Die erste CO2-neutrale Stadt der Welt

Klimawandel und Technologie

Der Satirekater zieht wieder mal seine Runden und hinterlässt auch bei diesem Thema sein hämisches Grinsen. Aber es ist diesmal keine lustige Angelegenheit, die er umkreist, sondern eher eine ernste.

Nach der Lektüre des ARD-Artikels von Carsten Kühntopp wird vielleicht der eine oder andere ins Grübeln kommen und dem Satirekater recht geben. Denn betrachten wir Deutschland und seine Erfindungskunst, dann stehen wir eigentlich, ohne uns jetzt besonders loben zu wollen, in der Welt und im Vergleich zu anderen Staaten doch sowas ähnliches wie Einzigartig da. Deutschland ist nämlich führend in der Welt, was die Umwelt-Technologie betrifft. – Und wahrscheinlich ist Deutschland auch führend in der Welt, wenn es um Dummheit geht. Dumm deshalb, weil wir zwar das Wissen haben, es aber nicht ausüben können, weil uns immer wieder die Lobby der Industrie und die Politik dazwischen funken. – Kommen wir zum Artikel von tagesschau.de:

 

Abu Dhabi verfügt über riesige Ölvorkommen. Das ist bekannt. Nun macht das arabische Emirat aber auch auf einem anderen Gebiet von sich reden: Erneuerbare Energien. Genauer gesagt geht es um Masdar City. Sie soll die erste CO2-neutrale Stadt der Welt werden.

Von Carsten Kühntopp, ARD Hörfunkstudio Amman

Der deutsche Maschinenbauingenieur Olaf Göbel hilft bei der Errichtung der ersten CO2-neutralen Stadt: Masdar City. Er nennt sich einen „Öko“. Als er im Sommer vor zwei Jahren nach Abu Dhabi zog, da war das so, als würden Welten aufeinander prallen. “Es gibt keine Mülltrennung, und man kriegt im Supermarkt – selbst wenn man nur eine kleine Menge einkauft – mindestens vier Plastiktüten. Zu  unserem Siedlungssupermarkt gehe ich immer brav mit meinen Baumwolltaschen hin, und das erste, was ich beim Kassierer sage, ist: No plastic bag! Und ich hatte nach einer Woche meinen Namen weg: Mister No-plastic-bag, erzählt Olaf Göbel.

Abu Dhabi sitzt auf einem Zehntel der weltweit bekannten Ölreserven. Das bedeutet Reichtum für Generationen. Benzin kostet keine 30 Cent pro Liter. Beliebt sind große, schwere Geländewagen. Das Wohnhaus, das Büro, das Einkaufszentrum – alles wird mit einem gewaltigen Stromverbrauch heruntergekühlt. Doch ausgerechnet Abu Dhabi will nun mithilfe der sogenannten Masdar-Initiative weltweit führend werden im Bereich erneuerbare Energien. Masdar heißt „Quelle“ oder „Ursprung“. “Die Verantwortlichen hier haben erkannt, dass erneuerbare Energien ein großes Potenzial haben und dass früher oder später sowieso der Umschwung weg vom Öl gemacht werden muss, und dann hat man gesagt: besser früher als später“, erklärt Göbel.

 

Bevor jetzt weiter gelesen werden kann, und der Satirekater hofft, damit eine kleine Diskussion zu entfachen, mal einige kleine Überlegungen zur deutschen Technologie-Überlegenheit:

 

  • Wer hat das erste Hybrid-Auto gebaut? Richtig, wir. Die Japaner, Chinesen und USAner aber bauen sie weiter aus.
  • Wo ist die Energiegewinnung aus Solarkraft entwickelt worden? Richtig, bei uns. Jetzt wird sie in der Wüste installiert, was zwar wegen der Sonneneinstrahlung schon logisch ist, dennoch Fragen aufwirft, wieso es nicht bei uns weiter forciert und gefördert wird.
  • Wer hat die erste Magnetschwebebahn entwickelt und gebaut? Wieder richtig, wir. Aber das Projekt wird nicht forciert, weil eine starke Schienen-Lobby es boykottiert. Dabei könnten zumindest im Inlandsverkehr die Kerosin fressenden Flugzeuge durch so eine Magnetschwebebahn abgelöst werden.
  • Wo wurden die ersten Elektrofahrzeuge gebaut? Nochmal richtig, auch bei uns. Aber die Autoindustrie will es einfach nicht, weil sie weiter auf umweltschädigende Verbrennungsmotoren setzt. Allen voran Daimler, die noch nicht mal Steuern zahlen.

 

Vier Beispiele, warum die Dummheit der Deutschen nicht an ihrem Erfindungsreichtum liegt, sondern einzig und allein daran, dass wir es möglich gemacht haben, dass sich starke Gruppierungen von Lobbyisten bilden konnten, die uns heute das Leben schwer machen. Es liegt alleine in unserer Hand, was wir in der Zukunft, aber auch noch in der Gegenwart, weiterhin dulden wollen und können. – Oder, wie es in meinem Roman „Der Gral“ ein durchgehendes Thema ist:

„Sven, die letzte Entscheidung liegt bei dir!!!“

 

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