Du meinst, es geht dir schlecht? – Dann schau mal her…

Im www unter „Erstaunliches“ einen interessanten Brief gefunden

Vorwort von Martin Schnakenberg

Den folgenden Brief bzw. Artikel fand ich neulich in einer Homepage, die leider nicht mehr betreut wird, weil der vorletzte Besitzer des Homepage-Baukasten „chapso.de“ die Ersteller der Homepages mit Werbe- und sonstige Attacken nicht nur vergraulte (siehe → hier). Diese Homepage (Silver-Pits-Shop) ist insofern heute teilweise unansehnlich geworden, weil es nach Verlassen des Autors von einer privaten und informativen Homepage zu einer  … nicht so ganz sauberen Werbeseite – wahrscheinlich durch Einwirkung von Außen, eben: chapso.de – gekommen ist. Dem zum Trotze: Viele Artikel sind sehr lesenswert, wenn man die Werbung einfach unbeachtet lässt.

(mehr …)

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Zum Rücktritt von Horst Köhler ein Gastkommentar von Antje Schiwatschev, Die Linke Berlin

Fakten und Richtigstellung

Der Rücktritt von Bundespräsident Horst Köhler verdient Respekt, zumal er als erster Repräsentant die wahren Gründe für den Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan genannt hat. Dennoch erscheint seine Reaktion auf Kritik an seinen diesbezüglichen Äußerungen überzogen. Auch der höchste Repräsentant der Bundesrepublik muss sich öffentlicher Kritik stellen. Das ist in einer Demokratie normal, dass man Kritik äußern darf.

[…] Bundespräsident Köhler sprach nun vor Soldaten in Afghanistan davon, dass „ein Land unserer Größe mit dieser Außenhandelsorientierung und damit auch Außenhandelsabhängigkeit auch wissen muss, dass im Zweifel im Notfall auch militärischer Einsatz notwendig ist, um unsere Interessen zu wahren …“. Bundeswehreinsatz zur Wahrung wirtschaftlicher Interessen ist nun eindeutig nicht vom Grundgesetz gedeckt. Der Bundespräsident konfrontiert Bundeswehrsoldaten in Afghanistan mit einer verfassungswidrigen Realität.

Horst Köhler hat mit seinen Äußerungen zum Einsatz militärischer Gewalt zur Sicherung von deutschen Wirtschaftsinteressen die wirklichen Hintergründe für die Auslandseinsätze der Bundeswehr offengelegt. Insofern sollte sein Rücktritt Anlass für die Bundeskanzlerin sein, die deutsche Außenpolitik grundlegend zu überdenken und die Bundeswehr aus allen Kriegseinsätzen, insbesondere aber aus Afghanistan zurückzuziehen.

Abgesehen davon hat Horst Köhler persönlich darauf hingewiesen, dass die Unterstützung seines Amtes aus den eigenen Reihen gefehlt hat, also von CDU und FDP. Gerade auch was seine Vorschläge zur Bewältigung der Finanz-und Wirtschaftskrise betroffen haben.

Mit freundlichen Grüßen aus Berlin

Antje Schiwatschev

Bundesgeschäftsstelle der Partei DIE LINKE Bereich Parteientwicklung Kleine Alexanderstr. 28
10178 Berlin
Tel.: 030-24009-340
Fax: 030-24009-480
www.die-linke.de<http://www.die-linke.de>

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Bundespräsident Köhler zurückgetreten – Warum bitte???

Muskelkaters Meinung

Bundespräsident Horst Köhler hat mit sofortiger Wirkung seinen Rücktritt erklärt. Er ziehe damit die Konsequenz aus der Diskussion um seine Äußerungen zum Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr, sagte er in Berlin.

Weiter schreibt die Tagesschau:

Bundespräsident Horst Köhler hat auf einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz seinen Rücktritt erklärt. Er reagiert damit auf die Debatte nach seinen umstrittenen Afghanistan-Äußerungen. Die Unterstellung, er habe einen grundgesetzwidrigen Einsatz der Bundeswehr zur Sicherung von Wirtschaftsinteressen befürwortet, entbehre jeder Rechtfertigung, sagte Köhler. Sie zeuge von mangelndem Respekt für das Amt.

Aha, also mangelndem Respekt. Das ist es also. Da darf also rumgequatscht werden und wenn sich dann herausstellt, dass es Scheiße war, tritt man einfach zurück und sagt, die anderen hätten keinen Respekt.

