Nachgefragt: Von Rechtschreibung und Rechtlüge

Muskelkater’s Tagesglosse

Von Martin Schnakenberg

Wenn ich mir im Internet, im Gegensatz zu den Blogs, so die Kommentare bei vielen öffentlichen und privaten Medien anschaue und dabei Satzstellung, Rechtschreibung und die Behandlung von Groß-/Kleinschreibung und Punkt-/Kommastellung beobachte, dann kommt mir das kalte Grauen.

Deutschland war früher als das Land der Dichter und Denker bekannt und sogar berühmt. Davon ist leider nur noch der Dichter übrig geblieben; der allerdings, laut Heinz Erhard, nur noch für die Windelherstellung benötigt wird. Der Denker aber schert sich inzwischen einen Dreck um irgendwelche PISA-Studien. Oder aber hat sich bzw. seinen Denkapparat schon seit langem ans Nirwana verkauft, was wahrscheinlicher ist – Beispiel: Regierung.

Seien wir doch mal ehrlich: Wenn jemand den und denn wissentlich verwechselt und Mann und man dauernd austauscht, der schreibt auch nämlich und ziemlich mit h. Das hat nichts mit neuer deutscher Rechtschreibung zu tun, sondern das gab es schon zur Kaiserzeit: „Wer nämlich mit h schreibt, ist ziemlich dämlich!“ – Kann ich dem noch trauen, der Groß- und Kleinschreibung ignoriert und die Kommata an den unmöglichen Stellen setzt oder gar weglässt? Und ein Bitteschön an diejenigen, die entsetzt aufstöhnen, was denn das eine mit dem anderen zu tun hat.

Gar nichts, meine Herr- und Frauschaften, aber es ist das gleiche Dilemma, was jeder hat, der einen Brief von der Hartz4-Behörde erhält und den ersten Satz liest: „Einladung“, folgend mit dem nächsten Satz: „Sehr geehrter Herr …“ bzw. „Sehr geehrte Frau …“. Man weiß ja inzwischen schon, dass die Nichtannahme der „Einladung“ schwere Folgen nach sich zieht, bis hin zur Streichung einiger bis vieler Gelder. Obwohl Einladung einfach Einladung heißt und auch bedeutet … und nicht Stellungsbefehl! — Sowas nennt man dann einen blanken Hohn und eine Veräppelung des Empfängers: zuerst mit Einladung locken, dann ihn sehr ehren, womöglich noch außergewöhnlich und mit viel Liebe, und zum Schluß mit Mord drohen, falls er nicht kommen sollte. Solche Widersprüche verlangen einfach nach Rache. Oder etwa nicht?

Aber kommen wir zur Rechtschreibung zurück. Ich bin überzeugt davon, dass diese Ignoranten oder BILD-lesende Nichtswisser politisch links stehen, dabei aber seit ihrer Kindheit links und rechts verwechseln und bei Wahlen der Meinung sind, dass sie mit dem, was sie ankreuzten, beurkundet haben, dass sie diese Partei oder Person nicht gewählt haben. — Ich wage vorsichtig zu hoffen, dass dieser Satz verstanden wurde.

Denn das wäre die einzige (nicht einzigste, das gibt es nicht) Erklärung, warum nicht schon Massen von Mitglieder CDU/CSU und FDP verlassen haben und überhaupt: warum wir diese Regierung haben. Gut, das Volk bekommt die Regierung, die es verdient … und wählt diese, auch wenn’s durch oben beschriebene Unstimmigkeiten geschehen ist. Aber – muss das denn immer so drastisch enden, dass der Rest der Denker darunter leiden muss und Gefahr läuft, ebenfalls ins Nirwana zu driften?

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Papa, Matze hat gesagt… – Heute: Die verpasste Chance

Vater und Sohn im Zwiegespräch

Als letzte Woche ein Teil der Regierungsmannschaft auf die glorreiche Idee kam, arbeitslose Lehrer könnten doch Nachhilfe für Hartz IV-Kinder geben, und das kostenlos, da wurde ich unwillkürlich an „die Tafeln“ erinnert. Die Regierung streicht nämlich mit Vorliebe an der untersten Einkommensschiene Gelder, dort, wo es am dringendsten benötigt wird, und verlässt sich dann auf die Bevölkerung, dass diese helfend, und kostenlos, einspringt. Wobei gesagt werden muss: die Regierung kann sich noch auf das Volk verlassen. Noch! – Umgekehrt sieht es schon erheblich gefährlicher aus und ist für das Volk immer mit Schmerzen verbunden.

Wenn dann noch dazu kommt, dass Volksabstimmungen z.B. zur Bildungspolitik, wie neulich in Hamburg, von der Lumpenelite manipuliert werden, wie immer mehr vermutet wird, dann werden die nächsten PISA-Studien noch verheerender ausfallen. Man merkt jetzt schon in vielen Foren, wo u.a. die Rechtschreibung von vielen inzwischen geblieben ist, und zwar auf der Strecke des Vergessens.

Dieses Thema hat sich auch der Sohn vorgenommen, als er wieder mal seinen Vater mit dem nervt, was der Vater von Matze gesagt hat. Dass der Vater Einspruch erhebt, ist genauso selbstverständlich wie dumm. Denn inzwischen müsste er eigentlich schon kapiert haben, dass er gegen diesem geballten „Und-Ich-Habe-Doch-Recht“ seines Sohnes immer den Kürzeren ziehen wird.

Na denn. Viel Spaß…

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