He du, der du noch arbeiten darfst…

He du! – Ja, du!

Du, der du noch beim Daimler oder sonstwo arbeiten darfst, genau dich meinte ich. Haste gemerkt, wie dezent und galant ich gerade eben das Wörtchen „noch“ unterstrichen habe? Beim nächsten Mal wird es sicher schon richtig schön fett geschrieben sein, vielleicht sogar in Rot. Was meinste, wollen wir nicht jetzt schon Freunde werden und zusammen mal ein Bierchen trinken?

Ne, willste nicht? – Nicht mit solchen wie mir? – Nagut, kein Problem. Denn Freunde werden wir sowieso, über kurz oder lang. Beim dritten Treff nämlich ist dann das inzwischen fett geschriebene Wörtchen „noch“ durch ein anderes Wort ersetzt worden, mit noch weniger Buchstaben. Das Wort heißt „mal“, und aus dem Wort „arbeitest“ wurden im Gegenzug mehr Buchstaben, nämlich „gearbeitet hast“. Ist im Prinzip wie in der Politik: Vorne nimmste was weg und hinten stopfst du’s fünffach wieder rein. – Haste geschnallt? – Aber du glaubst mir nicht. – Soll ’n wir mal wetten?

Aber zuerst einmal, wo du noch „sicher“ auf deinem wackeligen Stühlchen sitzt, darfste noch gehörig nach denen austreten, die noch unter dir sind, wie Arbeitslose, Hartz4-Abhängige, Rentner. Mache es einfach so, wie es dir die BILD-Zeitung vorschreibt und Typen wie Westerwelle und Sarrazin es dir vorsagen, vorturnen und vortanzen. Mache es getrost, ich erlaube es dir. Denn nur so bekommst du Übung für den Tag, wo du endlich bereit sein wirst, mit mir Sozialschmarotzer ein Bierchen zu trinken. Vielleicht bekommst du durch dein Stänkern ja auch den Mut, dann auf die wahren mafiosen Sozialschmarotzer und ihre Lumpenelite zu schimpfen. Und du weißt, wo die sitzen, gell? – Ne, du weißt es nicht? – Wetten doch?

Jetzt sprach ich schon zum zweiten Mal vom Wetten. Traurig, gell? – Dabei weiß doch inzwischen jedes Kind, dass ich kein Geld zum Wetten habe. Du fragst, warum nicht? – Na, ich bitte dich. Ich gehöre doch zu denjenigen, die du noch immer mit Füßen trittst … noch. Aber bald sitzt du an meiner Seite. Ich freue mich schon auf ein Aldi-Bierchen mit dir. Und dann kannste dich auf noch viel mehr freuen: Denn dann ist das Nach-unten-treten vorbei. Toll, gell? – Dann gibt’s nämlich nichts mehr zum Nach-unten-treten.

Aber weißte was? – Dann sind wir beide zusammen. Und dann nehmen wir uns eine Haferschleimsuppe und löffeln uns gegenseitig den Haferschleim in den Mund, wie zu unserer Kleinkinderzeit: Ein Cent für dich, ein Cent für mich, zehn Millionen Euro für den Ackermann, ein Cent für dich, ein Cent für mich, 100 Millionen Euro Steuern für die Zocker und Lobbyisten, ein Cent für dich, ein Cent für mich, 100 Millionen Steuern für den Krieg, ein Cent für dich, ein Cent für mich, ein Cent für die Rentner, ein Cent für die Bildung, eine Nullrunde für alle, die noch arbeiten und schuften dürfen, fünf Millionen Euro Steuern für die Diätenerhöhung der Lumpenelite, ein Cent für dich, ein Cent für mich, 500 Milliarden Euro von den Steuergeldern zur Rettung der Banken, ein halber Cent für dich, ein halber Cent …

.

Anmerkung: Dieses soll bitte nicht gehässig aufgefasst werden, es soll in Form einer Satire nur zur Mahnung dienen. Außerdem sollte dies auch mal angesprochen werden, damit die Hetze endlich aufhört – oder aber mal in die andere Richtung geht: nämlich nach oben!

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4 Kommentare

  1. Wow ! – Gut.

  2. Recht hast Du!!!! und der Begriff „Lumpenelite“ ist der Hit!

  3. Günni

     /  7. April 2010

    Richtig so!

    Find ich super. Wieso eigentlich „nur“ Satire?
    Es is zwar zum Lachen, aber nur für jemanden der das als Spass auffasst.
    Du triffst den Nagel auf den Kopf, aber leider kommt das in der „wahren“ Welt nicht an, die vertrauen weiterhin ihrer Bibel, der BLÖD-Zeitung….

  4. Hast Du gut geschrieben. Was sage ich?
    Hast Du gut umschrieben!!!!

    Aber das ganze Dilemma wollen sie ja noch nicht wahrhaben. Die Erkenntnis kommt erst, wenn sie mit den Unteren auf einer Höhe liegen.

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