Papa, Matze hat gesagt … – Heute: Farbenlehre (?)

Vater und Sohn im Zwiegespräch

Eine Satire von Martin Schnakenberg

Ich komme kurz zurück aus meinem selbst verordneten Arbeitslager (in dem ich anschließend auch wieder entschwinde), um das folgende Gespräch zu veröffentlichen. Obwohl: Diese Satire erschien zum ersten Mal in einer sehr vereinfachten Form in einem der Vorläufer des heutigen Muskelkaters, welcher noch bei anderen Bloganbietern geparkt war. 2009 erschien er dann stark überarbeitet hier (mit beabsichtigten Rechtschreibfehlern wegen des Slangs) und heute setzte ich den Dialog in neuer Überarbeitung in den Blog Freies in Wort und Schrift (FiWuS). — Warum aber mehrmals? Weil ich ihn persönlich mag und sich in der Zwischenzeit viele Änderungen ergeben haben. Zwar keine in der Farbenlehre, dafür aber umso mehr in der Politik. Trotzdem geht der Artikel nicht auf die Banken- und Kapitalistenkrise ein, weil diese noch nicht beendet ist und uns das Verrückteste noch bevor steht. Vater und Sohn beschäftigen sich diesmal ganz locker mit den Farben aus der Kunst und der Politik. Dass der Vater wieder einmal in Gefahr gerät, den Kürzeren zu ziehen gegen die Argumente seines pfiffigen Sohnes, ist eigentlich schon vorprogrammiert, wenn der Sohn mit den Aussagen des Vater seines Freundes Matze als Eröffnungssequenz kommt…

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»Was ist ein Trauerfall?« – Eine kleine satirische Betrachtung

Kurzgeschichte: Vater und Sohn im Zeichen der Zeit

Ein Beitrag von Manuel Zava und Martin Schnakenberg

Dieser Beitrag stammt eigentlich aus meiner Pusteblume. Weil ich nämlich ein Liebhaber von Martin’s berühmten Vater/Sohn-Geschichten bin, die als schöne und lustige Satiren unter dem Titel „Papa, Matze hat gesagt“ immer herrliche Dialoge zwischen Vater und Sohn zu einem bestimmten Thema darstellen.

Deshalb fragte ich ihn, ob er mal einen Kurzdialog für mich und meinem Blog schreiben könnte. Er tat mir den Gefallen und ich veröffentlichte den Dialog natürlich zuerst bei mir in der Pusteblume, wiederhole es jetzt aber nach dem großen Erfolg hier noch einmal. Das Ergebnis ist ein zwar älterer Grundwitz, aber der kurze Dialog ist neu und könnte tatsächlich eine gespielte Szene in einem Bühnenstück sein: Der Sohn sitzt über seinen Hausaufgaben von der Schule und fragt seinen Vater nach einen Begriff. – Viel Spaß …

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Papa, Matze hat gesagt… – Heute: Gerechtigkeit. – Vor oder hinter dem Gesetz?

Vater und Sohn im Zwiegespräch

Von Martin Schnakenberg

Herzlich willkommen zum ersten satirischen Vater-Sohn-Gespräch im neuen Jahr. Die Gerechtigkeit, das Recht, beschäftigt die Menschen nun schon seit Anbeginn und auch Vater und Sohn können das sicherlich nicht innerhalb eines Gespräches klären. Aber sie können einige Themen ansprechen und damit Raum geben für weitere Diskussionen. Denn was ist Gerechtigkeit? Nur etwas, was in den Gesetzbüchern steht? Oder spielen da auch andere Faktoren, vor allem die Menschlichkeit, eine Rolle?

