Ein wunderschönes Märchen

von Muskelkater

Es waren einmal zwei Länder, die hatten einander ja so lieb. Aber der König des einen Landes schaffte es nicht, diese Beiden zueinander zu bringen. Da kam ihm ein Zufall zur Hilfe, denn die Bewohner des anderen Landes rebellierten und waren voller Zorn gegen ihren eigenen König. Bis dieser schließlich resignierte und seinem Volk die Freiheit gab. Das Volk jubelte jetzt dem König des anderen Landes zu, weil der ihnen blühende Landschaften versprach. Sie vertrauten ihm und seinen vielen Fürsten und edlen Rittern.

Die Zeit verging und nichts geschah. Da machte sich ein tapferer Ritter auf, das Land von dem König zu befreien. Er kämpfte und kämpfte und versprach den Bewohnern des jetzt vereinigten Landes Wohlstand, wenn sie ihm helfen würden, den König zu besiegen. Das Volk glaubte ihm und so geschah es eines Tages, dass der König abgesetzt wurde und der edle Ritter mit seinem Gefolge und einigen Robin Hood-Anhängern die Macht in dem Land übernahm.

Bevor aber der König feierlich abdankte und sich noch als der König der Vereinigung feiern ließ, ließ er seine Tochter zu sich kommen und sprach: „Meine liebe Tochter. Merkel dir meine Worte: Der edle Ritter ist nicht das, was jeder meint zu sehen. Er ist in Wirklichkeit sehr böse und will das Volk schaden. Ich vertraue dir, meine geliebte Tochter, das du eines Tages den bösen Ritter in einem fairen Kampf besiegen wirst“. Die Prinzessin nickte und sagte: „Ja Vater, ich werde es tun!“

Die Jahre gingen ins Land und der Ritter als der neue König hatte es geschafft, dass das Volk zufrieden war. Alle? Nein, nicht alle. Denn der neue König hatte nur an sich selber und an seine getreuen Fürsten und Grafen gedacht, die mit ihren Ländereien und Besitztümern jetzt immer mächtiger wurden und das Volk knechteten. Sie gingen bei ihrem König aus und ein und sprachen zu ihm: „Wir wollen mehr. Schaffe eine Agenda, damit wir endlich wieder große Feste in unseren Schlössern machen können. Das macht dir doch auch soviel Spaß!“

Und der neue König dachte nicht lange nach, denn er wollte eine Spaßgesellschaft, wo alle was davon hatten. Er rief seine fähigsten Fürsten zu sich, allen voran Baron von Steinmeier und Graf zu Hartz, und zusammen ersannen sie neue Gesetze, damit die Fürsten zufrieden mit ihrem König sein sollten. Aber er hatte seine Rechnung nicht mit seinem Volk gemacht. Denn das Volk musste durch diese neuen Gesetze Demütigungen hinnehmen, welches der Meinung einiger nicht mehr duldbar waren. Einige wurden sogar Leibeigene des Königs, mussten ihr gesamtes Hab und Gut abgeben und bekamen dafür vom König nur soviele neue Taler, damit sie zumindest leben konnten. Aber das Volk erzürnte sich erneut und rief: „Wir wollen einen neuen König! – Wir wollen einen neuen König!“

Der König hörte dieses und ersann eine List: Wenn er jetzt abdanken und seinem treuen Diener Baron von Steinmeier beauftragen würde, zusammen mit der Prinzessin eine neue Ordnung unter das Volk zu bringen, dann wäre das eine gute Tat. Er dachte also schon damals wie ein Pfadfinder, obwohl diese noch garnicht erfunden waren. Also wanderte er mit diesem guten Gedanken von dannen, ohne nicht vorher Baron von Steinmeier zum Grafen zu ernennen und die Prinzessin zur neuen Königin.

Aber auch die Prinzessin, die neue Königin, führte nichts Gutes im Schilde. Denn sie hatte nicht vergessen, dass das Volk ihren Vater als den besten König aller Zeiten, nicht mehr haben wollte. Sie holte sich tapfere Recken an ihre rechte Seite, die den Auftrag erhielten: „Das Volk wird aufsässig. Das können wir nicht dulden. Verschärft alles, was möglich ist, um das Volk unter Kontrolle zu halten!“ – Die tapferen Recken machten sich sogleich ans Werk. Graf Schäubel schuf ein neues Gesetz, damit er jederzeit überwachen könne, was das Volk plane, um notfalls eingreifen zu können. Die prüde Jungfrau und Prinzessin von der Laien hatte eine neue Idee, wie man die Erwachsenen vor nackten Kinderpopo’s schützen könne und verbot fortan den Besuch von öffentlichen Anstalten. Und Erzherzog de Jung zog mit seinen Kriegern in ein fremdes Land, um das Volk zu zeigen: Wir beschützen euch vor dem Bösen da draußen. Alle waren sich einig und verkündeten stolz: „Wir sind das Volk und tun alles für euch!“

Damit hatte die Königin natürlich bei vielen Baronen von Ein- und Auszahlungshäusern einen Freudentaumel ausgelöst. Sie waren jetzt über Nacht zu den Herren des Landes geworden und schöpften jetzt noch ausgiebiger als je zuvor Taler aller Art in ihre Schatztruhen. Und jedesmal, wenn sie einfach nur jammerten, wie schlecht es ihnen nur ginge, schöpften auch Königin und Graf aus den Schatztruhen des Volkes, um diese armen Barone zu stützen. Sie wurden sogar ins königliche Schloß eingeladen, um dort im festlichen Rahmen auf Kosten des Volkes ihre Party’s zu feiern. Welch ein Fortschritt…

