Die von der Troika gelobten Einsparungspläne

Eine in Griechenland lebende Deutsche klärt auf

Artikelübernahme aus dem Blog Ellas von Maritta Gudrun Efthimiadis

Zunächst eine philosophische Betrachtung der Bezeichnung einer kleinen Gruppe von so genannten Spezialisten, die fröhlich durch die „Pleitestaaten“ der so genannten Vereinigung Europas (Europäische Union) reisen, um kontrollierend einzugreifen und die Völker vor sich selbst zu beschützen (man vergebe mir meine Ironie, aber die dürfte man ja langsam von mir gewöhnt sein):

Es war das Trojanische Pferd, die glänzende Idee des mythischen Odysseus, das die Griechen ins gut befestigte Troja gebracht hatte, wie wir alle wissen. Das Geniale an dieser ganzen Aktion war, und so stellt es Homer ausdrücklich dar, dass es die Trojaner selbst waren, die im Rausch eines vermeintlichen Sieges über die Griechen das Holzpferd in ihre Stadt gezogen hatten. In Unkenntnis darüber, dass sie mit dem Pferd die Zerstörung ihrer Stadt und ihres gesamten Staates eingeladen hatten, wähnten sie sich in Sicherheit und feierten erleichtert ihren Sieg – während die Griechen sich auf den letzten Angriff gegen Troja rüsteten und es tatsächlich dem Erdboden gleich machten.

Wie sinnig, dass die „Euroretter“ ausgerechnet mit dem Namen „Troika“ belegt werden …..

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Doch zurück ins Jetzt:

Gerade las ich in  der Tagesschau online einen Artikel, der hier auszugsweise zitiert werden soll:

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… Geplante Sparmaßnahmen der griechischen Regierung

Griechenland soll fast zwölf Milliarden Euro zusätzlich einsparen – darauf einigten sich angeblich die Kontrolleure der internationalen Geldgeber (Troika) mit der griechischen Regierung. Nach Informationen der Tageszeitung „To Vima“ sind folgende Sparanstrengungen geplant:

  • Für die Staatsbediensteten soll eine Milliarde Euro weniger ausgegeben werden.
  • Bei den Angestellten staatlicher Unternehmen – wie z.B. der Elektrizitätsgesellschaft – soll ebenfalls rund eine Milliarde Euro eingespart werden.
  • Den Angestellten des staatlichen Bereichs sollen fast alle Zuschüsse gestrichen werden. Auch dies soll Minderausgaben von etwa einer Milliarde Euro einbringen. Nur das Kindergeld und Hilfen für Schwerbehinderte sollen weiter ausgezahlt werden.
  • Bei den Renten sollen 2,6 Milliarden Euro eingespart werden.
  • Die Aufwendungen für Kliniken und staatliche Versicherungen sollen um zwei Milliarden Euro zusammengestrichen werden.
  • In der Verwaltung sollen 1,5 Milliarden Euro zusätzlich eingespart werden, Städte und Gemeinden erhalten eine Milliarde Euro weniger.
  • Der Verteidigungshaushalt wird um eine Milliarde Euro gekürzt.
  • Außerdem sollen die Ausgaben für die Bildung um 500 Millionen Euro sinken. … „

Die Leserkommentare sind nicht ganz uninteressant, viele davon lassen darauf schließen, dass sich so mancher als guter Politiker in Bezug auf Finanzen und das Ruinieren eines ganzen Volkes versteht, das jedoch sicherlich in kompletter Unkenntnis der Realität in Griechenland.

Schaut man sich die Liste der geplanten Einsparungen mal genauer an, dann fällt auf, dass bei den Einkommen der Staatsbediensteten jeweils um eine Milliarde Euro eingespart werden sollen – wer alles zu diesen Staatsbediensteten zählt, scheint mir persönlich etwas unklar, Politiker, auch die regionalen wie Bürgermeister, Landräte, etc. sollten meines Erachtens ebenso dazuzählen, ob sie es tun, entzieht sich meiner Kenntnis – was weit unter den geplanten Einsparungen in sozialen Bereichen liegt.