Wie es der Zufall so will, ist noch einer so ganz zufällig und total unbeabsichtigt am Gespräch beteiligt. Und zwar Matthias, Sohnemanns Freund, kurz Matze genannt. Meist ist dessen Vater es, der beim Sohn einen Eindruck hinterlässt, wenn Matze von ihm erzählt und dabei bestimmte Themen berührt, die dem Sohn dann keine Ruhe mehr lassen. Er muss dann einfach wie seinerzeit Till, der Junge von nebenan, zu seinem Vater ins Arbeitszimmer und diesen dann solange mit Fragen und Argumenten bombardieren, bis ein einigermaßen akzeptables Ergebnis heraus kommt.

So wie hier, wo es eben um die Gerechtigkeit geht – und um Geld. Viel Spaß.

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Papa, Matze hat gesagt… – Heute: Der Duft, mit dem man Kasse macht

Vater und Sohn im Zwiegespräch

Von Martin Schnakenberg

So langsam geht es auf Weihnachten zu, ob freiwillig oder nicht. Wenn man in die Geschäfte schaut, dann beginnt die Weihnachtszeit schon Ende Juli. Und komischerweise wird auch alles gekauft, obwohl sich jeder darüber beschwert, dass die Nikoläuse jedes Jahr früher kommen.

Jedes Jahr im Hochsommer stehen verzweifelte Frauen (und Männer!) vor den Regalen und murmeln verständnislos „Nun schau dir das mal an: Christstollen! Im Juli! Wer soll den denn jetzt schon essen?!!“ Dann einmal umgedreht, ob keiner zuschaut und rein damit in den Einkaufwagen und mit einer Tüte Chips gut zugedeckt: „Kann ja nicht schaden, ist ja nur einer.“

Dabei ist es kein böser Wille, der die Menschen sich immer wieder selbst übertölpeln lässt. Es ist einfach die Werbung, die uns suggeriert, dass es einfach mal so sein muss und ganz selbstverständlich ist. Und dann tun wir es auch. Ob es jetzt zu Gunsten der Pharmaindustrie ist oder der Chemischen Industrie, zu Gunsten der Unterhaltungs- oder der Autoindustrie oder Bekleidung oder Lebensmittel oder … – Wir lassen uns bedudeln und meinen, damit gehörten wir zur Elite. Das davon einige ausgeschlossen sind, wie z.B. Arbeitslose und Rentner, nimmt man dabei in Kauf. Wichtig ist, und das wird uns immer wieder von allen Seiten eingetrichtert, wichtig ist, dabei zu sein und am Wohlstand des Volkes teilzunehmen. Koste es, was wolle. Und wenn wir pleite sind, beginnen wir von vorne. Hauptsache, die da oben machen Kasse und wir da unten lassen uns immer mehr von denen da oben verblöden. Und langsam kommen wir dann zu dem Zustand, in dem wir denen da oben alles glauben und sie deshalb bei jeder Wahl wiederwählen, weil sie uns so schön Märchen erzählen können.

Und manchmal reicht auch schon die von der Werbeindustrie heftig umworbene Hygiene, wo sich Vater und Sohn wieder mal so herrlich erfrischend in den Haaren liegen und sich nach Herzenslust über Gerüche streiten können – und zwar mit dem Duft, mit dem man Kasse macht.

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SOHN: „Papa, Matze hat gesagt, seine Schwester hat gesagt, ihr stinkt es, dass sie nicht so riechen soll, wie sie riecht!“

VATER: „Und mir stinkt es, dass ich nicht lesen soll, was ich gerade lese! Können wir das Gespräch über die Geruchsprobleme von Matze’s Schwester vielleicht noch etwas aufschieben …“

SOHN: „Das sind ja garnich die Probleme von Matze’s Schwester.“

VATER: „Wessen Probleme denn?“

SOHN: „Von allen. Wird doch allen dauernd eingeredet, dass sie sich von oben bis unten besprühen und beschäumen und beschmieren müssen, damit …“

VATER dazwischen: „Beschmieren vor allen Dingen!“

SOHN: „Meinetwegen auch eincremen – jedenfalls soll keiner mehr so riechen, wie er von selbst riecht. Bloß nich!“

