ROBIN WOOD-Aktionstag gegen Umweltzerstörung in Indonesien für Palmöl von Unilever

Mit Rama in die Klimakatastrophe

ROBIN WOOD-Aktivisten protestierten gestern Vormittag zeitgleich an fünf Produktionsstandorten des Lebensmittelkonzerns Unilever: In Pratau, Kleve und Heilbronn entrollten sie Transparente, in Heppenheim und Auerbach stellten sie sich mit sechs Meter hohen Dreibeinen aus Gerüststangen und Transparenten in die Zufahrten. Die Umweltschützer kritisieren, dass Unilever trotz drohender Klimakatastrophe weiterhin Geschäfte mit Palmöl macht, für das in den Tropen die letzten Regenwälder vernichtet werden. Parallel zu den Aktionen ging bei Unilever-Konzernchef Paul Polman ein Brief von ROBIN WOOD ein. ROBIN WOOD forderte darin, der Konzern solle nur noch mit Lieferanten zusammenarbeiten, die auf eine Erweiterung ihrer Plantagenflächen in Indonesien verzichten und die nicht in Landkonflikte mit der lokalen Bevölkerung verwickelt sind. Wilmar International, bislang Unilevers wichtigster Palmöl-Lieferant, wäre damit aus dem Rennen.

Unilever, Hersteller bekannter Marken wie Rama, Knorr und Langnese, ist weltweit einer der größten Palmölverbraucher der Welt. Einen Großteil seines Palmöls bezieht Unilever von Wilmar, dem nach eigenen Angaben größten Palmölhändler weltweit. Das Palmöl stammt aus riesigen Monokulturen, vor allem aus Asien. In Indonesien ist der Kahlschlag für Plantagen inzwischen die Hauptursache für die Waldzerstörung – mit fatalen Folgen für die biologische Vielfalt und das Weltklima. Indonesien ist aufgrund der Waldzerstörung inzwischen weltweit der drittgrößte Kohlendioxid-Emittent.

Trotz drohender Klimakatastrophe ist ein Umdenken nicht in Sicht. Im Gegenteil. Unilevers Zulieferer Wilmar übt zurzeit großen Druck auf die Provinzregierung im indonesischen Zentral-Kalimantan aus. Das Ziel: Weitere 130.000 Hektar Wald sollen in Plantagenflächen umgewidmet werden. Das will ROBIN WOOD gemeinsam mit indonesischen Umwelt- und Menschenrechtsgruppen verhindern.

„Wissenschaftler formulieren dramatische Warnungen vor dem Klimakollaps. Unilever aber heizt durch seine Nachfrage nach Palmöl dem Klima weiter ein“, kritisiert ROBIN WOOD-Tropenwaldreferentin Jule Naundorf.

Wilmar ist zudem in unzählige Landrechtskonflikte verwickelt. Gegen den Landraub für Plantagen gibt es erbitterten Widerstand der lokalen Bevölkerung. Der Protest in West-Kalimantan gegen Wilmar-Plantagen führte dazu, dass die Weltbank im August 2009 beschloss, vorerst generell keine Palmöl-Plantagen mehr zu finanzieren.

Unilever präsentiert den Kunden hierzulande eine heile Markenwelt, die nichts von Waldzerstörung und Menschenrechtsverletzung ahnen lässt. Kritiker beschwichtigt das Unternehmen zudem mit dem Versprechen, ab 2015 werde der Konzern nur noch zertifiziertes Palmöl verwenden. Doch selbst dann würde die Waldzerstörung nicht stoppen. Denn die Kriterien für das angestrebte Siegel des Roundtable for Sustainable Palmoil (RSPO) wurden maßgeblich von der Industrie entwickelt. Unilever führt den Vorsitz beim RSPO. Entsprechend lasch sind die Kriterien. Sogar Palmöl-Plantagen, für die Wald zerstört wurde, würden dieses Siegel bekommen.

ROBIN WOOD hatte Unilever mit einer Protestaktion an der Deutschland-Zentrale in Hamburg im August dieses Jahres einen ersten Denkanstoß gegeben. Unilever behandelte die Kritik als Kommunikationsproblem und schickte seine PR-Manager vor. In der Sache aber tat sich bislang nichts.

