Jens Loewe zu Stuttgart 21 – Eine Dokumentation

Ein Vortrag im Forum 3

Vortrag von Jens Loewe am 18. Oktober 2010 im Forum 3. Er hat als Bürger an dem Beteiligungsverfahren zu dem Projekt teilgenommen und beschäftigt sich mit der demokratischen Qualität des Prozesses.

Ein Video unseres Netzwerkpartners „Mehr-Demokratie e.V.“ mit aufklärenden Fotos von Ronald Pabst. Das Papier von Jens Loewe findet ihr beim Star-Herald.

.

.

Stuttgart 21 mit Urban Priol und Georg Schramm

Montagsdemo 25.10.2010

Von Manuel Zava

Wer nicht auf dieser Demo gegen das Bahnhofsprojekt S21 gewesen ist (es werden übrigens immer mehr, die die Gelegenheit wahrnehmen, um auf die Demokratiefeindlichkeit der Bundes- und der Landesregierung hinzuweisen), für den gibt es jetzt die Aufzeichnung. Die Kopie der Aufzeichnung bei YouTube ist allerdings so schlecht, dass ich hier lieber die Adresse des Originals angebe, wo man die Stellen etwas suchen muss. Dafür hat man dann aber auch alle Reden dieses Tages.

Urban Priol beginnt etwa bei 00:51:15 und Georg Schramm gleich danach bei etwa 01:06:45.

→ Linkadresse: http://www.ustream.tv/recorded/10418685

.

Der Blog Freiheitsliebe schreibt dazu: „Vielen Dank für die Mühe, Zeit und Investitionen an http://www.fluegel.tv, die Aufklärung und Information vorbei an Spiegel, Burda und Bertelsmann machen. Die Macht der meinungsbildenden Medien ist damit endlich gebrochen und das Internet hat seine wirkliche Aufgabe erreicht.“

.

Die Kirche und der Mammon, Teil 3

Mönche als Fälschungsexperten

Um den kirchlichen Grundbesitz zu vermehren, machten Mönche und andere Kirchenleute nicht nur Ödland urbar. Sie bedienten sich dazu nicht selten auch der Urkundenfälschung und des gemeinen Betruges.

Trachtete ein Bischof oder Abt danach, seinen Grundbesitz zu vergrößern, so fand sich schon bald im Klosterarchiv eine Pergamenturkunde, ausgestellt von diesem oder jenem Fürsten aus früherer Zeit, der den betreffenden Landstrich dem Kloster vermacht hatte. „Der Mönch Gueron berichtete auf seinem Sterbelager, dass er ganz Frankreich durchzogen habe, um für Klöster und Kirchen falsche Dokumente zu machen“ (E.-H. Schmitz, Die Kirche und das liebe Geld, Münster, S. 83). Das Benediktinerkloster Reichenau galt als berüchtigte Stätte der Urkundenfälschung im süddeutschen Raum (vgl. W. Kammeier, Die Fälschung der deutschen Geschichte, Wolfenbüttel 1979, S. 23 f). Wer die größte aller Fälschungen, die angebliche Übereignung des gesamten Abendlandes durch Konstantin an den Papst (die sog. Konstantinische Schenkung) für unwahr hielt, musste dies oftmals mit dem Tod bezahlen, so z. B. Johannes Dränsdorf in Heidelberg, noch im Jahre 1425, ebenso der Waldenser-Führer Friedrich Reiser in Straßburg 1458 (Herrmann, Kirchenfürsten, S. 51).

Kein Testament ohne Priester

Ein Hauptfaktor für das Anwachsen des kirchlichen Grundbesitzes seit der Antike, besonders aber im Mittelalter, waren Erbschaften. Bereits im vierten Jahrhundert n. Chr. war die Erbschleicherei durch den damaligen Papst Damasus I. (366 bis 384 n. Chr.) so schlimm, dass der Kaiser eingreifen musste. Damasus „tätigte die finstersten Finanzgeschäfte, und sein Luxus war sprichwörtlich. Durch seine Vertrautheit mit den reichen Christinnen profitierte der ‚Ohrenkitzler der Damen‘ derart, dass an ihn 370 ein Kaiseredikt erging, das energisch die Erbschleicherei des Klerus verbot“ (Deschner, Kriminalgeschichte des Christentums, Bd. III, S. 496). Schon aus Furcht vor dem Fegefeuer oder Höllenpein vermachten im Mittelalter viele Gläubige der Kirche Teile von Haus und Hof. „Im Lehnswesen war es üblich, dass jeder Grundbesitzer oder Pächter beim Tode etwas der Kirche hinterließ – wer das unterließ, kam in den Verdacht der Ketzerei und erhielt unter Umständen keinen Begräbnisplatz in geweihter Erde. Da nur wenige Laien schreiben konnten, wurde gewöhnlich ein Pfarrer herbeigezogen, wenn ein Testament aufgestellt werden sollte. Papst Alexander III. verfügte 1170, dass kein Testament gültig sei, das nicht in Gegenwart eines Priesters gemacht worden sei; jeder weltliche Notar, der ein Testament aufstellte, ohne dieser Vorschrift zu genügen, sei mit dem Kirchenbann zu bestrafen – und die Kirche beanspruchte für sich das ausschließliche Recht, ein Testament gerichtlich zu bestätigen. Geschenke oder Legate an die Kirche galten als die verlässlichsten Hilfsmittel, um die Leidenszeit im Fegefeuer zu verkürzen“ (Durant, Kulturgeschichte der Menschheit, Bd. 6, S. 454).

Wie meisterhaft die Kirche es verstand, insbesondere reichen Leuten einzureden, dass ihr Seelenheil nur in der Übereignung ihres Erbes an die Kirche liege, beschreibt der Kulturhistoriker Jaque le Goff in seinem Buch Wucherzins und Höllenqualen – Ökonomie und Religion im Mittelalter wie folgt: „Die einzige Möglichkeit des Wucherers (und dazu gehörte so gut wie jeder Kaufmann) das Heil zu erlangen, ist die vollständige Rückzahlung seines Gewinns, da er seinen ganzen Gewinn unrecht erworben hat … Für den Wucherer ist es schwer, seine Sünden wieder gutzumachen, denn Gott vergibt ihm nur, wenn er zurückgibt, was er stahl.“ Dies führte in vielen Fällen dazu, dass reiche Kaufleute etwa Stiftungen machten, die dann im Rahmen der Kirche betrieben wurden und zum Teil bis heute durch ihre reiche Güterausstattung noch funktionieren.