VATER: „Mein Gott, bleibt mir denn nichts erspart? – Mit den Kosmetika kann doch wirklich jeder …“

SOHN unterbricht: „Mit den was?“

VATER: „Kosmetika. Darunter versteht man alle Mittel, die ein Mensch benutzt, um sich sauber zu erhalten.“

SOHN: „Da wird man doch nicht sauber von, wenn man sich Parfum hinters Ohr tupft …“

VATER: „Zu den Kosmetika zählt man auch Seife und Zahnpasta – unter anderem.“

SOHN: „Von Waschen und Zähneputzen red ich doch nicht. Das ist doch normal.“

VATER: „Schön, das von dir zu hören. Heute morgen war deine Zahnbürste nämlich wieder mal knochentrocken!“

SOHN: „Gar nich …“

VATER: „Lüg mir nichts vor, ich hab sie angefasst!“

SOHN: „Aber nachts ess ich doch garnichts. Da reicht es doch, wenn ich morgens den Mund spüle!“

VATER: „Das reicht eben nicht! Nachts bilden sich Bakterien an den Zähnen, und die müssen mit der Zahnbürste vernichtet werden.“

SOHN: „Wenn du mit deinen Fingern an meiner Zahnbürste rumfummelst, kommt erst recht ’n Haufen Bakterien dran!“

VATER: „Also bitte, ja?! Du putzt dir auch morgens die Zähne und basta. – Wo war ich nun stehengeblieben!“

SOHN: „Bei den Kos-me-ti-ka.“

VATER: „Richtig. Ich wollte sagen: mit denen kann das jeder halten, wie er will. Wer sich pflegen will, der pflegt sich, und wer das nicht will, der lässt es eben. Wenn seine Mitmenschen dann einen Bogen um ihn machen, wird er’s schon merken …“

SOHN lacht auf: „Na bitte! Da sieht man’s ja!“

VATER: „Was sieht man?“

SOHN: „Dass du voll auf die Werbung abgefahren bist! Aber total!“

VATER: „Auf welche Werbung?“

SOHN: „Also, das ist echt voll krass! Jetzt glaubst du auch schon, dass alle Leute einen Bogen um dich machen, wenn du nicht das Superhaartonic gekauft hast und das Spray gegen Mundgeruch und das Unterm-Arm-Spray und das Intimspray und …“

VATER: „Jetzt halt aber mal die Luft an! Bist du jetzt völlig übergeschnappt?“

SOHN: „… und vielleicht auch noch den Fußpuder?!“

VATER: „Vielleicht behauptest du auch noch, dass ich in Eselsmilch bade, was?“

SOHN: „Eselsmilch hab ich bei uns noch nicht gesehn. Aber alles andere steht in dem kleinen Schränkchen im Bad.“

VATER: „Was hast du denn überall herumzuschnüffeln! Da werden wir den Spiegelschrank mal abschließen in Zukunft!“

SOHN: „Ist das vielleicht ein Geheimnis, was ihr da drin habt?“

VATER: „Es ist kein Geheimnis, aber es geht dich auch nichts an! Schon gar nicht, wenn du dir anmaßt, uns vorzuschreiben, womit wir uns pflegen dürfen! Sei froh, dass wir es in puncto Hygiene so weit gebracht haben!“

SOHN: „Man kann aber alles übertreiben …“

VATER: „Wer übertreibt denn mal wieder?“

SOHN: „Ich finde nämlich, ihr riecht von alleine sehr gut, Mama und du.“

VATER: „Herzlichen Dank. Das beruhigt mich sehr. Aber genau das ist eben die Folge von … von einer bewußten Körperpflege.“

SOHN: „Find ich garnich. Am besten riecht ihr, wenn wir verreist sind, und ihr habt nicht soviel Zeugs mit. Und wir sind am Strand oder so …“

VATER: „Ja nun – wir können nicht gut an jedem Tag im Jahr nach Meerwasser und Sonne duften.“

SOHN: „Deswegen braucht ihr euch noch lange nicht von oben bis unten vollzusprühen.“

