Die Konsequenz

Eine Kurzgeschichte von Martin Schnakenberg

Unruhig drehte er sich auf die Seite und schlug zum x-ten Mal die lästige Fliege fort, die sich immer wieder auf seine Nasenspitze setzte. Die ganze Nacht hatte er nicht geschlafen und gerade eben hatte der Hahn des nahen Hofes zum zweiten Mal gekräht. Mühsam öffnete er zuerst das linke, dann das rechte Auge, gähnte herzhaft, wobei er sich streckte, als ob er die doppelte Länge erreichen wollte, und hörte ein leises verhaltenes Kichern.

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Absoluter Kinotipp, die lustige Neuauflage von: „Die Konferenz der Tiere“

Filmbesprechung – 7. Oktober 2010

Vorab gesehen von Manuel Zava

Ein skrupelloser Hotelier schneidet die tierischen Bewohner der afrikanischen Savanne vom lebenswichtigen Trinkwasser ab. Die Tiere müssen sich gegen die scheinbar übermächtigen Menschen wehren!

Die Tiere im afrikanischen Okavango Delta sind besorgt: Das Wasser, das sonst jedes Jahr von den Bergen aus in ihre Savanne strömt, ist viel zu lange überfällig. Die Stimmung ist schlecht und um das wenige verbleibende Trinkwasser entbrennen wilde Revierkämpfe. Die Streitigkeiten bekommt auch das verträumte Erdmännchen Billy (gesprochen von Ralf Schmitz) zu spüren, als er für seine Familie Wasser besorgen will. Billy zieht mit dem friedliebenden Löwen Sokrates (gesprochen von Thomas Fritsch) los, um das Wasser zu suchen. Unterwegs treffen sie auf den gallischen Hahn Charles (Christoph Maria Herbst), der ebenfalls den Umweltsündern auf der Spur ist. Charles hat zudem eine Eisbärin, ein Känguruh, einen Tasmanischen Teufel und zwei Galapagos-Schildkröten nach Afrika geführt.

Die Gruppe findet heraus, dass das Wasser hinter einem gewaltigen Staudamm gefangen ist. Der skrupellose Hotelier Smith (gesprochen von Oliver Kalkofe) hat ihn errichten lassen, um sein neues Luxushotel inmitten des Stausees bauen zu können. Ausgerechnet in diesem Hotel halten Politiker eine Konferenz zum Schutz der Umwelt ab.

Elefantendame Angie (gesprochen von Bastian Pastewka), die so etwas wie die Anführerin der Tiere im Delta ist, beruft deshalb eine Konferenz der Tiere ein. Billy erzählt von seiner Entdeckung und wird mit einer skurrilen Gruppe streitbarer Tiere losgeschickt, das Wasser wieder fließen zu lassen und die Savannenbewohner zu retten. Für das Erdmännchen die große Chance, seinem Sohn Junior zu beweisen, dass er nicht der Versager ist, für den Junior ihn hält. Die Tiere des Okavango Deltas ziehen in den Krieg gegen die Menschen.

Temporeicher Spaß mit 3D satt

„Die Konferenz der Tiere“ ist inspiriert von Erich Kästners gleichnamigen Meisterwerk, das im Jahr 1949 erschien. Das Buch wurde 1969 sogar schon einmal verfilmt, allerdings hat der sehr polititische Zeichentrickklassiker wenig mit dem aktuellen Film zu tun. Während im Original die menschlichen Kriegstreiber Anlaß für die Konferenz der Tiere sind, wird im neuen Animationsfilm der Raubbau an der Natur kritisiert. Und das nicht zu knapp: In teils dramatischen Bildern werden verschiedene Umweltverbrechen des Menschen gezeigt, bis es fast ein wenig zu viel des Guten ist.

Was die Erzählweise sonst betrifft, haben die Regisseure Reinhard Klooss und Holger Tappe („Urmel aus dem Eis“, „Urmel voll in Fahrt“) so gut wie keine Fehler gemacht. Die Geschichte ist stimmig, die Gags treffen voll ins Schwarze. Billy erinnert von seiner Art her etwas an das Faultier Sid aus „Ice Age“, und auch sonst sind einige Anleihen aus bekannten Animationsfilmen zu finden. Das allerdings tut dem Filmspaß keinen Abbruch. Die witzigen Figuren und tollen Ideen der bayrischen Filmemacher machen „Die Konferenz der Tiere“ überaus kurzweilig und unterhaltsam. Der Film stammt nämlich aus der Schmiede von Constantin Film und ist der erste deutsche 3D-Animationsfilm. Die dreidimensionale Technik wurde auch reichlich eingesetzt, fast in jeder Szene kommen 3D-Begeisterte voll auf ihre Kosten.

