Westerwelle will Löhne kürzen!

Rettet Hartz IV

Mein Netzwerkpartner Eifelphilosoph ist ganz schön sauer geworden, als er den nachfolgenden Artikel schrieb. Recht so, sage ich. Der Muskelkater wird bald auch eine härtere Gangart einlegen müssen. Denn solche Deppen, wie es zurzeit in der Regierung gibt, hat die Welt noch nicht gesehen. – Einer der Kommentatoren beim Artikel schrieb: „Allmählich fällt mir wirklich nichts mehr zu einem dermaßen menschenverachtenden Vollschwachsinn ein – außer Steuererhöhung für Gehirnamputierte! […] (Gilt selbstredend nicht für deinen Artikel – der ist grandios: diesmal hast aber ordentlich abgelassen!)“.

Dem kann ich nur beipflichten, sage aber: Es ist noch nicht genug Dampf abgelassen, um dieser schwachsinnigen Willkür zu begegnen. Da kann auch die BILD mit ihrer Hetze nichts ändern, wenn das Volk endlich mal aufsteht. Dann aber kann es schon zu spät sein und die Fenster sämtlicher FDP-Büros zu Bruch gehen. Hier wird von Seiten der FDP-Führung ein Flächenbrand angezündelt, der bald nicht mehr aufzuhalten ist. Ich bin ein Feind jeglicher Gewalt. Aber das, was momentan geschieht, entbehrt jeder Vernunft. Um nach der Bibel zu zitieren: „Wer Gewalt sät, wird Gewalt ernten!“ – Guido, lasse es nicht soweit kommen!!!!!

Zum Artikel vom Eifelphilosophen:



Es ist peinlich für dieses Land. Ein Deppendiskussion sondergleichen. Gäbe es einen Preis für Blödheit, so würden wir keine Konkurrenz fürchten müssen.

Und wer ist da Schuld?

Die Note „Sonstige Mitarbeit“. Da bin ich mir ganz sicher. Darüber kann jede Dumpfbacke seinen und ihren Notenspiegel durch flotte Sprüche und Augenaufschlag deutlich nach oben korrigieren, was aber letztlich dazu führt, das alle höchsten noch bei DSDS eine reelle Chance auf Erfolg haben – und ansonsten bei der ARGE die Sitze wärmen. Na ja, wenigstens etwas, da hat dann der Behinderte später einen warmen Sitzplatz. Da bekommt das Leben gleich wieder einen Sinn. Wartesaalsitzplatzheizer. Ein Beruf mit Zukunft.

Hartz IV spaltet das Land.

„Bloß nicht die Regelsätze erhöhen, dann droht der Untergang!“ … so fürchten sich alle, die noch Grund zum fürchten haben. Die anderen wissen, das Hartz IV ihre Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft sein wird, auch wenn manche von ihnen jetzt noch hochgefeierte Leistungsträger mit sechzig-Stunden-Woche sind.

Auf der anderen Seite Menschen, die sich fragen: hat das Verfassungsgericht nicht irgendwie … was anderes gemeint? Es gab da doch auch eine Klage, der … stattgegeben wurde, oder?

Nur das Manager-Magazin bleibt da nüchtern.

http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/0,2828,678574,00.html

Guido Westerwelle mahnte auch beim politischen Aschermittwoch das Lohnabstandsgebot an – völlig zu Recht. Die Lohnentwicklung der vergangenen Jahre ist ernüchternd. Allerdings haben die Hartz-Gesetze daran auch ihren Anteil. Wissenschaftler warnen: Eine Senkung der Hilfssätze könnte so weiteren Druck auf alle Einkommen ausüben.

Schön zu sehen, das in diesem Land noch nicht alle Intelligenz ausgewandert ist. Noch nicht. In zehn Jahren wird die Kompetenz zum Verfassen und Verstehen solcher Artikel völlig verloren sein, dann geht es in den Medien nur noch um Shopping, Musik, Reise, Liebe und Unterhaltung durch Auto, Film und Handy.

Schöne Welt dann … die leider nur keiner mehr bezahlen will. Wo das endet … wissen all diejenigen, die an den Ameranger Gesprächen teilnehmen.

Dabei geht es den deutschen Arbeitslosen schon schlecht. Nicht nur denen, aber die anderen haben ja noch Arbeit, die sollen mal schön ruhig sein. Für 1,50 Euro in der Stunde Haare schneiden dürfen ist ein Privileg, das nicht jedem zusteht. Und deshalb … muß Hartz IV auch nochmal gesenkt werden. (Nochmal? Ja, es gab da eine Mehrwertsteuererhöhung … die in dieser Einkommensklasse einer Kürzung gleichkommt …)

Nun dreht sich die Debatte um ein Prinzip, an dem lustigerweise niemand rüttelt: das Lohnabstandsgebot. Das steht zwar nirgends geschrieben, aber alle Parteien sind sich einig, dass Löhne höher liegen müssen als Hilfszahlungen des Staates. Deshalb, so Westerwelle, müssten die Hartz-Sätze alsbald nach unten angepasst werden.