VATER: „Willst du das gütigst uns überlassen?!“

SOHN: „Soll ich dir mal was sagen? Mama riecht seit ihrem Geburtstag wie Frau Brenner!“

VATER: „Hast du einen Stockschnupfen, oder was ist mit dir los?! Du wirst doch deine Mutter nicht mit dieser … dieser Schreckschraube vergleichen!“

SOHN: „Mach ich ja garnich. Aber das Parfum, das du Mama zum Geburtstag geschenkt hast, ist das Parfum von Frau Brenner. Und deswegen riecht sie jetzt genauso.“

VATER: „Das halte ich für absolut ausgeschlossen, dass Frau Brenner sich ein so … so exklusives Parfum leisten kann!“

SOHN: „Was heißt denn hier exklusiv?“

VATER: „Besonders … außergewöhnlich … unüblich …“

SOHN: „Na hör mal! Dafür bringen sie doch dauernd diese Werbespots im Fernsehen! Da werden noch tausend andere Leute so riechen, nicht nur Frau Brenner!“

VATER: „Kaum. Dafür ist es zu teuer.“

SOHN: „Matze sagt, seine Schwester sagt, die meisten Leute geben ein Irrsinnsgeld aus, weil man ihnen dauernd angst macht.“

VATER: „Wovor denn Angst?“

SOHN: „Eben davor, dass sie vielleicht nicht gut riechen. Matze’s Vater sagte nämlich, dass die Firmen das extra so machen und jedes Jahr einen neuen Duft erfinden, den jeder haben sollte – und dann verdienen sie sich dumm und dämlich. Weil alle Leute verunsichert sind.“

VATER: „Ich bin nicht verunsichert, zum Donnerwetter! Es ist mein eigener Wille, mich so zu pflegen, dass ich mich wohl fühle! Außerdem: was geht das Matze’s Vater an, wie ich mich pflege?!“

SOHN: „Garnichts. Aber Matze’s Schwester sagt, das man bloß denkt, dass man das selber will, in Wirklichkeit wird einem das eingeredet.“

VATER: „Der einzige, der sich wieder mal was einreden lässt, bist du! Vielleicht wirst du mal Matze’s Schwester und seinem Vater gegenüber etwas kritischer!“

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Kleine Pause

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SOHN: „Heute früh bin ich fast erstickt, als ich ins Badezimmer rein wollte. Hast du mich nicht husten hören?“

VATER: „Nein.“

SOHN: „Ich hab garkeine Luft gekriegt – weil du wieder wie verrückt mit diesem Fichtennadelduft rumgesprüht hast!“

VATER: „Stell dich nicht so an – du wirst es überleben.“

SOHN: „Ich schon. Ich nehm ja auch sonst nichts von dem ganzen Zeugs. Das Haarwasser nehm ich auch nicht mehr.“

VATER: „Das ist aber sehr gut für den Haarboden.“

SOHN: „Meine Kopfhaut ist doch okay. Und ich will nicht nach irgendwas Künstlichem riechen.“

VATER: „Dann steck dir doch am besten eine Knoblauchzehe zwischen die Zähne oder ein Stück Harzer Käse. Dann riechst du nach was Natürlichem.“

SOHN: „Ich hab nicht gesagt, dass ich stinken will! Ich will nur einfach nach mir selber riechen.“

VATER: „Ach, mach doch, was du willst …“

SOHN: „Mach ich ja. Weil das ja auch schädlich ist.“

VATER: „Was ist schädlich?! Mein Rasierwasser vielleicht?“

SOHN: „Das vielleicht nicht.“

VATER: „Was dann?“

SOHN vorsichtig: „Ich weiß ja nicht, ob es da unten für Männer auch was gibt … aber was die Frauen so nehmen … also der Arzt von Matze’s Schwester hat gesagt, wenn sie nochmal so’n Spray nimmt, dann schmeißt er sie raus! Er hat keine Lust, Leute zu behandeln, die sich mit Absicht krank machen!“

