Der Klarname der Tyrannei – Ein Gedankengang

Gesetze – Schulden – Gewalt – Kontrolle

Eine Artikelübernahme vom Blog »denkbonus«

Es gibt viele Wege, um Menschen zu kontrollieren. Angefangen bei Gesetzen bis hin zu rücksichtsloser Waffengewalt. Um jedoch ganze Staaten unter Kontrolle zu bringen, bedarf es einer weitaus mächtigeren Waffe. Es sind die Staatsschulden, mit der fremde Regierungen sich in die Knie zwingen lassen. Wer anderer Staaten Schulden kontrolliert, kontrolliert damit die Welt. Es ist anzunehmen, dass der große Bankencrash 2008 ganz bewusst durch die inflationäre Aussaht wertloser Spekulationspapiere bis hin zu einer gigantischen Immobilienblase vorbereitet und angezettelt worden ist, um die Staaten dieser Welt in eine Verschuldung zu stürzen, aus der sie sich niemals wieder werden befreien können.

Nirgends wird dies derzeit deutlicher als am Beispiels Griechenlands. Eine ganze Nation wird derzeit ausgebeutet, ausverkauft und ihrer Souveränität beraubt. Da auch Deutschland immer tiefer in die Schuldenfalle hinein rutscht, ist es nur eine Frage der Zeit, bis hier ebenfalls Zustände wie in Griechenland herrschen werden. Es sind unsere Schulden, mit deren Hilfe die Finanzkonzerne die Staaten dieser Welt eisern im Würgegriff halten. Wer sich weigert, immer neue Schulden aufzunehmen und in die Spirale des Wachstums einzusteigen, macht sich unbeliebt. So auch Gaddafi, dies ist einer der Gründe, aus denen sein Land gerade unbewohnbar gebombt wird. Den Drohungen der US-amerikanischen ‘Economic Hitmen’ hatte er widerstanden, ebenso wie den verlockenden Geldangeboten westlicher Banken. Stattdessen hat der Mann bescheiden gelebt, die Rohstoffe seines Landes zu dessen Vorteil verwaltet und sogar die Bevölkerung an den Früchten seines Erfolgs teilhaben lassen. Für westliche Öl- und Geldkonzerne ein glatter Affront. Die ständigen Mordversuche der letzten Jahrzehnte haben den Mann denn auch etwas seltsam werden lassen.

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Gemästete Staaten

Wie in der Tierhaltung gilt es in der Weltpolitik zuerst einmal darum, Staaten zu wirtschaftlichem Wachstum zu verhelfen, bevor man diese schlachtet. In der Regel geschieht dies anhand großzügiger Kredite, die einerseits das Wirtschaftswachstum ankurbeln, zugleich jedoch in die Abhängigkeit führen. Zuerst wie Spinnweben und dann wie stählerne Ketten legen sich die Staatsschulden gleich einer Klammer um die betroffenen Länder. Bereits zu Zeiten der Fugger und der Borgia hat dieses System zuverlässig seinen Dienst getan. Auch Deutschland wurde nach dem zweiten Weltkrieg mithilfe des Marschalplans die Möglichkeit eröffnet, erneut wirtschaftlich zu erstarken, gemeinsam mit dem restlichen Europa. Nun scheint es, als sei für Europa die Zeit gekommen, geschlachtet zu werden, genauso wie für die amerikanische Bevölkerung, der es derzeit auch nicht besonders gut geht. Zuvor waren die Staaten, ebenfalls kreditfinanziert, eine der prosperierendsten Wirtschaftsmächte weltweit geworden, nun wohnt das Geld der Menschen dort woanders. Mehr als 40 Millionen Amerikaner leben von Essensmarken und hausen als Obdachlose unter slumartigen Bedingungen in Zelten, Wohnwagen oder unter freiem Himmel.

