Fasching, Karneval – und trotzdem gute Laune

Wer soll das bezahlen, wer hat soviel …

Von Martin Schnakenberg

Es gibt nichts Gutes, außer man tut es“, sagt der Volksmund. Das sagte sich auch der Freiherr von Guttenberg, als er seine Doktorarbeit abschrieb. Naja, da wurde bekanntlich ja noch viel mehr abgeschrieben. Zum Beispiel Guttenbergs Bundeswehrsoldaten in Afghanistan, wo außer ihm sogar die ganze Regierung und die SPD und die Grünen fleißig waren, denn … es ist ja nicht ihr eigenes Leben, was sie abschreiben.

Und Merkel hat die Billionen Euro für die Banken abgeschrieben …

und wir die Merkel – mitsamt ihrem Hofstaat.

Wie sagt sie noch immer: „Wir müssen jetzt alle etwas kürzer treten!“ – Und da jetzt Wahlkampf angesagt ist, werden wir das auch tun. Auf der Wahlkampfbühne der hirnlosen Versprechungen ist sie dann viel näher am Volk dran, sodass wir viel kürzer treten brauchen, um ihren Arsch zu erreichen.

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Allerdings darf man auch behaupten, dass die da oben uns hier unten noch längst nicht abgeschrieben haben. Können sie auch gar nicht. Denn welcher Bauer ist so dumm, seine beste Melkkuh noch vor dem Kalben zu schlachten?! – Aber, so hört man es munkeln, die Kälber werden nicht so geduldig sein wie ihre Eltern, die Ochsen und Rindviecher sind. Die werden sich nicht mit dem Bedienen zufrieden geben.

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Abschreiben müssen wir auch den Mappus. Der ist ja nur deshalb so verbohrt, weil seine Bohrungen für den Tunnelbahnhof beim Volk auf Granit stoßen. Und vielleicht bald auf Anhydrit. Das wird ein Fest, wenn die Band „Einstürzende Neubauten“ zum Fluchttanz durch den Fluchttunnel auffordert. Aber dann ist Mappus sicher schon weg vom Fenster – und alleine schuldig war er ja auch nicht. Da war schon der Oettinger und der Teufel und andere wohlklingende und aussagekräftige Namen vor ihm am betrügerischen grünen Tisch. Und die SPD immer mit dabei. Ohne Informationen für das Volk. Ohne Befragungen oder Volksabstimmungen durch die beteiligten Bürger. Wozu auch? Die sollen doch nur zahlen, sonst nix…

Aber das Volk hat’s denen da oben mal gezeigt, was ne Harke ist und protestiert und demonstriert in demokratischen und freiheitlichen, aber sehr umfangreichen und friedlichen Aufständen, welche von der Obrigkeit mit wahrhaftigen Gewaltorgien belohnt wurden.

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Aber das ist ja plötzlich so trocken hier geworden. Haben euch die Gewaltorgien etwa an die spätrömische Dekadenz erinnert, obwohl sie dort meist Sexorgien waren? – Dann müssen wir schleunigst etwas Stimmung machen, damit ihr vom Regierungshandeln abgelenkt werdet.

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Na, genug abgelenkt? So hat man’s früher in Rom auch gemacht. Im Circus Maximus, der ein Fassungsvermögen von 145.000 Plätze unter Caesar hatte und später sogar 385.000 Menschen aufnehmen konnte, fanden Volksbelustigungen, blutige und unblutige, statt, die das Volk vom eigentlichen Geschehen im Politzirkus ablenken sollten. Genauso wie heute: Weltmeisterschaften und Olympische Spiele mit Fahnenschwenken und „Wir-sind-Deutschland“-Rufen, alles schön von der Bildzeitung dokumentiert. Auf der anderen Seite bühnenwirksames Hartz4-Gerangel um 5 Euro, kämpferische Kanonaden zur Gesundheitsreform, wüste Kommunismus-Beschimpfungen, hämisches Grinsen bei der Verlängerung des Bundeswehr-Einsatzes, theatralisches Durch-boxen der Gesundheitsreform für die Reichen …

