Artikel-Reihe: Der Verein Kirche – Teil 5

Hat die Stadtbildung etwas mit dem Glauben zu tun?

Zuerst etwas Persönliches: Denn eigentlich wollte ich überhaupt nicht mehr diesen Blog weiter führen. Die Gründe liegen, wie schon im vorigen Artikel erwähnt, im Tode meines Freundes und Blogger-Kollegen Toby Tyler. Aber aufgrund seiner Bitte und weiterhin fast unzähliger Bitten und Anfragen per Mail habe ich mich dazu entschlossen, nicht nur diese Reihe, sondern auch den Muskelkater konsequent im Sinne Toby’s weiter zu führen.

Um also die Frage gleich zu Anfang („Hat die Stadtbildung etwas mit dem Glauben zu tun?“) zu beantworten, die ganz kurze Antwort: Ja! – Denn immer und in jeder Zeitepoche hat es den Faktor Macht gegeben. Macht über andere Menschen zu haben ist so alt wie das Leben. Macht kann erlangt werden durch Geld und damit Reichtum … das merken wir heute mehr denn je. Macht erlangt man durch Wissen, auch über seine Mitmenschen … Beispiel Datenklau. – Macht erreicht man auch und ganz besonders über eine Religion, wo wir wieder beim Thema sind.

Nochmal die Frage anders herum gestellt: Hat das Aufkeimen mächtiger Religionen etwas mit der Entwicklung der Städte zu tun?

Zur Beantwortung müssen wir von den bisherigen vier Teilen dieser Reihe einen gewaltigen Schritt nach vorne machen. Denn wir wissen ja jetzt, dass der damalige Mensch Dinge wahrnahm, wie es ein Tier nicht konnte. Sein Gehirn hatte ein Bewusstsein entwickelt. Ein Bewusstsein, wo er nicht nur sich selber erkannte, sondern auch die Natur rings um ihn herum. Und er stellte sich Fragen, wer denn den Blitz vom Himmel schleuderte. Und er erklärte es sich auch gleich selber, dass es nur ein Blitz- oder Donnergott sein konnte und er sich durch diese Erklärungen selber Wissen und Glauben gleichzeitig schuf. Ein großer Fehler, wie wir heute wissen, denn Wissen und Glauben sind zweierlei. Aber der Mensch damals schuf sich sein Wissen und seinen Götterglauben, welches er für sich selber weiter aufbaute aus seiner Umgebung heraus, mit anderen zusammen, in seinem Stamm, in seinem Dorf. Einem Dorf, welches langsam immer größer wurde.

Die ersten Ursprünge einer Stadt, welches man schon als solches bezeichnen kann, finden wir auf dem Gebiet der heutigen Türkei. Erklärung in der Wikipedia:

Die Jungsteinzeit, auch Neolithikum (vom altgriech. νέος neos „neu, jung“ und λίθος lithos „Stein“), ist eine Epoche der Menschheitsgeschichte, deren Beginn mit dem Übergang von Jäger- und Sammlerkulturen zu sesshaften Bauern mit domestizierten Tieren und Pflanzen definiert ist.

Der Übergang zum Neolithikum wird als Neolithische Revolution bezeichnet, die Verbreitung wird Neolithisierung genannt und vollzog sich weltweit unterschiedlich. Nomadische Lebensweise wurde im Zuge von Ackerbau und Viehhaltung gegen Sesshaftigkeit in Dorfgemeinschaften eingetauscht. Der Ackerbau schuf die Grundlage zu einer arbeitsteiligen Gesellschaft. Nahrungsproduktion und Vorratshaltung führten zu einer größeren Unabhängigkeit von der natürlichen Umwelt und bilden die Basis für Bevölkerungswachstum. Dieser Prozess vollzog sich vor etwa 12.000 Jahren erstmals im Gebiet des „Fruchtbaren Halbmonds“, vor allem an den Südrändern von Taurus- und Zagrosgebirge. Noch bevor der dörfliche Hausbau aus Holz oder Stein archäologisch belegt ist, gab es in dieser Region bereits monumentale Tempelanlagen, wie auf dem Göbekli Tepe oder in Nevalı Çori (Südosttürkei). – Soweit der Text aus der Wikipedia.