VATER sauer: „Jetzt ist aber endgültig Schluß! Du wirst dich bitte nicht mehr darum kümmern, womit und wohin irgendwer was sprayt. Hast du mich verstanden!“

SOHN: „Ja doch, ich will ja bloß …“

VATER: „Ja, du schon, aber ich will jetzt nicht mehr!“

SOHN: „Ich will dir bloß noch was sagen … damit du nachher nicht enttäuscht bist …“

VATER: „Worüber sollte ich enttäuscht sein?“

SOHN: „Dass Mama sich nicht freut. Ich hab nämlich gehört, wie sie zu Tante Jutta gesagt hat, sie will kein Parfum oder sowas mehr geschenkt kriegen.“

VATER: „Ist gut, danke. Wahrscheinlich hat sie noch genug Vorräte für die nächste Zeit.“

SOHN: „Vielleicht will sie auch mal garnichts nehmen …“

VATER: „Ach was …“

SOHN: „Vielleicht will sie ja mal rauskriegen, ob du sie überhaupt noch riechen kannst?“

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Papa, Matze hat gesagt… – Heute: Wo ist die Würde des Menschen?

Vater und Sohn im Zwiegespräch

Von Martin Schnakenberg

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Es gibt Familien gleich welcher Art, da finden keine großartigen Gespräche mehr statt. Da wird nur noch belanglos herum gelabert, Hauptsache, man zeigt dem anderen, dass er noch beachtet wird. Wetter, Kleidung, Essen, das sind die Themen, wenn sich mal eine Unterhaltung anbahnt. Ach ja, „Wie geht’s dir?“ hatte ich vergessen. Sonst ist man froh, wenn man in Ruhe gelassen wird, hat man doch da draußen so viele Probleme zu bewältigen.

Dabei spielen sich „da draußen“ wahre Dramen ab, von denen die meisten nie etwas erfahren, weil sie sich, wenn es um Informationsbeschaffung geht, weithin auf BILD-Zeitung/SPIEGEL und TAGESSCHAU/HEUTE-JOURNAL verlassen und dabei nicht wissen, wie verlassen sie dann sind. Auch andere Medien nutzen nicht viel, weil sie in den allermeisten Fällen entweder gekauft sind (gesponsert gegen Entgelt) oder sogar Eigentümer der Meinungsmacher sind, die immer und überall die wahre und ehrliche Unterrichtung verschleiern oder gar ganz unterschlagen, weil es nicht in ihr Konzept passt und auch nicht in dem der Regierenden. Es sind systemkonforme Mediengiganten des Mainstreams geworden, die in Zusammenarbeit mit Regierung, Banken- und Wirtschaftslobby langsam die Grundrechte der Bundesbürger aushöhlen und zwar so, dass der einzelne ehrliche Redakteur oder Journalist es schwer hat, seinen Lesern die Wahrheit nahe zu bringen.

Die einzigen Methoden, sich die Wahrheiten zu besorgen, sind eigene Recherchen in den Print- und/oder Onlinemedien, am besten anderer Länder. Oder man bedient sich dem immer größer werdenden Stamm der Blogger – wobei man ehrlicherweise zugeben muss, dass auch hier Vorsicht geboten ist, weil sich immer mehr radikale und nationalpopulistische Kräfte des Mainstreams einmischen.

Vater und Sohn haben diese Probleme nicht. Sie unterhalten sich über alle Themen, die wichtig für sie sind. Der Vater hat immer Zeit für seinen Sohn, auch wenn er in der Diskussion den Kürzeren ziehen sollte. Aber beide wissen, dass sie aus diesen Geschichten etwas lernen und erfahrener daraus hervor gehen. Dass die Würde des/r Menschen zur Zeit mit Füßen getreten wird, wissen eigentlich auch beide. Nur – der Vater als Beamter des Bundes darf seinen Unmut nicht so offen hervor treten lassen. Und deshalb werden die Gespräche mit seinem Sohn auch immer spannend sein.

