Ein Streifzug durch die HAZ vom 09.09.2011

Presseschau im Muskelkater

Eine Führung unter der Leitung von Manuel Zava

Wenn man allgemein von einer Presseschau spricht, dann erinnert man sich meist an die ARD, wo sonntags mittäglich die Presseschau des WDR aus dem Funkhaus Köln zu sehen war. Mehrere Journalisten verschiedener Zeitungen saßen um einen halbrunden Tisch und widmeten sich einigen Themen, die vom Moderator der Sendung vorgegeben wurde.

Na, so komplett kann ich es nicht, aber ich bemühe mich, aus der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung (HAZ), die zuerst mal dran ist, das Wichtigste heraus zu fischen.

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Neue Stelle im Jugendamt gegen Kindesmisshandlung

Stadtverwaltung will Arbeit konzentrieren, indem Aufsehen erregende Fälle von Kindesmisshandlung und -vernachlässigung, wie der Tod des zweijährigen Kevin in Bremen, sich jetzt auch direkt in der Personalplanung im Burgdorfer Rathaus niederschlagen soll: Aufgrund einer Gesetzesänderung im Vormundschafts- und Betreuungsrecht soll sogar eine neue Stelle im Jugendamt geschaffen werden.

Im neuen Gesetz heißt es: „Der Vormund hat mit dem Mündel persönlichen Kontakt zu halten. Er soll das Mündel in der Regel einmal im Monat in dessen üblicher Umgebung aufsuchen, wenn nicht im Einzelfall andere Besuchsabstände oder ein anderer Ort erforderlich sind.“ – Bislang sei die Arbeit von ihm und einer zweiten Abteilung im Hause mit erledigt worden, sagt Niemann. Künftig soll sie bei einer neuen Kraft konzentriert werden, die zum nächsten Jahr mit 30 Wochenstunden eingestellt werden soll.

Na, wenn das nichts ist! – Hier weiter lesen: Neue Stelle im Jugendamt.

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Heftiges Erdbeben in Westdeutschland

Ein Erdbeben der Stärke 4,4 hat am Donnerstagabend viele Menschen im Westen Deutschlands aufgeschreckt. Verletzt wurde ersten Erkenntnissen zufolge aber niemand. Auch Sachschäden habe es keine gegeben, berichteten die Polizeidirektionen in Nordrhein-Westfalen am Freitagmorgen übereinstimmend. […] Das Epizentrum sei in Goch am Niederrhein gewesen, sagte der Leiter der Erdbebenstation, Professor Klaus Hinzen von der Universität Köln.

Das Beben sei kurz nach 21.00 Uhr in einem Radius von rund 200 Kilometern spürbar gewesen. „Von Bielefeld bis Brüssel, im Bonner Raum und sogar bis Amsterdam“, berichtete Hinzen. Zahlreiche Bürger hätten sich gemeldet und um Informationen gebeten.

Nicht nur in Japan, auch Deutschland hat seine Beben. Die Beben aus Berlin haben allerdings momentan noch größere Auswirkungen.

Weiter lesen unter: Erdbeben.

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Gefeuerte Yahoo-Chefin: „Diese Leute haben mich verarscht“

Carol Bartz hat Wut im Bauch. Die vom Yahoo-Verwaltungsrat per Telefon gefeuerte Konzernchefin nimmt bei ihrem ersten Interview nach dem Rauswurf kein Blatt vor den Mund. „These people fucked me over“, diktiert sie der Reporterin des US-Magazins Fortune in den Block. „Diese Leute haben mich verarscht.“ Bartz erzählt ausführlich, wie sich das Telefongespräch zwischen ihr und Verwaltungsratschef Roy Bostock abgespielt hat…

Und das ist dann hier unter Gefeuert zu lesen.

Dazu sollte man aber auch wissen, dass diese Ex-Chefin Worte gebrauchte, die für uns zwar normal, aber für das prüde USA unaussprechlich sind.

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Baustelle blockiert Geschäft sechs Monate

Eine Geschäftsfrau in der Innenstadt muss sechs Monate lang eine Baustelle vor ihrem Schaufenster ertragen – die Existenzgründerin hatte den Spielwarenladen im Volgersweg erst im vergangenen Jahr eröffnet. Alle Hilferufe an den Verursacher, die Stadtwerke, und das Bauamt der Stadt blieben ohne Wirkung.

Zuletzt wurde ihr schriftlich zugesagt, dass wohl bis Ende August alle Arbeiten abgeschlossen sein würden. „Aber dann war wieder wochenlang kein Bauarbeiter zu sehen“, sagt sie. Eigentlich waren drei Monate, April bis Juni, für die Arbeiten angesetzt. Auf Nachfrage der HAZ bedauert der Energieversorger jetzt die Verzögerung – und verspricht, dass der Spuk nun aber Ende September endlich vorbei sein soll.