Kinder enterben zugunsten der Kirche

Doch nicht nur das: Um an Erbschaften heranzukommen, scheute die Kirche bereits in der Antike nicht davor zurück, Druck auf Eltern auszuüben, damit diese ihre Kinder enterbten und die Hinterlassenschaft der Kirche gaben. So predigte Kirchenvater Salvian aus Marseille im 5. Jahrhundert: „Wer sein Vermögen seinen Kindern hinterlässt statt der Kirche, handelt gegen den Willen Gottes und gegen seinen eigenen Vorteil. Während er für die irdische Wohlfahrt seiner Kinder Sorge trägt, betrügt er sich um seine eigene Wohlfahrt im Himmel“ (Deschner, S. 504). Für den Hl. Basilius ist „Vorsorge für die Kinder nur ein Vorwand der Habsüchtigen“ (ebenda). All dies führte zwangsläufig zu einem wachsenden Elend ungezählter Familien, was die spätrömischen Kaiser zum Eingreifen veranlasste: „Bereits Valentinian I. (364-375) geht deshalb scharf gegen die Erbschleicher des Klerus vor. 370 verbietet er geistlichen Mönchen, die Häuser der Witwen und Waisen aufzusuchen und erklärt sämtliche Schenkungen und Vermächtnisse von ihnen sowie anderen Treuen, die unter religiösem Vorwand das Opfer erpresserischer Priester werden sollten, für ungültig.“ (Deschner, S. 505). Diese Anordnung wurde jedoch, wie auch spätere Versuche in diese Richtung, bereits zwei Jahrzehnte später wieder aufgehoben. Die Kirche war einfach mächtiger und einflussreicher als der Staat – und „schließlich saugten Staat und Kirche gemeinsam das Volk aus, zogen sie am gleichen Strang“ (Deschner, S. 506). So, wie es heute leider immer noch ist.

.

Bald geht es weiter in der Kirchengeschichte…

.

Siehe auch:

1. https://muskelkater.wordpress.com/2010/04/21/die-kirche-und-der-mammon-startkapitel/

2. Woher kommt der Reichtum der Kirche: https://muskelkater.wordpress.com/2010/08/06/die-kirche-und-der-mammon-teil-1/

3. Wie die Klöster reich wurden: https://muskelkater.wordpress.com/2010/08/25/die-kirche-und-der-mammon-teil-2/

4. Informationen stammen aus der TimeLife-Buchreihe „Spektrum der Weltgeschichte“, dem Archiv der Württembergischen Landesbibliothek und aus den Büchern von Karlheinz Deschner http://de.wikipedia.org/wiki/Karlheinz_Deschner

5. Homepage KH Deschner: http://www.deschner.info/

6. KH Deschner zum Thema „Missbrauch in der Kirche“: http://hpd.de/node/9114

Oder auch die Kategorie:

https://muskelkater.wordpress.com/category/artikelreihe-verein-kirche/

mit weiteren spannenden Geschichten zum Abenteuer Kirche.

.

Umweltschutz – Klimawandel … und warum uns immer mehr Lügen aufgetischt werden

Wahrheit und Legende einer Kriegsführung

Ein Gastartikel von Britta

Artikel wurde überarbeitet, aktualisiert und ersetzt durch den neuen Artikel:

https://muskelkater.wordpress.com/2011/09/17/profit-uber-alles-oder-umweltschutz-wird-zur-farce-wenn-die-machtigen-die-karten-mischen/

Ein neuer aufdeckender Artikel, wobei die Autorin des Muskelkaters sich alle Mühe gegeben hat, die Fakten so zu bringen, dass es allgemein verständlich ist, und zieht dann auch einen kritischen Schlußstrich…

Information für neue Leser: Die Kommentare und Bewertungen hier beziehen sich auf den alten Artikel, der in den neuen Artikel aufgegangen ist.

.


Stuttgart 21-Proteste: Innenminister hetzt gegen „begüterte Eltern“

Hilfe! – Verstand gesucht…

Von Martin Schnakenberg

Friedliche Schüler auf Stuttgart-21-Demo am Montag

Friedliche Schüler auf Stuttgart-21-Demo am Montag

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hat sich im ZDF-„Morgenmagazin“ über die Stuttgart 21-Demonstranten Luft gemacht. Verärgert sprach er von der Gewaltbereitschaft der Demonstranten und einer „Stimmungsdemokratie“.

Besonderen Unmut erregten protestierende und seiner Meinung nach „begüterte“ Eltern, da diese ihre Kinder für die Demonstrationen krankschreiben lassen würden. Dies sei „ein Missbrauch des Demonstrationsrechts“.

Auch Heiner Geißler, der als Schlichter bei dem Streit eingesetzt ist, bekam sein Fett weg. Dieser würde nun als Heiliger dastehen, während die aktiven Politiker die „Idioten“ wären.

Womit er fast recht hat. Aber es heißt nicht „wären“, sondern „sind“ und „Idioten“ ist in diesem Fall ein Kosewort, worüber er sich glücklich schätzen sollte. Der komplette Artikel kann im Spiegel gelesen werden.

Und dann sollte man doch mal zur Realität finden. Ich finde es beschämend, dass dort, wo keine Gewalt herrschte und Schüler, wie im Bild oben zu sehen ist, friedlich demonstrieren, einfach Gewalt hinein interpretiert wird, um dann mit Polizeigewalt den Staatswillen durch zu setzten – ein altbekanntes Mittel gegen Bürgerprotest.

Unterdessen plaudern in der Montagsausgabe des Hamburger Abendblatts (inzwischen nur noch als Abonnent zu lesen) zwei Polizisten ein wenig aus dem Nähkästchen. Der Mannheimer Beamte Thomas Mohr war nach Angabe des Blatts bei jenem brutalen Polizeieinsatz Ende September in Stuttgart dabei, bei dem unter anderem mehreren Demonstranten mit Wasserwerfern in die Augen geschossen wurde und es zu dieser folgenschweren Körperverletzung kam, die von den Politikern einfach weggesteckt wird. Er berichtet in der Springer-Zeitung: „Wenn man scharfe Kampfhunde, ich meine die Polizei-Spezialeinheiten, mit zu einer Demonstration nimmt und sie dann auch noch ohne ersichtlichen Grund von der Leine und räumen lässt, dann beißen sie ohne Erbarmen zu. Dafür wurden sie gedrillt und ausgebildet. Das wussten die, die für den Einsatz verantwortlich waren, ganz genau. Sie mussten das Okay von oben haben. Von ganz oben. Mindestens vom Innenministerium.“

Laut Abendblatt war Mohr von dem Einsatz, bei dem rund 400 Menschen zum Teil schwer verletzt wurden, schockiert. „Wir werden von der Politik immer mehr missbraucht und verheizt. Zweckentfremdet und benutzt, der Imageschaden für uns Polizisten, die per Treueschwur und Dienstbefehl für die Regierung den Kopf da draußen auf der Straße hinhalten müssen, ist durch Stuttgart enorm.“

Wobei ein Teil seiner Aussage grundfalsch ist. Denn die Polizei ist per Treueschwur nicht der Regierung, sondern dem deutschen Volk verpflichtet!!! – Vielleicht sollte das mal jemand allen Polizisten sagen!

