Deutschland, Deutschland über alles…

…über alles in der Welt!

So lautet unsere Hymne der Deutschen. Und die Regierung der Deutschen ist seit Jahren kräftig dabei, zu beweisen, dass wir als Arier deutschen Blutes berechtigt sind, überall mit zu mischen und damit diese Zeile der Hymne wahr zu machen. Und wenn der große Bruder jenseits des Atlantiks sagt: „Wau!“, dann bellen wir alle kräftig mit. Müssen wir ja wohl auch. Es ist ja schließlich unsere Pflicht, unsere Freiheit in aller Welt zu verteidigen. Denn der Bündnisfall innerhalb der NATO ist ja eingetreten. Da steht in Artikel 5 der Statuten der NATO:

„Die Parteien vereinbaren, dass ein bewaffneter Angriff gegen eine oder mehrere von ihnen in Europa oder Nordamerika als ein Angriff gegen sie alle angesehen wird; sie vereinbaren daher, dass im Falle eines solchen bewaffneten Angriffs jede von ihnen in Ausübung des in Artikel 51 der Satzung der Vereinten Nationen anerkannten Rechts der individuellen oder kollektiven Selbstverteidigung der Partei oder den Parteien, die angegriffen werden, Beistand leistet, indem jede von ihnen unverzüglich für sich und im Zusammenwirken mit den anderen Parteien die Maßnahmen, einschließlich der Anwendung von Waffengewalt, trifft, die sie für erforderlich erachtet, um die Sicherheit des nordatlantischen Gebiets wiederherzustellen und zu erhalten…. [Nordatlantikvertrag: Washington DC, 4. April 1949]

Nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 trat dieses in Kraft:

Zum ersten und bisher einzigen Mal wurde der Bündnisfall vom Nato-Rat am 12. September 2001 als Reaktion auf die Anschläge vom 11. September 2001 auf das World Trade Center und das Pentagon ausgerufen, mit der Einschränkung: »sofern die Terrorangriffe von außen gegen die USA gerichtet waren«. Beschlossen wurde der Bündnisfall durch den NATO-Rat erst am 4. Oktober. Zwei Tage zuvor, am 2. Oktober, hatte die US-Regierung Beweise vorgelegt, die einen bewaffneten Angriff der Taliban oder Al Qaida´s auf die USA belegen. (beide Zitate Wikipedia)

Also bleibt es dabei: Wir müssen an der Seite unseres Herrchens Gassi gehen, wenn er es befiehlt, ganz klare Sache. Aber keine Sorge, wir Deutschen waren ja schon immer so. Auch zu Zeiten der DDR und ihrer Nationalen Volksarmee NVA waren die Deutschen überall dabei:

Laut Joachim Nawrocki seien bis 1980 in Angola und Mosambik, Algerien, Libyen, den Irak, Syrien, Südjemen, Äthiopien, Guinea-Bissau, Benin, Nigeria, in der damaligen Volksrepublik Kongo (Kongo-Brazzaville), Tansania und Sambia zwischen 100 (Nigeria) und etwa 2000 (Angola) Offiziere und Soldaten der Nationalen Volksarmee und des MfS stationiert gewesen. Gordon A. Craig führt Meldungen (1978) über die Stationierung von über 1200 NVA-Soldaten im Bereich Artillerie, Kommunikation und Logistik in Algerien und 450 Soldaten in Libyen an. Craig erwähnt darüber hinaus eine mögliche Beteiligung von NVA-Soldaten bei Kämpfen in Ogaden und Eritrea, nach Walter Döbler wären NVA-Angehörige 1979 in bewaffnete Auseinandersetzungen in Mosambik verwickelt gewesen. Winrow führt zwischen um 1.550 und 1.700 (1978) und knapp mehr als 1.925 (1988) in Afrika stationierte DDR-Militärberater auf. Die Einsätze beschränkten sich auf die Ausbildung und Unterstützung befreundeter Regierungen und Widerstandbewegungen parallel zu Rüstungsexporten, dem Aufbau militärischer Logistik und Infrastruktur und an die Begleitung und Absicherung von Wirtschaftsprojekten etwa im Bereich der Rohstofferschließung, so in Mosambik. (Wikipedia)

Na also, singen wir alle mit: Deutschland, Deutschland, über alles…

Und wo findet man die Deutschen noch so auf der Welt? Damit wir über alles stehen können? Wir (t)vollblütigen Arier aus Gnaden der DAX-Konzerne und der von ihnen bestochenen Politiker, sorry: Parteispenden-gesponserte Politiker? – Hier:

