Faschoparanoia gegen Asterix und Obelix

Die aktive Welt der „Kriegspostille“

So hätte ich diesen Artikel auch übertiteln können. Denn ich kenne die Autorin der Kriegspostille schon eine ganze Weile, zwar nicht persönlich, sondern nur über’s iNet, aber alles, was sie schreibt, ist nicht nur für mich, sondern auch für alle anderen von großem Nutzen. Ich mag ihre Artikel und werde demnächst öfter mal einige Kostbarkeiten bringen. So wie diesen hier:

Die Welt online hat es gerade nötig, sich über Asteris und Obelix und die Gallier-Comics zu erheben, um diese dem braunen Gedankengut einzuverleiben. Gerade die Welt Online, die mit dazu beiträgt, dass Arbeitslose noch mehr in Verruf geraten, wenn dies noch möglich ist. Ausgrechnet die Welt Online, die den Sozialstaat als Ursache allen Übels ausgemacht hat, und damit jegliche vernünftige Überlegung über den Zusammenhang von Entlassungen, Outsourcing, Missmanagement – auch der Regierenden – falscher Umgang mit dem Thema – auf den Kopf stellt.

 

Dazu kommt, dass inzwischen anscheinend alles als braun behaucht gilt, das sich getraut, diesen unsäglich gehirngewaschenen Kapitalistenstaat – in dem sogar die Arbeitslosen dazu gebracht werden, dass sie der Meinung sind, sie hätten es noch schlechter verdient – etwas schärfer anzugehen. Wer heute noch für Menschenrechte und Grundgesetz plädiert, ist wohl von gestern – so wird einem schon fast suggeriert.

Dass die Regierenden – im Verbund mit solchen Meinungsbildnern wie die Welt online und anderen, mit Arbeitgebervertretern, Bankern und reichen Fundis – alles Mögliche an die Wand fahren, was wirtschaftlich nicht mehr in ihren Kram passt, schwächelt und vom Binnenmart verlassen ist – und Pleiten samt Entlassungen zu Tausenden produziert, wird mit keiner Silbe erwähnt. Dass der Umgang damit eher an Verfolgung der Arbeitslosen und Hetze grenzt, also selber faschistoide Tendenzen aufzuweisen scheint, ist auch nicht relevant. Dafür werden nun Asterix und Obelix samt deren Dorfgemeinschaft bezichtigt, nicht nur stinkende Fische zu verkaufen, sondern insgesamt braun gefärbt bis in die Wolle zu sein.

Römer prügeln ist faschistisch. – Gegen das Imperium aufmucken ist faschistisch…

Das könnte wohl genau die Botschaft sein, die zwischen den Zeilen hindurchschwurbelt. Weltoffenheit ist anders, wird behauptet – wehrt sich nicht gegen eine Demokratie der Besitzenden und Ausbeutenden, sondern fügt sich und begrüsst alles. Von den Dumpinglöhnen, die es verhindern, dass ohne Sozialstaat überlebt werden kann, ist auch kein Sterbenswörtlein zu lesen in den Berihten der Welt Online. Stattdessen wird suggeriert, dass der Zaubertrank von Miraculix wohl braun gewesen sein muss, und das Hervorbringen der arischen Rasse begünstigen soll.

Das, was als faschistisch gelten soll, bestimmen zunehmend die Herrschenden und ihre Medien, so scheint es. Der durchschnittsdeutsch gehorsame Bürger schluckt auch das, und knöpft sich dann die Richtigen vor aus seiner beeinflussten Sicht. Das sind immer die, welche schwächer sind, und die sich ja schon selber bezichtigen und auch jeden Mist glauben, wenn er mit dem Anspruch daher kommt, noch demokratisch vertretbar und nicht so braun zu sein, wie es die offizielle Lesart beanstandet.

Wenn die Menschen dann vollends verwirrt und des Durchblicks beraubt sind, kann das ja vollends durchgesetzt werden, was eigentlich faschistoid ist, aber schon lange schwelt: Jener Faschismus, der nicht mehr so genannt werden darf, weil er sich in Zeiten des amoklaufenden Kapitals durch die wildgewordene, Leben fressende Globalisierung als Demokratie ausgibt. Darin ist jede Hetze recht und willkommen, die von den wahren Tatsachen und Problemen ablenkt.

Die andere Seite der Sicht auf die Comics über Asterix und Obelix muss dabei unterschlagen werden: Der Widerstand eines Dorfes gegen Vereinnahmung durch andere – gegen das Überbraten von Fremdherrschaft – gegen Versklavung, etc. Dies könnte ja vielleicht noch manche auf Ideen bringen…

Wenn aber das sogenannte Prekariat, das so sehr verhetzt und unter Beschuss genommen wird, nicht mehr liest, weil es ja dazu angeblich zu dumm ist, dann wird das wohl nicht passieren, dass diese daraus eine Anleitung zum Fascho-Widerstand destillieren, und auch keine anders geartete. Im Gegenteil, es steht eher zu befürchten, dass die andauernde Verdrehung aller Vernunft und Begriffe dazu führt, dass sich die Betroffenen wieder selber zur Schlachtbank begeben, indem sie sinngemäß feststellen, es sei ihre eigene Schuld, dass es so gekommen ist.

Und genau das ist auch Teil von Faschismus – und nichts anderes.

Hier die Links zu den Artikeln:

http://www.welt.de/kultur/article5037128/Schluss-mit-dem-Kult-um-die-Asterix-Comics.html

http://www.welt.de/politik/deutschland/article5045617/Sozialstaat-foerdert-Entstehen-der-Unterschicht.html

http://www.welt.de/politik/deutschland/article5045843/Diese-Gruppen-gehoeren-zur-Unterschicht.html;jsessionid=0FC7934888C786BCC64B463740C674C2#vote_5045538

(Quelle: Kriegspostille)
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