Die Kirche und der Mammon (Startkapitel)

Eine neue Artikelserie

Nachdem endlich durch Medien, Gesellschaft und Zeugenaussagen ans Tageslicht befördert wird, was jahrzehntelang hinter den heiligen Mauern der Kirche geschah und sich der heutige Papst noch nicht mal dafür entschuldigen kann, wird es auch mal Zeit nachzufragen, wie dieser klerikale Verein seit tausenden von Jahren zum Thema Geld steht.

Schon der Philosoph Friedrich Nietzsche sagte: „Die Kirche ist die höchste aller denkbaren Korruptionen“. Bischof Hieronimus bekannte im 12. Jahrhundert öffentlich: „Wir brennen wahrhaftig vor Geldgier, und indem wir gegen das Geld wettern, füllen wir unsere Krüge mit Gold, und nichts ist uns genug.“

Die Frage ist also: Wie kam die Kirche zu so immensen Reichtum, wo sie doch eigentlich immer sagt, dass den Armen das Reich Gottes ist. Wie konnte sie im Laufe der Zeit zu solcher Machtfülle gelangen, wie wir das heute jeden Tag erleben.

Der Vatikan hortet den zweitgrößten Goldschatz auf Erden

In der italienischen Zeitschrift Oggi wurde 1952 schon der Goldschatz des Vatikans aufgrund »außerordentlicher Informationen« hinter demjenigen der USA als der zweitgrößte der Welt beziffert: 7000 Milliarden Lire = 3.500.000.000 Euro. Im Vergleich dagegen beträgt der Wert des Goldschatzes des Staates Italien »nur« 400 Milliarden Lire. Wie gesagt, das war 1952! – Wie groß mag der Goldschatz des Vatikans heute sein? Rechnen wir die Wert-Steigerung dazu, so wäre der Wert des Goldes heute 63 % höher. Bei Verkauf könnte der Goldschatz des Vatikans, je nach Zeitpunkt eines eventuellen Abstoßes, bis 650 % Gewinn gebracht haben. Da fragt man sich doch tatsächlich: Wie ist der Vatikan zu diesem immensen Gold-Besitz gekommen?

Der Vatikan pokert mit enormen Finanzreserven an der Wallstreet

Die auswärtigen Finanzreserven des Vatikans sind vornehmlich an der Wallstreet konzentriert. Insgesamt dürfte sich der Gesamtbesitz der Kirchenzentrale an Aktien und anderen Kapitalbeteiligungen bereits im Jahr 1958 auf etwa 50 Milliarden DM belaufen haben. Diese Zahl dürfte inzwischen vermutlich auf weit über Hundert Milliarden Euro angewachsen sein. Aber wie ist der Vatikan zu diesem immensen Aktien-Besitz gekommen?

Auch der Verkauf von Segensbriefen, Titeln, Audienzen usw. vergrößert heute noch den Reichtum der Kirche

Preisliste des Vatikans (Stand 1990)

  • DM 5.000,- für einen vom Papst persönlich unterzeichneten Segen mit Urkunde
  • DM 30.000,- für eine Privataudienz mit dem Papst, inkl. Video
  • DM 50.000,- Spende für einen Ehrendoktortitel
  • DM 120.000,- Spende für einen Orden (Ordensstern zum Großkreuz des St.-Gregor-Ordens)
  • DM 300.000,- für einen Barontitel
  • DM 2.500.000,- für eine Erhebung in den Fürstenstand
  • DM 50.000,- für die Nebenkosten einer solchen Prozedur, etwa anlässlich der Ostermesse
  • Ab ca. 100.000,- Euro (im Durchschnitt ca. 250.000,-) kosten auch Heiligenprozesse. Nur wohlhabende Familien oder Ordensgemeinschaften können sich einen derart teuren Prozess leisten. Allein durch die 464 Heiligsprechungen (mehr als in den 400 Jahren davor) von Johannes Paul II. dürften ca. 116.000.000,- Euro in die Kassen des Vatikans gerollt sein.

Das waren nur drei Punkte zum Reichwerden.

Aber es sind noch viele weitere Punkte, die ich in den nächsten Kapiteln aufzeigen werde. Zum Beispiel, dass der Vatikan der größte religiöse Wirtschaftskonzern ist, – dass die Kirche der größte Grundbesitzer der westlichen Welt ist, – dass der Vatikan als Immobilienbesitzer ganze Städte besitzt, – dass der Menschenhandel und die Sklaverei den Reichtum der Kirche bis weit ins 19. Jahrhundert hinein erheblich vergrößert hat, – dass die Kirche Leibeigene hatte, sogar Kinder für die Prostitution, – dass der Ablasshandel im Mittelalter noch heute ein großer Teil des Kirchenvermögens ist, – dass unzählige Menschen bei der Eroberung Amerikas wegen des Goldes umgebracht wurden und dieses Gold ein Teil der römisch-katholischen Kirche ist, – dass das Blutgeld durch Inquisition und Hexenverbrennung die schändlichste Art der Kirche war, um Reichtum zu scheffeln, ein Raubmord an Andersgläubige, – dass durch Fälschungen und Erbschleicherei der kirchliche Grundbesitz immer weiter anwuchs, weil der Bauer des Lesens unkundig war…

Es gibt noch mehr Punkte, die die Schande des Vereins Kirche belegen. Aber immer ist hier der Verein, die Institution, gemeint und damit die Oberen, die Päpste, die Kardinäle, die Bischöfe, die Pfarrer, die Nonnen und Mönche in den Klostern. Das gemeine Volk verstand von alldem nichts und ließ sich von dem Prunk und den Worten blenden. Und muckte mal jemand auf, dann machte man ihn schon mundtot mit dem Versprechen, dass er nicht in den Himmel kommen würde, wenn er nicht seine Steuerschuld begleichen würde.

Und deshalb nochmal in aller Deutlichkeit: Es geht hier nicht um den Glauben eines Menschen. Dieser Glaube soll gerne weiter geführt werden. – Es geht um den Verein, der den Glauben vertreten und vorleben sollte und genau das Gegenteil tut.

Im ersten Teil dieser Reihe, die sich an die vorige Reihe „Der Verein Kirche“ anschließt, werden diese Punkte nochmal angesprochen unter dem Titel „Woher kommt der Reichtum der Kirche?“

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