Gleichzeitig zitiert das Blatt einen anonym bleibenden Beamten, der über illegale Methoden der Polizei bei solchen Einsätzen spricht, wie sie Anti-AKW-Demonstranten im Wendland und anderswo schon unzählige Male erlebt haben: „Ich weiß, dass wir bei brisanten Großdemos verdeckt agierende Beamte, die als taktische Provokateure, als vermummte Steinewerfer fungieren, unter die Demonstranten schleusen. Sie werfen auf Befehl Steine oder Flaschen in Richtung der Polizei, damit die dann mit der Räumung beginnen kann.“ – Und, was er nicht sagte … die Demonstranten animiert werden sollen, es ihnen gleich zu tun! – Ein abscheuliches Vorgehen im Auftrage der Politik!!!

Einer Klärung bedarf es jetzt sicher nicht mehr. Die Regierung hat dem Volk den Krieg erklärt. Ein Volksentscheid kann den Krieg nicht beenden, aber dämpfen. Was danach kommt, hat die Regierung, haben alle beteiligten Politiker, selber in der Hand. Wir schauen nach Frankreich. Einem Volk, von dem wir noch viel lernen können. Und wir werden mit Sicherheit schnell lernen. Damit die Wirtschaftsdiktatur in Deutschland wieder zu einer Volkdemokratie wird. Aber ihr Politiker könnt ganz beruhigt sein: die Steine fliegen ganz zuletzt – oder garnicht. Zumindest nicht vom Volk. Denn schließlich habt ihr die Steinigung aus der biblischen christlichen Geschichte schon seit längerer Zeit für euch allein gepachtet…

.

Siehe auch:

http://dnzs-dienetzschau.blog.de/2010/10/19/polizeilicher-einsatz-provokateure-fast-medien-mal-geschwiegen-9677058/

http://www.radio-utopie.de/2010/10/12/30-september-polizei-prugeleinheit-attackierte-zuvor-in-zivil-schuler/

http://starherald.wordpress.com/2010/10/13/mit-wasserwerfer-verletzter-stuttgarter-rentner-bleibt-blind/

http://zavablog.wordpress.com/2010/10/19/neue-kaltewelle-in-dieser-woche/

Nachtrag: Und als Ersatz für den jetzt Abo-Artikel des Hamburger Abendblatts eine sehr interessante Meinung in der taz… mit den gleichen Tatsachen.

.

Horrorerlebnis: Zehnjähriger bei Beschneidung verstümmelt

Was Religionswahn ausrichten kann

Ein zehn Jahre alter Junge aus Düsseldorf wurde im Genitalbereich so stark verstümmelt, dass er nie ein normales Sexualleben wird führen können. Vorausgegangen war eine Beschneidung, die sein muslimischer Vater angeordnet hatte.

Der dafür verantwortlich gemachte Arzt, ebenfalls Araber, soll dem kleinen Jungen nun 150.000 Euro Schmerzensgeld zahlen.

Bei der Operation soll das Opfer noch eine Schwester rufen gehört haben mit den Worten: „Herr Doktor, Sie haben zu tief geschnitten“. Nach der Operation versicherte der Arzt aber, dass alles in Ordnung sei.

Erst als der Zehnjährige Schmerzen beim Wasser lassen hatte, suchte er gemeinsam mit seinem Vater wieder den Arzt auf. Doch der wiegelte erneut ab, sodaß die Familie in die Klinik fuhr. Dort konnte man zwar die beginnende Infektion stoppen, aber nicht das Glied retten. Die Harnröhre war durchtrennt worden, ebenso wie der vordere Teil des Gliedes. Seine Zeugungsfähigkeit wird laut einem Gutachter wahrscheinlich ganz aufgehoben sein.

(Quelle: Express)

Jetzt werden sich die Gerichte mit dem Fall beschäftigen müssen. Auch mit der Frage, ob Beschneidungen an Minderjährigen nicht grundsätzlich verboten und als schwere Körperverletzung geahndet werden müssen. Eine Straftat stellen solche menschenverachtende Praktiken seitens der Religionen allemal dar. Denn das Grundrecht auf einen unversehrten Körper hat jeder Mensch. Wenn eine Religion dieses nicht einsehen will, hat sie keine Daseinsberechtigung. Der Staat hat dafür zu sorgen, dass sich die Religionen an die Menschengesetze halten. Denn die Götter und die Religionen sind von Menschen gemacht worden, nicht umgekehrt. Von Menschen, die machtbesessen sind und ihren Göttern und Propheten etwas anordnen lassen, was gegen die Menschenrechte verstößt. Dagegen muss endlich mal etwas getan werden. Im Grundgesetz ist es schon verankert. Jetzt wird es Zeit, auch wenn es dem Obermacker Wulff nicht passt, eine endgültige Trennung von Kirche und Staat herbei zu führen. Denn, Christian Wulff: Deutschland ist nicht Islam. Deutschland ist auch nicht das Christentum, auch nicht das Judentum und auch nicht hinduistisch oder buddhistisch. Deutschland ist ein politischer Staat, in dem das Volk, der Souverän, das Sagen hat.

Fazit also: Wer in Deutschland seine minderjährigen Kinder an ihren Geschlechtsorganen beschneiden lassen will, ist als Verbrecher, der eine Körperverletzung begangen hat, zu bezeichnen und als Kinderschänder festzunehmen und zu bestrafen. Und diejenigen Präsidenten, die die Bibel in die Kamera halten und Werbung für eine Religion machen, sind für das Volk nicht tragbar und gehören ebenfalls bestraft und zum Teufel gejagt. – Kein Respekt vor dem Amt, meinen Sie? – Tztztz, schon mal gefragt, woran das liegt???

.

Das Königreich von Saba und die Wahrheit des Krieges

Yemen – Gestern und heute.

Ein langer, aber sehr informativer Gastartikel von Britta

Saba war einst ein Königreich im heutigen Jemen zwischen 1000 v. Chr. und 400 n. Chr. mit der Hauptstadt Marib. Über seine Geschichte ist nicht viel bekannt und einiges wissen wir nur aus der Bibel und dem Koran, wie etwa die Geschichte von König Salomon und der Königin von Saba – eine der wohl schönsten Liebesgeschichten, die aus der damaligen Zeit überliefert sind. Das Königreich handelte mit Weihrauch und hatte schon früh Kenntnis im Bau von Bewässerungsanlagen.

Die erste Erwähnung des Königreiches von Saba findet sich auf einer bei Haditha im Irak gefundenen Notiz aus dem 8. Jahrhundert v. Chr. und handelt vom Überfall auf eine Karawane, die aus Saba kam. Saba betrieb auch regen Seehandel entlang der afrikanischen Ostküste und Sabäer siedelten in Eritrea und Äthiopien, wurden zu einer Mischkultur, wie auch aus der biblischen Geschichte hervorgeht. Saba kontrollierte auch lange den Seeweg durch das rote Meer nach Indien. Die Sabäer bauten den Damm von Marib, der als eines der 7 Weltwunder galt und machten dadurch die Wüste fruchtbar. Das Königreich hielt so bis 260 n.Chr und Marib war noch bis ca. 572 n.Chr. das religiöse Zentrum, doch zerfielen nach und nach die Bewässerungsanlagen und die Bevölkerung wanderte ab, der Jemen wurde zur persischen Provinz.