Die Synchronsprecher sind hervorragend gewählt. Besonders Christoph Maria Herbst („Stromberg“) als Hahn Charles und Bastian Pastewka als Elefantendame Angie werden für Lacher in den Kinosälen sorgen. Um die Tonspur perfekt zu machen, wurden mit Xavier Naidoo, der den Titelsong singt, und David Newman, der schon die Musik zu „Ice Age“ komponierte, namhafte Musiker verpflichtet.

Fazit:

Ein tolles Debüt für den deutschen 3D-Animationsfilm: Eine fesselnde Geschichte, skurrile Figuren und technisch einwandfrei. Zudem brüllend komisch! Lediglich der kritische Ansatz wirkt streckenweise etwas verkrampft dargestellt und die Botschaft von Erich Kästner – welches auch im folgenden ersten Teaser zu sehen ist – wird zugunsten von Action und Humor ziemlich vernachlässigt. Was in Anbetracht des ansonsten hervorragenden Films zwar verziehen wird … aber man hat eine Chance vertan, aufzurütteln. Was kann man aber von verschlafenen Deutschen sonst erwarten.

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„Die Konferenz der Tiere“ – Ab 7. Oktober im Kino zu sehen.

Teaser Nummer 1 mit der Botschaft von Erich Kästner:

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Normaler Kinotrailer:

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Nachtrag zur Ölpest und Berichte von Truppenaktivitäten an den Küsten, News von heute

News nach der Veröffentlichung hier:

Das Unglück der Ölplattform „Deepwater Horizon“ hat immer größere Folgen, nicht nur für die Küstenbewohner.
Seit dem 20 April strömen angeblich,täglich 16 Millionen Liter Öl in den Golf von Mexico.Truppen und bewaffnete Militäreinheiten wurden in den Küstengebieten gesehen.
Jetzt am 63. Tag der Ölpest ist Besserung noch nicht in Sicht, ganz im Gegenteil.

Hier kann man die Truppen noch deutlicher sehen (englisch):

Siehe auch: https://muskelkater.wordpress.com/2010/06/21/golf-von-mexiko-der-super-gau-hat-es-der-mensch-in-seiner-gier-endlich-geschafft/

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Nachruf für einen geliebten Kater

Nein, hier ist nicht der Muskelkater gemeint. – Er ist immer noch putzmunter, wie ihr immer wieder erkennen könnt. – Es geht hier um einen echten Kater, der einem Mitglied unseres Netzwerkes so sehr ans Herz gewachsen ist, dass sie (Blog Kriegspostille) einen Artikel dazu schreiben musste. Auch mir ging diese Geschichte sehr nahe und ich möchte sie euch deshalb nicht vorenthalten.

Der Weggeworfene

 

Die Regenbogenbrücke

Eine Brücke verbindet den Himmel und die Erde.
Wegen der vielen Farben nennt man sie die Brücke des Regenbogens.
Auf dieser Seite der Brücke liegt ein Land mit Wiesen, Hügeln und saftigem grünen Gras.

Wenn ein geliebtes Tier auf der Erde für immer eingeschlafen ist,
geht es zu diesem wunderschönen Ort.
Dort gibt es immer zu fressen und zu trinken,
und es ist warmes schönes Frühlingswetter.

Die alten und kranken Tiere sind wieder jung und gesund.
Sie spielen den ganzen Tag zusammen.

Es gibt nur eine Sache, die sie vermissen.

Sie sind nicht mit ihren Menschen zusammen, die sie auf der Erde so geliebt haben.

So rennen und spielen sie jeden Tag zusammen,
bis eines Tages plötzlich eines von ihnen innehält und aufsieht.
Die Nase bebt, die Ohren stellen sich auf, und die Augen werden ganz groß!
Plötzlich rennt es aus der Gruppe heraus und fliegt über das grüne Gras.
Die Füße tragen es schneller und schneller.

Es hat Dich gesehen.
Und wenn Du und Dein spezieller Freund sich treffen,
nimmst Du ihn in Deine Arme und hältst ihn fest.

