Es tanzt der Pi-Pa-Purzelmann…

Es geht heiß her in der Republik

Für einen Satiriker so wie mich ist dieser momentane Zustand in Deutschland einerseits etwas herrliches, wunderbares, ergiebiges, tolles Fresschen, auf der anderen Seite aber niederschmetternd, weil man nicht mehr weiß, wo zuerst anfangen. Die Ereignisse überschlagen sich so dermaßen, dass die dadurch entstandenen Purzelbäume inzwischen Olympiareif wären.

Selbst die Tagesschau, die als filmische Darstellung der BILD-Zeitung durchgeht, überschlägt sich fast mit Meldungen, die an das erinnern, was mal ein sehr bekannter und gefürchteter Außenminister im Zustand der geistigen Um- oder Übernachtung in verschwiegenen Hotelzimmern vom Stapel ließ: römische Dekadenz. Dabei wäre doch alles viel einfacher, wenn ein wackerer Zenturio dem Guido, der Angela, dem Horst, dem Josef, der Ursula, dem Rollerfritzchen und noch vielen anderen Gnomen der Elite von Regierung und Wirtschaftsbankenlobby mal in einer trauten Minute einflüstern würde, sodass noch nicht mal der Spion der letzten Reihe es hören kann, dass es nicht Dekadenz, sondern Politdemenz heißt.

Aber fangen wir mal ganz von vorne an:

Bei dem ganzen Polittheater in Berlin gehen Meldungen, die wirklich wichtig sind, total unter. Bleiben wir einfach mal bei der Tagesschau, auch wenn ich die nicht so besonders lieb habe. Da sind Meldungen seit Tagen über das Hochwasser in Polen, Brandenburg und Sachsen. Da ist der brutale Überfall der Israelis auf einen Hilfsgüter-Convoi, der beweist, wie gewalttätig die Regierung von Israel ist. Da machen wir Deutschen uns Sorgen um unsere Vergangenheit und die Israelis legen in ihrer Apartheitspolitik noch einen drauf. Da ist das Ölleck im Golf von Mexiko, wo Unmengen Öl unkontrolliert ins Meer fließen und wahrscheinlich eine der größten Umweltkatastrophen wird, die es je gab. Aber wir kümmern uns nur um eine fingierte Klimakatastrophe, die von windigen Geschäftsleuten erdacht wurden, um uns zur Kasse zu bitten. Da ist der Zustand der jungen Menschen bei uns und jetzt schon in China, wo die Zukunftsperspektiven immer schlechter werden. Da sind in Mittelamerika 100 Tote bei einem Wirbelsturm zu beklagen, bei Henkel Millionenbetrug, in Rumänien Lohnkürzungen

Und bei uns Rücktritte. Rücktritte, dass einem fast schwindelig dabei wird. Oder auch Nicht-Rücktritte. Fassen wir mal zusammen:

Hessen: Landtagswahl, CDU schmiert ab. Chance, eine Links/Grüne Regierung unter Ypsilanti scheitert, weil eine Kommunistin innerhalb der Linken einer Tolerierung nicht zustimmt. Oder sollte man sagen: Tollerierung? Koch bleibt im Amt.

Saarland: Die Linke zieht ziemlich erstarkt in den Landtag. Statt die Gunst der Stunde zu wahren, wird durch Unterstützung eines Industriellen die Partei der Grünen davor bewahrt, mit SPD und Linke eine Regierung zu bilden. Sagte ich Unterstützung? Bolzenschmierung wäre hier angebrachter. Die Grünen und die CDU bilden Regierung.

Nordrhein-Westfalen: Zitterpartie für die CDU, die total abschmiert, aber mit 0,1% Vorsprung stärkste Partei wird. Hannelore Kraft ist als SPD’lerin die Frau der Stunde, die mit fettem Lächeln im Gesicht verkündet, dass nur eine Frau das Sagen haben kann und dann die Linke, mit der sie das fette Sagen haben könnte, so dermaßen ins Aus bugsiert, dass es für die Feinde der Demokratie eine wahre Freude ist. Jetzt liebäugelt sie sogar noch mit der FDP und der CDU als Partner, sodass jeder, der noch einigermaßen politisch bei Verstand ist, der Frau wünscht, in Spanien in einer Stierkampfarena von einem Stier auf die Hörner genommen zu werden, damit sie endlich lernt, Ehrfurcht vor dem Wähler zu haben.

