Der Muskelkater wünscht seinen Lesern ein schönes Osterfest

Von Martin Schnakenberg

Einige betrachten Ostern als ein religiöses Fest, wo Jesus von Nazareth die Hauptrolle spielt (oder spielen sollte), andere als ein Fest, welches die monotheistischen Religionen von vorherigen sogenannten heidnischen Religionen (u.a. auch von den Wanen und den Asen) geklaut und nur die Kulthandlungen und die Heiligen ausgetauscht haben, wiederum andere als einen Grund, zusammen mit Karfreitag eine zwischenzeitliche Ferien- und Reisezeit einzulegen, und nochmal andere, die einfach nur zufrieden damit sind, ein paar zusätzliche Tage zur Entspannung zu haben; wenn man nicht zufällig in der Nähe glöckelnder Kirchen und/oder schreiender Muezzine wohnt. Es gibt sogar immer mehr Menschen (Reiche und Vermögende vor allem), die Ostern als eine Art zweites Weihnachten feiern mit vielen meist auserlesenen Geschenken. Dann gibt es Karl May-Freunde, die ihm nacheifern; denn er hat (zumindest gedanklich) im wilden Westen Nordamerikas die humane Art von Weihnachten und Ostern den Menschen nahegebracht und dieses in seinen Romanen und Reiseerzählungen auch immer wieder erwähnt. Und es gibt Naturliebhaber wie ich, die Ostern als einen Teil des Erwachens der Natur nach einer dunkleren Jahreszeit sehen, und damit verbunden als Fruchtbarkeitsfest, wo es von hoppelnden Osterhasen, kleinen gelben Osterküken, niedlichen weichen Osterlämmern und vielen vielen bunten Ostereiern nur so wimmelt.

Allen ist aber eines gemeinsam: Sie wünschen sich alles Gute. Und so bleibt mir nichts anderes übrig, als dass ich mich sehr gerne dem anschließe und zusätzlich anmerke:

In diesem Sinne: Alles Gute.

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Siehe auch den Artikel Ostern in Norwegen und das Rezept zu einem leckeren Ostermahl.

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SinterKlaas, der Weihnachtsmann und das Christkind

Wer bringt eigentlich die Geschenke?

Von Martin Schnakenberg

In keiner anderen Zeit werden so viele Geschenke verteilt als zu Weihnachten. Und das weltweit, wenn auch zu unterschiedlichen Daten. Denn Weihnachten ist nicht nur das Fest der Liebe, immer mehr ist es auch zu einem Fest des Schenkens und des Beschenkt-werdens geworden. – Doch wer bringt eigentlich die Geschenke? Nicht immer ist es der Weihnachtsmann oder das Christkind. In den verschiedenen Regionen Europas haben sich dazu sehr unterschiedliche Traditionen entwickelt.

Unser kleiner Streifzug mit ergänzenden Bemerkungen durch die Kulturgeschichte des Schenkens in der Weihnachtszeit beginnt mit dem 11. November, dem Martinstag oder »Pelzmärtel«, wie er im evangelischen Franken heißt. In Pelze gehüllt und mit Ketten umgürtet, zieht der Heilige mit seinem finsteren Knecht Krampus von Haus zu Haus und hängt, wenn die Kinder artig waren, einen mit allerlei leckeren Süßigkeiten gefüllten Strumpf an die Tür. Erinnert werden soll dabei an die Legende vom heiligen Martin, der am Stadttor auf einen nackten Bettler traf und diesem die Hälfte seines Mantels schenkte. In der folgenden Nacht erschien Martin die Christusgestalt, eingehüllt in eben diese Mantelhälfte, die er dem Bettler überlassen hatte. Daraufhin ließ Martin sich taufen und gründete in Ligugé bei Poitiers das erste gallische Mönchskloster. Im Jahre 371 wurde er zum Bischof von Tours gewählt.