  • 1999 unter NATO-Kommando: KFOR (Kosovo Force), derzeit etwa 2.240 deutsche Soldaten, (bis 8.500 Deutsche Soldaten als Mandatsobergrenze möglich).
  • seit 2001 Operation ACTIVE ENDEAVOUR im Mittelmeer zum Schutz des Seeverkehrs gegen terroristische Bedrohungen, deutsche Fregatten, U-Boote und Schnellboote.
  • Seit Januar 2002 unter US-Kommando: Operation Enduring Freedom als Teil des Kampfes gegen den Terrorismus. Zunächst Marinepräsenz am Horn von Afrika und Spezialkräfte in Afghanistan. Derzeit nur Marineeinsatz (Beteiligung OEF und OAE: 800 Soldaten).
  • seit Januar 2002 ISAF-Einsatz in Afghanistan zur Friedenssicherung unter NATO-Kommando; derzeit etwa 4.100 deutsche Soldaten (Mandatsobergrenze: 4500 Soldaten).
  • seit Dezember 2004 unter EU-Kommando: EUFOR (European Union Force in Bosnia and Herzegovina – Operation Althea), Derzeit etwa 120 Deutsche Soldaten (bis 2.400 Deutsche Soldaten als Mandatsobergrenze möglich).
  • seit April 2005 UNMIS (United Nations Mission in Sudan) – Entsendung von bis zu 75 unbewaffneten Militärbeobachtern in den Süden und Osten des Sudans zur Überwachung des Friedensabkommens.
  • seit September 2006 – Seeraumüberwachung vor der Küste des Libanons im Rahmen von UNIFIL II mit Fregatten, Schnellbooten und Hilfsschiffen unter deutscher Führung. Einschließlich Landkomponenten zur Versorgung und zur Unterstützung der libanesischen Kräfte ca. 460 Soldaten entsandt (Mandatsobergrenze 2.400).
  • seit Dezember 2008: Beteiligung an EU NAVFOR Somalia (Operation Atalanta) zum Schutz von Schiffen, die im Rahmen des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen Hilfslieferungen nach Somalia transportieren (Mandatsobergrenze: 1.400 Soldaten).

Bei Auslandseinsätzen kamen seit 1990 insgesamt 81 Soldaten ums Leben (Stand: 24. Juli 2009). Insgesamt starben seit ihrer Gründung etwa 2600 Angehörige der Bundeswehr in Erfüllung ihrer Pflicht.

DEUTSCHLAND – DEUTSCHLAND ÜBER ALLES, ÜBER ALLES IN DER WELT…

Überall mischen wir uns ein, bis es eines Tages von den anderen heißt: „Wir müssen die Freiheit Afghanistans im Teutoburger Wald verteidigen!“

Ich schäme mich und entschuldige mich dafür bei allen Opfern, ebenfalls ein Deutscher zu sein!

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4 Kommentare

  1. Schon einmal einen einzigen Gedanken darauf verschwendet wieviele Menschenleben durch einen Militäreinsatz gerettet wurden? Es ist und bleibt im Grunde genommen eine ganz einfache Rechnung: „Es kostet einem leitenden Kopf von Untergrundkämpfern das Leben und viele andere Menschen dürfen deshalb weiterleben!“ Klar, es trifft auch unschuldige Menschen. Trotzdem ist und bleibt das Verhältnis drastisch. Totalitäre Systeme, Untergrundkämpfer und Terroristen ist das Leben eines oder mehrerer Menschen egal. Was soll diese unrealistische Auffassung? Übrigens – hat schon einmal jemand an die vielen, total unterdrückten Frauen in Afghanistan gedacht? Diese „Menschen“ erhalten keine medizinische Verpflegung und keine Schulbildung. Das Leben dieser Frauen zählt keinen Pfifferling. Finden wir das gut? Manchmal ist der Tot sogar mit Sicherheit einfacher zu ertragen wie Unfreiheit, Unterdrückung, Krankheit oder gar Folter. Mich ärgert ein solcher Artikel wirklich furchtbar.

    • Die erste Frage erinnert mich irgendwie an einen Sprecher der Rüstungsindustrie. Auch die systemkonformen Medien verbreiten solche unhaltbare Thesen. Denn auch schon mal daran gedacht, wieviel Menschenleben ein solcher Militäreinsatz zusätzlich vernichtet? Und wieviel Hass auf die Invasoren entsteht? Und wie man auf diese Art den Terrorismus nicht bekämpft, sondern nur noch mehr anschürt – solange, bis ein Flächenbrand entsteht?

