Lammert: „Erinnerung an nationalsozialistische Verbrechen verpflichtet uns, Verletzungen der Menschenrechte bei uns in Deutschland und überall in der Welt entgegenzutreten“

Pressemitteilung Deutscher Bundestag

Mit einem Kommentar von Martin Schnakenberg

Bundestagspräsident Norbert Lammert hat in der Gedenkstunde des Deutschen Bundestages für die Opfer des Nationalsozialismus bekräftigt, dass die Nachgeborenen die Schrecken der Geschichte nicht vergessen, sondern die Erinnerung an sie bewahren und die Lehren aus ihr auch in Zukunft ziehen würden. „Die Opfer verpflichten uns, alle Formen von Diskriminierung und Intoleranz zu ächten und jeder Art des Hasses und der Ausgrenzung entschieden entgegenzutreten“, sagte Lammert.

„Menschen willkürlich in Kategorien einzuteilen, die darüber entschieden, ob jemand aus der Gesellschaft ausgeschlossen, entrechtet und schließlich auf Geheiß des Staates umgebracht wurde, Menschen mit dem Etikett ‚lebensunwert‘ zu versehen und ihre ‚Vernichtung‘ zu befehlen, schließlich Menschen auf industrielle Weise millionenfach zu ermorden – das ist einzigartig in der Menschheitsgeschichte“, sagte der Bundestagspräsident. „Die Erinnerung an diese Ereignisse und Verirrungen verpflichtet uns, alle Menschen gleich zu achten, die Menschenwürde zu wahren und jeder Verweigerung oder Verletzung der Menschenrechte entgegenzutreten: bei uns in Deutschland und überall in der Welt.“

Lammert betonte, dass in diesem Jahr zum ersten Mal ein Vertreter der Sinti und Roma am Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus im Bundestag spreche, und dankte Zoni Weisz ausdrücklich für seine Bereitschaft zu diesem „Zeichen der Versöhnung“. Er erinnerte dabei, dass Weisz der einzige Überlebende seiner Familie ist. „Seine Mutter, seine beiden Schwestern und sein Bruder wurden in Auschwitz ermordet, sein Vater im KZ Mittelbau Dora umgebracht“, sagte Lammert. „In welch schrecklichem Ausmaß auch Angehörige Ihres Volkes Opfer der Verfolgung durch das NS-Regime gewesen sind, blieb lange Zeit außerhalb des öffentlichen Bewusstseins“, erinnerte der Bundestagspräsident. „Umso wichtiger ist es, dass wir uns an sie erinnern.“ Noch heute fühlten sich viele Sinti und Roma diskriminiert und stigmatisiert, auch in Deutschland: „Bis heute ist die größte Minderheit Europas zugleich die wohl auch am meisten diskriminierte Minderheit Europas“, sagte Lammert. „Ich begrüße daher sehr, dass sich Ungarn während seiner EU-Präsidentschaft im ersten Halbjahr 2011 für eine Verbesserung ihrer Situation einsetzen will.“

Rede Bundestagspräsident:
http://www.bundestag.de/bundestag/praesidium/reden/2011/01.html

Rede Zoni Weisz:
http://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2011/33128906_kw04_zoni_weisz/rede
Weitere Informationen unter:
http://www.sintiundroma.de/content/index.php?aID=442

(Es gilt das gesprochene Wort)

Deutscher Bundestag
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Platz der Republik 1, 11011 Berlin
Tel.: +49 30 227-37171, Fax +49 30 227-36192
www.bundestag.de, pressereferat@bundestag.de

.

Muskelkaters Anmerkung:

Also Herr Lammert, fassen wir mal kurz und prägnant zusammen: Sie fordern damit also alle Bundesbürger auf, gegen die Bundesregierung und den gesamten Bundestag zu klagen wegen fortlaufenden Menschenrechtsverletzungen bei Hartz4-Empfängern, Rentnern, bildungswilligen Schülern und allgemein dem steuerzahlenden Volk, welches die Schulden der reichen Bonzen, Banker, Investoren und widerwärtigen Zocker tragen muß … ohne einen anständigen Mindestlohn, dafür aber, vor allem bei Hartz4-Empfänger, mit einem Leben unterhalb der Armutsgrenze!

Sie haben nämlich Hartz4 wunderbar beschrieben – und auch die Verletzung der Menschenrechte: „Menschen willkürlich in Kategorien einzuteilen, die darüber entschieden, ob jemand aus der Gesellschaft ausgeschlossen, entrechtet und schließlich auf Geheiß des Staates umgebracht wurde, Menschen mit dem Etikett ‚lebensunwert‘ zu versehen und ihre ‚Vernichtung‘ zu befehlen…“, das sind Ihre Worte, Herr Lammert. Bezogen auf den heutigen Zustand. – Sie fordern, gegen diese Regierung und deren Machenschaften in Zusammenarbeit mit Ackermann und Wirtschaftslobby anzugehen.

Das war es doch, was Sie meinten, Herr Lammert, gell?

Oder … ist dann plötzlich alles ganz anders???

.

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5 Kommentare

  1. Großartig analysiert und beschrieben. Sollte dieser Text nicht als offener Brief an Lammert direkt geschrieben werden?

    • Ich bezweifle, ob offene Briefe und sogar Unterschriftenlisten noch einen Wert haben. Als jüngst die große CAMPACT eine Unterschriftenliste zum Stopp des Baus von S21 an den Obermuffti Mappus übergeben wollte, wimmelte der ab mit den Worten, dass ihm dieses nicht interessiere.

      Bedenke, die Demokratie steht in Deutschland nur noch auf dem Papier. Bei uns regiert das Kapital. Eine Wirtschaftsregierung unter der Führung von Ackermann – und seinen Marionetten von CDU/CSU/FDP.

      Das einzige, was wir machen können, ist sämtliche Wahlberechtigte zu animieren und links zu wählen. Und wenn es nicht die Linke sein soll, dann zumindest eine unwichtige Kleinstpartei. Umso mehr Stimmen die Linke und/oder die Kleinstparteien bekommen, desto weniger bleibt für die jetzigen Regierungsparteien.

      Strafen wir sie ab, diese Bastarde, und lassen sie von ihrem hohen Ross fallen. Es gibt dieses Jahr viele Möglichkeiten!

  2. Hallo, ich habe mir erlaubt Deinen Beitrag zu verlinken und Auszüge auf meinem Blog darzustellen. Deine Anmerkungen sind genau auch meine Auffassungen . Das Geschwafele der Politiker in Theorie und Praxis ist dermassen widersprüchlich, das es immer wieder widerlegt werden sollte mit Ihren eigenen Worten.

    Danke für deinen Beitrag und Dein Verständnis! solltest Du nicht einverstanden sein, gib mir Bescheid.

    gruss Dieter

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