Die Lügen der Politiker, der EU-Mafia und des Wirtschafts- und Banken-Verbrechersyndikats

Nach dem Motto: „Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern!“

Von Martin Schnakenberg

Geldschein803Nachdem also im USAnischen Reich beschlossen wurde, die Schuldenobergrenze wieder mal nach oben zu korrigieren, um der Finanzmafia erneut den goldenen Arsch zu lecken, nimmt es der Muskelkater zum Anlass, mal so einige Zitate aus Europa zu erwähnen, um so ganz nebenbei die ewigen Lügen zu offenbaren.

Manche werden sich sicher verwundert die Augen reiben und denken, sie seien auf einem anderen Planeten oder zumindest in einem Horrorstreifen gefangen. Aber ich versichere: hier steht die Wahrheit und nichts anderes als die Wahrheit, so wahr mir Odin, Ra und Zeus helfen.

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Wasser – Das Elixier des Lebens ist in Gefahr

Aus der Reihe Wunderwelt Wissen

Von Martin Schnakenberg

Copyright: H.-G. Oed – BMU-Bild-ID: 538

Im Wasser begann vor vermutlich 3,5 Milliarden Jahren das Wunder des Lebens – in der sprichwörtlichen Ursuppe! Ohne die Entstehung der Ozeane wäre es vermutlich nie zu diesem Wunder gekommen! Die ersten Lebewesen waren noch so winzig klein – dass sie schätzungsweise die Größe einer einzigen Zelle unseres Körpers hatten. Und unser Körper schleppt immerhin sagenhafte 70 Billionen (70.000.000.000.000 !!!) Zellen mit sich herum.

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Wien: Strasser zu vier Jahren Haft verurteilt

Endlich tut sich was in Sachen Gerechtigkeit. Endlich kommt man dem Lobbyismus, der Bestechlichkeit, der Korruption, der Ignoranz dem Volk gegenüber und der Gier nach Macht und Geld auf die Spur. Aber nicht in Frankreich oder Deutschland oder Skandinavien. Nein, die Österreicher sind es wieder mal, die Europa und der restlichen Welt zeigen, wie ernst man es meinen soll mit der Umsetzung der Demokratie, der Herrschaft des Volkes.

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Der Bundespräsident, der Wulff und die Medien

Sorry, diesmal erscheint hier kein eigener Artikel zum Thema, weil schon mehr als genug in allen Variationen geschrieben wurde. Hier begnügen wir uns mit zwei Weiterleitungen zu anderen Blogs. Diese dort verfassten Artikel sagen eigentlich schon alles.

1. Duckhome mit dem Titel: »Es geht doch gar nicht mehr um Wulff«

2. NachDenkSeiten mit der Überschrift: »Wulff klammert sich an sein Amt«

Zwei ehrliche Artikel, die es zu lesen lohnt. Da kann man sich die Schlammschlachten in den Medien sparen.

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Beleuchtet: Ein gelungenes Spiel von Betrug, Macht und Korruption

Einen Tag auf den Punkt gebracht. Tagesschau in kurzen Erklärungen

Von Martin Schnakenberg

Schaut man sich die Meldungen mal für einen Tag an, kommt einem entweder das verständnisvolle Lächeln – oder man dreht wegen den vielen negativen Schlagzeilen einfach durch. Ein anderer Weg wäre, wenn man sich anhand der Tagesschau-Schlagzeilen einiges zusammen reimt, was irgendwie passt. Was gar nicht so schwierig ist, wie man gleich erkennen kann, um auf die interessantesten Ideen zu kommen.

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Alle Links vom Tagesschau-Newsletter 06.07.2011

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Vereinte Nationen rügen deutsche Sozialpolitik

EU-Parlament sagt Zucker- und Fettbomben den Kampf an

Zwei Schlagzeilen, die direkt untereinander stehen. Daraus erkennt man schon auf einem Blick, dass zuviel Zucker und zuviel Fett verkonsumiert wird, welches die EU nur deshalb heraus fand, weil die Rüge der UN sie herausforderte, die Sozialpolitik der deutschen „Regierung“ zu überprüfen. Dabei wird dann die „Regierung“ feststellen, dass die Hartz4-Empfänger zuviel Geld erhalten, wovon sie sich Süßigkeiten und Alkohol (setzt Fett an) kaufen. Die Hartz4-Almosen werden also in Folge davon gekürzt und damit der UN-Rüge und dem EU-Kampf gegen Zucker und Fett Folge geleistet. Wenn meine Vorhersage nicht eintreffen sollte, könnt ihr getrost mich rügen…