Und um das zu erreichen, schwappt die Westerwelle durch das Land und will die Friseusen gegen die Ein-Euro-Jobber aufhetzen. Es geht immerhin um einen Abstand von 50 Cent die Stunde. Dafür würde sich Westerwelle noch nicht mal bücken.

Das Aufhetzen klappt nur nicht ganz so gut, weil … die alle noch eine funktionierende Erinnerung haben:

Das damals neue Drohszenario für Arbeitslose, die keine neue Stelle finden, blieb nicht ohne Wirkung: Die kürzere Bezugsdauer von Arbeitslosengeld I, die verschärften Zumutbarkeitskriterien bei Stellenangeboten und der Zwang, Ersparnissse fürs Alter aufzulösen, bevor die Hartz-IV-Gelder für Langzeitarbeitslose gezahlt werden, hat bei vielen Arbeitnehmern die Bereitschaft erhöht, für weniger Geld zu arbeiten.

Ja, Hartz IV hat in erster Linie den Arbeitenden viel Geld gekostet. Und darum … wird die weitere Kürzung von Hartz IV noch mehr kosten, weil dann 1,50 Euro die Stunde schon ganz schön viel sind – im Vergleich zu Hartz V.

So was nennt man eine Abwärtsspirale. In der befinden wir uns aber schon länger.

http://www.welt.de/politik/deutschland/article6449815/Deutsche-Arbeitslose-bei-den-Verlierern-in-der-EU.html

Eine Studie der OECD kommt zu einem brisanten Ergebnis. Danach stehen deutsche Langzeitarbeitslose im europäischen Vergleich finanziell eher schlecht da. In der Studie landet Deutschland auf Platz 14 aller 29 OECD-Länder. Trotz der geringen Sozialleistungen sei der Anreiz zur Arbeitsaufnahme gering.

Ob man in diesem Land arbeitet oder nicht, ist eigentlich egal: man hat halt schon seit zwanzig Jahren nichts mehr davon. Aber ist stolzer Zahlmeister der EU, kann Konzerne und Hotels subventionieren ohne Ende.

Nur Leben … kann man hier nicht mehr. Deshalb flüchten die, die noch können. Und wer bleiben muß … guckt in die Röhre:

Die Ausweitung der Niedriglöhne betrifft letztlich alle. Denn in der jüngsten Boomphase mussten auch die oberen drei Einkommensviertel real Einbußen hinnehmen – auch die mittleren Einkommen. So überrascht es kaum, dass die Realeinkommen auch 2009 wieder gefallen sind, und zwar um 0,8 Prozent. Laut dem Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut in Düsseldorf war es das sechste Verlustjahr in Folge.

Boom und Nichtboom … das ist keine Frage. Auf jeden Fall gibt es für Arbeit immer weniger Geld – und für Arbeitslosigkeit erst recht.

Aber … man hat ja noch jemand entdeckt, bei dem man sparen kann:

Arbeitslose mit Kindern stehen immer noch besser da als im EU-Durchschnitt. Das wird man jetzt schnellstens ändern und das paßt auch in die Zeit: jetzt, wo das Verfassungsgericht wegen der schlechten Behandlung der Kinder eine Neuberechnung verlangt hat, könnte man den blöden Blagen doch einfach mal gar nichts mehr zahlen! Sollen die doch sehen, wo die bleiben! In der Elfenbeinküste kann man so ein Gesochse doch für 20 Euro kaufen….und die arbeiten dann erstmal lebenslänglich umsonst. Schade nur, das die nicht so lange leben, sonst wäre das ein Supergeschäft.

Wie wäre es eigentlich mal mit einer fünfzigprozentigen Diätenkürzung? Und einem Grundsteuersatz von 90 % auf Kapitalerträge? Gerne auch verbunden mit einer neuen Währung. Sollen die Asozialen ihre Teuroberge behalten, wir führen den TALER wieder ein. Asozial … ist schon gar kein Ausdruck mehr für das, was hier von manchen kranken Politiker- und Schreiberlinghirnen ausgeschissen wird.

Widerwärtiger, wahnhafter Fanatismus … das beschreibt die neudeutsche Medienmeinungswelt recht gut.
Leider muß man bis in die USA fahren, um noch eine so freie Meinung hören zu können.

Na ja – machen ja auch viele. Und bleiben gleich da.

Die die hierbleiben müssen … sollten sich mal gut überlegen, ob sie mit Westerwelle krähen … oder lieber auf den eigenen Lohnzettel schauen. Denn auch da will Westerwelle kleine Zahlen sehen: beim Netto.
Es sei denn, man hat ein Hotel.

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