Adoptionsrecht: Im Wahlkampf bleibt in Bayern die Vernunft auf der Strecke

Für die Bayerische Justizministerin zählt das Wohl der Kinder nicht

von Muskelkater

Bayerns Justizministerin Dr. Beate Merck hat davor gewarnt, aus der Rücknahme des bayerischen Normenkontrollantrags gegen die Stiefkindadoption falsche Schlüsse zu ziehen. Sie werde Ehe und Familie weiterhin gegen eine schrittweise Gleichsetzung mit der Lebenspartnerschaft verteidigen. Eine Volladoption durch Lebenspartner werde es mit ihr nicht geben. Dazu erklärt Manfred Bruns, Sprecher des Lesben- und Schwulenverbandes in Deutschland:

„Schon der Normenkontrollantrag Bayerns gegen die Zulassung der Stiefkindadoption durch Lebenspartner hatte Verwunderung ausgelöst. In dem 83 Seiten starken Antrag wird das Kindeswohl nur auf den beiden letzten Seiten nebenbei erwähnt.“

Bei der Stiefkindadoption durch Lebenspartner geht es um Kinder, die bereits in gleichgeschlechtlichen Familien leben. An ihrer tatsächlichen Situation ändert sich nichts, ob nun die Stiefkindadoption zugelassen wird oder nicht. Sie bleiben in ihrer Familie. Aber ihre rechtliche Lage verbessert sich beträchtlich. Der LSVD hatte deshalb in seiner Stellungnahme zu dem Normenkontrollantrag geschrieben: „Wir sind der Meinung, dass politische Meinungsunterschiede nicht auf dem Rücken der Kinder ausgetragen werden sollten.“

Die vom Bundesministerium der Justiz vorgelegte Studie zweier bayerischer Staatsinstitute hat eindrucksvoll belegt, dass für das Kindeswohl weder das Geschlecht noch die sexuelle Orientierung der Eltern von Bedeutung sind, sondern allein, ob sie sich den Kindern liebevoll zuwenden. Trotzdem behaupten Politiker der CDU und CSU nach wie vor, dass Kinder Vater und Mutter bräuchten, um sich zu psychisch gesunden Männern und Frauen zu entwickeln. Diese Haltung verteidigt Frau Dr. Merck, obwohl sie selber alleinerziehende Mutter ist. Aus eigener Erfahrung mit der ursprünglich ablehnenden Haltung der CSU gegenüber allein erziehenden Eltern müsste sie aber wissen:

Kindeswohl ist dort, wo Eltern ihre Kinder lieben und nicht dort, wo es Partei-Ideologien definieren.

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