandhi im Westen Indiens auf den Weg ans 380 Kilometer entfernte Meer – zu Fuß. Er will Salz holen.

Noch herrschen die Briten in Indien. Sie haben verboten, aus dem Meerwasser Salz zu gewinnen, obwohl die Einheimischen das immer so gemacht haben. Die Briten aber wollen die Menschen zwingen, das hoch besteuerte Salz bei ihnen zu kaufen. Gandhi, ein friedliebender Politiker, den viele verehren, will dagegen protestieren.

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Meersalz in LacRose, Dakar/Senegal

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Vier Wochen später ist Gandhi am Meer. Tausende sind ihm gefolgt. Gandhi hebt Salz auf, und viele tun es ihm nach. Immer mehr Inder kommen an die Strände – und werden dafür eingesperrt. Nach ein paar Tagen sind 100.000 Menschen im Gefängnis! Schließlich geben die Engländer nach. Die Inder, die an der Küste wohnen, dürfen ihr Salz wieder aus dem Meer holen.

Vier Wochen lang marschieren? – 100.000 Menschen hinter Gittern? – Und das alles wegen … Salz? – Dabei ist Salz doch überhaupt nichts Besonderes…

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Von wegen! – Das weiße Mineral war einmal so kostbar wie Gold. Wer Salz besaß, war reich und mächtig. Die Chinesen bauten mit dem Geld aus ihrer Salzsteuer sogar die große Mauer!

Denn wie Tiere brauchen auch Menschen Salz. Nur mit Salz funktioniert unser Stoffwechsel. Schließlich sind nicht nur unsere Tränen oder unser Schweiß salzig – selbst unser Blut besteht zu knapp einem Prozent aus diesem Stoff … und das meiste Salz scheiden wir mit dem Urin aus. – Auch weil vieles einfach besser schmeckt, salzen wir unser Essen. Doch die Gewinnung der weißen Krümel war lange Zeit sehr mühsam … und der Preis hoch.

Vor vielen tausend Jahren, als die Menschen Jäger waren, aßen sie fast nur Fleisch. So hatten sie kein Problem, genügend Salz zu bekommen, denn Fleisch enthält davon sehr viel. Doch als sie vor 10.000 Jahren anfingen, mehr pflanzliche Nahrung als Fleisch zu essen, fehlte ihrem Körper Salz. Irgendwoher aber musste die Extraportion kommen.

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Schmeckte nicht das Meerwasser irgendwie salzig? – Natürlich! Meerwasser enthält eine Menge Salz. So viel, dass man daraus eine Säule bauen könnte, die jeweils einen Kilometer lang und breit wäre und 47-mal so hoch wie die Strecke von der Erde bis zum Mond!

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Mittlere Gewichtsanteile der Ionen der Meeressalze im Meerwasser

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Bald fanden die Menschen heraus, wie sie den begehrten Stoff leicht gewinnen konnten. Sie ließen einfach das Meerwasser in flache Seen oder Becken verdunsten. Das funktionierte natürlich am besten dort, wo es heiß ist – zum Beispiel im Nildelta in Ägypten.

Bei den Menschen im Norden klappte das Verdunsten freilich nicht so richtig: Es war einfach zu kalt. Doch vor etwa 3000 Jahren entdeckten die Kelten (ein Volk, das damals in Mitteleuropa lebte), dass es Salz auch tief im Boden gibt! Der Grund dafür: Vor etwa 300 Millionen Jahren waren Teile Europas von einem riesigen Meer bedeckt; dann verdunstete das Wasser – und zurück blieb das Salz. Darauf lagerte sich Erde ab.

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Zunächst bauten die Kelten so genanntes Steinsalz ab, das sie in Stollen aus den Bergen schlugen. Später ging man dazu über, die salzhaltigen Schichten mit Wasser zu durchspülen. Die so gewonnene Salzlösung wurde anschließend in großen Pfannen gekocht, bis nur noch weiße Salzbröckchen übrig waren – das Kochsalz. Viele Städte sind nach den Bergwerken der Kelten benannt, und in vielen Ortsnamen – zum Beispiel Halle an der Saale, Schwäbisch Hall, Hallein im Salzburger Land, Bad Reichenhall – taucht der Begriff „Hal“ auf; das ist Griechisch und heißt Salz.