Frankfurt: Joseph Ackermann, nee: das war ja der von der NSDAP. Ich meinte den Schweizer von der Deutschen Bank, Josef Meinrad Ackermann. Dieser tritt überraschend von seinem Posten als Manager der Deutschen Bank zurück. Alle atmen auf. Aber jeder hält die Luft an, was der nun schon wieder Neues ausheckt, weil man diesen Ganoven der Mainstreet ja inzwischen kennt…

Wiesbaden: Der Star-Koch der hessischen Nation tritt zurück. Alle jubeln. Genauso wie bei Ackermann. Und alle fragen sich, was jetzt der wieder ausknobelt und dabei wieder Schindluder treibt…

Berlin: Bundespräsident Köhler tritt zurück. Mit dem Grund, er würde missverstanden werden und sieht sein Amt als Bundespräsidenten deshalb als gefährdet an. Nunja, das kann man sehen, wie man will. Er hat ja sehr viel Gutes für das Volk unterschrieben. Zum Beispiel die Hartz4-Gesetze oder den Kriegseinsatz der Bundeswehr oder neuerdings die Hilfe der Wirtschaft, die militärische Unterstützung für ihre Handelswege brauchen und, und, und. Alles nur gute Sachen für das Volk. Vielleicht war der wahre Grund, dass er die Überwachung durch den Staat etwas hinausgezögert hat, was die Datensicherungen betrifft?

Rücktritte, freiwillig oder gewollt oder geschmiert? Das ist hier die Frage. Vielleicht spielt sich vor unserer aller Augen ja ein wahrhaftiges Drama ab, was wir nie erfahren, wenn wir weiterhin BILD-Zeitung lesen und Tagesschau sehen. Ein Drama, was ungeahnte Schreckensmeldungen hervorrufen kann.

Nehmen wir mal an, der Stoiber würde reaktiviert.

Nicht stöhnen, sondern staunen. Denn dann gäbe es gaaaanz tolle Möglichkeiten einer Regierungsbildung. Denn da die Merkel/Westerwelle-Fraktion einige Gesetze ohne den Bundesrat durchziehen will, geht sie sowieso an Volkes Wille vorbei. Die Möglichkeiten einer Diktatur in allen erdenklichen Nuancen tun sich hier auf:

  • Ackermann wird Bundespräsident.
  • Köhler wird Manager der Deutschen Bank.
  • Beide teilen sich die anfallenden Bonus-Zahlungen, bis
  • Stoiber und Koch das Bundeskanzleramt übernehmen.
  • Die beiden beordern dann die Bundeswehr aus Afghanistan zurück, damit diese das Volk beschützen kann … äh … oder umgekehrt?
  • Merkel wird als ehemalige FdJ-Funktionärin Beauftragte für Jugend, Familie und Pharmazie.
  • Schäuble wird Verteidigungsminister des Inneren.
  • Von der Leyen wird Zuteilungsministerin für die Essensausgabe.
  • Weitere Besetzungen je nach Rücktritte bzw. Belieben.
  • Im Gegenzug dazu reaktivieren wir dann den alten Fritz und Kaiser Barbarossa, die der neuen Regierung dann mit Volkes Stimme verkünden: „Wir sind die Diener unseres Volkes!“
  • Aber letzteres wird wohl ein Traum bleiben.

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Jetzt wollte ich ja eigentlich eine Satire schreiben. Aber daraus ist nun leider nix geworden. Der Purzelmann ist mir dazwischen gekommen. Vielleicht klappt’s ja beim nächsten Mal. ;-)

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Bundespräsident Köhler zurückgetreten – Warum bitte???

Muskelkaters Meinung

Bundespräsident Horst Köhler hat mit sofortiger Wirkung seinen Rücktritt erklärt. Er ziehe damit die Konsequenz aus der Diskussion um seine Äußerungen zum Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr, sagte er in Berlin.