Da wird also schon von „monumentalen Tempelanlagen“ gesprochen. Was bedeutet, dass hier schon eine Religion vorhanden gewesen sein muss. Und das vor der Bildung der Dörfer und Städte. In den allermeisten Fällen handelt es sich tatsächlich um die vielleicht älteste Kulturform überhaupt, dem Fruchtbarkeitskult. Erkennbar immer wieder durch die Darstellungen erigierter männlicher Geschlechtsorgane oder einer weiblichen Figur mit überbetont ausladender Hüftregion. Diesen Fruchtbarkeitskult kann man getrost zu den ersten großen Religionen der Menschheitsgeschichte zählen, denn wir treffen ihn in allen Gegenden der Welt an. Auch heute noch in unserer modernen Zeit wird dieser Kult durch die großen Kirchen in Form der Ehe und der Vollziehung der Ehe (Geschlechtverkehr zwischen Mann und Frau) aufrecht gehalten und dabei reinste Diskriminierung begangen, indem der Geschlechtsakt ausschließlich auf das Zeugen von neuem Leben beschränkt wird.

Diese ersten Tempelanlagen wurden also die Wiege der ersten Dörfer und Städte. Und auch… den Vorläufern der Kirchen und ihrer gewaltigen Macht über die Menschen. Der Grund, warum sich die nunmehr sesshaften Menschen zu Gemeinschaften zusammen schlossen, liegt auch auf der Hand: Gemeinsam konnten sie mehr erreichen und durch einen eigenen Kult, einer eigenen Religion, sich von anderen Menschen absetzen bzw. sich besonders auszeichnen. Das bedeutete Macht! Macht über andere Völker. Ihre Religion wurde immer mächtiger, die Priester wurden immer mächtiger, die Städte wurden immer mächtiger.

Heute weiß man, dass ohne diese Kultreligionen und ihren wortgewaltigen Priestern nie so schnell ein solches Stadtgefüge entstanden wäre. Weil ganz einfach die Faktoren „Macht“ und „Gottheit“ gefehlt hätten. Die Menschen brauchten Führer, die ihnen sagten, wo es lang ging. Sie brauchten Götter, zu denen sie aufschauen konnten. – Eine Stadt, eine Kultur, kam und verging, je nachdem wie stark ihre Götter waren. Götter, die sie sich selber schufen. Götterglauben, die von ihren Priestern in Messen zelebriert wurden, die das Volk begeisterten. Aus nah und fern kamen weitere Menschen dazu, die gläubig den Reden der Priester zuhören wollten. Sie blieben, weil sie hier in der Religion und der neuen Stadt Sicherheit und Geborgenheit vermuteten und wahrscheinlich auch fanden. – Und so wurden die Städte immer größer und größer und die Priesterschaft immer mächtiger und mächtiger. – Und es kam ein weiterer Machtfaktor dazu: Geld…

Aber das soll unser nächstes Thema in dieser Artikelreihe sein: „Glaube und Geld. – Zwei Diktaturen?“ – Seid gespannt darauf, wie es weiter gehen wird auf unserer Zeitreise.

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Artikel-Reihe: Der Verein Kirche – Teil 4

Beginn einer Religion? – Oder Natur?

verein_kirche_75Unser Freund „Bruzel“ aus dem vorherigen Kapitel ist inzwischen schon lange gestorben, aber sein Stamm hatte sich nicht nur vergrößert, sondern einige unter ihnen waren ausgezogen, um neue Jagdgründe zu suchen.

Dabei war natürlich auch sein eigener Stamm nicht in dieser Höhle geblieben, sondern musste den Herden der Horntiere und der Rüsseltiere folgen, die ihnen Nahrung gaben. Auch passierte es, dass man vor Tieren fliehen musste, die stärker als sie selber waren, oder dass eine Überschwemmung oder ein Vulkanausbruch sie dazu zwang, weiter zu ziehen, weil das Land unbrauchbar oder zu gefährlich geworden war.

Ein neuer weiser Mann stand jetzt an der Spitze des Stammes. Wir nennen ihn der Einfachheit halber einfach mal „Luftirus“, was heißt „Der, der die Winde versteht“. Er war der direkte Nachfahre von „Bruzel“ und hatte die Eigenschaft, Stimmen zu hören, von ihm geerbt. Wobei ein böser Zeitgenosse ja vielleicht mal behaupten könnte, dass Bruzel und Luftirus sich das alles nur selber ausgedacht hatten. Aber nein, das konnten sie doch noch garnicht, denn das würde eine gewisse Logik voraussetzen, aber sie wussten damals doch noch nicht mal, dass sie Denken konnten. Soweit waren unsere Vorfahren noch nicht. Aber der Gedankengang ist nicht mal so schlecht … sollte man mal festhalten … für spätere Kapitel …