Da es nicht überall genügend Salz gab, war es sehr wertvoll. Denn die Menschen verwendeten es nicht nur zum Essen; es war lange Zeit auch der einzige Stoff, um in großen Holzfässern Fleisch, Fisch oder Gemüse haltbar zu machen. Die Lebensmittel wurden in Salz eingelegt, man nennt das „gepökelt“. So hatten Schädlinge keine Chance, die Vorräte zu verderben. Eine geniale Idee! – Und für viele Seefahrer, Abenteurer und Forscher war es für lange Zeit unverzichtbar: Ohne Pökelfleisch oder gesalzenen Fisch wären manche monatelangen Reisen gar nicht möglich gewesen, und viele Entdeckungen hätten wohl noch lange auf sich warten lassen.

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Verlauf der Alten Salzstraße zwischen Halle und Prag

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Eigens für den Salzhandel wurden Verkehrsnetze angelegt: Karawanen zogen mit schweren Salzblöcken und manchmal 40.000 Kamelen durch die Sahara! – Überall in Europa gab es Salzstraßen, an denen sich Siedlungen bildeten. München wurde zum Beispiel an der Brücke einer Salzstraße über die Isar gegründet. Ganz schön clever waren die Kaufleute aus Venedig: Sie kauften im ganzen Mittelmeerraum billiges Salz, brachten es nach Europa und verkauften es dort teuer weiter. Aber besonders clever war die Kirche. Sie nahm sich ein Beispiel an den Kaufleuten, gründete an den wichtigsten Knotenpunkten und Förderstätten Kloster und war fortan mit einem Zehnt am Umsatz beteiligt, ohne etwas dafür zu tun. Eine Gaunerei, die heute immer noch funktioniert.

Erst als man vor 200 Jahren begann, große Maschinen für die Gewinnung von Salz einzusetzen, wurde das Mineral immer billiger. Heute kostet ein Pfund nur noch 15 Cent.

In Deutschland werden jährlich 12,5 Millionen Tonnen Salz hergestellt. Davon brauchen wir aber nur noch drei Prozent fürs Essen. Zwölf Prozent werden im Winter bei Glatteis auf die Straßen gestreut, denn Salz senkt den Gefrierpunkt von Wasser und lässt das Eis auftauen.

Am wichtigsten ist Salz heute für die Chemie-Industrie. Die „schluckt“ in Deutschland 80 Prozent der Produktion – zum Beispiel für die Herstellung so unterschiedlicher Sachen wie Seife, Papier, Kunststoff und Backpulver.

Aber auch bei uns zu Hause ist Salz nicht nur für die Pommes gut. Mit einer Prise wird Sahne schneller steif, man kann damit Flecken auf Kleidern entfernen und Blumen in der Vase länger frisch halten. Und selbst gegen Halsschmerzen hilft es: Einfach ein wenig davon in lauwarmem Wasser auflösen und kräftig gurgeln – das spült die Bakterien weg.

Damit ist Salz zwar heute nicht mehr so kostbar wie Gold, praktischer aber auf jeden Fall!

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Einen bitteren Nachgeschmack hat das Salz heute aber in politischer Hinsicht. Denn immer mehr sollen stillgelegte Salzstöcke zu Müllhalden von radioaktivem Abfall missbraucht werden. Gorleben und Asse sind nur zwei Beispiele, wie die jeweilige Bundesregierung staatseigenes Land verschenkt, um es der Atom-Industrie zur Verfügung zu stellen. Dabei ist der Großteil der Bevölkerung gegen Atomkraft und für die Abschaltung der Atomkraftwerke. Denn Deutschland produziert Strom im Überfluß, sodaß ein Großteil der Produktion ins Ausland verkauft werden kann. Die Stromerzeugung in Deutschland ist auch die kostengünstigste auf dem Kontinent, da weder Versicherungen noch Steuern bezahlt werden müssen; sogar der Abfall wird auf Staatskosten entsorgt.

Es muss jetzt mal Schluss sein mit der Energielüge, der Klimalüge und weiteren Lügen der Industrie- und Bankenlobby, gemeinsam mit der CDU/CSU/FDP-geführten Bundesregierung. Das Volk wird es nicht mehr länger dulden, dass ihm immer wieder neue Lügen aufgetischt werden. Die Atomkraftwerke gehören abgeschaltet, Asse gehört geschlossen. Wer Atommüll produziert, hat auch für den sicheren Abtransport und der Endlagerung zu sorgen … und nicht der Bürger und damit die Allgemeinheit! – Sonst kann es auch passieren, dass den gierigen Managern dieser Lobbyistenbuden die Suppe mal gehörig versalzen wird.

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