Islam-Äußerungen. Sünde, Realität oder Spinnerei?

Pressemitteilungen und Kommentar

Von Martin Schnakenberg

Kaum ist er im Amt, der Hans-Peter Friedrich, tritt er in ein Fettnäpfchen. Das scheint wohl so eine Eigenart von CDU/CSU und FDP (aber auch von SPD und Grüne) zu sein, einfach so drauf los zu poltern, ohne zu wissen, worüber sie überhaupt reden.

Jan Korte von der Linksfraktion meint: „Innenminister Friedrich stolpert ins Amt, als ob er von Bayern-Trainer van Gaal eingewechselt worden wäre…“ und Christine Buchholz vom Parteivorstand der LINKEN meint: „Friedrich gießt Öl ins Feuer“.

Die Pressemitteilungen sind → hier und → hier zu lesen.

Und jetzt muss der Muskelkater brutal einsteigen, bevor es noch schmerzhafter wird. Denn, liebe Genossen Jan und Christine, der CSU-Hanspeterle hat schon ganz Recht mit dem, was er sagt … zumindest mit dem einen Satz. Der komplette Satz müsste eigentlich heißen: „Der Islam, das Christentum und das Judentum gehören nicht zu Deutschland“.

Provoziere jetzt ich? – Nein. Denn wenn wir uns die Wirklichkeit mal genauer anschauen und nicht das Märchen von der christlich/jüdischen Leitkultur für bare Münze nehmen, dann erkennen wir schon am Grundgesetz, dass die Ausübung einer Religion Sache des Einzelnen ist und nicht vom Staat beeinflussbar. Es existiert eine Trennung von Kirche und Staat. Von daher hat der neugewählte Bundespräsident Wulff schon Verfassungsbruch begangen, als er die Bibel während einer Rede hoch in die Kameras hielt und von eben dieser christlich/jüdischen Leitkultur sprach.

Nochmal: Eine Religion gehört nicht zu Deutschland, sie ist nicht Sache des Staates. Wenn der Obermacker Wulff nicht gesagt hätte: „Der Islam gehört zu Deutschland“, sondern „Der Islam gehört zu den Deutschen, wie jede andere Religion auch“, dann wäre es korrekt gewesen und die Debatte schon längst beendet – und der bayerische Friedrich hätte sicher auch nicht das Gegenteil behaupten können. Denn jeder Deutscher weiß, dass er seine Religion selber wählen kann, die er für richtig hält. Und wenn er keine wählt, wie inzwischen über 60 Prozent der Bundesbürger, dann ist es am besten für ihn und unser Land.

Artikel 4 des Grundgesetzes sagt in Absatz (1): Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich. Und in Absatz (2) steht: Die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet.

Im Klartext: Der Staat, das Land, Deutschland ist nicht religiös, er ist kein diktatorischer Gottesstaat, eine Religion gehört nicht zu seinen Pflichten! – Die Trennung von Kirche und Staat ist unbedingt zu befolgen (auch in Bayern!!!).

Seine Einwohner, Deutschlands Bürger, können religiös sein – wenn sie wollen! Es ist ihr vom Grundgesetz verbrieftes Recht und damit ihre absolut eigene und absolut freie Entscheidung, die ihnen keiner aufzwingen oder verbieten kann. – Aber nochmal:

Deutschland gehört keiner Religion !

.

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4 Kommentare

  1. Herr von und zu Meier

     /  8. März 2011

    Es gibt keine Religion auf dieser Welt die Menschen- und Frauenverachtender ist als der Islam. Und deswegen ist der Islam und Deutschland nicht zu vereinbaren. Diese Diktatur von irgendeiner Religion geht mir auf den Sack und hat hier bei uns gar nichts verloren.
    Hier ist Deutschland, hier ist es christlich, hier ist es westlich, hier gibt es Schweinefleisch. Habt ihr das immer noch nicht begriffen?

    • Eine flammende und euphorische Rede, die inhaltlich aber etwas zur Islamophobie abdriftet. Wahrscheinlich hast Du die Aussage des Artikels nicht vollständig begriffen.

      Es ist unwichtig, ob dieser Mensch eine Religion hat oder nicht. Es ist unwichtig, ob dieser Mensch Christ, Moslem oder Jude ist. Es ist porz-schnurz-piep-egal. Für Deutschland als Staat ist es total unwichtig.

      Wenn aber einer dieser Staatsdiener behauptet, dass eine Religion zu Deutschland dazu gehört, dann handelt er nicht im Sinne des Volkes und des Grundgesetzes. Dieser Politiker ist also „to fail“, um es mal modern auszudrücken.

      Dagegen muss angegangen werden, auch gegen die vielfältigen Ungerechtigkeiten, die diese schwarz/gelbe Regierung jeden Tag aufs neue als „Reform“ verkauft.

      Deshalb unbedingt wählen gehen, irgendeine unbedeutende Partei ankreuzen (oder die LINKE) und damit die bisherige Regierung abwählen, damit die Forderungen nach Einhaltung der Demokratie des Volkes Wirklichkeit wird.

  2. Hans-H

     /  8. März 2011

    So sehr ich den den Artikel und seine Intention für richtig halte, muss ich doch eine Kritik anbringen:
    Die Aussage:
    „Im Klartext: Der Staat, das Land, Deutschland ist nicht religiös, er ist kein diktatorischer Gottesstaat, eine Religion gehört nicht zu seinen Pflichten!“
    muss statt des Indikativs (ist nicht; gehört nicht..) der Optativ (sollte nicht .. sein, sollte nicht .. gehören) verwendet werden; denn es ist der Schluss vom Sein zum Sollen und umgekehrt ein logischer Fehler (naturalistische Fehlschluss)! Angesicht auch anderer grundgesetzlicher Forderungen, die entweder gar nicht erst verwirklicht oder deren Umsetzung wirkungslos gemacht wurden, sehe ich auch hier düster in die Zukunft!

    • Veto!
      Denn im Gegensatz zum Mittelalter, wo sich jeder Untergebene der Religion seines Fürsten unterzuordnen hatte und deshalb je nach Laune des Fürsten mehrmals die Konfession wechseln musste, ist es heute weder im Grundgesetz noch in sonstigen Verordnungen vorgeschrieben, einer bestimmten Religion anzugehören. Die „Ist-Situation“ ist also gegeben und folglich meine Definition schon richtig.

      In dem anderen Fall der grundgesetzlicher Forderungen muss ich Dir wiederum vollständig Recht geben. Auch ich sehe schwarz, was diesbezügliche Änderungen betreffen. Schon mehr als genug haben wir in der jüngsten Vergangenheit festgestellt, wie stümperhaft die jetzigen Politiker an die Sache heran gehen und dadurch sogar noch mehr als ein Chaos verursachen.

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