Natürlich ließ sich mein damals noch 10-jähriger Sohn die Legende um den Mantel nicht entgehen, um »gefährliche Fragen« zu stellen, die in einen Dialog a la »Papa, Matze hat gesagt…« gepasst hätten. Ihm war es zumindest schleierhaft, warum der Heilige nur die Hälfte seines Mantels verschenkt hatte. Und dann die unweigerlich folgende Frage: »Der war total nackt? Und welche Hälfte hat er verschenkt, unten oder oben?« – Herausgekommen ist nach dem Gespräch, dass diese Legende zwar fromm, aber totaler Blödsinn ist. Denn sogar Jesus war ja erschienen, just in der einen Hälfte des Mantels, um diesem Gnom von heiligem Martin zu zeigen, wie bescheuert doch sein Tun gewesen war. Aber diese Erkenntnis würde wiederum die ach so schöne kirchliche Struktur vollends aus dem Gleichklang bringen.

Wie dem auch sei, eine weitere der zahlreichen Legenden berichtet auch, was es mit der Martinsgans auf sich hat. Sie erzählt, Martin habe sich aus Bescheidenheit vor seiner Wahl zum Bischof von Tours in einem Gänsestall versteckt gehalten. Doch die Gänse hätten ihn durch ihr lautes Geschnatter verraten. Zur Strafe habe Martin diese Gänse dann allesamt braten lassen. – Etwas, was einem Nichtchristen wie mir doch sehr negativ aufstößt, denn Jesus hatte (außer in den »frommen« Legenden über seine Kinderzeit) nie von irgendeiner Strafe gesprochen, wenn ihm irgendwas nicht passte. Und wenn so einer wie der oben beschriebene Martin dann auch noch heilig gesprochen wird, dann weiß man ja, was man von den Würdenträgern der Kirche halten soll, denn solche Reaktionen von Heiligen empfinde ich als barbarisch und teuflisch.

Der 11. November ist übrigens auch der Tauf- und Namenstag Martin Luthers, dem an diesem Tag in evangelischen Gemeinden gedacht wird.

Das nächste wichtige Datum im vorweihnachtlichen Kalender ist aus Kindersicht der 6. Dezember, der Nikolaustag. Sankt Nikolaus ist zweifellos der volkstümlichste Heilige der Weihnachtszeit, um den sich die meisten Legenden ranken. In den Ostkirchen Griechenlands, Armeniens und Russlands ist er der populärste Heilige überhaupt. Doch wie ist er zu diesen Ehren gekommen? Die historischen Fakten sind spärlich. Gesichert scheint nur, dass er um 270 n. Chr. in der Hafenstadt Patara in Kleinasien geboren wurde und man ihn wegen seiner Mildtätigkeit und besonderen Frömmigkeit zum Bischof von Myra wählte. Wobei Frömmigkeit auf mehrere Arten definiert werden kann … auch die Priester, die kleine Ministranten vergewaltigen, sind fromm beim anschließenden Gebet. Aber das scheint wohl eine andere Sache zu sein. – Nun denn, Patara war damals ein wichtiges Zentrum des Apollokultes, den Nikolaus Zeit seines Lebens vergeblich auszumerzen versuchte. Die Legende besagt nun, dass Nikolaus in einem Grab aus Marmor beerdigt wurde, aus dessen »Häuptern ein Brunnen mit Öl und zu seinen Füßen ein Wasserquell« entsprang. »Und noch heutigen Tages rinnt heiliges Öl von seinen Gebeinen, das ist wider alles Siechtum…«. Naja, der Glaube soll bekanntlich Berge versetzen. – Doch nicht nur den Alten und Kranken soll Nikolaus zur Seite stehen. Der Legendenschatz, der ihn umgibt, ist so reichhaltig, dass auch die Seefahrer, die Hungernden, die Gefangenen und die Diebe Nikolaus als ihren Schutzpatron anriefen und es teilweise heute noch tun.

Besonders viele Bräuche haben sich um Nikolaus als Beschützer der Kinder entwickelt. Seit dem frühen Mittelalter finden sich zahlreiche Legenden, wie er Kinder aus größter Not befreit hat. So steht in frühen Hamburger Quellen zu lesen, dass »am St.-Nikolaus-Tag, dem Hauptfest der Hamburger Schuljugend, dieselbe nach altem Herkommen einen Bischof aus ihrer Mitte wählt«, der in der feierlichen Messe eine bischöfliche Predigt an die Erwachsenen zu halten hatte. Dabei durfte er ihnen nach dem Motiv der »verkehrten Welt« tüchtig die Leviten lesen. Begleitet von einer bunten Schar von Heiligen, Engeln, Rittern und Bürgersleuten zog er anschließend durch die Stadt und sammelte Almosen für die Armen ein. Dabei trieben sie allerlei Schabernack »zur eigenen und aller Zuschauer Ergötzung, welche in ungezählten Mengen den Zug begleiteten.« Ein Ende fand dieser Brauch, als Hamburg protestantisch wurde.