Dein Gesicht wird geküsst, wieder und wieder,
und Du schaust endlich wieder in die Augen Deines geliebten Tieres,
das so lange aus Deinem Leben verschwunden war, aber nie aus Deinem Herzen.

Dann überschreitet Ihr gemeinsam die Brücke des Regenbogens, und Ihr werdet nie wieder getrennt sein.

1a_Mohrle_Regenbogen_XXLViele Jahre begleitete er uns mit seinem schwarzen Erscheinen, am Anfang auch, als ich noch dabei war,- wenn wir die Strasse zu unserer Wohnung hochgingen. Seit ich nicht mehr einfach so gehen kann, sah ich ihn seltener.

Er gehörte Nachbarn, aber vermutlich haftete an uns der Geruch unserer Katzen, was uns wohl vertrauenswürdig machte für ihn. Lange Jahre war er glücklich, hatte sein zu Hause, sein Futter, seine Menschen. Er war ein Freigänger und kannte alle Gärten der Nachbarschaft.

Dann kam bei seinen Menschen das erste Enkelkind, und sie hatten weniger Zeit für ihn. Dann liessen sich Opa und Oma auch noch scheiden, die Kinder waren inzwischen ja alle gross – auch der Jüngste schon fast erwachsen. Die Oma zog aus, keiner streichelte ihn mehr. Die Männer hatten alle keine Zeit für ihn. Immer öfter wurde er nicht mehr eingelassen in das schöne grosse Haus, Futter gab es auch keines mehr.

Dann hatten sie plötzlich einen Hund. Er wurde nicht mehr gebraucht, war zu alt, zu eingefahren in den Gewohnheiten, zu langweilig geworden…
Er quartierte sich in das Gartenhaus einer anderen Nachbarin ein. Sie liess ihn dort in Ruhe, Futter bekam er dort allerdings keines.

So tauchte er bei uns auf, total ausgehungert. Klar, dass er zu essen bekam. So kam er nun jeden Tag, bekam sein Futter genauso wie unsere Katzen auch – auf einen mehr kam es auch nicht mehr an. Nur in die Wohnung lassen konnten wir ihn nicht, denn da war unser Kater der Herr im Hause, und das wäre nicht gut gegangen.

Aber, am Morgen in aller Frühe war Mohrle, wie wir ihn nannten,- weil er auf diesen Namen ragierte,- oft schon da, und am Nachmittag oder Abend auch – holte sich sein Fressen und seine Streicheleinheiten ab. Ganz genau hatte er es sich gemerkt, wie meines Mannes Arbeitszeiten waren, und oft sprang er ihm entgegen, wenn er von der Arbeit nach Hause kam.

Doch dann kam der Tag, an dem Mohrle nicht mehr auftauchte. Es waren auch jene Tage, an denen wir erfuhren, dass die Nachbarn nun einen Hund hatten. „Vielleicht haben sie ihn weggegeben, den Kater“, hoffte ich. Mein Mann zweifelte, denn gekümmert hatten sie sich ja nicht mehr um ihn. Einmal war Futter bei der Nachbarin für ihn abgegeben worden von seinen „Besitzern“, aber Mohrle nahm das Futter nicht an, es schmeckte ihm nicht mehr.

Und nun kam er nicht mehr. Wir warteten, suchten, nichts. Heute nun entdeckte ihn mein Mann von einem der Fenster unserer Wohnung aus. Da lag im grossen Garten der Nachbarin ein schwarzer Fleck…
Mein Mann nahm das Fernglas zu Hilfe – es war Mohrle, er war tot.

Morgen will mein Mann hinüber gehen, und unserem „Futtergast“ seine letzte Ruhe verschaffen. Keiner hätte es bemerkt, dass da einer fehlte, wenn wir nicht gewesen wären. Kann ein Tier an gebrochenem Herzen sterben? — Ich denke ja, das kann es. Der Jüngste war der Kater Mohrle ja auch nicht mehr.

Es tut weh, besonders deshalb auch, weil so, wie mit den Tieren umgegangen wird,- so wie sie weggeworfen werden, wenn die Laune der Menschen wechselt, – so gehen die Menschen auch untereinander miteinander um. Am Geld kann es nicht gelegen haben, denn die Nachbarn sind nicht arm. Aber, die Armut der Herzen wiegt schwerer…

Good bye Mohrle.

(Quelle: Kriegspostille)

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