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Der Leopard und EHEC

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Israel billigt angeblich „Leopard“-Geschäft

EHEC: EU verhängt Importstopp für Samen aus Ägypten

EHEC zeigt uns, dass man weit herum kommen kann, ohne viel reisen zu müssen. Wo waren wir denn schon überall? In Spanien fing die Reise an (Gurken), dann Italien (Tomaten) und Deutschland (Sprossen). Dort blieb es eine ganze Weile, bis es urplötzlich in Ägypten auftaucht (Bockshornkleesamen), wo jetzt sogar ein Importstopp verhängt wird. Kein Wunder also, dass sich die deutsche „Bundesregierung“ genötigt und ins Bockshorn gejagt fühlt, zweihundert (200) Panzer nach Saudi-Arabien zu verkaufen, damit die verhindern können, dass EHEC auf saudisches Gebiet gerät. Denn dann müsste die EU ja womöglicherweise auch einen Importstopp für saudischen Wüstensturm verhängen. Und das wäre sehr sehr bitter. Danke USA und Israel für die Genehmigung zum Verkauf von Massenvernichtungswaffen gegen EHEC.

Oder will jemand die Wahrheit wissen? → Saudi-Arabien: Ein Königreich für Hardliner

Einen sehr guten Frage- und Antworten-Katalog, kurz FAQ, hat die Tagesschau-Redaktion erstellt. Viele schöne Kommentare sind dort zu lesen…

FAQ zu Rüstungsexporten: Welche Regeln gelten?

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Nach Griechenland jetzt Portugal

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Ratingagentur stuft Portuganleihen auf „Ramsch“-Niveau

→  Audio:  Portugiesische Reaktionen auf die Herabstufung durch Moody`s

Das war ja wohl klar. Die Griechen sind schon kaputt gemacht worden und da Deutschland noch bezahlen kann, kommen so reihum zuerst die anderen, die schwächeren, die, die sich nicht wehren können. Die deutsche Regierung hat ja jüngst durch Waffenlieferungen bewiesen, dass sie einen sehr hohen Stellenwert (Unterdrücker-, Ausbeuter- und Bezahlstatus) in der Welt hat. Solange Deutschland also weiterhin Krieg spielt (oder zumindest Waffen zum Völker morden liefert), sowohl ins In- als auch ins Ausland, wird hier nichts geratet. Wäre ja auch noch schöner, denn dadurch würde man sich ja (unschön) ans eigene Bein pinkeln, ehe die Blase voll ist.

Was haben denn die Portugiesen so zu bieten? Nicht so viele Inseln wie Griechenland, keine Mittelmeerküste, nur Atlantik, dafür aber Kultur, und nicht nur Seefahrerromantik. Ob das den Schmarotzern reicht? Ich glaube kaum. Die Portugiesen werden für das irrsinige Weltuntergangsspiel „Monopoly der Schmarotzer“ bluten müssen. Tipp nach Lissabon: Konkurs machen, Streichung sämtlicher Soll-Zinsen und EU-Mitgliedschaft ruhen lassen. Dann müsst ihr zwar auch genauso bluten, habt aber der Deutschen Bank und der EU ein Horrorszenario beschert. Und ihr habt dann (EFTA-Mitgliedschaft vorher neu beantragen) genügend Zeit, euch wieder zu erholen, wie es die Isländer gemacht haben. Macht euch auch keine Gedanken um die Deutschen. Die deutsche Regierung hätte euch sowieso nichts gezahlt – die zahlt nur für die Deutsche Banken- und Kreditausfall-Versicherungslobby.

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Haushaltsentwurf, Haushaltsloch, Haushalts … Oops!

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Bundeskabinett berät Haushaltentwurf für 2012

Hintergrund: Die Milliarden im Schatten der Haushalte

Abgesehen von den Rechtschreibfehlern liefert die Tagesschau-Redaktion recht brauchbare Berichte. Wobei ich mich frage, ohne den Artikel zu lesen, über welchen Haushalt die denn noch beraten wollen. Ich betrachte dieses als einen sehr gut gelungenen Witz, denn über das, was man nicht hat, kann man auch nicht debattieren. Außer man setzt voraus, dass man das, was man nicht hat, doch irgendwie hätte (und wenn es nur mit einem Minuszeichen davor wäre), und wollte dann das, was man hätte, wenn man es hätte, verteilen auf Aufgaben, die man nicht bezahlen kann von dem Geld, was man hätte, wenn nicht soviele Milliarden Euronen für Geschenke für Reiche rausgegangen wären.