Weiter schreibt die Tagesschau:

Bundespräsident Horst Köhler hat auf einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz seinen Rücktritt erklärt. Er reagiert damit auf die Debatte nach seinen umstrittenen Afghanistan-Äußerungen. Die Unterstellung, er habe einen grundgesetzwidrigen Einsatz der Bundeswehr zur Sicherung von Wirtschaftsinteressen befürwortet, entbehre jeder Rechtfertigung, sagte Köhler. Sie zeuge von mangelndem Respekt für das Amt.

Aha, also mangelndem Respekt. Das ist es also. Da darf also rumgequatscht werden und wenn sich dann herausstellt, dass es Scheiße war, tritt man einfach zurück und sagt, die anderen hätten keinen Respekt.

Also bitteschön: Wo so man eigentlich vor diesen Regierenden noch Respekt haben???

Na klar, dass die Masse der Journalisten mit der Meute schreien und sagen, dass sie Verständnis haben für den lieben Präsidenten und ihn vollauf verstehen und es für gut finden, dass er die Konsequenzen zieht und dass man diesen Leuten ja auch gerne weiter in den Arsch kriechen würde, aber es ja leider jetzt nicht mehr ginge … – Muss ich noch deutlicher werden?

Klartext: Ein Feigling ist gegangen. Einer, der vor seinen eigenen Worten nicht grade stehen kann. Einer, der lieber die Flucht ergreift … sein Schäflein hat er ja im Trockenen.

Ja klar, dass ich mir solche Reaktionen auch von der gesamten Regierung wünsche. Aber die sind allem Anschein nach noch nicht soweit, dass sie sich in die Hosen machen.

Der Großteil der Bevölkerung kann nicht zurücktreten. Das Heer der Hartz4-Empfänger zum Beispiel hat weiter zu leiden, sie sind an ihr von der Regierung verliehenes Amt gebunden. Die gefallenen Soldaten können auch nicht mehr ihr Amt nieder legen, für sie ist es gelaufen. Die Rentner können auch nicht mehr um einen Cent mehr betteln, für sie ist der Zug abgefahren, weil kein Geld mehr für sie da ist. Die Kinder dürfen noch nicht wählen, um ihren Protest anzumelden, auch nicht von ihrer Kindheit zurück treten, man hat ihnen schon ihre Zukunft versaut. Und die noch arbeitende Bevölkerung mit ihrem Niedriglohn kann auch nicht zurück treten, auch wenn der Lohn für eine 40-Stunden-Woche vorne und hinten nicht reicht und man auf Hartz4-Basis aufstocken muss. – Aber dieser feine Pinkel sagt ganz einfach, es gäbe keinen Respekt mehr vor seinem Amt und verschwindet von einer Stunde auf die andere.

Aber:

Bei aller Verachtung, die der Muskelkater zu diesem jetzt ehemaligen Bundespräsidenten momentan verspürt, muss er doch dem Kommentar vom Tueffler beipflichten, wo er schreibt: “Ich bedaure diesen Schritt des Bundespräsidenten Horst Köhler zutiefst. [...] Wenn doch alle so konsequent handeln würden [...].”

Denn letztendlich war er noch bis gestern nicht nur ein guter, sondern fabelhafter Bundespräsident, auf den wir uns voll verlassen konnten. Er war einer der Besten der Republik mit Weitsicht, den er sehr oft bewiesen hat. Seine Entscheidungen hat er immer zum Wohl des deutschen Volkes gefällt. Er wäre es gewesen, dem ich noch eine weitere Amtszeit gegönnt hätte.

Aber warum musste er sich jetzt um 180° drehen und feige vor der Verantwortung fliehen?! Gab es da einen ganz anderen Grund? Ich will ja keinen Spekulationen den Weg ebnen, aber … hängt es vielleicht zufälligerweise damit zusammen, weil Ackermann auch abdankte???

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Papa, Matze hat gesagt… – Heute: Wer ist hier feige, bitteschön?

Vater und Sohn im Zwiegespräch

Der folgende Dialog hat eine wahre Vorgeschichte: Als ich während eines Einkaufbummels kurz vor einer Parkplatzausfahrt stehen blieb, um mich mit jemandem zu unterhalten, überholte mich eine Mutter mit ihrer kleinen Tochter, die vor ihr lief.

