Geplante Koranverbrennung empört nicht nur US-Regierung

Von Brano Wagner

Nachdem eine christliche US-Kirchengemeinde angekündigt hat, den 11. September, dem Jahrestag der Anschläge auf das World Trade Center, zum Tag der Koranverbrennung zu erklären, kamen empörte Reaktionen aus der ganzen Welt.

Das Außenministerium unter Hillary Clinton verurteilt das Vorhaben. „Ich fühle mich ermutigt von der klaren, unmissverständlichen Verurteilung dieses respektlosen, schändlichen Akts“, sagte Clinton. Der Sprecher des US-Außenministeriums, Philip Crowley, nannte es eine Provokation. Es zeige Respektlosigkeit gegenüber einer Religion. Er hoffe, dass die Gruppe von ihrem Plan doch noch abrücken wird. Weiterhin betonte er, dass die Welt Amerika „nicht an der Aktion eines Pastors oder 50 Anhänger“ messen dürfe. Die Stadtverwaltung hat dem Dove World Outreach Center die Aktion inzwischen verboten, doch ist unklar, ob sich die Kirchengemeinde auch daran halten wird.

Auch der US Kommandeur in Afghanistan Petraeus warnte vor dem Vorhaben. Er fürchtet, dass dies Anschläge gegen amerikanische Soldaten provozieren könnte. In Kabul kam es unterdessen schon zu Protesten vor einer Moschee. Aufgebrachte Gläubige verbrannten amerikanische Flaggen und riefen „Tod für Amerika“.

NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen, der sich in Washington aufhielt, äußerte sich ebenfalls besorgt. Bücher-Verbrennungen widersprächen „allen Werten, für die wir stehen und für die wir kämpfen“, zitierte ihn die Washington Post.

(Quelle)

Soweit die Kurzfassung der Meldung, die nur einen kleinen Teil der Empörung widerspiegelt. Trotzdem gibt es immer noch genug Menschen, die sagen, dass nicht übertrieben reagiert werden soll; es handele sich ja schließlich nur um ein Buch.

Ich bin nicht religiös aufgewachsen und auch nicht besonders christlich geprägt. Aber eines weiß ich: das man die Religion und den Glauben des anderen achten soll. An wen derjenige jetzt glaubt, ist dabei unwichtig. Wichtig ist, dass er seinen Glauben frei leben kann und damit keinen anderen Menschen schädigt. Wenn jetzt dieser Glaube ein besonderes und heiliges Buch hervorgebracht hat, dann ist dort meist das Wort ihres Gottes oder ihres Propheten geschrieben. Und dann ist es für die Gläubigen nicht nur irgendein Buch, was man ersetzen kann. Mit der Verbrennung eines solchen Buches verbrennt man auch die Worte eben ihres Gottes oder ihres Propheten, welches für die Gläubigen, gleich welcher Religion, das schlimmste Verbrechen bedeutet.

Ich plädiere an alle Menschen, ob gläubig oder nicht:

Respektiert euren Mitmenschen so, wie er ist. Verbrennt ihr seine Bücher, verbrennt ihr auch ihn. Und dann seid ihr es kaum mehr wert, als intelligente Menschen bezeichnet zu werden. Braucht euren Verstand, den euch euer Schöpfer gegeben hat, und schaut zuerst vor eurer eigenen Tür. Denn sagen die Juden „Schalom“, so heißt das „Frieden“. Sagt ein Moslem „Salaam aleikum“, so bedeutet das soviel wie „Frieden sei mit dir“. Sogar die Hawaiianer sagen „Aloa“ und meinen damit auch „Frieden, Fröhlichkeit“. Nur die Christen kennen so einen Gruß nicht, dafür predigen sie dann: „Liebe deinen Nächsten.“ – Tut dieses erst einmal selber und respektiert und achtet euren Nächsten.

Aber verbrennt nicht seine Bücher…

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Ein Kommentar

  1. Frank

     /  9. September 2010

    Am 11.September den Koran öffentlich zu verbrennen, ist reine Provokation und bringt Amerikaner in allen islamischen Ländern in Gefahr. Ich hoffe es gelingt noch diesen christlichen Spinner und seine Anhänger zu stoppen.

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