Kein Auftritt für den jamaikanischen Interpreten Bounty Killer

Hassmusik ist Volksverhetzung

Ein Gastartikel von Klaus Jetz

Am 19.08.2011 soll in Berlin auf Betreiben des Calabash Clubs der jamaikanische Interpret Bounty Killer, mit bürgerlichem Namen Rodney Price, geb. 12.06.1972, auftreten.

Wir haben das Berliner Polizeipräsidium über den geplanten Auftritt informiert und gebeten, dafür Sorge zu tragen, dass dem Interpreten keine Bühne geboten wird und dass menschenverachtende Hasslieder, die den Tatbestand der Volksverhetzung erfüllen, nicht zur Aufführung gebracht werden. Uns scheint in diesem Fall der Tatbestand der öffentlichen Aufforderung zu Straftaten gem. § 111 StGB und der Tatbestand der Volksverhetzung gem. § 130 StGB gegeben zu sein. Strafbar machen sich auch die Veranstalter. Wir haben auch die Betreiber des Calabash Clubs gebeten, Bounty Killer keine Bühne zu bieten.

In seinem Lied „Another level“ ruft Bounty Killer offen dazu auf, schwule Männer zu verbrennen oder zu ertränken. Auch in anderen Songs ruft er zu Mord an Schwulen auf. Zu Recht wurden mehrere CDs des Interpreten von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien indiziert.

Zudem liegen uns zahlreiche Berichte vor, dass gegen den Interpreten in Jamaika Verfahren wegen Gewalttaten und Waffenbesitz anhängig sind. Auch soll er für die USA kein Einreisevisum bekommen, so dass er dort keine Auftritte mehr absolvieren kann.

Wegen des geplanten Auftritts von Capleton beim Chiemsee Reggae Summer, das vom 26. bis 28. August stattfindet, haben wir bereits im April den bayrischen Staatsminister des Innern angeschrieben. Das Innenministerium hat uns daraufhin mitgeteilt, dass im Auflagenbescheid zum Musikprogramm ein Passus eingefügt wurde, der sicherstellen soll, „dass keine gesetzeswidrigen Texte veröffentlicht werden. Der Veranstalter hat dafür Sorge zu tragen.“ Zudem stehe Capletons Auftritt unter polizeilicher Beobachtung, „alle rechtlichen Möglichkeiten zur Gefahrenabwehr (werden) konsequent ausgeschöpft“, Rechtsverstöße „konsequent verfolgt“.

Interpreten, die menschenverachtende, minderheitenfeindliche Inhalte in ihrem Repertoire führen, darf hierzulande kein Forum geboten werden. Es kann nicht angehen, dass auf hiesigen Bühnen von denselben Leuten zu Mord und Totschlag aufgerufen wird, die in Jamaika regelmäßig für eine unvorstellbare Schwulenhatz sorgen. Von Dancehall-Bühnen herab sorgen Interpreten wie Bounty Killer dafür, dass Konzertbesucher immer wieder (vermeintlich) schwule Männer durch die Straßen jagen und erschlagen.

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Klaus Jetz, Geschäftsführer LSVD Lesben- und Schwulenverband Deutschland e.V.
Postfach 10 34 14, 50474 Köln, T. (0221) 9259610, lsvd@lsvd.dewww.lsvd.de

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