Experte: Staat soll nur fünf Jahre Hartz IV zahlen

Die BILD und Mein Kampf

Also normalerweise tue ich mir dieses Schmierenblatt ja nicht an. Aber die Titelseiten fallen so schön auf, so richtig schön zum Ärgern. Und das soll ja auch, dafür ist diese Zeitung für Minderbemittelte ja da. Ihre Aufgabe ist es, das Blödelvolk abzulenken. – Abzulenken von wichtigeren Dingen. Hinzuweisen auf die Hartz4-Schmarotzer, auf die Dekadenz dieser unteren Klasse, angelockt durch nackte Weiber, die nur einem durchweichten Hirni anmachen und … natürlich Sport. Männerfußball in allen Lagen, hier sind noch echte Männer anzutreffen, harte Kerle, die schon dafür sorgen, daß die Botschaft der BLÖD-Zeitung rüber kommt.

http://www.bild.de/BILD/politik/2010/03/16/hartz-iv-zahlung/experte-gunnar-heinsohn-fordert-staat-soll-nur-5-jahre-hartz-iv-zahlen.html

Das wird eine neue Debatte in Deutschland anstoßen! Der Soziologe und Wirtschaftswissenschaftler Professor Dr. Dr. Gunnar Heinsohn (66) fordert: Das neue Hartz IV soll nur noch maximal 5 Jahre ausgezahlt werden!

Die neue Hartz-IV-Debatte – Prof. Gunnar Heinsohn, Demografie-Experte der Uni Bremen, hält eine Radikalreform der Sozialhilfe für unerlässlich. In einem Beitrag für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ kritisiert er ­offen, dass sich immer mehr Familien dauerhaft in Hartz IV einrichten und Zuwanderer sogar deswegen zu uns kommen.

Experte … aha. Und ein Professor mit zweimal Dr. im Namen. Wie teuer die wohl waren. – Na mal ehrlich: wenn sowas ein Experte ist, dann bin ich Superman und Batgirl in einer Person. Eigentlich sollte man doch annehmen, dass man mit 66 Jahren so langsam beginnt, Vernunft anzunehmen. Aber wahrscheinlich sind das alles Beamte, und die dürfen ja nichts annehmen, wegen Bestechlichkeit und so. Denn was du, Gunnar, da vom Stapel lässt … da muß ich dir doch glatt Kontra geben.

Du möchtest Gelder einsparen, gell? – Lobenswert, lobenswert. Und vom Ansatz gar nicht mal so schlecht … gedacht. Für einen PrDrDr eine reife Leistung. – Aber jetzt zeige ich dir mal, wie du noch viel mehr Geld bekommen und sparen kannst. Komm mal mit:

http://www.bild.de/BILD/news/telegramm/news-ticker.html

Da steht für die Zeitangabe Dienstag, 16. März 2010, 09:17 Uhr:

Deutschlands größte Bank knüpft bei der Bezahlung ihrer Manager an Vorkrisenzeiten an. Die acht Vorstände der Deutschen Bank bekamen für das vergangene Jahr 38,98 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor hatten die damals fünf aktiven Vorstände rund 4,48 Millionen Euro erhalten. Spitzenverdiener bleibt Vorstandschef Josef Ackermann. Er bekam 9,55 (Vorjahr: 1,39) Millionen Euro zugesagt. 70 Prozent davon sind nach Angaben der Bank an den Geschäftserfolg gekoppelt und werden erst später ausgezahlt. „Die Bankenbranche dürfte 2010 und 2011 langsam zu einer gewissen Normalität zurückkehren“, heißt es in dem Geschäftsbericht des Dax-Konzerns.

Und auch hier stehts nochmal:

http://www.bild.de/BILD/politik/wirtschaft/2010/03/16/deutsche-bank/millionen-fuer-manager.html

Nun schau dir das mal an, Gunnar. Und woher kommt das Geld? – Richtig, von uns und auch von dir, Professor’chen. Jetzt machen wir mal was ganz gemeines: wir klaun uns von dem Ackermann einfach mal so 1%. Ist doch nicht viel, oder? Das macht genau … 95.500 Euro sagst du? Falsch gerechnet, denn da kommen ja noch Zinsen dazu, die er schon von seiner Bank erhalten hat. Denn die machen das doch genauso. Was, glaubste mir nicht? Dann pass auf, ich erkläre es dir:

Da hatten wir doch diese Finanzkrise, oder haben die ja eigentlich immer noch – das verschweigt uns die BILD natürlich – und da kannste dich sicher noch erinnern, wie es begann, dass wir auch in die Miesen kamen. Gunnar, jetzt hör doch mal zu und hör auf, in der Nase zu pulen … da findeste keine Ölquelle. – Also, da waren doch die Banken fast pleite, wie du weißt. Und da hat die Bundesregierung gesagt: weil wir so ein gutes Herz haben, leihen wir euch mal was. Die katholischen Kirchen waren selig, weil … die teilen ja auch aus. – Nun ist es aber so, daß sich die Bundesregierung dieses auszuleihende Geld auch erstmal ausleihen muss. Und wo? Richtig, bei den Banken. Die ja eigentlich pleite sind, oder fast. Und da muß die Bundesregierung jetzt Zinsen für bezahlen, dass sie sich Geld bei den Banken ausleiht, um es ihnen zinslos wieder zurück zu geben, damit sie nicht pleite gehen. Klingt kompliziert, ist aber so.

