Eiszeit, wohin man blickt

Schneemänner und Co.

Nun haben wir die Mitte des Monats Januar schon lange überschritten, der Februar naht, der Schnee und die Kälte bleiben… Eigentlich genau das, was ich mir gewünscht habe. Und vielleicht war ja auch ich schuld dran, dass mein Wunsch, mal wieder so einen richtigen Winter mit allem drum und dran zu bekommen, endlich mal wieder voll in Erfüllung geht. Ich wollte endlich mal wieder richtig große Schneemänner bauen und vor allem Schlitten fahren.

Aber Schlitten fahren tun seit geraumer Zeit andere mit uns. Und auch die Eiszeit ist trotz des immer wieder erwähnten Klimawandels in der Regierung in Berlin voll zu spüren. Das „Schneemänner bauen“ wird inzwischen zum Volkssport um das „interessanteste“ Gesicht der Regierung. Also begab ich mich zu dieser wunderbaren Schneewiese, wo emsige Schnitzer am Werkeln waren, um den Preis für den „Schneemann des Jahres“ zu erringen. Gleich zu Anfang wurde ich aufgemuntert durch die lustigen Gesellen, die dargestellt wurden. Einige diffuse Gesichter aus dem Banken- und Wirtschaftssektor machten mich zwar stutzig, aber als ich sah, dass deren Rübe (normalerweise die Nase) aus blankem Gold mit Nasentropfen in Aktienform bestanden, musste ich lächeln und wusste gleich Bescheid. Aber Ackermann habe ich schon sehr gut erkennen können… an seinem fest gefrorenem Smiley. – Und eine Schneefrau… Wer das war? Dreimal dürft ihr raten. – Und alle haben eines gemeinsam: Sie sind eiskalt. – Ich meine: Die Schneemänner und -frauen.

Aber eiskalt müsste es eigentlich auch denen gewesen sein (oder immer noch sein), die diese Schneemänner bauten (oder immer noch am bauen sind). Ich sah beim Vorübergehen meist nur öffentlich-rechtliche Berichterstatter mit lustigen roten Bäckchen, die mich irgendwie an die putzigen Kerlchen erinnerten, die als Engel in den Kirchen auf den Gemälden dargestellt sind. Anschließend dachte ich so bei mir: „Hoppla, die können ja garnicht frieren, auch wenn sie ihren dicken nackten Hintern zeigen. Denn in ihren dicken Pelzmänteln, die sie von irgend einer vom Aussterben bedrohten Tierart geschenkt bekommen haben, geht es ihnen doch bestimmt bestens.“ – Erleichtert aufatmend setzte ich meine Tour fort. – Und es war wunderbar anzusehen, wie immer wieder neue eiskalte Gesellen entstanden. Es war mitunter sogar so schlimm, dass ich selber fror und dabei entsetzlich zitterte. Aber alles entschädigte mich wieder, als ich den Schneemann von Obama erkannte. Denn jetzt war er weiss und nicht mehr braun. Wobei ich mich fragte, ob das politisch etwas zu sagen hatte…

Ganz plötzlich hörte die Wiese auf und ein riesengroßes Schild verkündete: „Achtung! – Sie verlassen jetzt das freie Gebiet der absoluten Freiheit, der absoluten Demokratie und der uneingeschränkten Macht der Schneekönige und betreten jetzt das Gebiet der Phantasie. Hier finden Sie den Bereich der Märchen und Sagen. Betreten Sie nicht den Weg, der links zu der Wahrheit führt. Denn dort herrschen dunkle Mächte wie Demokratie, sozialer Hilfe dem Mitmenschen gegenüber, Gerechtigkeit gegenüber jedem Menschen, Liebe, Frieden und Freiheit. Vermeiden Sie unter allen Umständen diesen Ort.“

Na also“, dachte ich so bei mir, „Den Bereich der Märchen und Sagen kannste dir sparen, weil du es sowieso schon aus der Wirklichkeit kennst.“ Also ging ich trotz Warnung den anderen Weg. Hätte ich es doch nur gelassen!!!

Denn die Schneemänner, die dort angeboten wurden, waren klein. Sehr klein. Noch kleiner. Maximal 15 bis 20 cm hoch. Und Schnee lag dort nur an wenigen Stellen. Als ich jemand darauf ansprach, warum die Schneemänner so klein sind, antwortete mir jemand: „Tut mir leid, mein Herr. Aber die da drüben benötigen alles an Schnee. Und deshalb haben wir nichts mehr übrig. Wir müssen sogar noch von unserem wenigen Schnee, was wir noch haben, denen was abgeben, damit die da drüben die großen Schneemänner bauen können!“

Ich runzelte die Stirn und fragte ihn: „Ja, warum setzt ihr euch denn nicht zur Wehr und verweigert es, euren Schnee für die anderen abzugeben?!“

Da zuckte der andere erschreckt zusammen, zupfte mich am Ärmel, zog mich zu sich heran und flüsterte mir ins Ohr: „Nicht so laut, mein Herr. Denn unter uns sind Spione, die für einen Golddukaten sogar uns verraten. Lasst uns lieber in Ruhe, sonst kommt noch die Schneeaufsicht und befielt Ihnen, auch zu gehen!“

Das machte mich stutzig und ich sagte ebenso flüsternd: „Ja, ist mir schon klar. Aber jeder hat doch das Recht, große Schneemänner zu bauen…“

Ja, mein Herr, das glauben Sie“, entgegnete der andere und entfernte sich langsam. „Aber Sie gehören nicht zu uns. – Noch nicht!“

Als ich nach diesem Gespräch zurück auf die Wiese ging, wo die anderen prachtvollen Schneemänner waren, sah ich schon von weitem das neu errichtete große Monument in Eis und Schnee. Riesengroß. Und auf der Spitze thronte, weit sichtbar, eiskalt und weit entfernt von dem dunklen, aber trotzdem innerlich warmen Ort, woher ich gerade kam, …

ein goldenes Kalb…

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