Kommt Liebe von Herzen?

Dichtung und Wahrheit über die Zeit des Schmusens

Es ist das Schönste aller Gefühle. Und es macht uns schwer zu schaffen, mit aufgeregtem Herzklopfen, weichen Knien oder einem flauen Magen. Wir sind nervös … und glücklich zugleich. Alles im Kopf dreht sich nur noch um die Eine oder um den Einen. Wir träumen sogar tagsüber. Wir sind verliebt. Was geht dabei in unserem Körper vor? – Der Muskelkater (in diesem Fall der Schmusekater) hat mal a bisserl nachgeforscht.

Herz von einem Pfeil durchbohrt. Was bedeutet das?

Herz von einem Pfeil durchbohrt. Was bedeutet das?

Es gibt Gerüchte, an denen wirklich nichts stimmt, so schön sie auch klingen. Eines von ihnen besagt, dass unser Herz für die Liebe zuständig ist.

Schon seit dem Mittelalter ritzen Jungen und Mädchen Herzen in Bäume, wenn sie verliebt sind. Angebeteten „schenkt“ man sein Herz. Und auf alten Gemälden kommen fliegende, rundliche Liebesboten vor, die Pfeile auf die Herzen von Menschen abschießen. Heute malt man zwar auf Wänden oder erstellt eine eigene „Love-Homepage“, es ist aber immer das Gleiche: wer getroffen wird, ist sofort unsterblich verliebt. Allerdings kann ein durchbohrtes Herz auch bedeuten: Oje! Dem geht es mies, weil seine große Liebe nichts von ihm wissen will. – Warum ausgerechnet das Herz? Wahrscheinlich sind unsere Vorfahren auf die Idee gekommen, weil die Blutpumpe so stark pocht, wenn wir verliebt sind.

Tatsächlich liegt unser Gefühlszentrum viel weiter oben: im Gehirn. Das befiehlt, Botenstoffe auszuschütten, die Hormone. Diese aktivieren bestimmte Nervenzellen und entfachen im ganzen Körper die Liebe: Die sorgt mal für Bauchschmerzen, mal für Appetitlosigkeit und Herzklopfen, und wen es erwischt, der kann an nichts anderes mehr denken als an diesen einen Menschen. Eigentlich müsste man seinem/r Geliebten nicht das Herz schenken, sondern das Gehirn. Aber das hat ungerechterweise einen sehr schlechten Ruf. „Kopfmenschen“ – so nennt man Leute, die nicht viel von Gefühlen halten.

Aber lassen wir die Vorurteile. Schauen wir uns lieber an, was die Wissenschaft heute über die Liebe weiß. Das ist nämlich eine ganze Menge. Forscher haben etwa herausgefunden, dass wir uns in bestimmten Situationen besonders schnell verlieben. Zum Beispiel, wenn es romantisch ist. Wenn im Hintergrund sanfte Musik spielt, finden wir andere Menschen gleich viel sympathischer.

Aber auch Aufregung kann den Gefühlen Beine machen. Das haben US-amerikanische Forscher in einem Experiment beobachtet: Eine Frau sollte ahnungslose männliche Testpersonen ansprechen, und zwar auf verschiedenen Brücken. Die erste war breit und fest, sodass man gefahrlos darübergehen konnte. In diesem Fall geschah … überhaupt nichts. Die Männer nahmen die Frau kaum wahr. Die andere Brücke aber war wackelig und schmal und führte über einen reißenden Fluss. Jeder Schritt darauf war ein echtes Abenteuer. Was geschah? Mehr als ein Viertel wollte sich gleich mit der Unbekannten verabreden. Verliebt man sich also automatisch, wenn man gemeinsam etwas Spannendes erlebt?

Amor mit Pfeil. Männlich oder weiblich?

Amor mit Pfeil. Männlich oder weiblich?

So einfach ist es nicht. Erst überprüft unser Denkapparat noch, ob ihm das Aussehen der anderen Person gefällt. Unfair, aber wahr: Schöne Menschen halten wir am Anfang automatisch für netter als andere … und für liebenswerter. Auch wenn das gar nicht stimmt! Seht euch mal junge Popstars an. Von denen schwärmen die Fans fast immer, weil sie so süß aussehen. Die Musik, die sie machen, ist oft egal.

Wenn das Aussehen geprüft ist, kann es mit der Liebe richtig losgehen: Jetzt schüttet das Gehirn Dopamin aus. Dieses Hormon bewirkt, dass wir etwas ganz stark wünschen. Wer verknallt ist, sieht alles wie durch eine rosarote Brille: Da kann der Geliebte noch so unfreundlich oder doof sein … er erscheint trotzdem im strahlendsten Licht. Das ist fast schon Zauberei.

Aber der Rausch dauert meist nicht lange. Als Wissenschaftler eine Gruppe von Verliebten nach gut einem Jahr untersuchten, arbeitete das Gehirn bei allen wieder normal. Das klingt unromantisch, ist aber sehr weise. Denn Verliebtsein kann ziemlich anstrengend sein. Vor lauter Aufregung findet man zu wenig Schlaf und kann sich kaum mehr auf das Lernen oder die Arbeit konzentrieren … – Auf Dauer ist so etwas schwer durchzuhalten!

Wenn zwei Menschen länger zusammen sind, schaltet ihr Körper deshalb auf ein ruhigeres Programm um und schüttet andere Liebesstoffe aus. Bei Männern das Vasopressin, bei Frauen das Oxytocin. Forscher glauben, dass diese Hormone im Gehirn dafür sorgen, dass sich Partner treu bleiben. Die Mittel wirken nicht nur bei Menschen, sondern auch bei vielen Tieren: Sogar Mäusepaare halten diese „Klebstoffe“ ein Leben lang zusammen.

Das Oxytocin bewirkt sogar noch mehr. Es löst mütterliche Gefühle aus. Wenn eine Mutter ihr Neugeborenes in den Armen hält oder stillt, wird ihr Gehirn mit Oxytocin überflutet. Dadurch stellt die Natur sicher, dass eine Mutter sich um ihren Säugling kümmert. Ihn sogar gegen Feinde verteidigt. Bei Menschen ist das zum Glück nicht mehr oft nötig. Aber seht euch einmal Löwen- oder Bärenmütter an! Wer deren Jungen zu nahe kommt, wird sofort angegriffen!

„Sie kämpfen mit Herz!“, sagen wir dann. Denn angeblich ist das Herz ja auch für die Tapferkeit zuständig. Aber das ist wieder ein anderes Gerücht und soll ein andermal geklärt werden…

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Ein Kommentar

  1. ja ja die Liebe…….. wäre manchmal besser es gäbe sie nicht!!!!!

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