Dabei ist das Spiel von „wäre“ und „hätte“ ein ganz simples und bei jedem Kinderspiel zu hören, wenn es heißt: „Wärst du eine gefangene Prinzessin, hätte ich dich als Ritterprinz schon längst befreit“. Ganz genau so geht es sicher auch immer im Kanzleramt zu zwischen Kaviar, Hummer und Sekt, wo die Milliönchen als kleine Notizzettelchen in den Handtäschchen so manch reizender Prinzessin verschwanden. Denn der Minus-Haushalt des Bundes steht heute als ausgleichendes Element mit ähnlicher Summe im Haben-Haushalt der Reichenlobby. – Ein Schelm, der Böses dabei denkt. Aber ein Skrupel gegenüber der Korruption lässt sich nun mal nur unter seinesgleichen ertränken.

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Na denn: Prost!

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Die Lebensmittel-Industrie spart, wo sie kann – und die Politik hilft beim Betrügen

„Wir werden legal betrogen“

Dieses nachfolgende Interview mit dem Foodwatch-Chef Thilo Bode wurde von Daniel Baumann von der Frankfurter Rundschau geführt. Ich habe es ausnahmsweise mal komplett reingestellt, weil sich das Interview so dermaßen spannend liest, dass ich es ungerne unterbrechen möchte. Im Gegenzug revanchiere ich mich und bringe nach Abschluß des Interviews einige interessante Links zu eben dieser Zeitung.

Warum gehts in diesem Interview? – Ganz klar um unsere Nahrung. Dass billig nicht unbedingt schlecht sein braucht und teuer nicht unbedingt gut, wissen wir inzwischen und vergleichen auch schon aktiv. Aber die Versprechungen der Lebensmittel-Industrie und deren Lügen auf den Mogelpackungen werden immer dreister. Auf einer Pizza wollen wir nunmal echten Käse haben – und keinen Analogkäse, der aus Fett hergestellt wurde. Mein „Kasseler“ soll aus einem Stück Fleisch bestehen – und kein Formfleisch aus Resten.

Der Verein Foodwatch e.V. bemüht sich schon sein Jahren, solche dreisten Werbeschwindel aufzudecken, mit wachsendem Erfolg. Hier also das Interview in voller Länge:

Herr Bode, Gelschinken, Analogkäse aus Speiseöl, Garnelenimitate und Eiscrème, ohne Crème. Warum lassen sich die Verbraucher das von der Lebensmittelindustrie bieten?

Es liegt schlichtweg daran, dass das erstens legal und zweitens für den Verbraucher nicht erkennbar ist. Wir reden bei Lebensmitteln ja vom sogenannten legalen Betrug. Die Konzerne halten alle Vorschriften ein, aber die sind halt viel zu lasch. Bei Tiefkühlpizzen kann beispielsweise problemlos suggeriert werden, dass echter Käse drauf ist, tatsächlich ist es oft nur Analogkäse. Oder eine Suppe „ohne Geschmacksverstärker“ enthält zwar kein Mononatriumglutamat, dafür aber Hefeextrakt. Der wird zwar nur deshalb eingesetzt, weil er Glutamat enthält und geschmacksverstärkend wirkt, gilt aber laut Gesetz als Zutat. Das ist legaler Betrug.

Sie versuchen seit acht Jahren, das Essen der Deutschen zu retten. Wie weit sind Sie denn gekommen?

Es ist ein schwieriger Kampf. Foodwatch geht es darum, die Rechte der Verbraucher zu stärken. Wir müssen uns darauf verlassen können, dass wir im Supermarkt gute und gesunde Produkte bekommen. Das ist eine Mindestvoraussetzung, die man in einer Demokratie für die tägliche Ernährung verlangen kann. Auf der rechtlichen Ebene sind wir da kaum vorangekommen.

Aber der Verbraucher hat doch Macht, er stimmt mit jedem Einkauf darüber ab, welche Produkte er haben möchte, und welche nicht.