Sinterklaas und Zwarte Piet

Von dieser Tradition aus war es nur ein kleiner Schritt hin zur Rolle des Nikolaus als Gabenbringer für die braven Kinder und fleißigen Schüler. Weihnachtsmann und Christkind hielten erst weitaus später ihren Einzug in die deutschen Wohnzimmer. In Holland dagegen ist der 6. Dezember nach wie vor der große Tag, an dem »Sinterklaas« mit seinem Schimmel zum Schornstein hereinkommt und seine Gaben in die bereitgestellten Holzschuhe verteilt. Von Delfzijl aus setzt er dann mit einem Boot über den Dollart nach Emden und erfreut auch die ostfriesischen Kinder. Der Weihnachtsabend selbst aber wird beschaulich im Familienkreis gefeiert.

In Deutschland ist es heute der Heilige Abend, dem die Kinder erwartungsvoll entgegen blicken, wobei hier unterschiedliche regionale Prägungen festzustellen sind. Während im süddeutschen Raum das Christkind und der Nikolaus die traditionellen Gabenbringer sind, hat sich im mittel- und norddeutschen Raum der Weihnachtsmann als Mischung aus Nikolaus und Gottvatergestalt etabliert.

Im Zuge der Reformation hatte man mitsamt allen anderen Heiligen auch den Nikolaus »abgeschafft«. Nach Vorstellungen Martin Luthers sollte nun das »Christkind« die Geschenke bringen, wobei dieses aber nicht mit dem Jesuskind in der Krippe gleichzusetzen ist. Die Vorstellung des Christkinds als engelsgleiche Erscheinung stammt vielmehr aus weihnachtlichen Umzugsbräuchen und Krippenspielen, bei denen häufig eine Engelsschar von einem Christkind angeführt wurde. Über die Entstehung dieser Figur berichtet Alexander Tille Ende des 19. Jahrhunderts: »In Hamburg erschien im 18. Jahrhundert Kinjees (Kind Jesu) und der Klingelgeist Klinggeest. Noch um 1820 kam hie und da der Brauch vor, den Kindern abends durch ein heimliches Klingeln mit kleinen Glöckchen die bevorstehende Ankunft Christkindchens zu verkündigen.«

Im 19. Jahrhundert wurden im protestantischen Norddeutschland Christkind und Klinggeest durch den Weihnachtsmann verdrängt. Vorbild war die Figur des »Herrn Winter« aus dem »Münchner Bilderbogen« des Malers Moritz von Schwind (1804–1871). Er zeichnete eine Gestalt mit Kapuzenmantel, hohen Stiefeln, langem weißem Bart und einem Kerzenbäumchen unterm Arm. Diese Figur passte so genau zu der damaligen bürgerlichen Vorstellung eines gütigen Gabenbringers, dass sie ihren Siegeszug rund um den Globus antrat. Im Zuge der zunehmenden Kommerzialisierung des Weihnachtsfestes ist sie zur wichtigsten Werbefigur im Weihnachtsgeschäft geworden und beginnt auch das in Süddeutschland immer noch bedeutsame Christkindl zu ersetzen.

Brennendes Sonnenrad zum Julfest

Brennendes Sonnenrad zum Julfest

Doch wer bringt in anderen Ländern die Geschenke? Skandinavische Weihnachten sind bis heute von zwei Traditionslinien geprägt: die einheimische des Julfestes, der alten bäuerlichen Ernte- und Mittwinterbräuche, und die relativ junge rund um Weihnachtsmann und Weihnachtsbaum, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts aus Norddeutschland importiert wurde.