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Die Superkneipe

Um verstehen zu können, nach welchem System die Geldkonzerne es geschafft haben, diese Schuldenlawine loszutreten, bietet sich der Vergleich mit einer Kneipe an. Der Kneipier hatte während einer durchzechten Nacht eine ebenso geniale wie auch gefährliche Idee. Um einerseits seinen Kundenstamm exponentiell zu vergrößern, andererseits die Konkurrenz auszuschalten, erfüllte er den Traum jedes Kneipengängers und schob ab sofort sämtlich Getränke auf Kredit über den Tresen. Anstelle von Geld begnügte er sich mit Bierdeckeln, auf denen die Namen und Getränkeschulden seiner Gäste nebst deren Unterschrift verzeichnet waren.

Es kam, wie es kommen musste. Quasi über Nacht hatte der gewitzte Wirt die größte Gästezahl weltweit zu verzeichnen und die Zahl wuchs weiterhin rasch an. Ebenso wie sein Berg an Bierdeckeln. Und mit diesen Bierdeckeln ist der Mann dann zur Bank gegangen und hat sie dort mit riesigem Gewinn verkauft. Die Bank ihrerseits hat die Bierdeckel unter andere Wertpapiere gemischt und das so geschickt, dass diese mit bloßem Auge kaum zu erkennen waren. Der Rest ist bekannt. Der Schwindel flog auf, die Banken waren pleite, jedoch to big to fail, also systemrelevant und mussten vom Steuerzahler gerettet werden, angeblich alternativlos. Dabei hätte die Bundesbank völlig ausgereicht, um sämtlichen Zahlungsverkehr beispielsweise in Deutsland zu gewährleisten. Solche unredlichen Geldsärge wie die HRE, die Deutsche Bank oder die Bayerische Landesbank hätte man getrost mit Abwrackprämie den Bach hinunter gehen lassen können, hätte niemandem geschadet. In dem Moment, indem Sie dies hier lesen, haben Sie bereits mehr als 24 000 Euro Schulden infolge der Staatsschulden. Sie, ich, wir alle haben das viele gute Bier bzw. die Immobilienkredite anderer Leute bezahlt und sind jetzt selbst hoch verschuldet. Denn wir sind Bürger, das heißt, wir bürgen für die Sch#%ße, die anderer Menschen ständig bauen.

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Der Albtraum der Banker

Was tun, einfach gehen? Warum nicht. Wenn Geld das einzige wirkliche Druckmittel ist, das die Verantwortlich gegen uns zu Felde führen, dann sollte wir eben einen Schritt zur Seite gehen, damit der Angriff ins Leere läuft. Also ein Tauschsystem ersinnen, welches ohne Geld auskommt. Unser Geldsystem ist auf individuellen Tausch ausgelegt. Er findet nur zwischen zwei Personen statt. A gibt B und B gibt A. Hilfe bietet hier der Umstieg auf ein kollektives Tauschsystem. Jeder gibt jedem was er hat, bzw. kann und jeder bekommt von jedem das, was er zum leben braucht.

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Freestyle City

Stellen wir uns eine durchschnittlich große Kleinstadt mit 70 000 Einwohnern vor. Der Bürgermeister und die Stadtabgeordneten haben beschlossen, sich vom Geldsystem abzunabeln und autark zu werden. Geld wird komplett abgeschafft in dieser Stadt. Stattdessen bekommt jeder Bewohner seinen Lebensunterhalt zum Nulltarif gestellt. Im Gegenzug dazu muss er arbeiten und sich weiter qualifizieren, ebenfalls zum Nulltarif. Jeder gibt sein Wissen und Können unentgeltlich weiter und erhält im Gegenzug Lebensmittel, Kleidung, Wohnraum und einen bescheidenen Luxus, ohne dafür einen Cent bezahlen zu müssen.

Zunächst einmal würden all die vielen Arbeitslosen schlagartig verschwinden. Stellen könnten großzügig besetzt werden, das Personal kostet schließlich nichts. Die Produktivität würde dadurch steigen, die Kosten hingegen nicht, denn es gibt keine. Die Menschen könnten sich endlich wieder psychisch erholen, Zukunftsängste würden sich in Rauch auflösen, da die Versorgung gewährleistet wäre. Ohne Zukunftsängste könnten die Menschen wieder mehr Nachwuchs zeugen, die Bevölkerungspyramide würde aufhören, auf dem Kopf zu stehen. Durch eine breitere Basis wäre auch die Versorgung kranker und alter Menschen gesichert.