Und dann stelle man sich mal vor: Ein Arbeiter bekommt für seine gute Arbeit, die jeden Tag 8 Stunden dauert, plus 2-stündiger Hin- und Rückfahrt, pro Stunde 5,00 Euro Entgelt von der Firma, für die er schuftet. Da er von dem Geld nicht leben kann, geht er zum Arbeitsamt und beantragt Aufstockung im Rahmen von Hartz4. Er bekommt also von seinen Steuern, die er bezahlt hat und die normalerweise für Schulen, Bildung und Straßenbau verwendet werden sollten, eine Ausgleichszahlung. Nur, um die Firma zu entlasten, die mit diesem Niedriglohn ihre Waren im Ausland billiger verkaufen und den Managern Millionenboni gewähren kann nach dem Motto: „Wer arbeitet, soll auch belohnt werden“. – Pfui Teufel. Da ist mir diese Wirtschaft aber lieber, mit fröhlichen Liedern aus der Wirtschaftswunderzeit:

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Wir sind eine Exportnation geworden, wo wir, das Volk, überhaupt nicht stolz drauf sein können, weil wir dabei in das Raubrittertum des Mittelalters zurückversetzt wurden. Die kleinen Wirtschaften um die Ecke werden geschlossen, weil keiner mehr Geld für ein Extrabierchen nach Feierabend mehr hat. Und die großen Wirtschaften mit ihrem Dumpinglöhnen machen nicht nur uns, sondern auch die Wirtschaften anderer Länder kaputt, wie schon viele Beispiele zeigten. Wir Deutsche werden es uns gefallen lassen müssen, überall als hässliche Deutsche angesehen zu werden, die andere Nationen in den Abgrund stoßen. Und trotzdem tönt Merkel auf jeder Konferenz, dass das deutsche Modell zukunftsweisend ist und es im Rahmen der EU zu einer Wirtschaftsregierung nach deutschem Muster auf alle Länder der EU anzuwenden sein muss. Na, dann gute Nacht. Und woher nehmen die dann bitteschön das Geld, wenn das deutsche Volk ausgeblutet ist? Und verstrahlt ist, weil immer noch Atommüll produziert wird und immer noch kein Endlager in Sicht?

Makabrer Gedankengang. Also Unterbrechung mit Musik, verdammt nochmal… 😦

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Und über die Finanzkrise an sich, die eigentlich keine Krise war, aber bei uns eine Krise nach der anderen hervor ruft: „Ich krieg‘ die Krise!“, ist schon viel gesprochen worden. Aber das Wichtigste kann euch der Piet Klocke viel besser erklären als ich, und auch, wie man schnell von einem Thema zum anderen kommt ohne Luft zu holen. Genauso wie die Regierung, die lässt uns zum Verschnaufen auch keine Zeit. Nur im Doktorwerden … da geht’s momentan rückwärts.

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So, das war Stimmung genug, jetzt wollen wir feiern. Und da habe ich im weltweiten Wahnsinn ein Orchester gefunden, dessen Musiker so viel Spaß an der eigenen Musik haben, die sie spielen, dass sie uns mit ihrer Fröhlichkeit anstecken. Nein, das Orchester kommt nicht aus Deutschland. Es kommt aus Japan, wo sie noch keine Merkel/Westerwelle-Pappnasen haben.

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Und denkt an Ackermann, der schreibt auch ab, die faulen Papiere nämlich …

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Umweltschutz – Klimawandel … und warum uns immer mehr Lügen aufgetischt werden

Wahrheit und Legende einer Kriegsführung

Ein Gastartikel von Britta

Artikel wurde überarbeitet, aktualisiert und ersetzt durch den neuen Artikel:

https://muskelkater.wordpress.com/2011/09/17/profit-uber-alles-oder-umweltschutz-wird-zur-farce-wenn-die-machtigen-die-karten-mischen/

Ein neuer aufdeckender Artikel, wobei die Autorin des Muskelkaters sich alle Mühe gegeben hat, die Fakten so zu bringen, dass es allgemein verständlich ist, und zieht dann auch einen kritischen Schlußstrich…

Information für neue Leser: Die Kommentare und Bewertungen hier beziehen sich auf den alten Artikel, der in den neuen Artikel aufgegangen ist.