Auf der Höhe der Ausfahrt raste plötzlich ein Auto heraus und musste mit quietschenden Bremsen halten, weil in diesem Moment das kleine Mädchen auf der Ausfahrt stand. Die Kleine fiel vor Schreck hin, wobei ihre Puppe auf die Motorhaube knallte. Sofort sprang der Fahrer raus und brüllte sie an: „Kannst du nicht aufpassen, dumme Göre? Jetzt hast du mir ‘ne Beule in meine Motorhaube geschlagen!“ – Da die Mutter sich vor Schreck nicht rührte, kam ich hinzu und wies mit dem Finger auf sein Handy: „Und ich rufe jetzt sofort die Polizei, weil Sie während der Fahrt telefoniert haben!“ – Der Mann wurde blass, schaute auf sein Handy und fing an zu stottern: „Das … das wollte ich nicht.“ – Ergebnis: dem Mädchen war außer dem Schreck nichts passiert, die Frau erhielt 200 Euro und die Sache war erledigt.

Mein Vater-Sohn-Dialog nimmt genau dieses Thema wieder auf. Viel Spaß, aber auch viel Input zum Überlegen des eigenen Handelns. Denn dieses kann auch auf viele andere Bereiche übertragen werden…

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Wer ist hier feige, bitteschön?

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Vater und Sohn im Auto.

SOHN: „Papa, Matze hat gesagt, sein Vater hat gesagt, wer sich nicht einmischt, ist ein Feigling!“

VATER zerstreut: „Was ist schon wieder? Warte mal einen Augenblick, ich muß mich hier mal konzentrieren.“

Geräusch eines hochgezogenen Motors.

VATER: „So! Nun kann die Dame weiterschlafen am Steuer! – Und wer ist nun angeblich ein Feigling?“

SOHN: „Wer sich nicht einmischt! Matze sagt, sein Vater sagt, hauen ist keine Privatsache.“

VATER: „Hauen?“

SOHN: „Ja, hauen. Ich meine, prügeln, verdreschen, vermöbeln, zusammenschlagen, fertigmachen, in ‘n Hintern treten…“

VATER unterbricht: „Ja doch, ich hab’s begriffen! Mein Gott, ich wünschte, dein Sprachschatz wäre auf allen Gebieten so atemberaubend.“

SOHN: „Das geht garnich. Weil’s nämlich bloß für hauen so viele Worte gibt. Matze und ich haben mal in so einem Buch nachgeguckt. Da war’n 76 Wörter für hauen und schlagen und so was. Und für „lieben“ gab’s bloß … ich glaub 17!“

VATER: „Na, das reicht ja wohl auch. – Wolltest du nicht über ganz was anderes reden?“

SOHN: „Na ja, eben, dass Matze’s Vater sagt, das geht jeden an, wenn geprügelt wird, und dass man sich da einmischen muß.“

VATER: „Da spielt Matze’s Vater ja wieder mal den großen Helden! Einmischen! In Prügeleien! Pah! Soll ich mich vielleicht dazwischen schmeißen, wenn sich zwei besoffene Typen in irgendeinem miesen Schuppen eins in die Fresse geben, wie?!“

SOHN verblüfft: „Aber Papa, wie redest du denn??“

VATER leicht verlegen: „Ich bediene mich nur der Sprache derer, die sich prügeln und in deren Auseinandersetzungen ich mich ganz bestimmt nicht einmischen werde.“

SOHN: „So was meint Matze’s Vater doch garnich! Er meint doch Kinder und Frauen! – Paß auf, da kommt ‘ne Wegverengung…“

VATER: „Längst gesehen…“

SOHN: „Matze sagt, sein Vater sagt, man muß sich einmischen, wenn Kinder oder Frauen geschlagen werden. Weil sie die Schwächeren sind.“

VATER: „Nicht weil sie die Schwächeren sind, sondern sofern sie die Schwächeren sind! Nicht alle Frauen sind die Schwächeren. Ich hab schon Männer erlebt, die sich nicht nach Hause trauten, weil ihre liebe Frau Gemahlin … na, lassen wir das.“