Erster Höhepunkt der Weihnachtszeit ist in Schweden, aber auch in Teilen Frieslands und Angelns, das Luciafest (Lucia von lat. = Lux, Licht) am 13. Dezember, an dem sich das älteste Mädchen der Familie als Luciakönigin verkleidet. Geschmückt mit einem Haarkranz aus Preiselbeerzweigen, in denen brennende Wachskerzen befestigt sind, geht es herum und serviert den anderen Familienmitgliedern Kaffee und Safranbrot. Man könnte meinen, dass es sich hier um einen alten Volksbrauch im Zusammenhang mit der Mittwinternacht handelt, doch scheint es erwiesen, dass auch diese Tradition erst im 19. Jahrhundert über die soziale Oberschicht in Schweden Fuß fasste. Es wird angenommen, dass die Lichtergestalt der Lucia ihren Ursprung im elsässischen Christkind hat, das den gleichen Lichterkranz als Kopfschmuck trägt.

Erinnert werden soll im Elsass und Teilen Italiens an diesem Tag an die heilige Lucia, eine mildtätige Jungfrau aus Syrakus in Sizilien, die bis zu ihrem Märtyrertod um 300 n. Chr. keusch geblieben war. In der christlichen Tradition des Nordens verkörpert sie dann die Lichtgestalt, die die dunklen Gestalten der Geister und Hexen, die in der längsten Nacht des Jahres zur »wilden Jagd« ansetzen, vertreibt. Am Heiligen Abend bringt dann der »Jultomte« seine Geschenke. Tatkräftig unterstützt wird er von den Heinzelmännchen, den »Tomtebisse«. In Island wiederum kennt man dreizehn koboldartige Gesellen, die an den dreizehn Tagen vor Weihnachten auftauchen und deren Aufgabe darin besteht, jedem Kind Zeugnis über sein Betragen abzulegen. War es artig, findet es jeden Tag eine kleine Überraschung in seinen Schuhen auf dem Fenstersims, wenn nicht, gibt es nur Kartoffeln.

Der heutige Weihnachtsmann und Santa Claus der Kinder

Im angelsächsischen Raum, in den USA und Australien ist es Santa Claus, der mit seinem Rentierschlitten um die Welt saust und die Geschenke durch den Kamin in die aufgehängten Strümpfe verteilt. Entstanden ist er etwa zeitgleich mit dem deutschen Weihnachtsmann, und auch sein Äußeres hat er von dort mitgebracht. Die Rentiere wiederum sind eine skandinavische Beigabe. Besonders das rotnasige Rentier Rudolph erlangte durch einen Weihnachtssong von Clement Clark Moore Berühmtheit. In den Einkaufszentren der Städte beginnt Weihnachten bereits am 1. November. Die Geschäfte werden mit allem geschmückt, was die Herzen der Kunden höher schlagen lässt. Schaufenster verwandeln sich in kitschige Märchenwelten und die ganze Stadt wird ausgiebig beleuchtet. Gigantomanie ist eben auch an Weihnachten alles in den USA. In Irland dagegen besteht die schöne Sitte, am Weihnachtsabend Kerzen ins Fenster zu stellen als Einladung für alle, die wie einst Maria und Josef obdachlos und hungrig sind.

Am längsten müssen die Kinder in Spanien und Italien auf ihre Geschenke warten. Hier kennt man traditionellerweise weder Weihnachtsmann noch Weihnachtsbaum. Der Heilige Abend wird mit einem ausgelassenen Familienfest gefeiert, im Norden Spaniens mit einer speziellen Navidad-Paella, zu dem auch die weit entfernten Verwandten anreisen. Um 24 Uhr beschließt man in Spanien den Abend mit »la Misa del Gallo«, sinngemäß die »Messe vor dem Krähen des Hahnes«. Am 6. Januar ist dann der große Tag für die Kleinen: Die Heiligen Drei Könige ziehen in die Dörfer ein und bringen Geschenke. In vielen Orten wird dieser Tag mit prachtvollen Umzügen gefeiert, bei denen Kaspar, Melchior und Balthasar auf waschechten Kamelen durch die Straßen reiten und von einem bunten Gefolge begleitet werden.