      Man kann Dunkelheit nicht mit Dunkelheit vertreiben. Genauso wenig, wie man Feuer mit Feuer oder Hass mit Hass bekämpfen kann. Es gibt andere Wege, die zwar länger sind, die aber zum gleichen Ziel führen. – Aber immer wieder verfallen wir der Propaganda-Maschinerie gewisser Lobbyisten, die uns einreden wollen, dass Gewalt das beste Mittel sei.

      So schwer die Verbrechen in unserer Welt auch sind, und so oft uns auch eingeredet wird, dass wir nicht tatenlos zusehen können, genauso oft müssen wir auch erkennen lernen (und auch aus unserer Vergangenheit gelernt haben), dass die Bundeswehr nach Deutschland gehört und nicht anderswo. – Denn warum bitte, marschieren wir nicht in das Palästinenser- und Israelitengebiet ein, wo seit über 50 Jahren Krieg herrscht und ebenfalls unschuldige Kinder (und auch Frauen) leiden müssen und sogar zu Kindersoldaten ausgebildet werden? Warum marschieren wir nicht in Russland ein, wo es auch Terroristen und die sogenannte Russsenmafia gibt, die uns bedrohen?

      Ganz einfach: Weil dort unsere Kriegs-Industrie, allesamt DAX-Konzerne, den Reibach ihres Lebens machen. Das ist es, warum Deutschland Krieg führen muss, um von diesen Geschäften abzulenken.

      Übrigens: Gegen humanitäre Einsätze ohne Waffen habe ich rein Garnichts. Und auch nicht, wenn die Entwicklungshilfe drastisch aufgestockt wird, welche nicht aus Geldmitteln besteht, sondern aus in Deutschland hergestellten Gütern und Dienstleistungen mit entsprechendem Personal. – Nur so kann Deutschland seiner Rolle in der Welt gerecht werden und selber davon profitieren. Nicht durch Krieg!!!

    • asphyx68

       /  23. Dezember 2009

      Liebe Frau Nesper,

      bisher blieben zwei Kriegsminister die Erklärung Schuldig, warum beim Bombardement im September diesen Jahres 142 Menschen ihr Leben verloren. Nun kommt die Ausrede, das man mehrere Taliban-Führer damit erwischen wollte. Den Nachweis dafür gibt es mal wieder nicht.

      Das Problem bei wirtschaftsfreundlichen Kampfeinsätzen des Militärs liegt hierbei darin, das beispielsweise in Darfur nichts zu holen war – sonst wäre das amerikanische Militär auch dort einmarschiert und hätte den Genozid (der meines Wissens nach dort immer noch läuft) gestoppt.-

      Und nur mal auf Afghanistan betrachtet, hat die amerikanische Intervention (Invasion ist ein wenig zu hoch gegriffen – das ist ja nicht Kuwait, wo Saddam zur Rettung kommen mußte und dennoch verlor) bereits mehr zivile Opfer gefordert als unbedingt notwendig.

      Rechnen wir dies einmal einander auf, kommt man eindeutig zu dem Schluß, das man mit Waffengewalt keine Probleme lösen kann (deshalb waren die britischen Bobbys auch bis 1985 immer unbewaffnet im Dienst und schnappten mehr Verbrecher als unsere hochgerüstete eigene Polizeitruppe).

      Wenn man also meint, Gewalt zur Deeskalation benutzen zu können, ja zu müssen, ist man auf dem falschen Dampfer. Dann bringt man bereitwillig unschuldige Zivilisten um. Aber nicht, um dem Land Freiheit und Gerechtigkeit zu bringen, sondern nur, weil man auf die dort lagernden Ressourcen scharf ist. Und dann stören knapp 2 Mio zivile Opfer (offizielle Zahl über Afghanistan) absolut nicht.

      Aber es zeigt die Denkweise der Imperialisten, die dahinter steht. Und eine solche ist abzulehnen. Wer Frieden will, wer ein Ende des Terrors will, muß nur eines machen: Aus dem überfallenen Land ALLE Truppen abziehen und sich um sein eigenes Land kümmern.

      Ich empfinde es jedenfalls als sehr verwerflich, was unsere Kriegsminister da treiben – und nach geltender Wehrgesetzgebung müßten beide (der ehemalige und der jetzige) wegen Wehrkraftzersetzung standrechtlich erschossen werden. Immerhin liegt hier, bei der Bemäntelung eines Kriegseinsatzes, eindeutig Landesverrat vor.

      Die Demokratie wird nicht am Hindukusch verteidigt, sie wird doch zerstört. Womöglich unwiederbringlich. Und als demokratischer, mündiger Bürger muß ich dies nicht gut heißen.

      mfg

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