Der Verbraucher hat keine Macht. Das ist eine Illusion. Er stimmt natürlich jeden Tag im Laden ab. Aber wenn er nicht weiß, was in den Produkten drin ist und wie sie hergestellt werden, dann weiß er auch nicht, worüber er abstimmt. Die Verbraucher müssen sich organisieren. Und das versuchen wir. Seit wir vor zwei Jahren angefangen haben, in einer Serie die schlimmsten Lebensmittelbetrügereien vorzustellen, hat sich was geändert. Die Verbraucher empören sich und schreiben den Herstellern eindrucksvolle Briefe, zum Teil wurden deshalb schon Produkte verändert. Das ist natürlich toll.

Wie verändert sich unser Essen?

Es gibt einen klaren Trend: Die Hersteller wollen uns immer mehr Produkte mit einem gesundheitlichen Zusatznutzen verkaufen. Das Werbeversprechen wird aber meistens nicht eingelöst. Bestes Beispiel ist Actimel: Jeder normale Naturjoghurt stärkt die Abwehrkräfte ähnlich gut. Und dann stellen wir eine permanente Verschlechterung der Fertigprodukte fest. Es werden immer mehr Aromen, Zusatzstoffe, Geschmacksverstärker, Konservierungsstoffe, Farbstoffe und Antioxidationsmittel eingesetzt. Das nimmt wirklich rapide zu.

Warum?

Es verringert die Kosten.

Gelschinken und Analogkäse werden hergestellt, weil sie billig sind. In Deutschland wird für Lebensmittel so wenig Geld ausgegeben wie in kaum einem anderen europäischen Land. Befördern die Verbraucher die Entstehung von Billigprodukten?

Das unterschiedliche Preisniveau von Deutschland und anderen Ländern liegt in erster Linie an der Einzelhandelsstruktur. Wir haben pro Kopf mehr Verkaufsfläche, dadurch einen härteren Preiskampf und Discounterstrukturen, wie es sie in keinem anderen europäischen Land gibt – deshalb sind die Lebensmittelpreise in Deutschland wesentlich niedriger als in anderen europäischen Ländern. Das ist also der Grund für die niedrigeren Ausgaben, nicht der Geiz der Verbraucher. Hinzu kommt, dass der Verbraucher völlig berechtigt zum billigsten Produkt greift, wenn er Qualitätsunterschiede nicht erkennen kann.

Wo ist das Elend am größten? Bei den Discountern, den normalen Supermärkten, in den Delikatessenläden?

Ich merke keinen großen Unterschied. Wenn sie in teuren Luxusgeschäften auf die verpackten Gänseleber-Pasteten gucken, was da für ein Zusatzstoffcocktail drin ist, da kommt ihnen das pure Grausen. Und sie finden im Discounter Produkte, die von sehr guten Marken kommen, die aber unter Handelsmarken vertrieben werden, zum Beispiel Schokoladen.

Teure Produkte sind also nicht bessere Produkte?

Der Preis ist im Lebensmittelhandel kein Indikator für gut oder schlecht. Teuer ist nicht automatisch gut, und billig nicht automatisch schlecht. Sie können sich zum Beispiel eine teure Mövenpick-Marmelade kaufen. Da steht drauf, dass die Königin der Erdbeeren verwendet werde. Drin ist aber die ganz ordinäre Erdbeere Senga Sengana, die für alle Konfitüren verarbeitet wird. Das ist ein typisches Beispiel, wie mit Markennamen und Werbung dem Verbraucher etwas untergejubelt wird.

Sind die Menschen nicht naiv, wenn sie glauben, dass die Extraportion Milch den Kinderriegel gesund macht?

Ich glaube nicht, dass die Menschen so naiv sind. Aber es gibt viele Produkte, die so viel Zucker enthalten, dass sie eigentlich als Süßigkeiten deklariert werden müssten, bei denen es der Verbraucher aber nicht erwartet – wie zum Beispiel Frühstücksflocken oder Müsli.

Der Zuckergehalt steht auf jeder Zutatenliste.

Die Angaben zu den Nährwerten sind sehr kompliziert. Wer den Dreisatz nicht beherrscht und nicht so gut Lesen und Schreiben kann, versteht sie nicht. Und die Zutatenliste sagt häufig wenig über die die Qualität eines Produktes aus. Zum Beispiel eben, weil Hefeextrakt nicht als Geschmacksverstärker deklariert werden muss.

Wie kann sich der Verbraucher vor schlechten Produkten schützen?

Er ist relativ machtlos angesichts der Situation. Wenn das Gesetz vorsieht, dass man ganz legal Geschmacksverstärker einsetzen darf, ohne sie als solche zu bezeichnen, oder wenn eine Fruchtcremefüllung keine Spur von Frucht enthalten muss, dann müssen die Gesetze geändert werden. Der Weg führt nur über die grundlegende Veränderung der Spielregeln.