Wenn du jetzt schön brav aufgepasst hast, Gunnar, dann wird dir aufgefallen sein, dass die Banken dreifach kassieren. Einmal durch die Verluste, die sie von der Steuer absetzen, dann durch den Geldverleih an die Bundesregierung, wo sie Zinsen kassieren, und dann noch von der Bank, wo sie das Leihgeld der Bundesregierung wieder anlegt, um nochmal Zinsen einzustreichen. – Toll, was?

Und jetzt kommt mein Plan, Professorchen: Die Regierung zahlt jetzt keine Zinsen mehr, weil sie den Banken ja hilft. Aber die Banken zahlen der Staatskasse jetzt Darlehenszinsen für jeden einzelnen Euro. – Wäre das nicht toll, Gunnar? Was glaubst du wohl, wie schnell die Banken wieder gesund werden, wenn sie dem Staat 19,99% Zinsen und mehr bezahlen müssten. Dann könnten die keine Millionengehälter für die Manager und auch keine Boni mehr ausbezahlen und deine 95.500,00 Euro von Ackermann könnste dir schenken.

Siehste jetzt Gunnar, daß deine BLÖD-Zeitungs-Meinung, wo du wieder die Hartz4ler demütigen wolltest, fehl am Platze ist. Bild‘ dir deine Meinung lieber bei uns, dann wird auch der Unterricht für deine Schüler an der UNI viel interessanter.

Und noch etwas gebe ich dir zu denken:

http://www.bild.de/BILD/politik/2010/03/15/ruestungs-export-kampfpanzer-leopard-II/bricht-alle-rekorde.html

Exportschlager Leopard II – dieser deutsche Panzer ist so gut, dass ihn die Armeen der ganzen Welt haben wollen.

Ist das nicht toll? Auch die BILD ist begeistert. Ja Gunnar, da könnste dir mal Gedanken drüber machen mit deinem PrDrDr. – Denn alle wollen diesen Panzer haben und noch vieles mehr aus Deutschlands Rüstungsindustrie. Deutschland steht ja jetzt an dritter Stelle der Militärlieferungen in alle Welt. – Naja, ist ja schließlich Qualität … „Made in Germany“. – Endlich kann der Satz wieder auf Gebrauchsgegenstände geprägt und gedruckt werden, denn der Leopard, der Puma, die U-Boote und die Kriegsschiffe aus deutscher Produktion rollen und schwimmen über den ganzen Erdball.

Wir können stolz auf uns sein. Denn dann werden nicht nur die unzähligen Toten in allen Krisengebieten dieser unseren Welt, ermordet oder im Krieg gefallen durch unsere Waffen, den Aufdruck tragen: „Made in Germany“. – Sondern mit deiner Hilfe, Gunnar, nach fünf Jahren auch die Abhängigen von Hartz IV…

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6 Kommentare

  1. Andreas E.

     /  16. März 2010

    Stichwort: Panzer
    Der Leo II gehört mit zu einer Bauserie, die auch während der Fahrt Dauerfeuer geben kann. Eine deutsche Erfindung, die die Amerikaner seit dem WK II nicht haben kopieren können. Der M1A1 muß stehen, wenn er schießen will, der Leo II kann sogar Volldampf fahren und trifft immer noch – dank eines verbesserten Zielleitsystems, mit dem sogar die großen Granaten immer noch ganz genau treffen!

    Stichwort: Hartz IV auf 5 Jahre
    Amerikanische Verhältnisse? In Deutschland? Wie groß muß die mentale Behinderung eines Experten sein, um solch einen Ratschlag zu geben?! Der Mann ist schon jenseits von Gut und Böse angelangt und firmiert nur noch unter Blöde!

    Stichwort: Ackermann
    Als ich das heute morgen las, fielen mir wieder die vielen tausend Opfer ein, die dieser Mann bis heute zu verantworten hat, sein Geburtstagsessen im Kanzleramt, und auch seine Idee mit dem Bankenrettungsfonds, obwohl die DEUTSCHE BANK 7 Quartale in der Krise vollen Gewinn abgeschöpft hat, und er erst seit 2 Quartalen Kohle aus dem Fonds empfing. Und nun ist seine Bank wieder so gesund, um ihm € 8 Mio in den Arsch zu blasen? Mein Gott, dieser Schweizer gehört endlich als Staatsfeind eingesperrt. IM Gefängnis Weiterstadt gibt es bestimmt noch eine Zelle für ihn.