Also bitteschön: Wo so man eigentlich vor diesen Regierenden noch Respekt haben???

Na klar, dass die Masse der Journalisten mit der Meute schreien und sagen, dass sie Verständnis haben für den lieben Präsidenten und ihn vollauf verstehen und es für gut finden, dass er die Konsequenzen zieht und dass man diesen Leuten ja auch gerne weiter in den Arsch kriechen würde, aber es ja leider jetzt nicht mehr ginge … – Muss ich noch deutlicher werden?

Klartext: Ein Feigling ist gegangen. Einer, der vor seinen eigenen Worten nicht grade stehen kann. Einer, der lieber die Flucht ergreift … sein Schäflein hat er ja im Trockenen.

Ja klar, dass ich mir solche Reaktionen auch von der gesamten Regierung wünsche. Aber die sind allem Anschein nach noch nicht soweit, dass sie sich in die Hosen machen.

Der Großteil der Bevölkerung kann nicht zurücktreten. Das Heer der Hartz4-Empfänger zum Beispiel hat weiter zu leiden, sie sind an ihr von der Regierung verliehenes Amt gebunden. Die gefallenen Soldaten können auch nicht mehr ihr Amt nieder legen, für sie ist es gelaufen. Die Rentner können auch nicht mehr um einen Cent mehr betteln, für sie ist der Zug abgefahren, weil kein Geld mehr für sie da ist. Die Kinder dürfen noch nicht wählen, um ihren Protest anzumelden, auch nicht von ihrer Kindheit zurück treten, man hat ihnen schon ihre Zukunft versaut. Und die noch arbeitende Bevölkerung mit ihrem Niedriglohn kann auch nicht zurück treten, auch wenn der Lohn für eine 40-Stunden-Woche vorne und hinten nicht reicht und man auf Hartz4-Basis aufstocken muss. – Aber dieser feine Pinkel sagt ganz einfach, es gäbe keinen Respekt mehr vor seinem Amt und verschwindet von einer Stunde auf die andere.

Aber:

Bei aller Verachtung, die der Muskelkater zu diesem jetzt ehemaligen Bundespräsidenten momentan verspürt, muss er doch dem Kommentar vom Tueffler beipflichten, wo er schreibt: „Ich bedaure diesen Schritt des Bundespräsidenten Horst Köhler zutiefst. […] Wenn doch alle so konsequent handeln würden […].“

Denn letztendlich war er noch bis gestern nicht nur ein guter, sondern fabelhafter Bundespräsident, auf den wir uns voll verlassen konnten. Er war einer der Besten der Republik mit Weitsicht, den er sehr oft bewiesen hat. Seine Entscheidungen hat er immer zum Wohl des deutschen Volkes gefällt. Er wäre es gewesen, dem ich noch eine weitere Amtszeit gegönnt hätte.

Aber warum musste er sich jetzt um 180° drehen und feige vor der Verantwortung fliehen?! Gab es da einen ganz anderen Grund? Ich will ja keinen Spekulationen den Weg ebnen, aber … hängt es vielleicht zufälligerweise damit zusammen, weil Ackermann auch abdankte???

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In the land of the free

Klasse Rasse !!!

Den nachfolgenden Artikel fand ich in einem befreundeten Blog und war wieder mal begeistert von der Darstellung. Und obwohl es nicht unbedingt meine Art ist, einfach so einen Artikel zu „klauen“, tue ich’s jetzt trotzdem mal, weil der Autor einen ähnlichen Stil wie ich habe, und lasse den Artikel selber unkommentiert stehen in der Hoffnung, dass er von euch heftig kommentiert wird:

Louisiana!
Da denkt jeder gleich an New Orleans, schwüle Südstaatenromantik, Cajuns, kreolische Küche, Jazz, Voodoo, frankophone Kultur, Gumbo und Mardis Gras.
Fröhliches Multikulti also.
Jenes liberale Treiben, daß laut des von Ratziger auserkorenen Bischofs Wagner von Linz 2005 die göttliche Strafe des Hurrikanes Katarina provoziert habe – „Es ist wohl kein Zufall, dass in New Orleans alle fünf Abtreibungskliniken sowie Nachtclubs zerstört wurden.“

Nun, ganz so locker ist der Bundesstaat allerdings doch nicht.
Auf dem Lande sind die mehrheitlich katholischen Bewohner stramm konservativ.
Sie wählten den ultrarechten Bobby Jindal zum Gouverneur und den Sexskandalrepublikaner David Vitter als Senator.