Ich wünsche allen ein schönes Wochenende. Aber vorher hören wir mal zu, was die beiden sich zum Thema Würde zu sagen haben:

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Papa, Matze hat gesagt… – Heute: Wie erkennt man schwarze Schafe?

Vater und Sohn im Zwiegespräch

Von Martin Schnakenberg

Osama Bin Laden ist tot. Sagt die USAnische Regierung. Schon seit 2001. Sagen ehemalige Geheimdienstler. Und Verschwörungstheoretiker sehen sich bestätigt, dass wir alle von den Amis ver…äppelt werden.

Da stellt sich natürlich die Frage: Wer ist hier eigentlich das schwarze Schaf? Bin Laden oder die CIA? Wer ist hier der Gefährlichere? Bin Laden als alter kranker Mann, der vor 10 Jahren an Nierenversagen starb? Oder die Geheimdienste der USA, die wahrscheinlich Al Kaida gegründet und die Vorgänge am 9.11.2001 selber initiiert haben, um die Welt im Namen der Terrorbekämpfung ans Gängelband zu nehmen und in Kriege zu führen?

Naja, soweit gehen die Überlegungen von Vater und Sohn zwar noch nicht, aber sie wollen ja auch erst einmal wissen, woran schwarze Schafe zu erkennen sind. – Okay, dann wollen wir ihnen mal zuhören in der freudigen Hoffnung, dass sie ein Ergebnis haben werden und … dass der Sohn mal wieder das letzte Wort hat.

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Wie erkennt man schwarze Schafe?

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SOHN: „Papa, Matze hat gesagt, sein Vater hat gesagt, das ist ein total schlechtes Bild, das mit den schwarzen Schafen!“

VATER: „So. Ist er jetzt zu allem Überfluß auch noch unter die Kunstkritiker gegangen …“

SOHN: „Nee, wieso?“

VATER: „Wenn er sich Urteile über Bilder anmaßt?“

SOHN: „Doch nich so ein Bild. Das ist doch nur, was man sich so vorstellt, wenn man sagt »schwarzes Schaf«.“

VATER: „Ach so, er meint diese Redewendung.“

SOHN: „Ja, genau.“

VATER: „Und was hat er daran auszusetzen? Das ist doch in der Tat sehr bildhaft, wenn man von schwarzen Schafen spricht, die plötzlich in einer weißen Herde auftauchen.“

SOHN: „Nee, das ist ein ganz schlechtes Bild. Weil … so ’n schwarzes Schaf, das hat doch bloß ’ne andere Farbe.“

VATER: „Ja eben, und damit fällt es aus dem Rahmen.“

SOHN: „Jetzt tust du ja auch schon so, als wenn das ’n richtiges Bild wär!“

VATER: „Wie?“

SOHN: „Du hast »Rahmen« gesagt. Wie von einem Bild.“

VATER: „Ach so – na ja, »aus dem Rahmen fallen«, das ist eben auch eine bildhafte Redensart.“

SOHN: „Jedenfalls – so ’n schwarzes Schaf, das macht doch überhaupt nichts. In so ’ner Herde. Das ist doch genau wie alle andern.“

VATER: „Was die Farbe angeht, eben nicht!“

SOHN: „Aber es ist doch nicht schlechter! So persönlich, mein ich.“

VATER lacht: „Ich nehme an, der Schäfer ist weniger an der Persönlichkeit der Schafe als an ihrer Wolle interessiert. Und vermutlich ist schwarze Wolle schlechter zu verkaufen, weil sie sich nicht so gut einfärben lässt.“

SOHN: „Kann man sie doch schwarz lassen. Schwarze Wolle braucht man doch auch!“

VATER: „Ja doch, aber wenn jemand weiße Wolle haben will, will er eben weiße Wolle haben, und dann werden die schwarzen Schafe eben aus der Herde genommen.“ – Schüttelt den Kopf – „Was lasse ich mich mit dir überhaupt auf solche Schafsgespräche ein?? Bin ich ein Hirte?“