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„Respektlose Blogger“ gaben den Anlass zum Rücktritt von Horst Köhler

Gegenöffentlichkeit hat Einfluss

Netzwerkartikel. Hier gehts zum Original von DNZS

„Respektlose“ Blogger filterten die brisanten Äußerungen des ehemaligen Bundespräsidenten Horst Köhler heraus und brachten die Mainstreammedien dazu, ihr Schweigen zu brechen.  Jetzt wissen wir es. Gegenöffentlichkeit ist nicht nur eine kostenlose Nachtbewertung der Mainstreammedien. Nein. Sie schubsen den Mainstream auch an. Gegenöffentlichkeit lohnt sich! Es ist allerdings schon sehr verwunderlich, dass der Bundespräsident zurückgetreten ist. Schließlich hatte er nur die offizielle Außenpolitik der Bundesrepublik beschrieben.

„Meine Einschätzung ist aber, dass insgesamt wir auf dem Wege sind, doch auch in der Breite der Gesellschaft zu verstehen, dass ein Land unserer Größe, mit dieser Außenhandelsorientierung und damit auch Außenhandelsabhängigkeit, auch wissen muss, dass im Zweifel, im Notfall, auch militärischer Einsatz notwendig ist, um unsere Interessen zu wahren, zum Beispiel freie Handelswege, zum Beispiel ganze regionale Instabilitäten zu verhindern, die mit Sicherheit dann auch auf unsere Chancen zurückschlagen – negativ, durch Handel, Arbeitsplätze und Einkommen.“

Quelle herausgesucht, geprüft  und analysiert von Jonas Schaible

Der Bundespräsident, der die offizielle Außenpolitik kraft Amtes vertreten muss, hatte die Katze aus dem Sack gelassen.  Welcher Laie weiß schon, ob Wirtschaftskriege verfassungsgemäß sind oder nicht. Fakt ist. Jetzt weiß jeder Laie, warum Deutschland „militärische Verantwortung“ übernimmt.

Jonas Schaible übersetzte das Köhler Zitat  für alle in einer verständlichen Sprache:

Deutschland muss seine Interessen wahren. Dazu ist im Notfall auch Einsatz des Militärs notwendig.
Zu den zu wahrenden Interessen gehören ein hohes Einkommen, ein hoher Beschäftigungsstand und freier Handel, der durch freie Handelswege gewährleistet wird.
Speziell vom Handel ist Deutschland als Exportland stark abhängig, er muss besonders geschützt werden.
Der freie Handel wird unter anderem gefährdet durch regionale Instabilitäten.

Daraus folgt: Zur Sicherung des freien Handels (Unterziel) bzw. zur Sicherung der wirtschaftlichen Situation (Oberziel in Form von Beschäftigung, Einkommen) kann ein Militäreinsatz nötig sein, etwa um Regionen zu stabilisieren.  Quelle

Es war die Gegenöffentlichkeit, sprich: die freien und unabhängigen Blogger, die den Anstoß gegeben hatte. Die Waz-Mediengruppe huldigte diesen Vorgang sogar.
Und
weil das wohl so prekär war, dauerte es lange, bis die Massenmedien (Mainstream-Medien) sich auf das Thema stürzten.
Erst nahm die Community von Freitag.de das Thema auf und dann brach das Schweigen der Massenmedien. Die Bundesregierung schwieg allerdings weiter.
Horst Köhler fand das alles allerdings zu respektlos und trat gestern mit sofortiger Wirkung zurück. Das brachte sogar die Systemnachrichten so richtig auf die Palme: Beispiel ntv

Ein Meilenstein für die Netzöffentlichkeit.

