Ein wunderschönes Märchen – oder Polit-Geschichten aus der Dunkelheit?

Der Wind hat mir etwas zugeflüstert

Von Martin Schnakenberg

»Ein lehrreiches Stück deutscher Märchengeschichte« schrieb ein Blogger, der meine Geschichte aus dem Jahre 2009 übernahm. Weiter schrieb er: »… wir reichen das Meisterstück dafür jetzt mit einer besonderen Empfehlung an Sie weiter. Viel Vergnügen … und auch ein wenig Mitleid mit dem Erzähler, der nicht nur Ihre Unterstützung gut gebrauchen kann, sondern es auch verdient hätte, dass Sie am 27. September richtig wählen!«

Man merkt, es ist ein Polit-Märchen, welches ich besonders zur Bundestagswahl 2009 schrieb, um die Menschen davor zu bewahren, dass Deutschland eine Regierung bekommt, wie sie leider doch gekommen ist. Und wer damals meinte: „Na, so schlimm wird’s wohl nicht werden!“, der hat seine Aussage später revidiert und sich selber zum Traumtänzer erklärt.

Ich habe dieses „Märchen“ etwas überarbeitet und ergänzt – und stelle es hiermit neu zur Verfügung, weil es just heute aktueller ist denn je. Viel Spaß … ?

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Ein wunderschönes Märchen

Es waren einmal zwei Länder, die hatten einander ja so lieb. Aber der König des einen Landes schaffte es nicht, diese Beiden zueinander zu bringen. Da kam ihm ein Zufall zur Hilfe, denn die Bewohner des anderen Landes rebellierten und waren voller Zorn gegen ihren eigenen König. Bis dieser schließlich resignierte und seinem Volk die Freiheit gab. Das Volk jubelte jetzt dem König des anderen Landes zu, weil der ihnen blühende Landschaften versprach. Sie vertrauten ihm und seinen vielen Fürsten und edlen Rittern.

Die Zeit verging und nichts besonderes geschah. Außer dass der schwarze Kohl auf den Feldern ganz prächtig gedieh, weil das Volk alles opferte, damit der Kohl nicht braun wurde. Aber einige des Volkes merkten, dass der König nicht nur mit dem Verkohlen seine Schatztruhen füllte, sondern auch mit den schwarzen Talern, die im Umlauf waren.

Da machte sich ein tapferer Ritter auf, das Land von dem König zu befreien. Er kämpfte und kämpfte und versprach den Bewohnern des jetzt vereinigten Landes Wohlstand, wenn sie ihm helfen würden, den König zu besiegen. Das Volk glaubte ihm und so geschah es eines Tages, dass der König abgesetzt wurde und der edle Ritter von Schrötherberg mit seinem Gefolge und einigen grünen Robin Hood-Anhängern die Macht in dem Land übernahm und seine Residenz in eine andere Burg verlegte.

Bevor aber der König feierlich abdankte und sich noch als der König der Vereinigung feiern ließ, ließ er seine Tochter zu sich kommen und sprach: „Meine liebe Tochter. Merkel dir meine Worte: Der edle Ritter ist nicht das, was jeder meint zu sehen. Er ist in Wirklichkeit sehr böse und will dem Volk schaden. Ich vertraue dir, meine geliebte Tochter, das du eines Tages den bösen Ritter in einem fairen Kampf besiegen wirst“. Die Prinzessin nickte und sagte: „Ja Vater, ich werde es tun!“

Die Jahre gingen ins Land und der edle Ritter von Schrötherberg als der neue König hatte es geschafft, dass das Volk zufrieden war. – Alle? – Nein, nicht alle. Denn der neue König hatte nur an sich selber und an seine getreuen Fürsten und Grafen gedacht, die mit ihren Ländereien und Besitztümern jetzt immer mächtiger wurden und das Volk knechteten. Sie gingen bei ihrem König aus und ein und sprachen zu ihm: „Wir wollen mehr. Schaffe eine Agenda, damit wir endlich wieder große Feste in unseren Schlössern machen können. Das macht dir doch auch soviel Spaß!“

Und der neue König dachte nicht lange nach, denn er wollte ebenfalls eine Spaßgesellschaft, wo alle was davon hatten. Er rief seine fähigsten Fürsten zu sich, allen voran Baron von Steinmeier und Graf zu Hartz, und zusammen mit dem Herzögen vom Geschlecht der Greenhorns ersannen sie neue Gesetze, damit alle anderen Reichsfürsten zufrieden mit ihrem König sein sollten.