SOHN: „Du sollst ja nur mal ’n bisschen nachdenken, das ist nämlich echt interessant!“

VATER: „Bisher fand ich’s nicht sonderlich interessant, »echt«!“

SOHN: „Weil du vielleicht denkst, es geht immer weiter mit richtigen Schafen, nich?“

VATER: „Womit geht’s denn weiter?“

SOHN: „Mit Menschen. Weil die Leute auch immer denken, die schwarzen Schafe, das sind die, die anders aussehen!“

VATER: „Wie anders?“

SOHN: „Na, eben anders. Wie die Mods, Skinheads, Goths oder die Penner oder die Ausländer oder so Rapcore-Musiker mit ’nem harten Beat oder …“

VATER unterbricht: „… danke, danke, es reicht fürs erste. Zumal all diese farblich abweichenden Schafe mittendrin in unserer gesellschaftlichen Herde leben und emsig ihr Gras zupfen. Was soll’s also?“

SOHN: „Die meisten Leute würden die aber am liebsten raus haben aus der Hammelherde, sagt Matze’s Vater.“

VATER: „Danach geht’s ja aber nicht. Auch die sogenannten Randgruppen oder Minderheiten genießen den vollen Schutz unserer Gesetze.“

SOHN: „Aber wenn man immer bloß auf die guckt, die anders aussehen, sagt Matze’s Vater, dann findet man die echten schwarzen Schafe garnich mehr raus.“

VATER: „Die echten, aha. Und wer soll das sein?“

SOHN: „Die, die so aussehen wie alle anderen und lauter miese Sachen machen!“

VATER: „Erschöpfende Definition.“

SOHN: „Und auf die fallen alle rein, weil sie immer extra gute Manieren haben, vielleicht sogar Anzug mit Krawatte und so was …“

VATER: „Ja sicher, jeder, der krumme Dinger vorhat, wird sich möglichst unauffällig und unverdächtig verhalten. Von dieser Tatsache leben sämtliche Krimis. Was soll man dagegen tun?“

SOHN: „Mehr nach innen gucken als nach außen.“

VATER: „Also, das ist natürlich ein saudummes Gerede, entschuldige bitte! – Genau das ist doch das Problem, dass man keinem Menschen in den Kopf gucken kann oder ins Herz oder wo sonst auch immer nach »innen«!“

SOHN: „Aber manchmal kann man sich’s schon denken, dass einer nich so anständig is, wie er aussieht. Wegen seinem Beruf. Und weil er soviel Geld hat.“

VATER sauer: „Natürlich! Wer es zu Geld gebracht hat und einen feinen Nadelstreifenanzug mit seidener Krawatte trägt, der ist Matze’s Vater von vornherein verdächtig! Und sowas nennt er »nach innen« gucken, ja?“

SOHN: „Er meint doch so Leute, die mit Waffen schieben oder Steuerbetrug machen oder so was.“

VATER: „Wer verbotene Dinge macht, der wird auch bestraft – früher oder später.“

SOHN: „Aber nicht alle. Und dann sind erstmal alle ganz nett zu ihm, weil man’s ihm nicht ansieht.“

VATER: „Solange jemand noch nicht überführt ist, geht man natürlich anständig mit ihm um, das ist ja wohl klar, oder?“

SOHN bockig: „Nein, ist es nicht! – Bei manchen weiß man nämlich ganz genau, was sie gemacht haben, und trotzdem werden sie noch gut behandelt, sagt Matze’s Vater. Weil sie aussehen wie ’n ganz normaler Bürger.“

VATER: „Ach, nun hör doch schon auf, das ist ja schrecklich …“

SOHN: „So alte Nazis, sagt Matze’s Vater, die die wahnsinnigsten Sachen gemacht haben, die …“