Zum ersten Mal hatte eine politische Kritik aus der Blogger-Szene zu einem Rücktritt eines so bedeutenden Politiker geführt. Und das ganz natürlich. Als die Massenmedien progressiv auf das Thema sprangen, wurde die Kritik am Staatsoberhaupt immer lauter und breiter. Der Anstoß der Kritik kam aber aus den Non-Profit-Veröffentlichungen.
Die Waz-Mediengruppe, schließlich eines der größten Medienunternehmen in Deutschland, huldigte diesen Vorgang. Was heißt: Jan Jessen durfte die Huldigung für die Gegenöffentlichkeit veröffentlichen:

Titel: Blogger wiesen auf brisante Äußerung hin

Noch sehen die Kommerz-Medien die Non Profit Öffentlichkeit als lästig an. Deswegen ist der Kommentar  keine ehrliche Rezension, sondern eine Huldigung. Das kann man schon irgendwie herauslesen.  Aber vielleicht sollte es tatsächlich eine Würdigung werden.
Aber vielleicht auch wollte und durfte Jan Jessen soweit doch nicht gehen.

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Weitere Quellen und Links zum Thema:

http://joese.de/blog/2010/05/23/pressestelle-oder-journalismus

http://rivva.de/http://holgi.blogger.de/stories/1636681/

http://www.nachdenkseiten.de/?p=5718

Original dieses Artikels: http://dnzs-politik.blog.de/2010/06/01/koehleruecktritt-respektlose-anstoss-kritik-8713531/

Dazu eigene Artikel: siehe Muskelkater in den letzten Tagen

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Privates deutsches Söldnerunternehmen im somalischen Bürgerkrieg involviert?

Kriegsspiele – Wargames

Medieninformationen zufolge soll die deutsche Firma „Asgaard German Security Group“ mehr als 100 Ex-Bundeswehrsoldaten in den somalischen Bürgerkrieg entsenden. Die Söldner sollen von einem somalischen Politiker bestellt worden sein, der sich in Opposition zur anerkannten Übergangsregierung sieht.

Galadid Darman, laut Experten politisch in Somalia bislang wenig bekannt, soll mit dem Söldnerunternehmen aus Telgte bei Münster einen fünfjährigen Vertrag zum Objekt-, Personen- und Konvoischutz abgeschlossen haben. Auch der scharfe Schusswaffengebrauch im Bürgerkrieg ist möglich.

Da der Milizenführer Darman die somalische Übergangsregierung nicht anerkennt, könnte der Söldnereinsatz auch die offiziellen deutschen Interessen in der Region konterkarieren. Dem Auswärtigen Amt liegen jedenfalls keine Informationen zum Engagement der privaten Söldner vor.

Zusammengefasst ist das der Inhalt der Tagesschau-Meldung (hier zu lesen). Aber … es gibt da immer noch einen Unterschied zwischen Söldner auf der einen Seite (also käufliche Soldaten, wie hier bezeichnet) und Sicherheitsfachleute auf der anderen. Und deutsche Sicherheitsfachkräfte findet man schon seit vielen Jahren auf der ganzen Welt. Warum also jetzt dieses Geschrei?

Schaut man sich die Homepage dieser Firma aus dem Münsterland mal etwas genauer an (ASGAARD – German Security Group), dann kann man schon in etwa ahnen, wohin diese Reise geht. Und zwar in die USA zu einem gewissen Erik Prince, einem religiösen Fanatiker, der als ehemaliger Angehöriger der US-Navy Seals das Unternehmen Blackwater gründete, aus der die Xe Services LLC wurde, einem internationalen privaten Sicherheits- und Militärunternehmen. Dieses Unternehmen mischt auf der ganzen Welt bei Kriegseinsätzen kräftig mit. Sei es jetzt der Irak, Afghanistan oder Pakistan – Gibt es getötete Zivilisten, stellt sich später heraus, dass es skrupellose Söldner dieser Firma waren.

ASGAARD, eine deutsche Version von Xe Services? – Absolut nicht, verspricht sie selber auf ihrer eigenen Homepage. Aber dieser und der Aussage der Bundesregierung, dass sie von alldem nichts weiß, glaube ich nicht. Denn nachdem einmal mehr in den letzten Tagen klar ersichtlich wurde, dass unsere Bundesregierung allen anderen dient, nur nicht dem eigenen Volk, würden mich schwarze deutsche Kassen auch nicht mehr verwundern. Da brauchts auch kein Bundestagsmandat mehr. Wenn nämlich die Regierung den Verkauf von deutschen Kriegsgeräten sogar in Krisengebieten zustimmen kann, müsste sie eigentlich über den Vertrag vom 16.12.2009 informiert sein (ASGAARD erhält exclusiven Vertrag), außer sie handelt … eben: schwarz.