Heute ist der Yemen ein Land mit großer Armut, beherrscht von einem Diktator. Ali Abdullah Saleh regiert als ‚Präsident‘ von Nordyemen seit 1978 und seit 1990  als ‚Präsident‘ des vereinigten Yemen.

http://www.taz.de/1/politik/nahost/artikel/1/wir-wollen-keine-diktatur/

Es heißt, Sie würden aus dem Iran unterstützt. Führen Sunniten und Schiiten einen Stellvertreterkrieg im Nordjemen?

Das ist Propaganda. Wir sind Zayditen, mit den Schiiten des Irans haben wir wenig gemein. Saleh bringt den Iran ins Spiel, um im Ausland Ängste zu schüren. Und weil er nicht will, dass die Welt sieht, welche Rolle die Saudis im Jemen spielen.

Seit Sie vor dem Bürgerkrieg in Ihrer Heimat geflohen sind, gab es fünf Waffenruhen. Warum halten die nicht?

Das Regime braucht diesen Krieg, um sich an der Macht zu halten. Saleh lenkt damit von seinem politischen und wirtschaftlichen Scheitern ab. Und er sendet seinen Widersachern eine Botschaft: Wer gegen uns ist, den rotten wir aus. Aber das wird ihm nicht gelingen. Die Zayditen haben sich 400 Jahre lang der osmanischen Belagerung widersetzt.


Yemen hat eine Grenze zu Saudi Arabien und die Saudis sind daran interessiert, dass der Yemen ein loyaler Nachbar ist. So unterstützen die Saudis den Diktator bei seinen Bemühungen, Demokratiebewegungen im Yemen zu unterdrücken, speziell die der Shiiten, wo doch die Saudis wahabitische Sunniten sind. Shiiten gibt es hauptsächlich noch im Iran und so wetteifern die Saudis mit den Iranern um den Einfluss im Yemen. Im Yemen findet so gewissermaßen ein Stellvertreterkrieg statt, bei dem die Saudis von den USA unterstützt werden. Diese Unterstützung kommt dem vom Volk ungeliebten Diktator zugute. Die USA hoffen dabei darauf, dass sich dieser Stellvertreterkrieg in einen regionalen Konflikt ausweitet, bei dem dann Saudi Arabien, Iran, Israel und Ägypten mit beteiligt werden.

Der Yemen ist für die USA strategisch wichtig. Er liegt an einer der größten Öltransportrouten der Welt,  parallel zu Somalia und dem Horn von Afrika.

Immer wieder ist von yemenitischer AlQuaida die Rede und das, was damit gemeint ist, wird von den Saudis finanziert und unterstützt:

http://edition.presstv.ir/detail/104778.html

Here follows the comments made by Yemeni MP, Yahya al-Houthi, during an interview with Press TV.

„Saudi Arabia wants the regime of Ali Abdullah Saleh to remain in power because he is meeting all the Saudi demands especially those related to terrorism. Yemen is now a main party in carrying out terrorist plots sponsored by Saudi Arabia, therefore it is important for Saudi Arabia to keep Ali Abdullah Saleh in power as the overthrow of his regime would lead to many big secrets being revealed. The regime in Saudi Arabia also supports the Wahhabi ideology and is trying to spread this ideology amongst our people in Yemen. Saudi Arabia is also suffering from internal problems which it wants to export to Yemen. Many members of al-Qaeda , Yemenis and non Yemenis, are now in Yemen. In recent months Ali Abdullah Saleh has taken many recruits of Al-Qaeda who were afraid of falling into the hands of their regimes in countries like Egypt, Somalia, Pakistan and Afghanistan. His plan was to use these fighters from al-Qaeda to battle the Houthis in Saada. A training camp was also erected for these terrorists which still exists today in the area of Waila. These members of al-Qaeda and also Baathist elements are now taking part in the fighting alongside the Yemeni army against the Houthis. The areas of Malahit and Hasana which the Houthis have taken control over were used to transfer weapons from Saudi Arabia to the terrorists. These areas are also where most of the terrorists‘ plans are made.

oder, wie dieser Artikel im Guradian beschreibt:

http://www.guardian.co.uk/commentisfree/2009/may/25/yemen-jihadi-guantanamo-saudi-arabia

Saudi Arabia has supposedly created a „model“ system for reintegrating and re-educating Guantánamo returnees but many of them relapse and escape to Yemen. Most notorious among these recidivists is Abu Sufyan al-Shihri, now „deputy leader of al-Qaida in the Arabian Peninsula“. Seven other Saudi jihadis who escaped to Yemen are also known to be active in al-Qaida there.

Thus the two largest countries on the Arabian peninsula – Saudi Arabia, the biggest in terms of landmass and oil wealth, and Yemen in terms of population, are now locked in life-and-death struggles with internal enemies. The paradox is that, though the threat to both countries is the same, each is worsening the outlook for the other by the policies it is pursuing.

For example, in the 1980s, millions of Yemeni men worked in the Kingdom. Remittance income formed a big part of Yemen’s budget. But in 1991, 800,000 Yemenis (pdf) were expelled because they were seen as a domestic security threat in the run-up to the first Gulf war. Since then, Yemeni labour has been banned from Saudi Arabia.

Embittered and unemployed, young Yemeni men often become subject to another Saudi policy gone awry – its propagation for export of the Sunni Wahhabi form of Islam. With new Wahhabi madrasas popping up everywhere in Yemen because of Saudi financial support, it is small wonder that the number of Yemeni jihadis has grown exponentially.


Um den derzeitigen Konflikt im Yemen zu verstehen, muß man sich die Geschichte ansehen. Es ist kein Krieg gegen AlQuaida, so wie in den Medien erzählt wird. Die Geschichte des Yemen ist tief mit arabischer Politik  im mittleren Osten verbunden – und mit imperialistischen Interessen.

In der neueren Zeit befand sich der Yemen unter wechselndem Einfluß durch die Holländer, die Portugiesen und die Ottomanen, die sich mit den Briten das Land teilten. Die Ottomanen verliessen den Yemen 1918, nach dem 1. Weltkrieg. Der Nordjemen wurde danach durch Zeidi Imam kontrolliert, während die Briten den Süden kontrollierten. Die Briten hatten seit dem späten 18. Jh. den dominierenden Einfluß auf der arabischen Halbinsel und suchten ihre imperialen Interessen durch Verträge mit den Scheichs von Kuwait, Bahrain, Qatar and Oman zu sichern. Viele Familien konkurrierten um die Macht in Arabien, so wie auch die Familie Abd al-Aziz Ibn Sa’du, die 1924 den von den Briten unterstützen und eingesetzen Sharif Husayn ins Exil schickten. Da schlossen dann die Briten 1927 schnell einen Vertrag mit Ibn Sa’ud, genannt der Vertrag von Jeddah, mit dem sie Ibn Sa’ud als den soveränen König von Hijaz und Sultan von Najd anerkannten. Er wiederum sicherte den Briten zu, ihren Einflußbereich auf der arabischen Halbinsel zu respektieren. 1932 wurde der Einflusbereich Ibn Sa’uds dann zum Königreich Saudi Arabien.