Für Rückfragen:
Pratau, 01577-398 40 68
Kleve, 0178-60 90 562
Auerbach, 0179-671 90 16
Heilbronn, 0160-913 62 695
Heppenheim, 0160-91 32 4225
Fachreferat Tropenwald, Jule Naundorf/Peter Gerhardt, 040-380 892 18
Pressestelle, Ute Bertrand, 040-380 892 22, presse(at)robinwood.de

****************************************
Den Brief an Unilever, ein Hintergrundpapier zur Palmölproblematik, den
Bericht der ROBIN WOOD-Recherchereise 2009 durch Indonesien sowie
Aktionsfotos findet Ihr unter: http://www.robinwood.de/tropenwald/

****************************************

(mehr …)

Advertisements

Blockade der Gleichstellungsverweigerer im Bundesrat aufbrechen

Das Abstimmungsergebnis im Bundesrat ist enttäuschend

Zum Ergebnis der heutigen Abstimmung im Bundesrat über den gemeinsamen Antrag der Länder Berlin, Bremen und Hamburg zur Ergänzung des Art. 3 Abs. 3 Grundgesetz um das Merkmal „sexuelle Identität“ erklärt Axel Hochrein, Sprecher des Lesben- und Schwulenverbandes (LSVD):

Das Abstimmungsergebnis im Bundesrat ist enttäuschend. Das letzte Wort ist damit aber keineswegs gesprochen. Jetzt ist der Bundestag aufgefordert, sich der Gleichstellung von Lesben, Schwulen und Transgender auch im Grundgesetz anzunehmen. Die Blockade der Gleichstellungsverweigerer im Bundesrat muss aufgebrochen werden.

Die Argumentation der Gleichstellungsverweigerer, das Grundgesetz biete bereits ausreichenden Schutz vor Diskriminierung, ist ebenso unverschämt wie verlogen. Die gleichen schwarz-gelben Landesregierungen haben bislang nicht einmal die eklatante Ungleichbehandlung von gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften in ihrem Landesrecht beseitigt. Sie wollen sich ein Recht auf Diskriminierung vorbehalten.

Dennoch gibt es in der Bundesratsdebatte auch positive Signale: Erstmalig in der Geschichte der Bundesrepublik haben Regierungen wie Hamburg und Saarland, an denen CDU und FDP mitbeteiligt sind, für eine Ergänzung des Grundgesetzes um das Merkmal der sexuellen Identität gestimmt. Auch der Rechtsausschuss des Bundesrates hatte eine Annahme empfohlen.

Wichtig ist, dass die Positionierung der CDU in Hamburg und im Saarland sich letztlich innerhalb der Union bundesweit durchsetzt, genauso wie die Position der FDP im Saarland die restliche Partei überzeugen sollte, der rechtlichen Gleichstellung von Lesben, Schwulen und Transgendern auch die verfassungsmäßige Absicherung nicht zu verweigern. Die Kampagne für ein Diskriminierungsverbot geht weiter. Die heutige Bundesratsentscheidung beweist, wie notwendig das ist.

Quelle: LSVD – Pressestelle, Pressesprecherin Renate H. Rampf, Chausseestr. 29, 10115 Berlin, http://www.lsvd.de

Siehe auch die Pressemitteilung von Volker Beck, MdB

 

  • Norwegen, Perle des Nordens

  • Administration

  • Leser-Empfehlungen

  • Bitte eMail-Adresse eingeben...

    Schließe dich 150 Followern an

  • Jetzt Stromwechsel

  • Finger weg ! ! !

  • Monatsarchive

  • Kategorie bitte wählen

  • Artikel-Erstellung

    November 2009
    M D M D F S S
    « Okt   Dez »
     1
    2345678
    9101112131415
    16171819202122
    23242526272829
    30  
  • Kinderrechte ins Grundgesetz

  • Die neusten Leser-Meinungen

  • ~~~ Die Partei der Vernunft ~~~

  • ~~~ Aktiv für die Umwelt ~~~

    Die Umwelt-Organisation ROBIN WOOD ist dem Verfasser des Muskelkater's schon seit seiner Gründung bekannt und er empfiehlt diesen internationalen Verein aus Bremen ausdrücklich, weil dieser in Sachen Umwelt- und Naturschutz, Erhaltung der für den Menschen natürlichen Ressourcen und Schutz der Natur vor der Gier der Konzerne und menschlicher Einzel-Individuen wie Spekulanten und Börsenzocker, vorbildlich agiert und deshalb aus seiner Sicht eine der sinnvollsten Gruppierungen des Planeten Erde sind, den es in seiner Form und Vielfalt zu erhalten gilt. - Klick mit rechter Maustaste auf Logo führt zur Homepage von ROBIN WOOD ...

  • ~~~ Demokratie in Aktion ~~~

  • ~~~ Lesben- und Schwulenverband

  • United for Peace

  • ~ Blog-Empfehlung ~

  • + Blog-Empfehlung +

  • Am Besten bewertet

  • Schlagworte/Tags

  • Top-Klicks