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Artikel-Reihe: Der Verein Kirche – Teil 3

Womit hat denn der Glaube begonnen?

verein_kirche_75Um es gleich zu Anfang noch einmal zu betonen: Hier in dieser Artikel-Reihe wird nicht am Glauben jedes einzelnen gerüttelt, gleich welcher Art dieser auch ist. Es wird auch nicht versucht werden, gläubige Menschen mit Gegenbeweisen zu seinem Glauben zu kränken, denn der Glaube ist Privateigentum und deshalb geschützt. – Gleichwohl werden aber wissenschaftliche Thesen und Beweise erläutert werden, die zwar dem Glauben an sich nicht schaden, aber zu neuen Erkenntnissen führen. Das einzige, was diese Reihe letztendlich möchte, ist die Menschen mit Tatsachen aufzuklären, über die Entstehung des Glaubens und vor allem: den Kirchenverein und dessen Machenschaften im Laufe der Jahrhunderte, die die Menschen zu fügbare Geschöpfe einiger teilweise sogar selbst ernannter Päpste, Päpstinnen, Kardinäle und anderen gewalttätigen Gaunern dieser Vereine machte und sie bis auf den heutigen Tag im Namen des Glaubens immer wieder ausbeutet. Ich werde dieses in dieser Artikel-Reihe auch beweisen und das Ganze auf erzählerischer Art machen, damit dadurch auch etwas mehr Schwung und Spannung in die ganze Sache kommt, obwohl die Menschheitsgeschichte an sich schon spannend genug ist.

In der Bibel steht in der Übersetzung von Martin Luther: „Gott der Herr schuf in sieben Tagen den Himmel und die Erde und alles, was da fliegt und fleucht“. Viele tun dieses einfach mit der Hand abwinkend als Märchen ab. Das tue ich nicht! – Denn die Menschen damals haben einfach eine Erklärung gesucht, die ihr Dasein beweisen könnte. Noch vor 500 Jahren glaubten alle Menschen, die Erde sei eine Scheibe, und einige der ewig unbelehrbaren Diener des Kirchenvereins halten die Erde noch heute für den Mittelpunkt des Universums. Ebenfalls bezeichnen viele, vor allem streng gläubige Menschen unserer Tage, die Mondlandung 1969 als Ergebnis einer gut gemachten Studioaufnahme. Und Christopher Columbus war überzeugt, Indien zu entdecken, fand aber die Karibik und damit nach den norwegischen Wikingern als zweiter Europäer den Erdteil Amerika. – Was hindert uns also daran, diese Aussagen der Bibel oder anderer Glaubensbücher einfach als Erklärungsversuch hinzunehmen und nicht immer wieder auf den Wahrheitsgehalt zu prüfen. Wenn damals also von Welt gesprochen wurde, war das einfach ihre kleine begrenzte Welt, die auch nur aus einem Dorf bestehen konnte, weil sie, die Bewohner, nie darüber hinaus kamen. Erst heute in unserer Zeit entdecken wir das gesamte Ausmaß einer Welt, die teilweise sogar noch über unseren geistigen Horizont hinaus geht, wenn man das Universum mit seinen unzähligen Galaxien mit einbezieht.

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Artikel-Reihe: Der Verein Kirche – Teil 2

Der lange Weg zum modernen Menschen

verein_kirche_75Da in dieser speziellen Artikel-Reihe selbstredend der Mensch als Maß aller Dinge gilt, muss natürlich auch mit der Menschwerdung im weiten Sinne begonnen werden. Ich werde dieses in erzählerischer Weise machen und dabei die Geschichte des Menschen in etwas lockerer Form mit der Geschichte der Religion und damit den verschiedenen Vereinen mit Namen „Kirche“ aufreihen und verbinden. – Also beginnen wir einfach mal ganz unbedarft von gaaanz weit vorne…

Vor knapp sieben Millionen Jahren begann in Afrika die Erfolgsgeschichte des Menschen. Affenähnliche Wesen erhoben sich auf zwei Beine. Mit vielen, vielen Zwischenstufen wurde daraus der heutige Mensch, der aus Begebenheiten, frommen Märchen, Wunschvorstellungen, Geisterberichte und Machtgehabe die verschiedenen Religionen erfand. Beide eroberten bald den gesamten Erdball…

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