Aber er hatte seine Rechnung nicht mit seinem Volk gemacht. Denn das Volk musste durch diese neuen Gesetze Demütigungen hinnehmen, welches der Meinung einiger nicht mehr duldbar waren. Einige wurden sogar Leibeigene des Königs, mussten ihr gesamtes Hab und Gut abgeben und bekamen dafür vom König nur soviele neue Taler, damit sie zumindest leben konnten. Aber das Volk erzürnte sich erneut und rief: „Wir wollen einen neuen König! – Wir wollen einen neuen König!“

Der König hörte dieses und ersann eine List: Wenn er jetzt abdanken und seinem treuen Diener Baron von Steinmeier beauftragen würde, zusammen mit der Prinzessin eine neue Ordnung unter das Volk zu bringen, dann wäre das eine gute Tat. Er dachte also schon damals wie ein Pfadfinder, obwohl diese noch gar nicht erfunden waren. Also wanderte er mit diesem guten Gedanken von dannen, ohne nicht vorher Baron von Steinmeier zum Grafen zu ernennen und die Prinzessin zur neuen Königin.

Aber auch die Prinzessin, die neue Königin, führte nichts Gutes im Schilde. Denn sie hatte nicht vergessen, dass das Volk ihren Vater als den besten König aller Zeiten, nicht mehr haben wollte. Sie holte sich tapfere Recken an ihre rechte Seite, die den Auftrag erhielten: „Das Volk wird aufsässig. Das können wir nicht dulden. Verschärft alles, was möglich ist, um das Volk unter Kontrolle zu halten!“ – Die tapferen Recken machten sich sogleich ans Werk. Graf Schäubel schuf ein neues Gesetz, damit er jederzeit überwachen könne, was das Volk plane, um notfalls eingreifen zu können. Die prüde Jungfrau und Prinzessin von der Laien hatte eine neue Idee, wie man die Erwachsenen vor nackten Kinderpopo’s schützen könne und verbot fortan den Besuch von öffentlichen Anstalten. Und Erzherzog de Jung zog mit seinen tapferen Kriegern in ein fremdes Land, um dem Volk zu zeigen: Wir beschützen euch vor dem Bösen da draußen. Alle waren sich einig und verkündeten stolz: „Wir sind das Volk und tun alles für euch!“

Damit hatte die Königin natürlich bei vielen Baronen von Ein- und Auszahlungshäusern einen Freudentaumel ausgelöst. Sie waren jetzt über Nacht zu den Herren des Landes geworden und schöpften jetzt noch ausgiebiger als je zuvor Taler aller Art in ihre Schatztruhen. Und jedesmal, wenn sie einfach nur jammerten, wie schlecht es ihnen nur ginge, schöpften auch Königin und Graf aus den Schatztruhen des Volkes, um diese armen Barone zu stützen. Sie wurden sogar ins königliche Schloß eingeladen, um dort im festlichen Rahmen auf Kosten des Volkes ihre Party’s zu feiern. Welch ein Fortschritt…

Auf der anderen Seite aber hatte sich beim Volk eine Widerstandsgruppe formiert, die immer lautstarker wurde und die neuen Gesetze von Königin von und zu Merkel, Graf von Steinmeier und ihren Dienern nicht nur ablehnte, sondern sie bekämpfen wollte. Und als das Volk dann merkte, dass es mit den Talern, die sie erhielten, noch nicht einmal ihre Kinder richtig einkleiden konnten und ihnen ihr Wissen, was sie sonst immer umsonst erhielten, nicht mehr bezahlen konnten, erzürnte es sich wieder einmal. Aber dieses Mal hatte das Volk sich vorbereitet und erklärte: „Weg mit Graf zu Hartz! – Wir wollen Erzherzog de Jung wieder bei uns haben, nicht bei fremden Völkern! – Freiheit für die Anstalten des Wissens! – Weg mit Graf Schäubel, wir wollen frei sein!“

Königin von und zu Merkel und Graf von Steinmeier waren aber zu schlau und sagten ganz öffentlich in einem Forum: „Gut, das Volk soll entscheiden, wer der neue König wird“. Insgeheim dachten sie aber: „Das Volk ist viel zu dumm, um hier zu denken. Wir werden das Kind schon schaukeln. Und dann wird es wieder so in Saus und Braus, wie es gewesen ist. Mit uns Beiden!“