SOHN: „Aber Männer haben mehr Muskeln. – He du, das war aber schon beinahe rot!“

VATER: „Das war nicht „schon beinahe rot“, sondern noch reichlich gelb.“

SOHN: „Aber die Kinder sind immer die Schwächeren!“

VATER: „Körperlich sicher. Natürlich. Dafür sind sie den Erwachsenen in anderer Hinsicht überlegen.“

SOHN: „In welcher denn?“

VATER: „Das müsstest du doch am besten wissen: Kinder können zwölf Stunden hintereinander Musik hören, sie können von früh bis spät durch die Wohnung rennen und Türen knallen, sie können … sie könnten monatelang ohne Seife, Zahnpasta und Kamm oder Bürste auskommen, sie können jede Menge Unordnung und …“

Sohn unterbricht: „Aber das nützt ihnen doch alles gar nichts, wenn sie geprügelt werden!“

VATER: „Nein – aber andererseits führen diese besonderen Talente der Kinder gerade zu jenen Auseinandersetzungen, bei denen es dann schon mal eine Ohrfeige setzt.“

SOHN: „Ohrfeige … davon redet doch keiner. Es geht doch um richtige Prügel! Manche Kinder werden dauernd geprügelt! Wegen jedem bisschen. Halbtot geschlagen werden die! Und da muß sich eben jeder drum kümmern!“

VATER: „Ja, natürlich – da hast du recht.“

SOHN ereifert sich: „Oder auch mit den Arbeitslosen und Rentnern. Die werden auch geprügelt. Matze’s Vater sagt, es gibt keine Arbeit und trotzdem werden die bestraft, weil sie keine Arbeit bekommen können. Und dann zieht man denen lieber das Geld ab und unterstützt damit die Reichen, die sowieso schon genug haben. Matze’s Vater sagt, das ist auch eine Art des Prügelns. Und da sollte sich auch jeder drum kümmern, dass es anders wird.“

VATER: „Auch da hast du recht. Es ist eigentlich ziemlich ungerecht, was da gerade läuft. Aber das ist Politik. – Hattest du vorher nicht ein ganz anderes Thema?“

SOHN unbeirrt: „Aber die Leute machen das eben nicht! Sie haben Angst, dass sie Ärger kriegen. Die sind eben feige!“

VATER: „Was heißt hier feige … mit großer Wahrscheinlichkeit werden sie ja auch Ärger kriegen. Mit den Nachbarn, mit den Ämtern, mit der Polizei…“

SOHN: „Na und? Wenn’s doch wichtig ist?“

VATER: „Ja doch, du hast ja recht.“

SOHN: „Matze sagt, sein Vater sagt, wenn Menschen Sachen wären, dann wär das alles anders!“

VATER: „Was?“

SOHN: „Ja, weil das dann Sachbeschädigung wäre, wenn jemand ‘ne Frau oder ‘n Kind oder ‘nen Hartz4ler kaputtmacht! – Und dann müsste der vielleicht blechen, Mann!“

VATER: „Blechen! Wie redest du denn schon wieder! Und überhaupt, was ist das alles für ein Unfug.“

SOHN: „Garnich! Sachbeschädigung ist ‘ne klare Sache. Und so ‘ne Frau zum Beispiel, wenn die auch noch arbeitet, die ist doch was wert!“

VATER: „Also, du erwartest wohl nicht, daß ich ernsthaft auf diese Hirngespinste eingehe.“ – Er hupt mehrmals. – „Nun sieh dir das an! Schon wieder so ein Kind auf’m Fahrrad ohne jede Beleuchtung!! Das ist doch der reine Selbstmord bei diesem Dämmerlicht! Wer soll denn so einen Schatten auf der Straße erkennen?!“

SOHN: „Dann halt doch an und rede mit dem Kind!“

VATER: „Um mir ‘ne dämliche Antwort anzuhören?!“

SOHN: „Du sollst ja reden – nicht meckern!“

VATER: „Also, laß mich in Frieden. Ich kann nicht alle fünf Minuten anhalten, um ein Kind liebevoll davon zu überzeugen, dass es Licht an seinem Fahrrad braucht!“