In Italien ist dagegen eine Hexe für die Gaben zuständig. Diese Befana ist aber eine gute Hexe, die in der Nacht vom 5. auf den 6. Januar auf ihrem Besen von Haus zu Haus fliegt und die Kinder beschenkt. Ihr Name ist vermutlich vom Fest Epiphanias abgeleitet, das an eben diesem 6. Januar stattfindet. Der Legende nach hatte die Hexe von den Hirten die Botschaft von der Geburt Jesu gehört. Aber sie ist zu spät aufgebrochen und verpasste daher den Stern, der sie zur Krippe führen sollte. So ist sie immer noch auf der Suche nach dem Jesuskind und macht sich jedes Jahr zur gleichen Zeit auf den Weg und bringt allen Kindern Geschenke, in der Hoffnung, dass eines der Kinder der kleine Jesus ist.

So unterschiedlich in den einzelnen Ländern Weihnachten auch gefeiert werden mag, es sind doch immer wieder die gleichen Rituale, die die Christen auf der ganzen Welt verbinden. Erinnert werden soll überall auf der Welt an die Geburt Christi, der als »Geschenk Gottes« auf die Welt kam. Und darüber sollten auch die immer mehr bekannt werdenden Missetaten, Betrügereien, Schandtaten und sogar teuflische Gebaren der Kirche und ihren Oberen, aber auch die immer größer werdende Geschenkeflut in unserer entchristlichten Zeit, nicht hinwegtäuschen.

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Siehe auch das nordeuropäische Julfest, die Wilde Jagd und den Artikel »Du lieber, heiliger Nikolaus«, woher der größte Teil dieses Artikels stammt. Interessant ist auch der Besuch des Weihnachtsmann-Dorfes.

Eine Danksagung muss unbedingt erfolgen an die Autoren der Wikipedia, die in allen Ländern Wissenswertes zusammengetragen haben und an meine Lieblingsredaktion von TimeLife Groningen, die mit ihrer Buchreihe »Spektrum der Weltgeschichte« erstaunlich vieles zum Wissen der Welt beitrugen. Ein herzliches und bewunderndes Chateau an diese Autoren.

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Interessanter Artikel vom Blog ›Heut schon gedacht?‹: Ich wünsche allen ein glückliches neues Jahr 2012 …

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Nachtrag vom 06.12.2011 aus der Emder Zeitung: Kinder hatten keine Angst vor den Swarten Pieten!

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Papa, Matze hat gesagt… – Heute: Der Duft, mit dem man Kasse macht

Vater und Sohn im Zwiegespräch

Von Martin Schnakenberg

So langsam geht es auf Weihnachten zu, ob freiwillig oder nicht. Wenn man in die Geschäfte schaut, dann beginnt die Weihnachtszeit schon Ende Juli. Und komischerweise wird auch alles gekauft, obwohl sich jeder darüber beschwert, dass die Nikoläuse jedes Jahr früher kommen.

Jedes Jahr im Hochsommer stehen verzweifelte Frauen (und Männer!) vor den Regalen und murmeln verständnislos „Nun schau dir das mal an: Christstollen! Im Juli! Wer soll den denn jetzt schon essen?!!“ Dann einmal umgedreht, ob keiner zuschaut und rein damit in den Einkaufwagen und mit einer Tüte Chips gut zugedeckt: „Kann ja nicht schaden, ist ja nur einer.“

Dabei ist es kein böser Wille, der die Menschen sich immer wieder selbst übertölpeln lässt. Es ist einfach die Werbung, die uns suggeriert, dass es einfach mal so sein muss und ganz selbstverständlich ist. Und dann tun wir es auch. Ob es jetzt zu Gunsten der Pharmaindustrie ist oder der Chemischen Industrie, zu Gunsten der Unterhaltungs- oder der Autoindustrie oder Bekleidung oder Lebensmittel oder … – Wir lassen uns bedudeln und meinen, damit gehörten wir zur Elite. Das davon einige ausgeschlossen sind, wie z.B. Arbeitslose und Rentner, nimmt man dabei in Kauf. Wichtig ist, und das wird uns immer wieder von allen Seiten eingetrichtert, wichtig ist, dabei zu sein und am Wohlstand des Volkes teilzunehmen. Koste es, was wolle. Und wenn wir pleite sind, beginnen wir von vorne. Hauptsache, die da oben machen Kasse und wir da unten lassen uns immer mehr von denen da oben verblöden. Und langsam kommen wir dann zu dem Zustand, in dem wir denen da oben alles glauben und sie deshalb bei jeder Wahl wiederwählen, weil sie uns so schön Märchen erzählen können.