Es kam, wie es kommen musste: Das Volk fing an, sein eigenes Grab zu schaufeln. Und in diesen Jahren, die nun vergingen, passierte so viel, dass das Volk nicht mehr wusste, wo es zuerst protestieren sollte. Ein gelber Prinz hatte in den Folgejahren neben der Königin das Sagen – zumindest meinten es alle. Die Wahrheit aber war: Einige wohlhabende Barone hatten sich insgeheim zu Kartellen zusammen getan. Da gab es das Kartell der Ein- und Auszahlungshäuser, das Kartell der Energieversorgung, das Kartell zur gesunden Mafija und viele andere mehr. Jeder hatte nun das sehr menschliche Bedürfnis, sich zu äußern. Und das taten sie auch und schrieben besondere Empfehlungsschreiben, wie sich das Volk fortan zu benehmen hatte. Königin von und zu Merkel, die sich immer noch am Volk rächen wollte, unterschrieb die Empfehlungsschreiben einfach alle, denn sie wollte nicht mehr soviel denken, sondern nur noch auf ihre Diäten achten.

Als dann die Ein- und Auszahlungshäuser anfingen, über ihren Durst zu trinken und darum wetteten, wer am meisten von dem Brot, was nicht da war, essen konnten, bis sie platzten, tat die Königin dann auch den richtigen Schritt und gab den schmarotzenden Häusern ihre ganze Liebe und so viele Taler, damit sie ihre Wundertaten auch in andere Königreiche bringen und dort ebenfalls wetten konnten.

Andere Barone hatten nicht soviel Glück. Das Volk stand sogar auf und besetzte Grundstücke, wo die Barone etwas ganz besonderes bauen wollten: Schlösser, Burgen und Parks sollten weichen, damit das Volk demnächst tief unten in der Erde in neuen Kutschen fahren könne. Aber das Volk wollte keine Kutschen in der Unterwelt, sie wollten ehrliche und saubere Luft an der Oberfläche der Erde. Die Königin, ihre Fürsten und die Barone zeigten dem Volk aber die Rüstungen der freien demokratischen Welt und stellten sie damit ruhig.

Aber die Königin tat auch was sehr Gutes für das Volk, was ihr untertan war: Sie schaffte die gefährlichen Energiespeicher ab, damit das Volk sie wieder lieb haben möge.

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Klagenswerte Anmerkung:

Normalerweise folgt in einem Märchen als letzter Satz immer etwas Schönes wie zum Beispiel: „Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie ….“.

Ich kam einfach nicht zu dem Schluß, denn das Märchen hängt irgendwo. Irgend ein Bösewicht hat mir mein Märchen zerstört, was so gut begann. Ich könnte jetzt ziemlich sauer werden deswegen. Wer ist der Halunke, der das Märchen nicht normal enden lässt. Ist es die Demokratur oder noch was Schlimmeres???

Helft mir bitte! – Und schreibt ihr das Märchen weiter.

Aber bitte so, das es gut enden kann!

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Das Bernsteinzimmer und sein Mythos

Legende oder Wirklichkeit

Von Martin Schnakenberg

Auch Kunstwerke können ihren Mythos haben, zumal wenn legendäre Umstände sie umgeben. Zu den weltberühmten Schöpfungen, die etwa seit den letzten Kriegswochen bis in unsere Tage Furore machen und als „achtes Weltwunder“ die Kunstwelt in Atem halten, zählt das Bernsteinzimmer.  Anfang 1945 ging es nach Bombenangriffen und Sowjeteinmarsch verloren. Auch 60 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs verbreitet es noch Geheimnisse um sich…

Unzählige selbsternannte Schatzsucher mit zahllosen Theorien, Journalisten, Amateurhistoriker, Filmemacher, Privatdetektive, Politiker und Kunstexperten gehen immer noch den vermeintlichen Spuren des historischen Bernsteinzimmers nach – zu einer Zeit, in der seit 2003 unter hohem Aufwand eine glanzvolle Rekonstruktion wiedererstand.