Nach dem 2. Weltkrieg wurden dann die USA zur größten Supermacht und übernahmen die Besitztümer des alten, europäischen Imperiums im mittleren Osten. Nach 1945 entstanden neue soziale und politische Kräfte und verlangten nach Reformen. Es gab da die Kommunisten und, noch wichtiger: radikale nationalistische Bewegungen und unabhängige Gruppen von jungen Armeeoffizieren, die ihre Länder von der Fremdherrschaft befreien wollten und mehr soziale Gerechtigkeit forderten.

Die Imame im Norden wollten nun ganz Yemen und forderten damit die Briten heraus. Seit ca. 1940 gab es die Entwicklung einer politischen Opposition in beiden Teilen des Yemen. Die Bewegung ‚Freies Yemen‘  im Norden z.B. versuchte 1948 den Norden von den Imamen zu befreien.

In Ägypten gab es 1952 die größten Umwälzungen, als eine Gruppe junger Offiziere die ägyptische Monarchie stürzte und Abd al-Nasser die Macht übernahm. Nasser galt damals als Anführer der pan-arabischen Bewegung für die Einheit.

Nasser schloß 1955 einen Waffendeal mit den Sowiets ab, wo Ägypten Baumwolle gegen Waffen und militärisches Gerät tauschte. Das hatte einen großen Propaganda-Effekt und Nasser wurde als der Mann gesehen, der den Anglo-Amerikanischen Griff nach Ägypten zurückschlug.

Allerdings wollte Nasser den Assuan-Staudamm bauen, wozu er Kredit benötigte, der wiederum mit gewissen Konditionen verbunden war. Noch bevor er diese akzeptierte, zogen die USA ihr Angebot zurück. 1956 gab Nasser daraufhin die Nationalisierung des Suezkanals bekannt, was ihm wiederum die Sympathien der arabischen Welt einbrachte. Der Suezkanal wurde mit ägyptischen Arbeitern gebaut, aber von einer französischen Firma betrieben, und war die Lebensader des britischen Imperiums – ein Symbol für westliche Ausbeutung. Am 29. Juli 1956 griffen Israel, Großbritanien and Frankreich Ägypten an. Am 06. November wurde dann ein UN-Waffenstillstandsabkommen unterzeichnet. Das war die sogenannte Suez-Krise.

http://de.wikipedia.org/wiki/Sueskrise

Konsequenzen
Das Engagement am Kanal, obwohl militärisch erfolgreich, entwickelte sich so gerade für Großbritannien zu einer Demütigung ersten Ranges. Zudem war nur das Ziel einer Besetzung der Kanalzone vorübergehend erreicht worden. Der Sturz Nassers durch die Intervention misslang. In der Folge musste Premierminister Anthony Eden zurücktreten, die britische Wirtschaft und Währung kamen unter Druck. Zugleich verfestigte sich Großbritanniens Verlust seiner Weltmachtstellung – es war der letzte Versuch der alten Weltmacht, ohne Zusammenarbeit mit der neuen Weltmacht USA, ihre Interessen durchzusetzen. Zudem wuchs der Widerstand der Staaten der Dritten Welt: Die Niederlage der Briten beschleunigte die Entwicklung, mit der in den nächsten Jahren auch die restlichen britischen und französischen Kolonien auf dem Weg über die Dekolonisation ihre Unabhängigkeit anstrebten.

Die UdSSR schaltete sich in der Folge in den Nahostkonflikt ein und unterstützte Ägypten militärisch und wirtschaftlich. Zudem konnte sie den Ungarn-Aufstand ungehindert niederschlagen, da Washington für die „Uniting-for-peace“-Resolution auf die Unterstützung der UdSSR angewiesen war.

Auf ägyptischer Seite stärkte die Krise trotz militärischer Niederlage massiv die Position Nassers in der arabischen Welt und seinen Panarabismus.


Im Yemen kämpfte der Norden gegen beide – gegen die Imame im Norden und die Briten im Süden. 1962 siegten sie gegen die Imame und gründeten die Arabische Republik Yemen. Im Süden wurde die Opposition stärker und eine Guerilla-Bewegung entwickelte sich. Zwischen 1963-67 teilte sich diese Bewegung in eine von Nasser beeinflusste Gruppe und eine radikalere marxistische Gruppe die „Nationale Befreiungs Front“. Nasser selbst griff 1962 in den Bürgerkrieg im Yemen ein.

Der entmachtete Imam vom Yemen war entkommen und hatte einige Stammesfürsten auf seiner Seite, sowie saudi-arabische und jordanische Freunde. Deswegen wandte sich die neue yemenitische Regierung mit Hilfsgesuchen an Nasser – 1965 waren dann annähernd 70.000 ägyptische Soldaten im Yemen um das Militärregieme an die Macht zu bringen. Die Ägypter zogen sich dann 1968 zurück.

Während des Bürgerkrieges hielten die Briten an ihrem Protektorat im Süden weiter fest und waren wegen der Suezkrise nicht gut auf Nasser zu sprechen. Sie hatten ein heimliches Abkommen mit dem Mossad geschlossen, die Anti-Nasser Kräfte im Yemen durch Waffenlieferungen und finanzielle Hilfe zu unterstützen. Dabei halfen ihnen die CIA, der saudische Geheimdienst und der iranische SAVAK. Durch die 60er Jahre hindurch gaben die USA den Saudis Waffenhilfe und Ausrüstung im Wert von 500 Millionen US-Dollar, es wurden Militärbasen errichtet und Infrastruktur geschaffen. Das Ziel war die Entmachtung Nassers durch den Bürgerkrieg im Yemen.

1967, als die Briten den Yemen verliessen, kam dann die National Liberation Front (NLF) im nun unabhängigen Südyemen an die Macht. Der Norden und der Süden unterstützen die Oppositionsbewegungen im jeweils anderen Teil des Yemen. 1972 bekriegten sich die beiden Seiten, nachdem der Norden versucht hatte, den Süden mit saudischer und lybischer Unterstützung zu erobern. Die NLF als marxistische Regierung, unterstützte die Idee, alle traditionellen Monarchien auf der arabischen Halbinsel zu stürzen. Die saudische Regierung hatte nun 2 feindliche Yemen, beide mit radikalen Regierungen, beide von der Sowjetunion unterstützt und beide mit republikanischer Regierungsform. Der saudische König Faysal beantwortete diese Gefahr mit dem Aufstellen von Zäunen an der Grenze zum Nordyemen und mit einer beschleunigten Aufrüstung seiner Armee. Das Verteidigungsbudget wuchs 1970 – 1976 von 2 Milliarden auf 36 Milliarden Dollar.

