Ich bitte einen Moment um Gehör, Frau Merkel

Von Netzwerkpartner Eifelphilosoph

Liebe Frau Merkel,

auf der ganzen Welt sind sie ja richtig gut angesehen. Gerüchteweise gibt es schon Heiligenfiguren von Ihnen, die in ärmeren Gegenden der Welt für die Gesundheit und das Wohlbefinden der ganzen Familie sorgen.
Auch ich sorge mich, allerdings nicht um die Gesundheit meiner Familie, sondern darüber, ob sie eigentlich mal von jemandem aufgeklärt worden sind, wie Wirtschaft funktioniert.

Merke! Planwirtschaft, Volkswirtschaft und Marktwirtschaft sind unterschiedliche Dinge.

Zum Beispiel Volkswirtschaft. Das ist das, was uns alle angeht. Da spielen viele Dinge eine Rolle – vor allem der sogenannte kleine Mann, der die überwiegende Mehrheit des Volkes ausmacht und überwiegend weiblich ist.

Dieser kleine Mann will nur eins: überleben. Vielleicht Kinder kriegen (vor allem wenn es sich um einen weiblichen kleinen Mann handelt, die männlichen kleinen Männer möchten lieber einen Ball), ab und zu mal was von der Welt sehen, nicht hungern und frieren müssen – und wenn die Nachbarschaft zu blöd wird, ein eigenes Haus mit Zaun drumherum. Letzteres kommt immer mehr in Mode, was nichts Gutes bedeutet hinsichtlich der Qualität der Nachbarschaft, nebenbei bemerkt.

Merke! Planwirtschaft und Marktwirtschaft haben lange Zeit darum gekämpft, wer Volkswirtschaft besser leisten kann. Markt hat gegenüber Plan gewonnen, weshalb wir jetzt planlos vor uns hinwirtschaften – gelenkt von der unsichtbaren Hand des Marktes, die man als Atheistin nicht wirklich verstehen kann.

Nun haben ja weise Menschen vor einiger Zeit das Geld erfunden, weil es ihnen zu lästig war, immer die ganze Ware zum Tauschen mit sich herumzuschleppen. Das war im Prinzip eine praktische Idee, die der Volkswirtschaft viel Nutzen und Freude brachte. Und vor allem Wohlstand.

Merke! Geld ist nicht an sich böse.

Jetzt gibt es aber ein paar Menschen, die finden soviel Gefallen an Geld, das sie gar nicht genug davon bekommen können. Noch nicht mal Münzen und Scheine reizen sie, sondern nur der theoretische Anspruch, eventuell ganz viel von dem Geld bekommen zu könnnen, wenn sie denn mal wirklich wollen würden. Dieser theoretische Anspruch wird von Banken registriert, denen man alles Geld, was man über hat, geben muß.
Sonst wird das geklaut.

Merke! Von einem Überfluß an Geld haben vor allem die Banken was.

Wenn man nun manchen Leuten in der Volkswirtschaft wenig Geld gibt (so wie sie und ihre Vorgänger das die letzten Jahre getan haben) und anderen ganz viel davon (auch dieses hat seit vielen Jahren Tradition) so führt das erstmal zu ganz ganz reichen Banken. Die vielen Leute, die wenig haben, brauchen das wenige nämlich ganz dringend – Essen, Kleidung, Heizung, Wohnung … all das will bezahlt sein. Die wenigen, die viel zu viel haben, bringen das auf die Bank, weil es sich da von selbst vermehrt.
Das erscheint wundersam, ist aber auch so.

Einfach mal den Ackermann fragen – der kommt je gelegentlich bei Ihnen zum Essen vorbei. Dieser Ackermann, so eine Art Jesus Christus der unsichtbaren Hand des Marktes, vermehrt Geld wie Christus Brot.
Natürlich nicht echtes Geld, sondern theoretische Ansprüche auf echtes Geld.

Merke! Nicht alles Geld ist echt. Erst recht nicht, wenn man es nicht anfassen kann.