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Andreas Schlüter, der berühmte Hofbaumeister der preußischen Könige, hatte 1701 die Pläne für die kostbare Wandtäfelung mit dem „Gold der Ostsee“, wie man den Bernstein nennt, entworfen. Von Bernsteinschnitzern aus Kopenhagen und Danzig gestaltet, schmückte das Kunstkabinett zunächst das Charlottenburger Schloss in Berlin. 1716 machte es Friedrich Wilhelm I. dem Zaren Peter dem Großen zum Geschenk. Der russische Monarch bedankte sich mit 248 „Langen Kerls“ aus seinem Reich für die Leibgarde des Soldatenkönigs – eine Geste, die auch die damalige freundschaftliche Bündnispolitik zwischen Preußen und Russland sinnfällig zum Ausdruck brachte.

In St. Petersburg lagerte das generöse Preußengeschenk zunächst im Sommerpalast und in der Kunstkammer des Zaren, ehe es 1741, als die Zarentochter Elisabeth I. den Thron bestieg, im Winterpalais Aufstellung fand. Friedrich Wilhelms Sohn Friedrich II. unterstrich 1745 seine Verbundenheit zum Zarenhaus gleichfalls mit einem weiteren Geschenk, einem wertvollen Bernsteinrahmen. Ihm stand Kaiserin Maria Theresia von Österreich nicht nach, die wertvolle florentinische Steinmosaiken dem Bernsteinzimmer der Zarin hinzufügte.

Doch Luftfeuchtigkeit machte dem empfindlichen Bernstein im Winterpalais zu schaffen, so dass die Zarin sich 1755 entschloss, den fast 100 Quadratmeter großen Festsaal in ihren neuen Sommerpalast von Zarskoje Selo (heute Puschkin) zu verlegen. 1763 stattete Zarin Katharina II. den Raum auch mit einer Decke von 450 Kilogramm Bernstein aus. Kommoden aus gleichem Material und andere Kunstgegenstände polnischer und russischer Bernsteinschnitzer vervollständigten die Kostbarkeit des Katherinenschlosses.

Jahrhunderte lang blieb ihre Schönheit eine selten gesehene künstlerische Attraktion der Fachwelt. Nach der Revolution von 1917 waren für die neuen Machthaber Schloss und Kabinett gar ein Schandfleck aus der verhassten Zarenzeit. Erst 1941 mit dem Einfall Hitlers in die Sowjetunion erregte das Katharinenpalais wieder allgemeine Aufmerksamkeit. Deutsche „Kunstschutz-Offiziere“ konnten bei der Belagerung Leningrads nicht verhindern, dass vandalisierende Landser mit Gewehrkolben Stuckaturen und Teile aus den Bernsteinverkleidungen herausbrachen und eines der wertvollen Steinmosaike entwendeten.

Bis der deutsche Kunstbeauftragte des Heeres, Rittmeister Graf zu Solms-Laubach, das gesamte Bernsteinzimmer aus dem Katharinenpalais entfernen ließ und im Königsberger Schloss unterbrachte. Hier stand es noch einmal für zwei Jahre der Öffentlichkeit zum Besuch zur Verfügung. Im August 1944 legten britischen Bomber das Königsberger Schloss in Schutt und Asche. In weiser Voraussicht hatte der Schlossdirektor Dr. Rohde das Bernsteinkabinett in Kisten verpackt und in den bombensicheren Kellergewölben des Schlosses gelagert.

Mit dem Einmarsch der Sowjetarmee in Königsberg verliert sich jede nachweisbare Spur. Dafür mangelte es nicht an immer wieder neu auftauchenden Spekulationen, wo das künstlerisch einmalige Kabinett seitdem verblieben sei. Da gab es die These eines sowjetischen Kunstoffiziers, der im Südflügel des Königsberger Schlosses verkohlte Reste mit Scharnieren und weitere unbrennbaren Überbleibseln des Bernsteinzimmers ausgemacht haben will. Warum er später seine Aussage dahin revidierte, das Zimmer habe den Krieg unbeschadet überstanden, bleibt sein Geheimnis. Andere wollten wissen, es sei bei der Flucht der Deutschen aus Ostpreußen mit einem Transporter wie der torpedierten „Wilhelm Gustloff“ auf dem Grund der Ostsee gelandet oder auf dem Gebiet der ehemaligen DDR versteckt worden. Dort wurden angeblich 150 geheime Lagerplätze in Thüringen oder im Erzgebirge als letzte Aufenthaltsorte verdächtigt. Auch unterirdische Gewölbe im Harz und Höhlen in Bayern und Österreich fanden eine Beachtung bei den Suchenden. Eine Suche auf der Wolfsschanze und in einem Salzstock Nähe Gorleben blieb allerdings ohne Erfolg.