Und manchmal reicht auch schon die von der Werbeindustrie heftig umworbene Hygiene, wo sich Vater und Sohn wieder mal so herrlich erfrischend in den Haaren liegen und sich nach Herzenslust über Gerüche streiten können – und zwar mit dem Duft, mit dem man Kasse macht.

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SOHN: „Papa, Matze hat gesagt, seine Schwester hat gesagt, ihr stinkt es, dass sie nicht so riechen soll, wie sie riecht!“

VATER: „Und mir stinkt es, dass ich nicht lesen soll, was ich gerade lese! Können wir das Gespräch über die Geruchsprobleme von Matze’s Schwester vielleicht noch etwas aufschieben …“

SOHN: „Das sind ja garnich die Probleme von Matze’s Schwester.“

VATER: „Wessen Probleme denn?“

SOHN: „Von allen. Wird doch allen dauernd eingeredet, dass sie sich von oben bis unten besprühen und beschäumen und beschmieren müssen, damit …“

VATER dazwischen: „Beschmieren vor allen Dingen!“

SOHN: „Meinetwegen auch eincremen – jedenfalls soll keiner mehr so riechen, wie er von selbst riecht. Bloß nich!“

VATER: „Mein Gott, bleibt mir denn nichts erspart? – Mit den Kosmetika kann doch wirklich jeder …“

SOHN unterbricht: „Mit den was?“

VATER: „Kosmetika. Darunter versteht man alle Mittel, die ein Mensch benutzt, um sich sauber zu erhalten.“

SOHN: „Da wird man doch nicht sauber von, wenn man sich Parfum hinters Ohr tupft …“

VATER: „Zu den Kosmetika zählt man auch Seife und Zahnpasta – unter anderem.“

SOHN: „Von Waschen und Zähneputzen red ich doch nicht. Das ist doch normal.“

VATER: „Schön, das von dir zu hören. Heute morgen war deine Zahnbürste nämlich wieder mal knochentrocken!“

SOHN: „Gar nich …“

VATER: „Lüg mir nichts vor, ich hab sie angefasst!“

SOHN: „Aber nachts ess ich doch garnichts. Da reicht es doch, wenn ich morgens den Mund spüle!“

VATER: „Das reicht eben nicht! Nachts bilden sich Bakterien an den Zähnen, und die müssen mit der Zahnbürste vernichtet werden.“

SOHN: „Wenn du mit deinen Fingern an meiner Zahnbürste rumfummelst, kommt erst recht ’n Haufen Bakterien dran!“

VATER: „Also bitte, ja?! Du putzt dir auch morgens die Zähne und basta. – Wo war ich nun stehengeblieben!“

SOHN: „Bei den Kos-me-ti-ka.“

VATER: „Richtig. Ich wollte sagen: mit denen kann das jeder halten, wie er will. Wer sich pflegen will, der pflegt sich, und wer das nicht will, der lässt es eben. Wenn seine Mitmenschen dann einen Bogen um ihn machen, wird er’s schon merken …“

SOHN lacht auf: „Na bitte! Da sieht man’s ja!“

VATER: „Was sieht man?“

SOHN: „Dass du voll auf die Werbung abgefahren bist! Aber total!“

VATER: „Auf welche Werbung?“

SOHN: „Also, das ist echt voll krass! Jetzt glaubst du auch schon, dass alle Leute einen Bogen um dich machen, wenn du nicht das Superhaartonic gekauft hast und das Spray gegen Mundgeruch und das Unterm-Arm-Spray und das Intimspray und …“

VATER: „Jetzt halt aber mal die Luft an! Bist du jetzt völlig übergeschnappt?“

SOHN: „… und vielleicht auch noch den Fußpuder?!“

VATER: „Vielleicht behauptest du auch noch, dass ich in Eselsmilch bade, was?“

SOHN: „Eselsmilch hab ich bei uns noch nicht gesehn. Aber alles andere steht in dem kleinen Schränkchen im Bad.“