    Stichwort: Politik
    Unser Land ist arm dran, wenn Verbrecher an der Macht und im Chefsessel von Banken sitzen, die gleichzeitig auch noch den Leo II-Weiterverkauf an Drittländer untersützen.

  2. Das die Diskussionen um „Hartz IV“ nur Scheingefechte sind, lässt sich an nachfolgenden zahlen erkennen. Allein die Anzahl der ALG I Empfänger übersteigt deutlich die Anzahl der vorhanden Stellen auf dem ersten, ungeförderten Arbeitsmarkt! Nach aktuellen Zahlen gab es im Februar 1.358.370 ALG I sowie 4.968.035 erwerbsfähige ALG II Empfänger. Weiterhin 411.00 Nichtleistungsempfänger und 890.000 Kurzarbeiter. Ohne Kurzarbeiter sind somit 6 Millionen 737.405 Menschen auf der Suche nach einer Existenzabsichernden Erwerbstätigkeit. Quelle: http://www.pub.arbeitsagentur.de/hst/services/statistik/interim/index.shtml Entwicklung des Arbeits- und Ausbildungsmarktes im Februar 2010 – Seite 19/48
    Für Gesamtdeutschland hat das IAB nach aktuellen Zahlen ein Stellenangebot für den ersten Arbeitsmarkt von 764.000 freien Stellen angegeben.
    Quelle: http://doku.iab.de/grauepap/2010/os0904.pdf
    Abzüglich von Scheinangeboten (Quelle: http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,403459,00.html) und später zu besetzenden Stellen bleiben ca. 480.000 Stellenangebote auf dem ersten, ungeförderten Arbeitsmarkt, für über 6,7 Millionen nach „Arbeit“ suchender Menschen! Von denen wird bereits ein großer Teil in Arbeitsgelegenheiten oder Weiterbildungsmaßnahmen „beschäftigt und therapiert“. (z.B. 1,58 Millionen in einer von Bund oder Bundesagentur für Arbeit geförderten arbeitsmarktpolitischen Maßnahme / 288.300 Personen in einer Arbeitsgelegenheit nach § 16d SGB II auch Ein-Euro-Jobs genannt / 3.700 Personen in einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme-Seiten 6/28/30 aktueller Monatsbericht der BA)
    Was der Doppeldoktor mit Professorenausschmückung ebenfalls bewusst verschweigt, ist die Anzahl der Menschen, welche Lebensmittelmarken in den USA benötigen.
    „Das US-Landwirtschaftsministeriums (United States Department of Agriculture) meldet auch für den Monat Dezember 2009 einen neuen Rekord bei den Beziehern von Lebensmittelmarken. Unfassbare 38,978382 Millionen US-Bürgern bezogen im Dezember die moderne Version der Food Stamps, Lebensmittel per Kreditkarte für durchschnittliche 134,55 Dollar pro Person auf Basis des staatlichen Supplemental Nutrition Assistance Program (SNAP). Im Jahr 1969 waren 2,878 Millionen US-Bürger Bezieher von Food Stamps und das Programm verursachte 577 Millionen Dollar an Kosten. 1990 waren es bereits 20,1 Millionen Bedürftige die Leistungen bezogen und die Kosten stiegen auf 15,5 Mrd. Dollar. Im Jahr 2000 bezogen 17,2 Millionen Menschen Lebensmittelmarken, die Kosten stiegen auf 17,1 Mrd. Dollar. Im Dezember 2009 waren es nun 38,978 Millionen Food Stamps Bezieher.“
    Quelle: http://wirtschaftquerschuss.blogspot.com/2010/03/us-food-stamps-mit-neuem-rekord.html

  3. müller

     /  16. März 2010

    Das sind doch alles nur Ablenkungsmanöver,die wollen uns wieder in die Frondienste schicken. Wird Zeit für eine französische Revolution in Deutschland.
    Der nette Herr wäre nach Außenministerdarsteller Donauwelle der zweite auf meiner Liste.

  4. Andreas E.

     /  17. März 2010

    http://www.bag-hartz-iv.de/index.php/component/content/article/1159

    Sehr interessanter Artikel, der wunderbar paßt, da er sich auf diesen Artikel hier beruft …

  5. müller

     /  17. März 2010

    Eigentlich erfüllt dieser Artikel oder zumindest die schwach geistigen Ergüsse dieses Obermenschen, den Tatbestand der Volksverhetzung.Ich bin bestimmt kein Linker, aber bei diesen Schwachpilzen werde ich mir das wohl noch überlegen müssen!

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