SOHN: „Wenn ‘s doch um Leben und Tod geht?“

VATER: „Das sollen sich dann mal die eigenen Eltern überlegen! Ist ja schließlich und endlich nicht mein Kind.“

SOHN leise und enttäuscht: „… nicht dein Kind … Du redest genauso wie der Herr Gehrke mit den Autos.“

VATER: „Was soll das heißen?“

SOHN: „Na, der hat auch gesagt: Sind ja nicht meine Autos. Ich meine neulich, als auf unserem Parkplatz die Antennen und Scheibenwischer und all das abgeknackt worden…“

VATER dazwischen: „Was denn?! Willst du damit sagen, dass der Gehrke gesehen hat, wie unsere Wagen demoliert wurden??“

SOHN: „Ja doch, der hat gerade aus dem Fenster geguckt.“

VATER: „Das ist ja unglaublich!! Das hält man ja nicht für möglich! – Schön, vielleicht hat er Angst gehabt, sich mit dem Kerl anzulegen. Aber dann hätte er doch wenigstens die Polizei verständigen können.“

SOHN: „Das war ja gar kein Kerl. Bloß so ‘n ganz mickriger kleiner Typ, hat Herr Gehrke gesagt.“

VATER: „Das ist ja nicht zu fassen. Und da hat er nicht mal runtergerufen?“

SOHN: „War’n ja nicht seine Autos. – Der hat ja nicht mal ‘n Auto!“

VATER: „Na und?? Autos sind ja letzlich dem allgemeinen Volksvermögen zuzurechnen. Egal, wem sie gehören! Da hat doch jeder Mensch eine gewisse Mitverantwortung! Das kostet doch alles einen Haufen Geld!“

SOHN: „Ja doch…“

VATER: „Was heißt „ja doch“? Verdien’ du erst mal ‘nen Euro mit deiner Arbeit! Dann reden wir weiter.“

Kleine Pause

SOHN: „Du Papa? – Papa, ich glaub, es wäre wirklich besser, wenn Menschen Sachen wären…“

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Wieder ein Spatenstich gegen die Natur

Waldwege – statt Wald weg

ROBIN WOOD-Aktivisten haben heute beim ersten Spatenstich für den Bau eines Teilstücks der A44 den Verzicht auf diese überflüssige und teure neue Autobahn gefordert. Sie entrollten bei der Inszenierung des Baubeginns im hessischen Örtchen Helsa im Beisein von Hessens  Verkehrsminister Dieter Posch (FDP) ein Transparent mit dem Slogan „Wald statt Asphalt – Laster vom Pflaster“. Die A44 soll von Kassel-Ost bis Wommen bei Eisenach führen, rund 1,4 Milliarden Euro kosten und sieben europäische Naturschutzgebiete sowie große Waldgebiete zerschneiden.

„Gerade in Zeiten der sich zuspitzenden Finanzkrise gehören solche überflüssigen Infrastrukturprojekte auf die Streichliste“, sagt Klaus Schotte von der ROBIN WOOD-Regionalgruppe Kassel. „Unsere Region hat mehr verdient als Beton und Asphalt.“

Prognostiziert wird für die A44 ein Verkehrsaufkommen von 14.700 Kfz pro Tag. Das liegt weit unter dem Durchschnitt der bundesdeutschen Autobahnen mit täglich 47.600 Kfz. Der Bedarf ist also ebenso fragwürdig wie bei der Verlängerung der A4 ins Sauerland hinein – und der hatte Verkehrsminister Posch Anfang dieses Monats wegen zu geringer Verkehrsmengen und zu hoher Kosten eine klare Absage erteilt. Begründung: Man könne nicht alles machen, was wünschenswert sei, sondern müsse mit den Steuergeldern vernünftig umgehen.

„Seien Sie konsequent, Herr Posch“, appelliert Schotte. „Stoppen Sie diese milliardenschwere Fehlinvestition! Was für die A4 gilt, kann für die A44 nicht falsch sein.“

Noch könnte der Bau der A44 abgebrochen werden. Die 64 Kilometer lange Strecke ist in elf Abschnitte unterteilt. Erst einer davon, die Ortsumgehung Walburg, ist fertig; bei anderen ist noch nicht einmal die Planung offen gelegt.