VATER: „Was hast du denn überall herumzuschnüffeln! Da werden wir den Spiegelschrank mal abschließen in Zukunft!“

SOHN: „Ist das vielleicht ein Geheimnis, was ihr da drin habt?“

VATER: „Es ist kein Geheimnis, aber es geht dich auch nichts an! Schon gar nicht, wenn du dir anmaßt, uns vorzuschreiben, womit wir uns pflegen dürfen! Sei froh, dass wir es in puncto Hygiene so weit gebracht haben!“

SOHN: „Man kann aber alles übertreiben …“

VATER: „Wer übertreibt denn mal wieder?“

SOHN: „Ich finde nämlich, ihr riecht von alleine sehr gut, Mama und du.“

VATER: „Herzlichen Dank. Das beruhigt mich sehr. Aber genau das ist eben die Folge von … von einer bewußten Körperpflege.“

SOHN: „Find ich garnich. Am besten riecht ihr, wenn wir verreist sind, und ihr habt nicht soviel Zeugs mit. Und wir sind am Strand oder so …“

VATER: „Ja nun – wir können nicht gut an jedem Tag im Jahr nach Meerwasser und Sonne duften.“

SOHN: „Deswegen braucht ihr euch noch lange nicht von oben bis unten vollzusprühen.“

VATER: „Willst du das gütigst uns überlassen?!“

SOHN: „Soll ich dir mal was sagen? Mama riecht seit ihrem Geburtstag wie Frau Brenner!“

VATER: „Hast du einen Stockschnupfen, oder was ist mit dir los?! Du wirst doch deine Mutter nicht mit dieser … dieser Schreckschraube vergleichen!“

SOHN: „Mach ich ja garnich. Aber das Parfum, das du Mama zum Geburtstag geschenkt hast, ist das Parfum von Frau Brenner. Und deswegen riecht sie jetzt genauso.“

VATER: „Das halte ich für absolut ausgeschlossen, dass Frau Brenner sich ein so … so exklusives Parfum leisten kann!“

SOHN: „Was heißt denn hier exklusiv?“

VATER: „Besonders … außergewöhnlich … unüblich …“

SOHN: „Na hör mal! Dafür bringen sie doch dauernd diese Werbespots im Fernsehen! Da werden noch tausend andere Leute so riechen, nicht nur Frau Brenner!“

VATER: „Kaum. Dafür ist es zu teuer.“

SOHN: „Matze sagt, seine Schwester sagt, die meisten Leute geben ein Irrsinnsgeld aus, weil man ihnen dauernd angst macht.“

VATER: „Wovor denn Angst?“

SOHN: „Eben davor, dass sie vielleicht nicht gut riechen. Matze’s Vater sagte nämlich, dass die Firmen das extra so machen und jedes Jahr einen neuen Duft erfinden, den jeder haben sollte – und dann verdienen sie sich dumm und dämlich. Weil alle Leute verunsichert sind.“

VATER: „Ich bin nicht verunsichert, zum Donnerwetter! Es ist mein eigener Wille, mich so zu pflegen, dass ich mich wohl fühle! Außerdem: was geht das Matze’s Vater an, wie ich mich pflege?!“

SOHN: „Garnichts. Aber Matze’s Schwester sagt, das man bloß denkt, dass man das selber will, in Wirklichkeit wird einem das eingeredet.“

VATER: „Der einzige, der sich wieder mal was einreden lässt, bist du! Vielleicht wirst du mal Matze’s Schwester und seinem Vater gegenüber etwas kritischer!“

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Kleine Pause

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SOHN: „Heute früh bin ich fast erstickt, als ich ins Badezimmer rein wollte. Hast du mich nicht husten hören?“

VATER: „Nein.“

SOHN: „Ich hab garkeine Luft gekriegt – weil du wieder wie verrückt mit diesem Fichtennadelduft rumgesprüht hast!“

VATER: „Stell dich nicht so an – du wirst es überleben.“

SOHN: „Ich schon. Ich nehm ja auch sonst nichts von dem ganzen Zeugs. Das Haarwasser nehm ich auch nicht mehr.“

