Zen-Geschichten: Über das Vergessen

Aufgeschrieben von Martin Schnakenberg

Ein junger und ein alter Mönch waren auf dem Weg der Erleuchtung, der sie zum Kloster Shaolin führen sollte. Nach mehreren Stunden der Wanderung kamen sie an einen Fluß, der mit spitzen Steinen nur so übersät war. Am Ufer stand ein junges Mädchen und der alte Mönch erkannte gleich, dass sie keine Schuhe an hatte. Also erbot er sich, sie über den Fluß zu tragen. Am anderen Ufer setzte er sie wieder ab und wanderte mit dem jungen Mönch weiter.

Es vergingen mehrere Tage, bis endlich das Kloster in Sichtweite kam. Dort blieb der alte Mönch plötzlich stehen und schaute den jungen Mönch, dem er zwar vieles erzählt, aber keine Antwort bekommen hatte, nachdenklich an. „Sag, was ist mit dir? Seit Tagen antwortest du mir nicht. Habe ich dir etwas getan, dass du mich mit Nichtachtung strafen musst?“ – Der junge Mönch drehte sich um und antwortete zornig: „Wie konntest du es nur tun?! Wir sind auf dem heiligen Weg zum Kloster, haben allen irdischen Genüssen und Vergnügungen abgeschworen … und du trägst ein junges Mädchen!!! – Ich werde das im Kloster melden müssen!“

Darauf lächelte der alte Mönch weise und sagte: „Fürwahr, ich habe das junge Mädchen angefasst und über den Fluss getragen. Dort habe ich sie aber am Ufer abgesetzt und sofort wieder vergessen. – Du allerdings scheinst sie immer noch mit dir herum zu schleppen!“

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