Und wie ist es mit dem Ausfall, den sie in dieser Zeit erleiden musste? – Aber mit einem Kleinunternehmer kann man es ja machen, vor den großen Bossen wären da sicher Kniefall und sofortige Räumung dran gewesen, verbunden mit der Zusicherung, dass der Steuerzahler für den Ausfall gerade steht.

Unter Baustelle blockiert Geschäft weiter lesen.

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Obama will Wirtschaft mit 450-Milliarden-Programm Schub geben

US-Präsident Barack Obama sucht mit einem Kraftakt den Weg aus der Krise: Ein 450 Milliarden Dollar (321 Mrd Euro) schweres Konjunkturprogramm soll die lahmende US-Wirtschaft aus der Talsohle führen. In einer leidenschaftlichen Rede vor beiden Kammern des Kongresses appellierte Obama an die Republikaner, im Kampf gegen die Krise mitzuziehen. „Mitglieder des Kongresses: Es ist Zeit, dass wir der Verantwortung gerecht werden.“ […]

Das Programm besteht im wesentlichen aus einer Senkung der Sozialabgaben für Arbeitnehmer und Firmen, Infrastruktur-Investitionen sowie Steuersenkungen für Unternehmen. Das Programm „wird einer zum Stillstandgekommenen Wirtschaft Schub geben“, sagte Obama unter rauschendem Beifall der Demokraten. Das Programm werde „mehr Menschen in Lohn und Brot bringen und mehr Geld in den Taschen derer lassen, die arbeiten“, so der Präsident. „Es wird mehr Jobs für Bauarbeiter, mehr Jobs für Lehrer, mehr Jobs für Kriegsveteranen und mehr Jobs für Langzeitarbeitslose schaffen.“

Eindringlich machte Obama klar, dass durch das Programm keine neuen Schulden gemacht würden. „Alles in diesem Gesetz wird auch bezahlt werden können. Alles.“ Doch führende Republikaner hatten sich schon im Vorfeld skeptisch geäußert.

Ich teile die Skepsis. Denn hier hört man eine gewisse Angst mitspielen. Es darf ja nun wahrlich nicht sein, dass China bessere Verkehrssysteme habe als die ökonomische Supermacht USA… – Oder?

Unter Obama will Wirtschaftsschub könnt ihr weitere Informationen bekommen.

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Stadt, Schule und Finder einigen sich wegen 700 Euro

Mehr als sechs Monate lang haben 700 Euro im Fundbüro des Rathauses von Langenhagen auf den Eigentümer gewartet – doch erst bei der Übergabe hat sich jetzt Stück für Stück die wahre Geschichte des Fundgeldes gezeigt.

Was ist passiert? Der Schüler Nick fand einen Beutel mit 700 Euro und übergab ihn – da er sich in der Betreuung des Fördervereins der Hermann-Löns-Schule befand – seiner Betreuerin Inge Pannes. Sie leitete den Fund ans Rathaus weiter, und dort blieb das Geld liegen. Sechs Monate lang, weil niemand den Verlust meldete. Dann spendete Pannes – für die Stadt die Finderin – das Geld dem Förderverein.

Und ab da wurde es etwas kompliziert – zumindest für die Stadtverwaltung. Ja, man sollte Behörden auch nicht so schwere Aufgaben anvertrauen.

Unter Geldbörse könnt ihr die ganze Geschichte erfahren.

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So, das war mal eine Führung durch die Hannoversche Allgemeine und den Hinweisen auf interessante Artikel. Ich hoffe, es hat euch gefallen und ihr seid das nächste Mal wieder mit dabei, wenn es heißt: Presseschau im Muskelkater.

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Stuttgart 21: Experte warnt vor geologische Katastrophen

Schwankende Neubauten

Von Gottfried Knapp

Wer die Voraussagen der Sachverständigen kennt, muss von dem Großprojekt „Stuttgart 21“ dringend abraten: Im Untergrund des geplanten Bahnhofs lauern geologische Katastrophen, deren Auswirkungen nicht absehbar sind. Ein Experte warnt.

Auch wenn von den Befürchtungen der Fachleute nur ein Bruchteil wahr wird, könnten sich die Stadt Stuttgart, das Land Baden-Württemberg und die Deutsche Bahn bei der Verwirklichung ihres gemeinsamen Großprojekts Stuttgart 21 in ein Unglück stürzen, dessen Ende nicht absehbar ist.

