Beutezug Ost – Wie die DDR ausgeraubt wurde

Aus: Wach auf, Deutschland

Eine Artikelreihe von Martin Schnakenberg

Wach auf, DeutschlandBlühende Landschaften hatte Helmut Kohl für die DDR prognostiziert, wenn denn endlich die marode DDR-Wirtschaft beseitigt worden wäre. Wie von vielen anderen Prognosen ist auch von dieser nicht viel übrig geblieben. Aber das, was sich in den Köpfen der Menschen festgefressen hat, dieses Bild einer ineffizienten und kaputten DDR-Wirtschaft, die dringend der Hilfe aus dem Westen bedarf, um ein kapitalistisches System zu etablieren, stimmt nicht, wie wir heute wissen.

Denn die so genannte kaputte DDR-Wirtschaft, die sogar Kühlschränke höchster Qualität in den Westen verkaufte (Marke Privileg), wurde erst da vollständig vernichtet, als zur Feststellung der Tragfähigkeit der ostdeutschen Wirtschaft eine Behörde ins Leben gerufen wurde, die sich als tödliches Monstrum herausstellte, und, zusammen mit dem Zwangsumtausch DM zu DDR-Mark 1:1 (den übrigens die DDR-Bürger auch selbst wollten), weitläufige Industrie- und sonstige Ruinen hinterließ.

Es wurde verramscht, zerschlagen, abgewickelt – nicht nur für Kritiker begann mit der Gründung der Treuhandanstalt vor 23 Jahren der Ausverkauf der DDR: Tausende volkseigene Betriebe wurden geschlossen, Millionen DDR-Bürger arbeitslos, ganze Regionen Ostdeutschlands deindustrialisiert. Noch heute tragen gesamtdeutsche Steuerzahler an den Folgen des gnadenlosen Privatisierungseifers der damals mächtigsten Behörde – die Treuhandanstalt hinterließ einen Schuldenberg von 256 Milliarden D-Mark.

Nutznießer des unsozialen Spektakels, welches im Westen nur sehr wenige Menschen interessierte: mit der Privatisierung der dem Volk gehörenden Güter begann ein parademäßiger Siegeszug der westdeutschen Konzerne und Banken, die sich allesamt eine goldene Nase verdienten.

Und was die angesprochene Immunität der Behörde betrifft: Wir stecken mittendrin in der Wiederholung dieses Desasters. Nur das die Treuhand 2.0 nicht mehr als drei Buchstaben hat, in Luxemburg sitzt und kurz und prägnant ESM heißt. – Alternativlos selbstverständlich.

Und wieder einmal merkt keiner was.

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Hochgeladen von Airwave2k2 am 21.10.2012

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