VATER unterbricht: „… wer von solchen Leuten unbestraft geblieben ist, gegen den gibt es keine gesetzliche Handhabe. Aber das kann ich dir jetzt nicht erklären.“

SOHN ereifert sich: „Und was ist mit diesen Wirtschaftsgangstern? Der Banken-, Kriegs- und Atomlobby? Und mit diesen korrupten und bestechlichen Politikern? – Die sind alle sehr viel schlimmer als einer, der mit ’ner Pudelmütze und ’ner alten Kutte gegen S21, Atommüll und Kriege demonstriert. Aber DER kriegt Ärger!“

VATER: „Nicht wegen des Demonstrierens bekommt einer Ärger und schon gar nicht wegen seines Aussehens, sondern allenfalls wegen verbotener Aktionen.“

SOHN: „Aber der ist doch trotzdem besser als so ’n eleganter Mafia-Boss, oder?“

VATER: „Also: Erstens weiß ich nicht, ob ein Mafia-Boss elegant ist – ich habe noch keinen gesehen. Und die Polizei zumeist auch nicht. Und im übrigen – das ist ja nun wirklich ein ganz alter Hut: »Kleider machen Leute!« Und wer auf ordentliches Aussehen verzichtet, setzt sich immer der Gefahr aus, falsch beurteilt zu werden.“

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Kleine Pause

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SOHN: „Ganz schön blöd ist das, wie?“

VATER: „Nicht »blöd«, sondern eher menschlich. Und im übrigen: vernünftige Menschen, auf die es letztlich ankommt, die lassen sich durch Äußerlichkeiten schon nicht irritieren. Die akzeptieren jeden erst mal so, wie er ist. Egal, wie er aussieht.“

SOHN: „Glaubst du das wirklich?“

VATER: „Ja, natürlich.“

SOHN: „Kann ich mir nicht denken.“

VATER: „Wieso kannst du dir das nicht denken?“

SOHN: „Wegen voriger Woche …“

VATER: „Was war denn in der vorigen Woche?“

SOHN wütend: „Da hast du meine ganzen Lieblingsklamotten in die Lumpensammlung gegeben!!!“

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Papa, Matze hat gesagt… – Heute: Die verpasste Chance

Vater und Sohn im Zwiegespräch

Als letzte Woche ein Teil der Regierungsmannschaft auf die glorreiche Idee kam, arbeitslose Lehrer könnten doch Nachhilfe für Hartz IV-Kinder geben, und das kostenlos, da wurde ich unwillkürlich an „die Tafeln“ erinnert. Die Regierung streicht nämlich mit Vorliebe an der untersten Einkommensschiene Gelder, dort, wo es am dringendsten benötigt wird, und verlässt sich dann auf die Bevölkerung, dass diese helfend, und kostenlos, einspringt. Wobei gesagt werden muss: die Regierung kann sich noch auf das Volk verlassen. Noch! – Umgekehrt sieht es schon erheblich gefährlicher aus und ist für das Volk immer mit Schmerzen verbunden.

Wenn dann noch dazu kommt, dass Volksabstimmungen z.B. zur Bildungspolitik, wie neulich in Hamburg, von der Lumpenelite manipuliert werden, wie immer mehr vermutet wird, dann werden die nächsten PISA-Studien noch verheerender ausfallen. Man merkt jetzt schon in vielen Foren, wo u.a. die Rechtschreibung von vielen inzwischen geblieben ist, und zwar auf der Strecke des Vergessens.

Dieses Thema hat sich auch der Sohn vorgenommen, als er wieder mal seinen Vater mit dem nervt, was der Vater von Matze gesagt hat. Dass der Vater Einspruch erhebt, ist genauso selbstverständlich wie dumm. Denn inzwischen müsste er eigentlich schon kapiert haben, dass er gegen diesem geballten „Und-Ich-Habe-Doch-Recht“ seines Sohnes immer den Kürzeren ziehen wird.

Na denn. Viel Spaß…

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