Der Protest gegen das Bauvorhaben "Stuttgart 21" regt sich seit langem. Nun haben die Demonstranten neue Argumente: Der unterirdische Bahnhof ist aus geologischer Sicht ein Risikoprojekt. (© dpa)

Die vielen Gegner des ehrgeizigen Projekts haben sich in den letzten Wochen auf das akut vom Abriss bedrohte Bahnhofsgebäude und auf die kontinuierlich explodierenden Kostenvoranschläge konzentriert; doch wenn man die Risiken, die nach Meinung der Sachverständigen im Stuttgarter Untergrund auf die Tunnelbauer lauern, zur Kenntnis nimmt, wirken die derzeitig veranschlagten Kosten wie Schönwetterprognosen bei nahendem Hurrikan.

Stuttgart war immer schon ein Ort, an dem sich das höhere bautechnische Ingenieurwissen geballt hat wie nirgendwo sonst in Deutschland. Die führenden Köpfe der Stuttgarter Ingenieurschule gelten weltweit als Pioniere im Erproben neuer Bautechniken und als Instanzen in allen Problemfällen des Bauens. Doch beim weitaus komplexesten Bauprojekt der Stadt sind nach Meinung von Fachleuten die fälligen Voruntersuchungen nicht in der Intensität vorgenommen worden, die nötig gewesen wäre, um grünes Licht für das Projekt zu geben.

Frei Otto ist einer der Überväter der renommierten Stuttgarter Bau-Schule und einer der wichtigsten Konstrukteure der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Ohne seine technisch-visionäre Vorarbeit hätte der Wunderbau des Münchner Olympiazelts nie errichtet werden können.

Frei Otto hat, vom Pritzker-Preis abgesehen, alle wichtigen Auszeichnungen auf dem Bausektor erhalten, doch in der Stadt, in der er als Architekt, Konstrukteur, Wissenschaftler und Lehrer ein Leben lang tätig war, wollte, nachdem Stuttgart 21 zum Projekt von „übergeordneter Bedeutung“ erhoben worden war, niemand mehr auf den lästigen Propheten im eigenen Lande hören. Alle Anfragen und Warnungen, die Frei Otto an die offiziellen Stellen richtete, wurden mit Hinweisen auf „höhere Interessen“ abgeschmettert.

Das ist umso rätselhafter, als Frei Otto Mitgewinner des Wettbewerbs für den künftigen unterirdischen Durchfahrbahnhof ist: Er hat den Siegerentwurf von Christoph Ingenhoven, der den begonnenen Vorarbeiten für den tiefgelegten Querbahnhof zugrunde liegt, in seinen konstruktiven Details präzise vorformuliert, also auch das Aussehen der Gleishalle wesentlich mitbestimmt.

Katastrophales Anschwellen des Bodens

Doch an der Eignung des Stuttgarter Talkessels für einen querschießenden Bahnhof, der als geschlossener Tunnel fast 100 Meter breit ist und zwölf Meter tief in die Erde hinabreicht, hat er immer gezweifelt. Außerdem wird der im Boden eingelassene Bahnhofsquerriegel den Schlossgarten in ganzer Breite durchschneiden, also die beiden derzeit nur durch eine Straße getrennten Teile des Parks noch einmal deutlich weiter auseinandertreiben.

Früh schon hat sich Frei Otto als Mitverantwortlicher darum nach den fälligen Untersuchungen des Grunds erkundigt, doch überzeugende Antworten sind die Behörden bis heute schuldig geblieben. Seit Januar 2009 ist Frei Otto jedenfalls aus dem Projekt Stuttgart 21 ausgeschieden.

Das schwerwiegende geologische Problem, auf das der Doyen der Stuttgarter Bausachverständigen hinweist, ist den lokalen Ämtern und Behörden fast notorisch bekannt. Doch die Maßnahmen, die ergriffen wurden, um die Risiken zu minimieren, reichen nach Meinung der Fachleute in keinem Fall aus.

Die Bahn verkündet in ihren Stuttgart-21-Broschüren, dass sie Hunderte Probebohrungen im ganzen Stadtgebiet durchgeführt habe, um die vier Tunnel, die kreuz und quer unter die Innenstadt geschoben werden müssen, sinnvoll zu postieren.

In diesen Werbeprospekten ist natürlich nicht davon die Rede, dass bei den Bodenuntersuchungen an vielen Stellen, wie befürchtet, Anhydrit gefunden worden ist; jenes Mineral, das, wenn es längere Zeit mit Feuchtigkeit in Berührung kommt, um 50 Prozent anschwillt und unaufhaltsam alles zur Höhe oder zur Seite drängt, was in seiner Nähe ist. „Salzsprengung“ nennen die Physiker diesen Vorgang, der beim Berg- und Tunnelbau katastrophale Folgen hat. Wasser als Problem…

Weiterlesen bei sueddeutsche.de, wie die geologischen Probleme die Kosten des Tunnelbaus in die Höhe treiben können. Sehr interessant und aufschlussreich sind auch schon die Kommentare dazu. Unbedingt lesen…

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