Der Ackermann verdoppelt Geld alle vier Jahre … leicht läßt sich ausrechnen, wie lange er braucht, um alles Geld der Welt, das es heute gibt, in seiner Bank zu haben. Das macht ihm Freude, weil anders als Christus hat ihn der Teufel nie gefragt, ob er denn die ganze Welt beherrschen möchte. Das wurmt den Ackermann noch heute. Darum will er die Welt einfach kaufen.

Nun besonders Merken!

Gibt man den Reichen ganz viel Geld, dann kriegt das alles der Ackermann und die Glaubensbrüder vom Orden der unsichtbaren Hand. Die können nämlich gar nicht soviel kaufen, wie die Geld haben.
Die anderen aber … und hier, Frau Merkel, wird es wichtig … die anderen 90% haben viel zu wenig von dem Geld, was ganz schlecht ist für … die Volkswirtschaft. In der läuft da nämlich immer weniger.
Es kann ja auch keiner bezahlen, weil das ganze Geld vom Ackermann in Aktien angelegt wird, die aber beim kleinsten Anzeichen von Krise wieder über Bord geschmissen werden, damit man noch viel mehr theoretisches Buchgeld hat.

Merke! Hungert der kleine Mann, ist auch der Bäcker arm dran. Metzger ebenso. Genau wie Schuster.

Alles geht den Bach ´runter, alle arbeiten immer mehr, bekommen immer weniger, damit irgendwo soviel Buchgeld herumgebucht wird, das es reicht, die Welt dreimal zu kaufen.

Merke! Wir haben nur eine Welt. (Ganz wichtig! Nicht vergessen! Garantie ist auch schon um!)

Es kommt jetzt aber noch schlimmer. Ich will ja gar nicht über unsinnige Umweltschäden reden, über verblödete Kinder oder zersiedelte Landschaften, die im Dienste des Ordens der unsichtbaren Hand geopfert werden. Viel schlimmer ist: die unsichtbare Hand kriegt auch keine Wirtschaft hin. Sehen wir gerade wieder … und da ich ja jetzt weiß, das auch Sie endlich wissen, das Krise ist auch wenn es Ackermann wieder gut geht, hoffe ich, das meine Worte auf offene Ohren treffen.

Auch das ist ja ganz einfach zu verstehen. Die haben ja alle kein echtes Geld. Nur Ansprüche darauf, das die Bank ihnen auf Wunsch echtes Geld auszahlt. Die Bank aber muß zur wundersamen Geldvermehrung ganz seltsame Dinge machen … und die gehen regelmäßig schief. Ist es so schon bedenklich, aus Geld das es nicht gibt noch mehr Geld zu machen, das es nicht gibt, so ist es erst recht bedenklich, es alle vier Jahre verdoppeln zu wollen. Das geht nur mit Schummeln. Und wenn die dann merken, das da einer schummelt: das nennt man dann Wirtschaftskrise. Dann verkaufen alle alles und merken: eigentlich kriege ich dafür nichts. Jedenfalls nicht das, was von Ackermann versprochen war.

Also: besonders Merkeln: gibt man Reichen zuviel Geld, macht das die Volkswirtschaft kaputt und den kleinen Mann hungrig, weil auch die Markwirtschaft kaputt geht.

So, ich hoffe, das war jetzt nicht zu kompliziert. Wenn doch, geht auch noch einfacher.

Banken schummeln. Gebt denen nix! Reiche schummeln auch! Wer ordentlich arbeitet, hat keine Zeit und keine Lust, auch noch sein Geld für sich arbeiten zu lassen. Das darf sich dann ausruhen – gerade bei den fleißigen Deutschen ist das so. Dafür gibt es den SPARSTRUMPF, die praktische Alternative zur Börse.

Darum sei unsere deutsche Devise ab heute: Sparstrumpf statt Schummelsumpf!

In diesem Sinne: schönen Tag noch, Eifelphilosoph

PS: der Strumpf hat auch den Vorteil, das da nicht soviel hineinpaßt. Da geben die Leute dann wieder mehr aus, was wiederum zu höheren Steuereinnahmen führt. Na … interessiert?

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