Alles erscheint hier rätselhaft. Zum Beispiel auch der von der Tagesschau erwähnte Einsatz von EU-Friedenstruppen. Sollte es zu Kampfhandlungen kommen, stehen sich deutsche Soldaten direkt gegenüber. Und davon will die Bundesregierung keine Ahnung haben?

ASGAARD veröffentlichte zumindest schon mal eine Pressemitteilung zu dem Vorwurf der Tagesschau. Hier kann die Stellungnahme zur aktuellen Berichterstattung als pdf-Datei gelesen werden. Wie es aussieht, geht alles auf Rufschädigung und Verleumdung hinaus.

Trotzdem, und vielleicht sogar deswegen, lässt mich der Verdacht nicht los, dass das Rätsel noch lange nicht gelöst ist. Da steckt m.E. mehr dahinter, von Seiten ASGAARD (und/oder weiterer Firmen) und von Seiten der Bundesregierung, die uns mehr verschweigt, als sie eigentlich dürfte…

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1965/2011 – Realität/Fiktion. Dazwischen liegen nur 45 Jahre…

Erlebnisse zweier 11-jähriger Jungen

Von Martin Schnakenberg

[Weihnachten Anno 1965] Es ist still geworden im Augarten-Palais, dem Domizil der Wiener Sängerknaben. Der 5. Dezember ist nämlich der Tag, wo die letzten Prüfungen des Schuljahres stattfinden, bevor es in die langen Weihnachtsferien geht. Alles brütet schweigend über den unmöglichen Fragen – Mathe, Geschichte, Erdkunde, Naturkunde, Deutsch… – Und wenn die schriftlichen Aufgaben fertig sind, kommt die mündliche Prüfung. Es ist manchmal verflixt, wie einem die einfachsten Antworten zu den einfachsten Fragen nicht einfallen.

Morgen am 6. Dezember kommt der Weihnachtsmann ins Schloss, wo wir Sängerknaben wohnen, lernen und Musikunterricht erhalten. Der Direktor wird eine Ansprache halten, wie brav wir doch immer wieder waren und wie erfolgreich die diesjährigen Tourneen, die nach Indien und Australien führten – zusätzlich die grandiosen Gastauftritte beim Papst in Rom, beim Empfang der Botschafter in der Hofburg und beim großen Konzert mit mehreren berühmten Opernstars.

Unser Leben hier in Wien ist absolut kostenlos und wunderbar, sogar romantisch. Denn die Wiener Sängerknaben sind auf der ganzen Welt beliebt und jeder wartet in irgendeinem Winkel der Erde darauf, dass wir kommen und singen. Dafür bekommt der Verein dann Geld, sodaß er sich durch unser aller Arbeit selber tragen kann. Naja, wir sind nicht zuhause, wie andere Jungs. Aber dafür haben wir in dem großen Schloss im Zentrum von Wien, umgeben von einem Wald und einem großen Park, auch alle Freiheiten, die man sich vorstellen kann. Wir haben ein eigenes großes Schwimmbecken, eine Turnhalle, einen Bolzplatz. Und das Essen aus der eigenen Küche wird mit viel Liebe zubereitet und schmeckt fast so gut wie bei Mutter zuhause. Heimweh hatte ich nur zu Anfang, dann überwog die Musik das ganze Geschehen … und natürlich das Zusammensein mit anderen Jungs in einem Gemäuer, wo es immer wieder was geheimnisvolles zu entdecken gibt.