VATER: „Das ist aber sehr gut für den Haarboden.“

SOHN: „Meine Kopfhaut ist doch okay. Und ich will nicht nach irgendwas Künstlichem riechen.“

VATER: „Dann steck dir doch am besten eine Knoblauchzehe zwischen die Zähne oder ein Stück Harzer Käse. Dann riechst du nach was Natürlichem.“

SOHN: „Ich hab nicht gesagt, dass ich stinken will! Ich will nur einfach nach mir selber riechen.“

VATER: „Ach, mach doch, was du willst …“

SOHN: „Mach ich ja. Weil das ja auch schädlich ist.“

VATER: „Was ist schädlich?! Mein Rasierwasser vielleicht?“

SOHN: „Das vielleicht nicht.“

VATER: „Was dann?“

SOHN vorsichtig: „Ich weiß ja nicht, ob es da unten für Männer auch was gibt … aber was die Frauen so nehmen … also der Arzt von Matze’s Schwester hat gesagt, wenn sie nochmal so’n Spray nimmt, dann schmeißt er sie raus! Er hat keine Lust, Leute zu behandeln, die sich mit Absicht krank machen!“

VATER sauer: „Jetzt ist aber endgültig Schluß! Du wirst dich bitte nicht mehr darum kümmern, womit und wohin irgendwer was sprayt. Hast du mich verstanden!“

SOHN: „Ja doch, ich will ja bloß …“

VATER: „Ja, du schon, aber ich will jetzt nicht mehr!“

SOHN: „Ich will dir bloß noch was sagen … damit du nachher nicht enttäuscht bist …“

VATER: „Worüber sollte ich enttäuscht sein?“

SOHN: „Dass Mama sich nicht freut. Ich hab nämlich gehört, wie sie zu Tante Jutta gesagt hat, sie will kein Parfum oder sowas mehr geschenkt kriegen.“

VATER: „Ist gut, danke. Wahrscheinlich hat sie noch genug Vorräte für die nächste Zeit.“

SOHN: „Vielleicht will sie auch mal garnichts nehmen …“

VATER: „Ach was …“

SOHN: „Vielleicht will sie ja mal rauskriegen, ob du sie überhaupt noch riechen kannst?“

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Christmas is im Eimer

Katastrophen-Alarm

When the snow falls wunderbar

and the children happy are,

when is Glatteis on the street

and we all a Glühwein need,

then you know, es ist soweit:

She is here, the Weihnachtszeit.

.

Every Parkhaus ist besetzt,

weil die people fahren jetzt,

all to Kaufhof, Mediamarkt,

kriegen nearly Herzinfarkt,

shopping hirnverbrannte things

and the Christmasglocke rings.



Merry Christmas, merry Christmas,

hear the music, see the lights,

frohe Weihnacht, frohe Weihnacht,

Merry Christmas allerseits…

.

Mother in the kitchen bakes

Schoko-, Nuss- and Mandelkeks,

Daddy in the Nebenraum

schmücks a Riesen-Weihnachtsbaum.

He is hanging auf the balls,

then he from the Leiter falls…

.

Finally the Kinderlein,

to the Zimmer kommen rein

and es sings the family

schauerlich: „Oh, Christmastree!“

And then jeder in the house

is packing die Geschenke aus.



Merry Christmas, merry Christmas,

hear the music, see the lights,

frohe Weihnacht, frohe Weihnacht,

Merry Christmas allerseits…

.

Mama finds unter the Tanne

eine brandnew Teflon-Pfanne,

Papa gets a Schlips and Socken,

everybody does frohlocken.

President speaks in TV,

all around is Harmonie…

.

Bis mother in the kitchen runs,

im Ofen burns the Weihnachtsgans!!!

.

And so comes die Feuerwehr

with tatü – tata daher

and they bring a long, long Schlauch,

and a long, long Leiter auch,

and they all schrei – „Wasser marsch!“,

Christmas-Time is – now im – …


Merry Christmas, merry Christmas,

hear the music, see the lights,

frohe Weihnacht, frohe Weihnacht,

Merry Christmas allerseits …

.

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