Vor wenigen Jahren tauchten zwei Originale des Bernsteinzimmers wieder auf: in Bremen wurde im Kunsthandel das Bild „Tasten und Riechen“ im Bronzerahmen angeboten. Vermutlich stammte es aus einem Diebstahl eines deutschen Offiziers während des Transports von Petersburg nach Königsberg. Auch eine Bernsteintruhe, die in Berlin ausfindig gemacht wurde, hatte ursprünglich im Bernsteinzimmer des Katharinenschlosses gestanden. Beide Kunstobjekte wurden der russischen Regierung übergeben.

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Ein Farbfoto und einige Schwarz-weiß-Fotos des Originals veranlassten 1979 die Moskauer Regierung zur Wiederherstellung des Kunstobjekts. Die spärlichen Vorlagen reichten einer Reihe hochqualifizierter Restauratoren, die diese Techniken des 17. und 18. Jahrhunderts beherrschten, aus, um das einzigartige Kunstwerk aus Bernstein mit den aufwendigen Steinarbeiten für die Florentiner Mosaike noch einmal zum Leben zu erwecken. Über eine halbe Million Bernstein-Stückchen mit einem Gesamtgewicht von sechs Tonnen mussten von den bis zu 50 Kunsthandwerkern zu dem glanzvollen Bernsteinsaal zusammengesetzt werden. Für die Finanzierung fand sich ein überaus spendabler und mit deutschen Steuergeldern ausgestatteter „großzügiger Sponsor aus Deutschland“, die E.On Ruhrgas AG, die mit 3,5 Millionen Dollar, aus für ihre deutschen Strom- und Gaskunden unberechtigt, gewinnsüchtig und skrupellos erhobenen Preiserhöhungen, die Wiederherstellung ermöglichte.

Was im Gegenzug dazu für die Kultur Deutschlands, Russlands und der historischen Welt allerdings einen Gewinn brachte, welches trotz aller Vorbehalte inzwischen nicht mehr mit anderen Werten bezahlbar ist.

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Zum 300. Geburtstags von St. Petersburg erstand im Katharinenpalais von Zarskoje Selo das barocke Kabinett aus dem „Gold der Ostsee“ in neuer Pracht. Am 31. Mai 2003 präsentierten es der russische Staatspräsident Wladimir Putin und sein Freund, der deutsche Bundeskanzler und spätere Gaskönig Gerhard Schröder der Weltöffentlichkeit. Das Schicksal des Bernsteinzimmers, ein Symbol der wechselhaften Beziehungen zwischen Deutschland und Russland, hatte ein glückliches und versöhnliches Ende gefunden.

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Weitere Hinweise:

http://de.wikipedia.org/wiki/Bernsteinzimmer

http://www.kirov-center.org/dzk06_01_30005.shtml

http://www.spiegel.de/sptv/special/0,1518,250377,00.html

http://www.ib.hu-berlin.de/~pbruhn/bernzim.htm

http://www.eon-ruhrgas.com/cps/rde/xchg/er-corporate/hs.xsl/2278.htm

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Gestörte Gedankengänge

von Muskelkater

Da sitze ich nun wieder und möchte einen Artikel schreiben. Aber immer wieder werde ich gestört von zwei kleinen unsichtbaren Geistern. Jeder kennt sie, jeder hat sie, jeder ist immer wieder im Zwist mit ihnen. Ich spreche von den kleinen Männern, die in den Ohren sitzen und sagen, was man zu tun hat. Mein linker Mann im Ohr sagt mir immer wieder: „Du kannst es ruhig schreiben, aber mache es mit ruhigem Gewissen und sachlich“. Mein rechter Mann im Ohr wettert dann dagegen: „Lass dir nichts aufschwätzen. Sag deine Meinung klipp und klar. Schimpfe sie aus. Schreib, wie dir das Maul gewachsen ist“. Und dann sitze ich wie jetzt wieder und kann keinen klaren Gedanken fassen, weil mir immer wieder einer der beiden Quälgeister dazwischen funkt.