Im Yemen gab es weitere Bürgerkriege, die erst mit dem Untergang der Sowjetunion 1989-1990 ihr Ende fanden. Seit Mai 1990 gibt es nun das vereinigte Yemen. 1993 waren dann wieder Wahlen im Yemen und 1994 gab es wieder Bürgerkrieg, unterstützt von wahabitischen Sunni Rebellen. Der Norden war in diesem Krieg erfolgreich und garantierte den Wahabiten ein größeres Mitspracherecht bei der Regierung.

Aber der Yemen kommt nicht zur Ruhe. 2004 versuchte die Regierung Hussein al-Houthi, den religiösen Führer der Zaydi-Rebellen zu fangen. Die Kämpfe eskallierten und Houthi wurde bei einem Luftangriff getötet. Seitdem führt sein Bruder die Rebellen an. 2004 wurden ca. 500-1000 Menschen während der Kämpfe getötet. Diese setzten sich auch 2005 fort, mit 1.500 Toten. Bei neuen Kämpfen in 2007 zwischen Regierung und Rebellen wurden hunderte von Menschen getötet und so war es auch 2008.

Im Juni 2009, wurden 9 Ausländer während eines Ausfluges in Saada entführt.  Die Leichen von 3 von ihnen, ein südkoreanischer Lehrer und zwei deutsche Krankenschwestern, wurden gefunden. 5 Deutsche werden noch vermisst, darunter 3 Kinder, und auch ein Brite werden noch vermisst. Bis heute sind die Verantwortlichen nicht bekannt. Die Regierung macht die Houthi-Rebellen dafür verantwortlich und die Rebellen beschuldigen Drogenkartelle die Täter zu sein. Die USA reden von AlQuiada und im Juli 2009 stattete General David Petraeus als CENTCOM Commander dem Präsidenten Saleh einen Besuch ab. Bei dem Gespräch ging es darum, wie man Terrorismus im Yemen besser bekämpfen könne. Im August gab es dann eine erste Militäroffensive gegen die Houthi-Rebellen im Norden, was zu einer Flüchtlingskrise führte, bei der 55.000 Menschen fliehen mußten. Im November kämpften die Rebellen dann an der Grenze zu Saudi-Arabien und töteten einen saudischen Offizier. Saudische Kampfflugzeuge und Artillerie bombardierte die Rebellenstützpunkte und die saudische Armee wurde dabei von marokkanischen Special Forces unerstützt. Marokko brach die diplomatischen Beziehungen zum Iran ab, der beschuldigt wurde, die Houthi-Rebellen mit Waffenlieferungen zu unterstützen. Auch Jordanien sandte 2000 Soldaten einer Spezialeinheit zur Unterstützung von Saudi-Arabien.

Für die USA ist Yemen strategisch wichtig. Der Golf von Aden verbindet das rote Meer mit der arabischen See und Yemen liegt direkt gegenüber von Somalia, Dschibuti und Eritrea. Er ist eine wichtige Transportroute für Schiffe aus dem Persischen Golf und eine lebenswichtige Oltransportroute für Öl nach Europa. Eine US-freundliche Regierung im Yemen ist eine saudi-freundliche Regierung…

Afrika wird immer wichtiger für die USA, wegen Öl, Gas und seltenen Mineralien. Diese Exporte werden sich in den nächsten Jahren verdoppeln. In den nächsten 10 Jahren könnte Afrika für die USA in Punkto Energie genauso wichtig werden, wie der Mittlere Osten. Wobei China und Indien als Hauptkonkurrenten gelten. Besonders China ist da die größte Herausforderung für die US-Interessen. Da bekommt das Wort ‚Entwicklungshilfe‘ doch gleich eine ganz andere Bedeutung für Afrika.

Konzerne aller Länder konkurrieren um die Bodenschätze Afrikas und unterstützen oftmals chaotische und korrupte Regierungen. In Somalia zum Beispiel, unterstützen die USA die Warlords, die wiederum islamische Gruppen bekämpfen. 1991 wurde die Regierung von Somalia gestürzt. Die Bevölkerung – ca. 9 Millionen – leidet ständig an Hunger. Die übelsten Kräfte der westlichen Welt sahen im führerlosen Somalia eine günstige Gelegenheit, die Nahrungsmittelversorgung des Landes zu stehlen, indem sie ihren nuklearen Abfall vor der Küste Somalias entsorgten und nebenbei noch in somalischen Gewässern auf Fischfang gingen. Mysteriöse europäische Schiffe wurden an der Küste gesichtet, die Fässer voller Abfall ins Meer warfen. Nach dem Tsunami Ende 2004 wurden hunderte dieser Fässer an der Küste angespült. Die Küstenbewohner wurden krank, immer mehr missgebildete Kinder wurden geboren. Der Wert des von den Fischereiflotten fremder Länder dort gestohlenen Thunfischs, Shrimps und Hummers wird auf 300 Millionen Dollar pro Jahr geschätzt. Die lokalen Fischer müssen hungern.

Im Dezember 2006 marschierten Äthiopische Truppen, unterstützt von den USA, in Somalia ein und besetzten das Land, entmachteten die Regierung. Der Grund für die US-Unterstützung war, dass Somalia eine Brutstätte des Terrorismus sei und natürlich Al-Quaida. Seit Jahren schon führten die USA einen verdeckten Krieg in Somalia, mit Kriegsschiffen, Drohnen und Spezialeinheiten. Die äthiopischen Truppen besetzen Somalia für einige Jahre, bis die UN dort eine ‚Friedensmission‘ genehmigte. 2007 landete dann das Ugandische Militär in Somalia und beendete die äthiopische Besetzung durch das UN-Mandat.

Seit 2007 gibt es nun somalische Piraten in den Gewässern vor Somalia und dem Golf von Aden. 2009 haben nun viele Lander ihre Kriegsmarine dahin geschickt, um die Piraten zu bekämpfen. Die Piraten sind ehemalige somalische Fischer, die vom Fischfang in den leergefischten Gewässern nicht mehr leben können und nun mit Schnellbooten die Ausländer zur Kasse bitten, indem sie ihre Schiffe kidnappen. Sie nennen sich selbst die Volunteer Coastguard von Somalia und die Bevölkerung sieht das auch so. 70% der Bevölkerung steht hinter den ‚Piraten‘ und sieht darin eine Art der nationalen Verteidigung.

2009 meinte ein US-Navy Commander, dass die somalischen Piraten von Leuten aus dem Yemen unterstützt werden würden, während die yemenitische Regierung den Kampf gegen die Piraten unterstützt. Privatleute im Yemen würden den Piraten Waffen und Treibstoff verkaufen und ihnen Verstecke bieten.

http://www.npr.org/templates/story/story.php?storyId=103904390

In Anti-Piracy Fight, Yemen May Be Part Of Problem
by Kelly McEvers

.