Jetzt ist die Prüfung vorbei, der Weihnachtsmann (es war mit Sicherheit unser Kapellmeister des Schubertchores) ist gerade eben da gewesen und es geht ans Packen. Denn ich fahre mal wieder nach Hause. Eine endlos lange Zugfahrt liegt zwischen Wien und Zuhause. Aber ich freue mich schon darauf. Denn die Adventszeit bei meinen Eltern zu erleben, ist das Schönste, was es gibt. Noch schöner als die Zeit im Internat im Augarten-Palais in Wien. Ich habe die Noten für mein Trompetensolo im Posaunenchor meines Vaters sehr gut einstudiert. Er wird sich freuen können, wenn ich es bei „Tochter Zion“ spielen werde.

Der Zug läuft in den kleinen Dorfbahnhof ein. Meine Eltern warten schon und ich werde mit Umarmungen und feuchten Küssen empfangen. Im Dorf ist es heimelig und sehr adventlich geschmückt, und die Geschäfte fangen so langsam an, ihre Auslagen mit Spielzeug und mit Schokoladen-Weihnachtsmänner auszustatten. – Zuhause basteln wir Weihnachtssterne für den Christbaum und singen Adventslieder. Draußen fängt es an zu schneien und keine vier Pferde können mich davon abhalten, den Schlitten raus zu holen, mit anderen Kindern zusammen eine Schanze zu bauen, wo wir dann jodelnd herunter rasen. Eine Schneeballschlacht darf natürlich auch nicht fehlen…

Am Heiligen Abend ist dann der große Moment. Mit meinen Eltern gehe ich zur Kirche, mein Vater und ich aber zur Empore, wo schon der Posaunenchor sitzt und ich … ich spiele mit meiner Trompete das schönste Solo meines Lebens.

Wieder zuhause gibt es zuerst einmal Kartoffelsalat mit Würstchen und Kotelett und dann verschwindet Vater plötzlich, um nachzuschauen, ob der Weihnachtsmann schon da gewesen ist. Dann darf ich ebenfalls in die Wohnstube, die jetzt zum Weihnachtszimmer geworden ist. Ich singe meinen schönsten Sopran bei „Oh du fröhliche“, wie ich es in Wien gelernt habe … und dann ist Bescherung. Endlich bekomme ich die Eisenbahn, die ich mir gewünscht hatte. Mein Vater hat die Häuser und die Bäume in seiner kargen Freizeit alle selber geschnitzt. Aber genau das macht die Eisenbahn zu einem wahren Erlebnis. Es ist wunderschön, heute ein Kind zu sein.

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[Weihnachten Anno 2011] Es ist noch Hochsommer und die letzten Urlauber der First-Class, die dort oben auf dem Villenhügel wohnen, sind noch nicht aus den Gegenden zurück, die für uns inzwischen unerreichbar geworden sind. Überall um uns herum sieht man schon, wie die Geschäfte gefüllt werden mit Weihnachtsmänner und digitalen Spielzeugen, die mich nicht interessieren dürfen. Denn schon im letzten Jahr wurden meine Eltern arbeitslos und sind jetzt auf Hartz V, welches mal Bürgergeld genannt wurde. Meine Schwester ist Anfang des Jahres an Tuberkulose gestorben, weil wir uns das Geld für einen Arzt und erst recht nicht für ein Krankenhaus leisten konnten. Die Kopfpauschale, von der damaligen FDP erdacht, hat uns endgültig arm gemacht. Mein Großvater, der im letzten Jahr noch auf Rente war, durfte zwar noch bei einem Banker da oben auf dem Hügel täglich das Clo putzen, um einen Euro für den Bus nach Hause zu bekommen, aber jetzt liegt er auch krank auf der Notliege. Mutter und Vater überlegen schon, wie sie ihn am besten schnell entsorgen können, damit er nicht mehr soviel Geld kostet. Opa meinte, sie sollten ihn einfach an der Autobahn absetzen, so wie früher die Hunde. Dann würde man ihn vielleicht finden und in eines dieser neuen Lager für Sozialschmarotzer stecken. Aber Vater meinte, wir hätten ja kein Auto, und ihn mit der Handkarre dort hinschleppen, würde doch zu sehr auffallen, auch wenn das inzwischen viele tun.