Nebenbei: Die paar Euro, die man hier als Kindergeld bekommt, könnten sich die Herren und Damen Politiker auch gern die Haare schmieren, um es mal höflich auszudrücken, das ist kein Kindergeld, die Höhe dieser monatlichen Leistung lässt eher an ein Almosen denken.

Ebenso soll die Verteidigung des Landes mit einer Milliarde Euro weniger klarkommen, die Durchführung dieses Planes wage ich heftig anzuzweifeln, gehabte Erfahrungen sollten uns eines Besseren belehrt, wobei in meinen Augen auch das, was ausgegeben werden soll, viel zu viel ist.

Dieser jeweils einer Milliarde Euro stehen gegenüber:

  • 2,6 Milliarden (!!!) Einsparungen bei den Renten,
  • 2,0 Milliarden (!!!) im Gesundheitssystem,
  •  und eine halbe Milliarde in der Ausbildung.

WOW!

Das muss man sich erst mal auf der Zunge zergehen lassen, vor allem, wenn man bedenkt, wie es bei uns in Griechenland um diese drei Bereiche bestellt ist!

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Ich denke, ich kann mir weitere Berichte über den Zustand der Krankenhäuser  sparen, ich wünschte nur, dass ich persönlich es irgendwie möglich machen könnte, eine Versicherung abzuschließen, die zumindest meinem Kind eine Behandlung in Deutschland ermöglichen würde, sofern es einmal nötig wäre.

Über das so genannte „Ausbildungssystem“ hatte ich bereits im vergangenen Jahr berichtet, als im Rahmen der Einsparungen ganz einfach keine Schulbücher gedruckt wurden.

Die Renten?

Also, würde man den Toten tatsächlich keine Renten mehr auszahlen, dann hätte man sicherlich auch einen Betrag eingespart, der mehr als 10 Euro ausmachen würde, doch dafür müsste man natürlich eine ECHTE Kontrolle durchführen, wozu offensichtlich auch die Troika keine Vorschläge zu machen hat.

Interessant ist in diesem Zusammenhang, wie ein Bürger das überhaupt hinbekommt, für seine Verstorbenen weiterhin Rentenzahlungen einzustreichen, denn das geht gar nicht soooo einfach, das schafft man nur, wenn man entsprechen hohen Beamte das nötige SCHMIERöl gibt, damit alles gut flutscht. Betonung auf HOHE Beamte, bitteschön, es geht hier also keinesfalls um denjenigen Beamten, dem man gerade die Luft zum Atmen abzudrücken plant.

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Lasst mich mal ganz ehrlich sein:

Sollte es, wie es den Anschein hat, im Herbst tatsächlich zu organisiertem Widerstand kommen – was eigentlich auch mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit anzunehmen ist – dann hätte ich dafür nicht nur das allergrößte Verständnis, ich denke, ich würde als in Griechenland lebende Deutsche, die langsam auch nicht mehr weiß, wie es denn nun eigentlich weitergehen soll, woher wir im Winter über einen Euro pro Liter Heizöl nehmen sollen, wie ich im kommenden Monat zum Einkaufen gehen soll, was für eine Jacke und welche Schuhe meine Tochter im Winter tragen kann, etc., in vorderster Reihe mit dabei sein.

Dann darf man mich getrost und mit arrogant hochgezogenen Augenbrauen gerne zu den „faulen Griechen“ zählen, die nichts anderes zu tun haben, als ein bisschen Randale zu machen, wo es ihnen doch soooo gut geht in ihrem korrupten Dasein, das sie am Strand der wunderschönen griechischen Inseln verbringen, wo sich insbesondere Kostas Normalverbraucher die Sonne auf seinen fett gefressenen Bauch scheinen lässt.

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Quelle: http://elladazoi.blogspot.de/2012/08/die-von-der-troika-gelobten.html

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