Warum erfüllt der Staat die Erwartungen nicht, die der Verbraucher in ihn hat?

Das erschüttert uns auch jeden Tag. Der Staat sieht die Verbraucherpolitik als Kuschelthema und agiert in erster Linie als Dienstleister der Industrie. Das beste Beispiel ist die Nährwertkennzeichnung. Unsere Umfragen haben ergeben, dass 70 Prozent der Menschen gerne eine Ampel-Kennzeichnung haben wollen, die ihnen anzeigt, ob ein Produkt viel oder wenig Zucker, Fett oder Salz enthält…

…und trotzdem ist die Ampel-Kennzeichnung seit einigen Wochen politisch tot.

Formal ist sie noch nicht politisch tot, aber die Chancen gehen gegen Null. Das EU-Parlament hat sich gegen die Ampel entschieden, ganz im Sinne der Lebensmittelindustrie, die eine Milliarde Euro in ein Gegenmodell investiert hat. Nun muss sich noch der Ministerrat damit beschäftigen, aber ich mache mir keine großen Hoffnungen mehr. Es ist ein Problem, dass die Lebensmittelpolitik zu fast 100 Prozent in Brüssel gemacht wird – fernab von der Bevölkerung. Trotzdem: Die Probleme bestehen weiterhin. Und wenn die Verbraucher unwissend große Mengen von Zucker oder Geschmacksverstärkern konsumieren, dann muss die Gesellschaft für die gesundheitlichen und finanziellen Schäden bezahlen.

Welches Zeugnis stellen sie denn Ministerin Ilse Aigner (CSU) aus? Sie ist in Deutschland federführend und wird auch im Ministerrat vertreten sein.

Wer auch immer an der Spitze dieses Klientel-Ministeriums ist, vertritt die Interessen der Lebensmittelindustrie. Der Staat hat es fast zum Prinzip erhoben, zunächst immer die Position der Lebensmittelindustrie zu verteidigen – wider besseres Wissen. Vor zwei Wochen haben wir zum Beispiel bekannt gemacht, dass in Fleischverpackungen oft Sauerstoff enthalten ist, damit das Fleisch außen auch dann noch schön rot und frisch aussieht, wenn es innen schon ranzig ist. Das Ministerium hat reflexartig abgewiegelt und gesagt, es gäbe kein Problem. Erst als wir es mit den Untersuchungen des staatlichen Max-Rubner-Instituts konfrontiert haben, wurde ein Expertengespräch einberufen. Insofern ist es für uns ziemlich irrelevant, wer da oben an der Ministeriumsspitze sitzt.

Wie bitte? Sie können doch ohne die Ministerin keine Veränderung der Gesetzeslage erzielen!

Wenn der Druck aus der Bevölkerung zunimmt, der Unmut steigt, dann bewegt sich auch die Politik – aber erst dann.

Was muss sich ändern?

Der Industrie schwebt ja vor, dass die Kinder Werbekompetenz erlernen sollen, dass man ihnen also beibringt, wie sie Verbrauchertäuschung entlarven können. Das ist nicht unser Ansatz. Wir wollen schlichtweg Transparenz, Transparenz, Transparenz. Der Verbraucher muss wissen und erkennen können, was er kauft.

Daran hat die Industrie kein Interesse.

Die Industrie reagiert insgesamt ziemlich dumm. Sie verweisen auf den mündigen Verbraucher und darauf, dass die Unternehmen die Gesetze einhalten. Die Konzerne haben immer noch nicht kapiert, dass legal noch lange nicht richtig sein muss. Als die Umweltbewegung die chemische Industrie angegriffen hat, weil sie giftige Abfälle in die Flüsse geleitet hat, hat die chemische Industrie gesagt: Ist doch alles legal. Heute ist es illegal. Und die Nahrungsmittelkonzerne machen denselben Fehler.

Aber das zu ändern ist doch Aufgabe des Staates.

Genau. Und wir unterstützen ihn dabei.

