„Deutschland, Deutschland, über alles“: Hymnen-Skandal bei BBC zum WM-Spiel

Panne beim BBC?

Die seriöse BBC sorgt mit einer Hymnen-Panne auf ihrem Online-Auftritt für Aufsehen: Sie bot in ihrem Live-Ticker zum Spiel Deutschland gegen England das Deutschlandlied zum Mitsingen an.

„Deutschland, Deutschland über alles“, stand da plötzlich auf bbc.co.uk zu lesen – die erste, statt der dritten Strophe des Deutschlandlieds. Allerdings hat der englische Sender die Panne im Online-Auftritt inzwischen korrigiert.

So beschreibt die tz-online.de diese Schande … Aber … Ist es wirklich eine Schande oder peinliche Panne gewesen?

Das ursprüngliche Deutschlandlied hat eben mal drei Strophen. Da braucht man nicht politisch rechts zu stehen, um dieses zu erkennen. Die Flüsse sind zwar fast alle nicht mehr auf deutschem Staatsgebiet und gehören heute zu Polen oder Frankreich oder Dänemark, aber viele Menschen finden den kompletten Text erst so richtig schön, ohne ihn gleich mit Nazi-Gedanken in Verbindung zu bringen.

Das denken die Menschen anderer Länder genauso. Und wenn wir uns mal die französische oder die britische Hymne vornehmen und erst recht die der USA, dann hagelt es da förmlich von Nationalgedanken. Nur in Deutschland hat’s massenweise Gewissensbisse oder sogar Beschwerden. – Ist halt ein eigenartiges Land, dieses Deutschland.

Andererseits: Man kann es aber auch anders sehen, wenn man das betrachtet, was mit dem Fußball zurzeit abgeht und gleichzeitig in Berlin von den Politikern verbrochen wird. Da kommen einem trotzdem so ganz eigenartige Gedankengänge. Wie zum Beispiel eine Bekannte aus dem Sauerland, die den letzten Krieg miterlebt hat. Sie hat ganz einfach Angst, weil sie 1936 die Olympischen Spiele in Berlin miterlebt hat, wo alle Menschen genauso gejohlt haben wie jetzt die Fußballfans. Dabei aber sich nicht darum kümmerten, was in der Zwischenzeit durch Hitler in Berlin geplant wurde. Als der Krieg dann gottlob endlich verloren war und diese Menschen sahen, was angerichtet worden war, sprachen alle nur davon: „Das haben wir ja nicht gewusst“. – Nein, wie auch. Sie waren ja mit den olympischen Spielen beschäftigt gewesen…

Und so regen sich nur die wieder auf, die wieder mal nicht zuhören, aber das hören, was eigentlich total das Unwichtigste der Welt ist, nämlich dass der BBC die Nationalhymne mit der ersten Strophe spielte. Sie regen sich auf, weil das ihre „Brot & Spiele-Einstellung“ störte, weil sie sich ertappt fühlten nach dem Motto: „Lass doch die Welt untergehen. Hauptsache, ich habe mein Vergnügen. Nach mir die Sintflut.“

Die Fußballfans sollen ihr Vergnügen haben. Ich gönne es ihnen sogar. Vielleicht ist es ja ihr letztes Vergnügen.

Aber sie sollen bitte anschließend nicht kommen und sagen: „Das habe ich nicht gewusst!“. Denn aufgeklärt werden sie. Jeden Tag. Über jede neue Gemeinheit der Regierenden. Über alles, was sie wissen sollten. Sogar über die steigende Armut, die auch sie selber betrifft, weil sie wiedermal zugunsten der Reichen Federn lassen müssen.

Fahren sie dann auch noch trötend und hupend mit der Deutschlandfahne schwenkend durch die Gegend?

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Ein ähnlicher Artikel ist auch bei den NachDenkSeiten zu lesen.

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4 Kommentare

  1. naseweis

     /  30. Juni 2010

    1. natürlich wimmeln auch andere hymnen vor nationalismen, aber andere länder haben auch nicht millionenfach menschen abgeschlachtet – technisch perfekt geplant, industriell umgesetzt
    2. nein, es regen sich eben sich die auf, die sich in ihrer „brot-und-spiele“-einstellung gestört fühlen – denen ist das egal! – sondern die, die nachdenken.

    • Im Grunde bestätigst du meine Aussage. Aber ich möchte noch etwas ergänzen:

      Zu deinem Punkt 1: andere Länder haben es sehr wohl getan, wie z.B. die Briten, Franzosen, Spanier… in ihren damaligen Kolonien, die USAner mit den Ureinwohnern und ganz besonders die Kirche. Allen ging es um Gold, Reichtum, Macht. Dabei wurden ebenfalls Menschen geschlachtet, sogar ganze Kulturen vernichtet im Namen Gottes.

      Systematisch wurde es erst im sogenannten dritten Reich, wo nicht nur Millionen von Juden, sondern auch Homosexuelle, Sinti und Roma und andere, die nicht zum „Ariertum“ passten, durch eine groß angelegte Planung und abgesegnet durch die Kirche brutal ermordet wurden; genauso wie du schreibst. Das davon (diesem Massenmord) sogar eine ganze Industrie gelebt hat, wissen leider nur wenige. Es ist unentschuldbar, was damals passierte. Aber – dafür können die heutigen Deutschen nichts, die jetzt leben und sich gerne ein friedvolles Leben aufbauen möchten. Das Einzige, was wir heute tun können, ist, die Menschen immer wieder zu erinnern und aufzurütteln, damit so etwas nie wieder passiert.

      Und genau das ist der Knackpunkt des Artikels: Leute, wacht auf. Während ihr jodelt und feiert mit der deutschen Fahne in der Hand, passiert wieder was Ungeheuerliches in Berlin, was für euch von gewaltigem Nachteil ist. Ihr verpennt es, seid deshalb wachsam.

      Dazu passen dann auch in deinem Punkt 2 die vier Worte: denen ist das egal!

  2. littletie

     /  30. Juni 2010

    Zum Thema: Ich weiß nicht, was ich mit Nazi Deutschland zu tun habe. Muss ich mich dafür schämen, dass ich den Sieg unserer Mannschaft feiere?

    • Nein, ganz und garnicht. Dann wäre auch der Sinn des Sportgedankens verfehlt!

      Bei dir weiß ich definitiv, dass du dich intensiv mit der Politik beschäftigst und dich nicht ablenken lässt. Aber es gibt viele, die es eben nicht tun und wie es naseweis sagte, es denen egal ist, was sonst um sie herum passiert. Denen ist dieses „Wacht auf“ gewidmet, damit sie nicht sagen können „Davon habe ich nichts gewusst“…

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