Und dann ist da natürlich wieder das Al-Qaida Problem im Yemen…

Die US-Untestützung des derzeitigen Krieges im Yemen wird damit begründet, man würde dem Yemen dabei helfen, Al-Quaida zu bekämpfen. Said Ali al-Shihri wurde 2001 von den Amerikanern in Afghanistan gefangen genommen und nach Guantanamo verbracht. Die Amerikaner übergaben ihn 2007 an die Saudis und er durchlief ein saudisches ‚Rehabilitationsprogramm‘ für Jihadisten, bevor er im Yemen bei AlQuaida wieder auftauchte. Er wurde die Nummer 2 in der Kommandostruktur der AlQuaida im Yemen. Wie er in den Yemen kam, bleibt unklar. Ein saudischer Sicherheitsoffiziert hat erklärt, dass Shihri aus seinem Haus in Saudi-Arabien 2008 verschwand, nachdem er das Rehabilitierungsprogram abgeschlossen hatte.

http://www.nytimes.com/2009/01/23/world/middleeast/23yemen.html?_r=1

They’re one and the same guy,“ said the official, who insisted on anonymity because he was discussing an intelligence analysis. „He returned to Saudi Arabia in 2007, but his movements to Yemen remain unclear.“

Im Juni 2009 berichten offizielle US-Stellen, das AlQuaida-Kämpfer Pakistan verlassen um in Somalia und Yemen zu kämpfen. Die CIA, das Pentagon und das Weisse Haus berichteten, dass AlQuaida Gruppen in Pakistan, Yemen und Somalia versuchen, ihre Aktionen miteinander zu koordinieren. Leon Panetta, CIA-Direktor, sagte, die USA müssen AlQuaida daran hindern eine neue Basis in Yemen oder Somalia aufzubauen. Nun hat also das amerikanische Nationale Sicherheitsestablishment seinen Fokus auf Yemen gelegt. Krieg scheint unvermeidlich. Gemäß dem oben verlinkten TAZ-Interview ist die Aussage von al-Houthi, dass die yemenitische Regierung zusammen mit Saudi-Arabien die Al-Quaida im Yemen direkt unterstützt und dort Chaos veranstaltet, welches dann wiederum den Weg für militärisches Eingreifen der USA ebnet. Wie macht man sich seinen Kriegsgrund selbst…

Das berichtet auch die Los Angeles Times:

http://articles.latimes.com/2008/apr/02/nation/na-terror2

Saudis faulted for funding terror
Treasury official shows frustration at U.S. efforts to force action. An audit is ordered.
April 02, 2008|Josh Meyer | Times Staff Writer
WASHINGTON – Saudi Arabia remains the world’s leading source of money for Al Qaeda and other extremist networks and has failed to take key steps requested by U.S. officials to stem the flow, the Bush administration’s top financial counter-terrorism official said Tuesday.

Stuart A. Levey, a Treasury undersecretary, told a Senate committee that the Saudi government had not taken important steps to go after those who finance terrorist organizations or to prevent wealthy donors from bankrolling extremism through charitable contributions, sometimes unwittingly.


2009 wurde enthüllt, dass Mitglieder der saudischen Königsfamilie direkt massive finanzielle Hilfe für die Unterstützung von Al-Quaida und anderen Extremistengruppen bereitstellen. Die Dokumente wurden vor Gericht bei einem Schadensersatzprozess von Familien, deren Angehörige Opfer der Attacken am 11. September wurde, als Beweismittel vor Gericht vorgebracht. Allerdings schritt das US-Justizministerium ein und vernichtete die Kopien der Anwälte und möchte nun verhindern, dass ein Richter sich das Material ansieht. Jedenfalls ist AlQuaida keine Organisation, die autonom von saudischen Finanzmitteln ist.

Die AlQuaida-Führung im Yemen hat erklärt die Rebellen zu unterstützen aber die Rebellen-Führung hat das dementiert. Der ehemalige Präsident des Südjemen erklärte in einem Interview mit France24:

http://www.france24.com/en/20100308-southern-movemen-al-qaeda-yemen-southern-mobility-movement-secession

„We have nothing to do with al Qaeda, we have never been in contact with this organization. Our movement rejects terrorism, which in contrast thrives in the north of the country. President Ali Abdallah Saleh uses al Qaeda to scare westerners and the United States.“

Im Südyemen wächst die Protestbewegung gegen die Regierung im Norden. Bisher waren die Proteste friedlich, aber die Situation verschlechtert sich weiter. Während die Menschen friedlich demonstrieren, geht die Regierung mit brutaler Gewalt gegen die Protestbewegungen vor und behauptet, sie würden von der AlQuaida unterstützt.


Am 25. Dezember 2009 bestieg ein aus Nigeria stammender Attentäter den Nordwest Airlines Flug 253 von Amsterdam nach Detroit und versuchte angeblich, das Flugzeug mit Plastiksprengstoff, den er in seiner Unterwäsche versteckt hatte, in die Luft zu sprengen. Dieser Vorfall gab den Vorwand für die USA, sich in den Konflikt im Yemen einzumischen, denn man behauptete, der Attentäter wäre von AlQuaida im Yemen ausgebildet worden.

Wie der Attentäter überhaupt an Bord des Flugzeuges kommen konnte, ist eine wichtige Frage. Die US-Geheimdienste wußten von ihm bereits 2 Jahre vor dem Vorfall und hatten ihn auf der Liste der verdächtigen Personen mit Kontakten zu Terroristen oder Terrororganisationen. Auch dem MI5 war er seit 3 Jahren bekannt, denn er hatte auch Kontakte zu islamischen Extremisten in England. Sein Vater, Angehöriger der nigerianischen Regierung und erfolgreicher Banker, warnte die US-Botschaft in Nigeria vor seinem Sohn.

Trotzdem wurde dem Attentäter ein US-Visum nicht verweigert, ja sogar ausdrücklich auf Wunsch des US-State Departments erteilt, mit der Begründung, er wäre hilfreich für Informationen über eine Bedrohungen durch AlQuaida gegen die USA. Man wollte ihn also in den USA haben. Da bleibt aber immer noch die Frage, wie er es denn mit Sprengstoff in der Unterwäsche an Bord des Flugzeuges schaffte – noch dazu ohne Pass. Dafür wurde dann ein Versagen der Sicherheitsvorkehrungen verantwortlich gemacht, die man dann natürlich gleich wieder verschärfen muß. Die Folgen davon kennen wir, durch die Nacktscanner-Diskussion. Dabei gab es keinen Fehler in den Sicherheitsbestimmungen – es war Absicht den Attentäter an Bord zu lassen. Einige Fluggäste haben beobachtet, dass der Attentäter von einem gut gekleideten Mann begleitet wurde und das er keinen Pass hatte. Der Begleiter, der auch das Flugticket des Attentäters in der Hand hatte, soll zu den Airline-Angestellten gesagt haben:

http://www.ticklethewire.com/2009/12/29/atty-says-he-saw-man-try-to-help-nigerian-on-flight-without-a-passport/

„We need to get this man on the plane,“ and that, „He doesn’t have a passport.“ The ticket agent responded that no one was allowed to board the plane without a passport, to which the Indian man replied, „We do this all the time; he’s from Sudan.“

Bisher war über den mysteriösen Begleiter nichts weiter in Erfahrung zu bringen.