Mit 70 000 Einwohnern lässt sich einiges bewegen. Schulen könnten ausgebaut werden, neue Wohnsiedlungen erschlossen werden. Glücklicherweise befindet sich auf dem Gebiet der Stadt ein großer Steinbruch, der ausreichend Baumaterial für alle Wünsche liefert. Auch die Wasserversorgung ist in städtischer Hand. Die Bauernhöfe im Umland werden ebenfalls in das System einbezogen und liefern zum Nulltarif Lebensmittel. Dafür können sie sich in der Stadt mit allem eindecken, was sie ansonsten noch benötigen, ihre Kinder in die Schule schicken und sich zum Feierabend ein Bier gönnen, denn die Stadt beherbergt auch eine eigene Stadtbrauerei. Hopfen und Malz lieferten besagte Landwirte.

Den Menschen ginge es gut in dieser Stadt. Wirklich reich wäre keiner, aber jeder hätte mehr, als er zum Leben bräuchte. Vor allem aber würde sich das Verhältnis der Menschen untereinander positiv verändern. Einbruch, Diebstahl und Raub wären in einer solchen Stadt völlig sinnlos. Weshalb sollte jemand rauben, was er ohnehin umsonst bekommt. Indem Maße, in dem die Kriminalität sänke, würde das Vertrauen der Menschen zueinander wieder steigen. Anstelle von Kukurrenzdruck und Betrug am Kunden oder Wähler würde die Bereitschaft zum kollektiven Miteinander treten. Dies geschieht auch in der Realität immer wieder.

Nur wer erlebt hat, wie es ist, um der guten Sache willen mit anderen Menschen gemeinsam etwas aufzubauen, weiß, wie erstaunlich hilfsbereit sich die Nachbarschaft gegenüber solchen Projekten verhält. Es gibt viele solcher kleinen Projekte. Angefangen bei einer Wagenburg, einem instandbesetztem Haus oder bei einer gemeinsamen Begegnungsstätte wie einem Rainbow Gathering. Und es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht Außenstehende zu Besuch kommen und irgend etwas aus ihrem eigenen Besitz zur Sache beisteuern. Sei es eine Schaufel, ein Laib Brot oder die Mithilfe beim Erneuern schadhafter Dachziegel oder dem Anlegen eines Beetes. Und stets finden sich Personen, die ihre handwerkliche Erfahrung an jüngere Generationen weitergeben und selbst erstaunt darüber sind, wie aufmerksam ihnen die Jugend auf einmal zuhört- und schaut. Dann baut man eben einmal schnell eine kleine Grillhütte aus Holz damit Interessierte lernen können, wie ein vernünftiges Fundament aussieht, wie tragende Balken miteinander verstrebt werden und wie ein Dach aufgelegt wird. Für gemütliche gemeinsame Abende ist damit gesorgt.

Es entspricht dem innersten Bedürfnis des Menschen, gemeinsam mit anderen die Zukunft zum Wohle aller zu gestalten, überall mit einem Lächeln begrüßt zu werden und zu wissen, was man für die Gemeinschaft getan hat. Das Wissen, gebraucht zu werden, zählt zu den elementarsten Bedürfnissen jedes Menschen und verleitet zu Höchstleistungen. Geld spielt in diesem Zusammenhang überhaupt keine Rolle. Der Glaube daran ist nur das Ergebnis einer Jahrhunderte andauernden Gehirnwäsche. In Wirklichkeit benötigt kein Mensch ein wie auch immer geartetes Zahlungsmittel. Wir können auch kollektiv tauschen, so das niemand allzuviel, aber jeder genügend besitzt. Ganz nach dem Motto: Einer für Alle und Alle für Einen.

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Ein Kommentar

  1. Ich

     /  17. Juli 2011

    Die amerikanische Schuldenkrise nähert sich ihrem Zenit. So langsam wird es eng für den Präsidenten. Was würde sich eigentlich ändern, wenn die Republikaner einer Erhöhung der Schulden zustimmen würden. Nichts. Amerika hätte mehr Schulden. Warum nicht das machen, was Griechenland machen muss? Den Staatsbankrott erklären.

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