Überhaupt meint Vater, ich sollte mich am besten bei der Bundeswehr freiwillig melden – oder noch besser für eine der Söldnertruppen der Deutschen Bank oder Kriegsgerätehersteller wie Krauss-Maffei Wegmann. Die hätten immer Arbeit in den vielen Kriegsgebieten, wo es um die Sicherung der Demokratie und der Rohstoffe geht. Denn das deutsche Kapital muss ja schließlich in der ganzen Welt verteidigt werden. Und vielleicht hätte ich da ja noch die Chance, wenn ich genügend Nichtdeutsche abgeknallt habe, einen Verdienstorden zu erhalten. Als Verteidiger des deutsch/USAnischen Reichtums und Bewahrer des kapitalistischen Friedens.

Ich bin nicht so sehr damit einverstanden, obwohl ja Kindersoldaten überall rekrutiert werden. Aber ich bin ja schon 11 Jahre und ich kann in meinem Alter schon in den Strahlengruben der Atomkraftwerke arbeiten. ASSE 11 würde mich interessieren. Da ist nämlich auch wieder so ein Leck und muss schnellstens gedichtet werden. Und da sind so Kleine wie ich natürlich viel besser geeignet, als so große Erwachsene.

Natürlich muss ich mich jetzt beeilen mit meiner Entscheidung, denn in vier Monaten ist ja Weihnachten. Und dann hat jeder Bürger das demokratische Recht zu wählen. Er kann dann wählen zwischen dem Lager, einem Weihnachtsgeschenk oder dazubleiben, wo er ist. – Das Lager ist weit außerhalb unserer Ghettostadt, dort, wo Arbeit noch frei macht. Das Weihnachtsgeschenk ist die zusätzliche Gabe der Regierung für die Firmen, die möglichst viel mit möglichst wenig Geld, und mit vielen Entlassungen, effizient gearbeitet haben, also so eine Art Christkindl-Bonus zusätzlich zum normalen Millionengehalt der Manager und Spekulanten. Und dazubleiben, wo wir sind … naja, das wünscht sich auch ja jeder. Da macht das Leben zumindest noch einen Sinn, weil man beim Betteln bei denen, die noch sozial denken, sehr viel Unterhaltung findet. Notfalls als Clown … oder so richtig als echter Sozial-Schmarotzer.

Jetzt muss ich erst einmal zu meinen Eltern, um ihnen zu sagen, dass wir jetzt kein Fleisch mehr kaufen können und auch das Wort Fleisch nicht mehr benutzen dürfen. Denn der US-Agrarmulti Monsanto hat jetzt ja ein Patent auf Fleisch. Alle wissen ja, dass die Schweine mit genmanipuliertem Futter dieser Firma gemästet werden und deshalb das Fleisch urheberrechtlich für Monsanto geschützt ist. Genauso wie für das Brot, was demnächst als Patent dieser Firma gilt.

Ach was, ich sag meinen Eltern einfach, wir sollen uns mit Opa zusammen an die Autobahnbrücke legen. Dann sind wir alle zusammen und feiern Weihnachten. Vielleicht findet uns ja jemand und … feiert einfach mit. – Auf jeden Fall ist es schön, in dieser Zeit ein Kind zu sein. Da kann man noch so richtig phantastisch gute Ideen entwickeln, wie man den Reichen entgeht, ohne gleich als Terrorist angesehen zu werden.

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War das wirklich eine Satire?

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Nachtrag:

Siehe Tuefflers Meinungs-Blog: http://tueffler123.wordpress.com/2010/04/28/helle-panik-um-hellas/

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Georg Schramm über Afghanistan

Neues aus der Anstalt…

… vom 13. April 2010. – Ohne Anmerkung. – Bitte nur zuhören:

Neues aus der Anstalt vom 13. April 2010

Georg Schramm und Co.

Da braucht es keinen großartigen Kommentar, wenn Georg Schramm über den Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan palavert. Da braucht es keinen Kommentar, wenn Merkel, Strauss und Kohl in die Bestandteile ihrer dummen und einfältigen Bemerkungen zerlegt werden. Da braucht man nur hier schauen und zuhören…

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