(Quelle Interview: Daniel Baumann)

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Weiterführende Artikel:

Bilderstrecke „Die dreistesten Mogel-Lebensmittel“

Bilderstrecke „Gleicher Preis, weniger drin: Mogelpackungen“

Imitate und Lügen

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Lafontaine gibt Linkspartei-Vorsitz ab

Und die Tagesschau freut sich

Diesen Elan, der in dem Artikel von tagesschau.de steckt, hat man selten so gesehen. Okay, die Berichterstattungen dieses öffentlich-rechtlichen Mediums ist ähnlich der des ZDF absolut systemkonform und hat mit Ehrlichkeit genauso viel zu tun wie ein Banken-Zocker mit der Verantwortung anderen gegenüber. Aber hier kann man das hämische Grinsen schon sehen, bevor man den Artikel liest:

Linkspartei-Chef Oskar Lafontaine wird den Parteivorsitz und sein Bundestagsmandat abgeben. Wie das ARD-Hauptstadtstudio aus Parteikreisen erfuhr, wird der 66-Jährige auf dem Parteitag in Rostock Mitte Mai nicht wieder kandidieren. Lafontaine nimmt heute erstmals seit seiner Krebsoperation wieder an einer Vorstandssitzung teil. Seit Wochen war spekuliert worden, ob er sich nach seiner Erkrankung aus der Bundespolitik weitgehend zurückzieht und sich auf die Arbeit als Fraktionschef im Saarbrücker Landtag konzentriert. Am Mittag will sich Lafontaine zusammen mit Fraktionschef Gregor Gysi öffentlich äußern.

Der 66-Jährige frühere SPD-Vorsitzende führt die Linkspartei zusammen mit Lothar Bisky seit dem Zusammenschluss von Linkspartei. PDS und WASG im Jahr 2007. Als mögliche Nachfolger an der Parteispitze werden unter anderem der WASG-Mitbegründer Klaus Ernst und die aus Ost-Berlin stammende stellvertretende Fraktionsvorsitzende Gesine Lötzsch gehandelt.

Unter einer weiteren Überschrift „Machtkampf zwischen Realos und Fundis“ schreibt der Redakteur von tagesschau.de weiter:

Seit Wochen wird die Partei von einem Machtkampf zwischen Realos und Fundis gelähmt. Der scheidende Bundesgeschäftsführer, Dietmar Bartsch, der als Gegner des oft knallharten Oppositionskurses von Lafontaine gilt, hatte vergangene Woche nach Illoyalitätsvorwürfen gegen ihn angekündigt, im Mai nicht erneut für dieses Amt zu kandidieren.

Als dann unter dem Artikel noch ein Hinweis auf einen weiteren Artikel kam mit der Überschrift „Ein Populist zieht sich aus der Bundespolitik zurück“, platzte mir endgültig der Kragen. – Was erlauben sich diese Herr- oder Frauschaften von tagesschau.de eigentlich, so über einen der verdientesten Politiker der letzten Jahre her zu ziehen?!!!

Denn hier wird ein Mensch, der als Politiker einer der fähigsten ist und einer der letzten, die der zusammenverschworenen Einheit Lobby/Politik trotzten, einfach abgetan, als wäre man endlich einen räudigen Sünder los. Dabei war es gerade Lafontaine, der schon damals unter der Schröder-Regierung immer wieder davor warnte, das Volk anzubinden. Sein Austritt aus der SPD war für ihn eine Verpflichtung, weil er sah, dass hier das Volk verraten und verkauft werden sollte. Das dieser Verrat heute mehr denn je zu spüren ist, indem die Umverteilung von unten nach oben mit Riesenschritten vollzogen wird, ahnte er schon lange vorher. Seine Mahnungen, dem Volk mehr zu geben, den Mindestlohn in allen Bereichen einzuführen, eine Reichensteuer zu erstellen und einer Börsenaufsicht mehr Kompetenz zu geben, ernteten in seinen Reden oft mit Buh-Rufen. Er sah wahrscheinlich auch, genauso wie ich, die Korruption, die nicht nur in der Regierungsbank, sondern auch in den Parteizentralen sitzt und er vielleicht nichts mehr dagegen unternehmen konnte. Die Lobby der Funktionäre und Manager von Wirtschaft und Banken und deren Zocker wurde einfach zu mächtig.

Mit Oskar Lafontaine verlieren wir einen Kämpfer für die Gerechtigkeit in unserem Land. Jemanden, dem die wahre Demokratie über alles ging und wahrhaft am Herzen lag.

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Aber eines kann ich Dir sagen Oskar: Du hast zwar aufgegeben, vielleicht auch, um Deine Gesundheit zu schonen. Aber es gibt noch viele, wie zum Beispiel den Muskelkater, die für Dich weiter kämpfen werden. Für ein gerechteres und sozialeres Deutschland!!!

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