Aber ich weiß, daß ich damit nicht alleine bin. Auch andere haben diese unangenehmen Zeitgeister in ihren Ohren. Ich erinnere nur mal an den Gerhard Schröder. Er war in Niedersachsen ein Ministerpräsident, wie er im Buche steht. Er hat das Land zur Blüte gebracht und es aus den Tiefen des Nichts ans Licht geführt. Klare Aufgabe des linken Mannes in seinem Ohr. Dann kam die Wahl zum Kanzlerkandidaten, wo sich nach der Wahl zum Bundeskanzlers urplötzlich sein rechter Mann im Ohr meldete: „Du willst doch jetzt nicht so wie bisher weitermachen, hä? Jetzt wird Zeit, daß du mal die Muskeln spielen lässt!“

Das Ergebnis kennen wir ja. Oskar Lafontaine verließ wegen der Agenda 2010 wütend die Partei und schloss sich der WASG an. Und momentan hört der Oskar sehr genau auf seinen linken Mann im Ohr und läßt den rechten garnicht erst zu Wort kommen, was gut ist für seine Entscheidungen und auch gut wäre für Deutschland.

Anders dagegen Angela Merkel, die nur eine monotone Ehe mit ihrem rechten Mann im Ohr führt. Da ist der Seehofer schon ein wenig anders. Sein rechter Mann im Ohr flüstert ihm zwar auch immer wieder Gemeinheiten zu, aber sehr oft steckt er seinem linken Mann im Ohr ein kleines Stückchen Käse zu und flüstert dann ganz leise, für andere unhörbar: „Du hast ja schon recht. Ich weiß nur nicht, wie ich das deichseln soll“. – Und der Guido? OMG, der ist ja ganz arm dran. Er hat zwar die beiden Personen in seinen Ohren, aber als Bi-Mensch kann er nicht entscheiden, welches von beiden denn nun männlich oder weiblich ist…

Total anders verhält es sich bei dem Matschie aus Thüringen. Der weiß anscheinend noch nicht mal, daß er zwei kleine Geister in seinen Ohren sitzen hat. Wahrscheinlich sind diese beiden auch so dermaßen zerstritten, daß er es nicht mal selber merkt, was für einen Unsinn er grad daher redet und sogar verzapft. Vielleicht ärgert er sich ja auch inzwischen, daß er nicht Mitglied der CDU ist. Würde er auf seine kleinen Männer in seinen Ohren hören und deren Diskussionen mitbekommen, wüßte er, dass ein sofortiger Übertritt das einzig Richtige ist, um seinen Kopf noch so einigermaßen aus der Schlinge zu ziehen. Er würde damit zwar immer noch nicht Ministerpräsident, aber er hätte sein Versprechen zumindest gehalten, eine Veränderung im Land herbei zu führen. Ist doch auch was. Und das ohne die kleinen Quälgeister in seinen Ohren, die er bestimmt wieder hören würde, wenn er bei der CDU einen gutbezahlten Minister- bzw. Killerposten hätte. Schröder hatte seinen linken Mann im Ohr leider verloren. Matschie hat wahrscheinlich nie einen gehabt.

Es ist garnicht so leicht, beiden Quälgeistern gerecht zu werden und die Mitte zu finden. Auf sie zu achten, ist zwar oberstes Gebot, aber wir sollten selber wissen, wie und wo wir stehen und denken … wenn uns diese kleinen Geister die Gelegenheit dazu geben. Wir sollten dann aus den Diskussionen der beiden Streithähne zwar nicht den goldenen Mittelweg wählen, denn das wäre zu einfach. Aber wir wüssten dann, wo wir stehen und wo wir dazu gehören. Und wie wir unsere Meinung dann auch vertreten können. Ein Stückchen Käse für den rechten Mann im Ohr, ein größeres (vor allem sozialeres) Stück Käse für den linken Mann im Ohr, ein sehr großes Stück Käse, garniert mit pikanten Salami-Stückchen, für uns selber.

Übrigens: Mein rechter Mann in meinem Ohr macht mir gerade Vorwürfe: „Das ist doch nicht wahr! Das ist doch absoluter Quatsch, was du da geschrieben hast. Ich bin total sauer auf dich, weil ich nicht so bin, wie du mich darstellst. Ich bin sozial und möchte nur das Beste für dich“. Mein linker Mann in meinem Ohr sagt dagegen: „Hör nicht auf ihn. Du machst es schon richtig. Das einzig soziale, die einzige Freiheit, die einzige Demokratie findest du nur bei mir. Glaube mir“.

Und ich muß sagen, mein linker Mann in meinem Ohr imponiert mich sehr mit seiner ruhigen Art und seinen Vorschlägen. Ist er mein bester Freund geworden?

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