Daß man in dem berühmten Südstaat gern auch mal etwas gestrig denkt, erfuhr jetzt auch ein Brautpaar im Landkreis Tangipahoa (liegt ganz im Osten Louisianas, angrenzend an den Bundesstaat Mississippi).
Hier traten Beth Humprey (30) und ihr Verlobter Terence McKay (32) vor den Friedensrichter; einen gemütlichen dickbäuchigen Mann, namens Keith Bardwell.

Herr Bardwell wollte aber nicht.

Prinzipiell nicht.

Das ginge gar nicht; denn er traue grundsätzlich keine gemischtrassigen Paare!

Spätestens jetzt, mußte es auch dem Ehepartnern in spe klar werden: Sie hatten nicht die gleiche Hautfarbe.
Beth Humprey ist eine „Weiße“ und Terence McKay ist „Afro-Amerikaner“.
Donnerlittchen.

Es gab da zwar mal ein Urteil des Supreme Courts („Loving v. Virginia“), welches 1967 das Verbot gemischtrassiger Ehen aufhob – den 1924 in Virginia verabschiedeten Racial Integrity Act, durch den Eheschließungen zwischen Weißen und Nichtweißen verboten waren – aber deswegen kann noch lange kein Friedensrichter gezwungen werden solche Ehen zu „legalisieren“.
“I have rights too. I’m not obligated to do that just because I’m a justice of the peace.” ließ Bardwell sich zitieren.

Und überhaupt – die US-Verfassung gilt schon etwas länger und auf ihre fußend konnte der Supremecourt auch anders argumentieren, so z.B. 1856:
Der Oberste Gerichtshof entscheidet, Sklaven seien «Eigentum» ihres Besitzers und hätten kein Anrecht auf die US-Staatsbürgerschaft («Dred Scott vs. Sandford»).

Nach dem Bürgerkrieg und dem Ende der Sklaverei wurden im Land oft he free schnell Rassentrennungsgesetze eingeführt:
1890:
In den Südstaaten treten die ersten Gesetze zur Rassentrennung («Jim Crow»-Gesetze) in Kraft. Sie werden vom Obersten Gerichtshof in den folgenden Jahrzehnten gestützt.

Die Rassentrennung in der Armee hebt Harry Truman erst nach dem zweiten Weltkrieg, am 2. Juli 1948, auf.

Friedensrichter Keith Bardwell, der jetzt im Oktober 2009 immer noch keine Schwarzen mit Weißen verheiraten will, ist aber natürlich gar kein Rassist – das erklärt er ausdrücklich:
“I’m not a racist. I just don’t believe in mixing the races that way,” Keith Bardwell told AP.
“I have piles and piles of black friends. They come to my home, I marry them, they use my bathroom. I treat them just like everyone else.”

Ist das nicht nett?
Schwarze dürfen sogar das Klo von Bardwell benutzen – der Mann ist echt fortschrittlich.

Aber deswegen muß man ja nun nicht gleich alles durcheinander bringen Seiner Erfahrung nach würden Kinder aus gemischtrassigen Ehen von den beiden Gemeinschaften nicht akzeptiert. Und Mischehen gingen ohnehin eher in die Brüche als solche von Paaren, die dieselbe Hautfarbe hätten. Dieses Leiden wolle er den möglichen Nachkommen ersparen.
(“I don’t do interracial marriages because I don’t want to put children in a situation they didn’t bring on themselves,” Bardwell said. “In my heart, I feel the children will later suffer.”)

Es ist nicht bekannt, ob der gute ehrenwerte Bardwell eine Meinung zu Barack Obama hat – immerhin ist dieser so ein „Leidender“ mit weißer Mutter und schwarzen Vater.

Ein Leidender, der es nach allgemeine Maßstäben beruflich doch so einigermaßen geschafft hat voranzukommen.

OK, er ist kein Friedensrichter, aber US-Präsident ist auch schon was, oder?

Quelle: Tammoxsche Gedanken

Ein weiterer sehr interessanter Artikel vom selben Autor: Kirchenschändung

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