Der Vorfall jedenfalls war die Vorgeschichte, um dem amerikanischen Volk den militärischen Einsatz im Yemen näherzubringen. So als wäre das die direkte Folge. Tatsächlich sind die USA aber schon lange im Yemen militärisch aktiv. Hat nur keiner so richtig mitbekommen. Auch die Briten mischen weiter mit. 2002, sechs Monate nach 911 sandte Präsident Bush schon 100 Mann in den Yemen um das yemenitische Militär für den Kampf gegen Terroristen zu trainieren. Die 100 Mann bestanden aus Spezialeinheiten, Geheimdienstexperten und ‚anderen Spezialisten‘. 800 Mann wurden damals auch nach Dschibuti geschickt. Im November 2002 gab es einen Drohnenangriff auf den Yemen, der 6 Al-Quaida Verdächtige tötete, darunter einen US-Staatsbürger.

http://www.nytimes.com/2002/03/02/world/nation-challenged-military-us-broadens-terror-fight-readying-troops-for-yemen.html

http://tech.mit.edu/V122/N54/long4-54.54w.html

Vor dem Unterwäsche-Bomber wurde der Konflikt im Yemen von der amerikanischen Öffentlichkeit als Bürgerkrieg gesehen und durch die Beteiligung von Saudi-Arabien dann als regionaler, arabischer Konflikt. Nun ist Yemen Teil des ‚Krieges gegen den Terror‘ geworden. Es sieht so aus, als wäre der Unterwäschebomber zur rechten Zeit aufgetaucht, damit die USA eine Ausrede für die Expansion des Krieges in dieser Region haben. Mit den derzeitigen Kriegen in Afghanistan und Irak, würde die amerikanische Bevölkerung keinen weiteren Krieg akzeptieren. So sehen die US-Bürger den Krieg im Yemen als Krieg gegen AlQuaida und somit als notwendig an.

Es stellt sich die Frage, warum nun dieser weitere Krieg? Warum unterstützt die US-Regierung einen Diktator dabei, sein eigenes Volk zu unterdrücken und Demokratiebewegungen im Yemen, die auf ihre Chance warten, zu bekämpfen?

Gleichzeitig mit AlQuiada wird der Iran mit dem Yemen immer wieder in Verbindung gebracht. Man versucht, den Iran in diesen Konflikt mit hinein zu ziehen und einen regionalen Krieg daraus entstehen zu lassen. Regierungssprecher im Yemen erklären immer wieder, dass die größte Bedrohung für den Yemen nicht AlQuaida ist, sondern Iran. Angeblich gäbe es da Anzeichen für iranische Aktivitäten – Beweise konnte die Regierung aber nicht liefern.

Der Erzfeind des sunnitischen Saudi-Arabien ist angeblich der shiitische Iran. Würde Iran die Houthi-Rebellen unterstützen, würde das Saudi-Arabien mächtig unter Druck setzen. – Behaupten die Medien für die Leute, die keine Ahnung haben:

http://www.nytimes.com/2009/11/13/world/middleeast/13saudi.html

Worst of all, some say, the border skirmish could lead to the realization of Saudi Arabia’s worst fear: a proxy conflict with its archrival, Iran, on its doorstep.
The rebels, known as Houthis, after their leader’s clan, have long been accused of receiving support from Iran for their struggle against the Yemeni government, though little evidence has been produced.

Now, a confluence of religious and political factors, including the rebels‘ Shiite faith and their underdog role, could prod Iran to turn myth into reality, if it has not already done so, analysts say.

Die Houthis sollen also dem Iran in Sachen Religion näher stehen wie den Saudis. Das liefert auch gleich für dumme Leute die Erklärung, warum der Iran die Houthis unterstützen muß. Tatsache ist aber, dass die Houthi Zayditen sind, was näher an den Sunniten ist, wie an den Shiiten. So entlarvt sich Kriegspropaganda selbst.

.

Anmerkung: Der volle Name der Autorin ist der Redaktion bekannt.

.

  • Norwegen, Perle des Nordens

  • Administration

  • Leser-Empfehlungen

  • Bitte eMail-Adresse eingeben...

    Schließe dich 151 anderen Followern an
  • Jetzt Stromwechsel

  • Finger weg ! ! !

  • Monatsarchive

  • Kategorie bitte wählen

  • Artikel-Erstellung

    Oktober 2010
    M D M D F S S
     123
    45678910
    11121314151617
    18192021222324
    25262728293031
  • Kinderrechte ins Grundgesetz

  • Die neusten Leser-Meinungen

  • ~~~ Die Partei der Vernunft ~~~

  • ~~~ Aktiv für die Umwelt ~~~

    Die Umwelt-Organisation ROBIN WOOD ist dem Verfasser des Muskelkater's schon seit seiner Gründung bekannt und er empfiehlt diesen internationalen Verein aus Bremen ausdrücklich, weil dieser in Sachen Umwelt- und Naturschutz, Erhaltung der für den Menschen natürlichen Ressourcen und Schutz der Natur vor der Gier der Konzerne und menschlicher Einzel-Individuen wie Spekulanten und Börsenzocker, vorbildlich agiert und deshalb aus seiner Sicht eine der sinnvollsten Gruppierungen des Planeten Erde sind, den es in seiner Form und Vielfalt zu erhalten gilt. - Klick mit rechter Maustaste auf Logo führt zur Homepage von ROBIN WOOD ...

  • ~~~ Demokratie in Aktion ~~~

  • ~~~ Lesben- und Schwulenverband

  • United for Peace

  • ~ Blog-Empfehlung ~

  • + Blog-Empfehlung +

  • Am Besten bewertet

  • Schlagworte/Tags

    Allgemein Allgemeines Armut Banken Betrug Bildung Bundesregierung Bundestag Bundesverfassungsgericht Bundeswehr CDU CDU/CSU CSU Demokratie Deutschland die Linke Diktatur ESM EU Europa FDP Finanzkrise Freiheit Gefahr Geld Geschichte Gesellschaft Gesundheit Gregor Gysi Griechenland Grundgesetz Grüne Hartz IV Homophobie Informationen Internet Irreführung Kinder Kirche Krieg Krise Kultur Leben Linke Linksfraktion LSVD Lügen Macht Medien Menschenrechte Merkel Muskelkater Natur Phantasie Politik Politiker Protest Regierung Regierungsschelte S21 Satire Scheinheiligkeit Sozialstaat SPD Terror Umwelt USA Wahlkampf Wahlversprechen Wahrheit Westerwelle Wirtschaft Zensur Zocker Zukunft
  • Top-Klicks

    • Keine