Gut zwanzig Jahre nach dem Beginn der A44-Planung ist ihre Realisierung keineswegs sicher. „Wir brauchen kein ‚Nachholprogramm für den Straßenbau West’, wie Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer fordert. Wir brauchen eine umwelt- und klimaverträgliche Verkehrspolitik“, sagt Verkehrsreferentin Monika Lege. „Weiterer Widerstand gegen den Bau der A44 ist daher notwendig und auch Erfolg versprechend.“

Siehe auch: http://oekologisch.wordpress.com/2010/05/25/mehr-leben-statt-laster-wald-contra-asphalt/

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Kontakt zu ROBIN WOOD:

Klaus Schotte, Regionalgruppe Kassel, Tel. 0160 – 49 874 76

Monika Lege, Verkehrsreferentin, Tel. 040 – 380 892 12, verkehr@robinwood.de

Ute Bertrand, Pressesprecherin, Tel. 040 – 380 892 22, presse@robinwood.de

Weitere Informationen: http://www.robinwood.de/Brennpunkt-Autobahn-44.252.0.html

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Interessant auch, dass just an diesem Tag der hessische Ministerpräsident Roland Koch seinen Rücktritt zum Ende des Jahres bekannt gab. Sollte sich allerdings die Befürchtung bewahrheiten, dass der bisherige Innenminister Volker Bouffier sein Nachfolger wird, dann … ja, dann würden nicht nur die Hessen und Robin Wood vom Regen in die Traufe kommen.

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Weitere Nachricht im Ökoblog: Unilever kriegt sein Fett weg. Über den Schutz der Regenwälder.

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Gute Nachricht: Roland Koch legt Ämter nieder

Koch vor Rücktritt aus der Politik

Die Tagesschau-News überraschte uns heute mit einer sensationellen Meldung, dem sicherlich ein Jubelschrei in der Republik folgen wird: Der hessische Ministerpräsident Roland Koch will sich nach Medieninformationen aus der Politik zurückziehen. Das ZDF und die Nachrichtenagentur dpa berichten unter Berufung auf Wiesbadener Regierungskreise, dass der CDU-Bundesvize zum Jahresende 2010 seine Ämter niederlegt.

http://www.tagesschau.de/inland/kochgeht100.html

Klar ist allerdings noch nicht und wurde bisher auch noch nirgends erwähnt, welche Firma ihm einen Managerposten zu welchem Gehalt angeboten hat. Wie Wolfgang Clemens auch die Atomwirtschaft? – Egal, geschmiert ist geschmiert – und welcher Politiker will von sich behaupten, dass er nicht für die Lobby arbeitet. Da ist es dann egal, zu welchem Zeitpunkt…

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Privates deutsches Söldnerunternehmen im somalischen Bürgerkrieg involviert?

Kriegsspiele – Wargames

Medieninformationen zufolge soll die deutsche Firma “Asgaard German Security Group” mehr als 100 Ex-Bundeswehrsoldaten in den somalischen Bürgerkrieg entsenden. Die Söldner sollen von einem somalischen Politiker bestellt worden sein, der sich in Opposition zur anerkannten Übergangsregierung sieht.

Galadid Darman, laut Experten politisch in Somalia bislang wenig bekannt, soll mit dem Söldnerunternehmen aus Telgte bei Münster einen fünfjährigen Vertrag zum Objekt-, Personen- und Konvoischutz abgeschlossen haben. Auch der scharfe Schusswaffengebrauch im Bürgerkrieg ist möglich.

Da der Milizenführer Darman die somalische Übergangsregierung nicht anerkennt, könnte der Söldnereinsatz auch die offiziellen deutschen Interessen in der Region konterkarieren. Dem Auswärtigen Amt liegen jedenfalls keine Informationen zum Engagement der privaten Söldner vor.

Zusammengefasst ist das der Inhalt der Tagesschau-Meldung (hier zu lesen). Aber … es gibt da immer noch einen Unterschied zwischen Söldner auf der einen Seite (also käufliche Soldaten, wie hier bezeichnet) und Sicherheitsfachleute auf der anderen. Und deutsche Sicherheitsfachkräfte findet man schon seit vielen Jahren auf der ganzen Welt. Warum also jetzt dieses Geschrei?