Auf der anderen Seite aber hatte sich beim Volk eine Widerstandsgruppe formiert, die immer lautstarker wurde und die neuen Gesetze von Königin von und zu Merkel, Graf von Steinmeier und ihren Dienern nicht nur ablehnte, sondern sie bekämpfen wollte. Und als das Volk dann merkte, dass es mit den Talern, die sie erhielten, noch nicht einmal ihre Kinder richtig einkleiden konnten und ihnen ihr Wissen, was sie sonst immer umsonst erhielten, nicht mehr bezahlen konnten, erzürnte es sich wieder einmal. Aber dieses Mal hatte das Volk sich vorbereitet und erklärte: „Weg mit Graf zu Hartz! – Wir wollen Erzherzog de Jung wieder bei uns haben, nicht bei fremden Völkern! – Freiheit für die Anstalten des Wissens! – Weg mit Graf Schäubel, wir wollen frei sein!“

Königin von und zu Merkel und Graf von Steinmeier waren aber zu schlau und sagten ganz öffentlich in einem Forum: „Gut, das Volk soll entscheiden, wer der neue König wird“. Insgeheim dachten sie aber: „Das Volk ist viel zu dumm, um hier zu denken. Wir werden das Kind schon schaukeln. Und dann wird es wieder so in Saus und Braus, wie es gewesen ist. Mit uns Beiden!“

Klagenswerte Anmerkung:

Normalerweise folgt in einem Märchen immer: „Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie ….“.

Ich kam einfach nicht zu dem Schluß, denn das Märchen hängt irgendwo. Irgend ein Bösewicht hat mir mein Märchen zerstört, was so gut begann. Ich könnte jetzt ziemlich sauer werden deswegen. Wer ist der Halunke, der das Märchen nicht normal enden lässt???

Helft mir bitte!

Bald ist es soweit. – Schreibt ihr das Märchen weiter.

Aber bitte so, das es gut enden kann!

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5 Kommentare

  1. Manni Schneider

     /  14. September 2009

    Hier war wieder ein Künstler am Werk. Eine tolle Zeitreise mit Humor geschmückt, aber ohne Ende….

    Dann sind also wir am 27. September gefordert, damit ein Ende dieser Regierung folgt.
    Und damit wird dann alles wieder gut.

    Hoffentlich bleibt es nicht wirklich ein Märchen!!!

  2. asphyx68

     /  15. September 2009

    Hallo, Muskelkater,

    als ich das las, bekam ich das kalte Grausen (obwohl ich grad einen ziemlich heißen Cappé schlürfte)!

    Das Märchen ist kein Märchen mehr.
    Namen sind egal, die der Verbrecher landen eh immer wieder in der Geschichte. Alexander der Große kam in die Geschichtsbücher, weil er alles bis zum Hindukusch makedonisch machte – und vorher seinen geliebten Vater ermordete und eine Nacht mit seiner Mutter intim verbrachte!

    Kaiser Barbarossa ist nicht nur wegen seines Tauchgangs im Saleph berühmt, sondern auch deshalb, weil er die „prima noctis“ ausgiebig während seiner kurzen Herrschaft nutzte (von ihm selbst stammt nämlich dieses Gesetz, das 200 Jahre nach seinem Tod immer noch Anwendung fand).

    Julius Cäsar ist nicht nur wegen seiner Sterbeszene im römischen Senat berühmt, sondern auch deshalb, weil er seinen zukünftigen ägyptischen Schwager ermorden und die Bibliothek von Alexandria abfackeln ließ. Nur, um ein Schäferstündchen mit der geilen Kleopatra verbringen zu können.

    Von Papen, Hindenburg, Kaiser Wilhelm II., Kaiser Wilhelm I., König Friedrich II. von Preußen (das war der mit den 20 Konkubinen). Alles so gewichtige Namen.

    Aber alle politisch unfähig. Ein Märchen ist in dem Moment keines mehr, in dem es von der Wirklichkeit, der Realität, überholt wird.

    Im Mittelalter mag es durchaus den einen oder anderen ehrenvollen Ritter gegeben haben. Aber die Ritterromantik selbst ist nur ein Märchen. Anständige Ritter gab es niemals! Jeder Ritter verdiente seinen Unterhalt mit Wegezoll, oder gar mit Raubrittertum, in dem er Handelskarawanen überfiel. Hier am Rhein gibt es Dutzende von Burgen dieser Ritter. Der Klerus war auch nicht besser, wollte jener doch an den Einnahmen der Ritter entsprechend beteiligt sein – und nicht dafür arbeiten.

    Ein Märchen ist ein Märchen, wenn es romantisch verklärt.
    Nur kann man die Wirklichkeit nicht mehr romantisch verklären, da sie ansonsten kitisch daher käme. Die Geschichte kennt tausende großer Namen. Aber jeder Name ist mit mindestens einem Mord verbunden – sonst würde man sich heute nicht mehr an ihn erinnern. An die Guten nämlich erinnert man sich niemals …

    mfg

    • Zitat: „als ich das las, bekam ich das kalte Grausen…“

      Das solltest du ja auch. Ich habe ja schließlich auch kein gutes Ende gefunden!

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