Schaut man sich die Homepage dieser Firma aus dem Münsterland mal etwas genauer an (ASGAARD – German Security Group), dann kann man schon in etwa ahnen, wohin diese Reise geht. Und zwar in die USA zu einem gewissen Erik Prince, einem religiösen Fanatiker, der als ehemaliger Angehöriger der US-Navy Seals das Unternehmen Blackwater gründete, aus der die Xe Services LLC wurde, einem internationalen privaten Sicherheits- und Militärunternehmen. Dieses Unternehmen mischt auf der ganzen Welt bei Kriegseinsätzen kräftig mit. Sei es jetzt der Irak, Afghanistan oder Pakistan – Gibt es getötete Zivilisten, stellt sich später heraus, dass es skrupellose Söldner dieser Firma waren.

ASGAARD, eine deutsche Version von Xe Services? – Absolut nicht, verspricht sie selber auf ihrer eigenen Homepage. Aber dieser und der Aussage der Bundesregierung, dass sie von alldem nichts weiß, glaube ich nicht. Denn nachdem einmal mehr in den letzten Tagen klar ersichtlich wurde, dass unsere Bundesregierung allen anderen dient, nur nicht dem eigenen Volk, würden mich schwarze deutsche Kassen auch nicht mehr verwundern. Da brauchts auch kein Bundestagsmandat mehr. Wenn nämlich die Regierung den Verkauf von deutschen Kriegsgeräten sogar in Krisengebieten zustimmen kann, müsste sie eigentlich über den Vertrag vom 16.12.2009 informiert sein (ASGAARD erhält exclusiven Vertrag), außer sie handelt … eben: schwarz.

Alles erscheint hier rätselhaft. Zum Beispiel auch der von der Tagesschau erwähnte Einsatz von EU-Friedenstruppen. Sollte es zu Kampfhandlungen kommen, stehen sich deutsche Soldaten direkt gegenüber. Und davon will die Bundesregierung keine Ahnung haben?

ASGAARD veröffentlichte zumindest schon mal eine Pressemitteilung zu dem Vorwurf der Tagesschau. Hier kann die Stellungnahme zur aktuellen Berichterstattung als pdf-Datei gelesen werden. Wie es aussieht, geht alles auf Rufschädigung und Verleumdung hinaus.

Trotzdem, und vielleicht sogar deswegen, lässt mich der Verdacht nicht los, dass das Rätsel noch lange nicht gelöst ist. Da steckt m.E. mehr dahinter, von Seiten ASGAARD (und/oder weiterer Firmen) und von Seiten der Bundesregierung, die uns mehr verschweigt, als sie eigentlich dürfte…

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Der Muskelkater hat einen kleinen Bruder bekommen

Muskelkater Junior

Das ist jetzt kein Aprilscherz im Wonnemonat Mai. Obwohl ja im Mai/Juni die meisten kleinen Kätzchen geboren werden, ebenso wie Schäfchen und alle weiteren -chen in der Natur.

Nein. Es kam so ganz plötzlich wie der pfingstliche heilige Geist über mich, doch ein Blog zu schaffen, der nur für die jungen Leser da ist und ihnen in verständlicher Form die derzeitige Politik ein wenig näher zu bringen.

Dazu gehören natürlich nicht nur Meldungen zum Tagesgeschehen, sondern auch Erklärungen über dieses und jenes der Welt und warum es ausgerechnet so ist, wie es momentan so ist. Auch das Grundgesetz wird demnächst dort in verständlicher Form erklärt an Beispielen, wie es jeder junge Mensch nachvollziehen kann.

Bis jetzt ist die Auswahl in diesem neuen Blog verständlicherweise noch nicht groß, weil er noch am Anfang steht. Aber mit eurer Hilfe kann es geschehen, dass dadurch Kinder an die Problematiken ihrer zukünftigen Erwachsenenwelt heran geführt werden.

Ich selber wünsche dem Muskelkater Junior auf jeden Fall das gewisse Händchen, die Artikel so zu gestalten, dass es verständlich ist und damit zum Erfolg wird.

Zum neuen Blog Muskelkater Junior

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